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Red-Fire Zwerggarnele in Cryptocoryne

Foto: Norbert Heidbüchel

Cryptos schonend umsetzen

Hallo:

Wer hat Ideen, wie ich Cryptocorynen (größere Büsche aus mehreren Einzelpflanzen, gepflanzt vor 2 Jahren) möglichst so umsetzen kann (am bestem mitsamt druchwurzeltem Kies), daß die Wurzeln (und somit das Wachstum) nicht beeinträchtigt wird. Das Problem ist nämlich, daß ich wegen Bau eines AQ-Regals die Cryptos zweimal innerhalb von einigen Wochen umsetzen müßte, welches sie mir sicherlich sehr übel nehmen würden.

Gruß
Sieglinde


Hallo Sieglinde,

Das Umsetzen von Cryptos ist eine Sache für sich. Solange Du das innerhalb des selben AQ tust, funktioniert es oft sogar dann, wenn die Wurzeln beschädigt sind. Aber wenn du in ein fremdes Becken umsetzt, werden alle Blätter abgeworfen. Die Pflanzen werden dadurch aber nicht zum Pflegefall. Vielmehr ist diese Raktion durch die jahreszeitlichen Bedingungen der Herkunftländer genetisch so vorgegeben, um sich bei eintretender Regenzeit vor reißenden Fluten zu schützen.
Die Möglichkeit, dies zu verhindern, kommt einem Roulettespiel gleich. Ich würde also die Pflanzen einfach mit dem Finger untergraben und langsam aus dem Boden herausheben, damit die Wurzelstöcke nicht beschädigt werden. Nach dem Umpflanzen hast Du dann vielleicht noch zwei Tage Freude daran, bis sie kahl sind. Das Austreiben erfolgt meist erst zwei bis vier Wochen später. Übertriebene Vorsicht würde ich nicht walten lassen. Je größer die Mühe, umso größer die Enttäuschung.

Norbert


Hi,

wir haben bei uns im Becken ziemliche Wucherungen von Cryptocoryne aponogetifolia. Wir setzen die Teile recht wild zwischen verschiedenen Becken hin und her. Dabei schneiden wir die Wurzeln stark zurück. Bisher gabs keine Probleme.
Ich denke daher, daß es ziemlich auf die Gattung ankommt.

Gruß,
Thorsten


Hallo Thorsten,

Klar, es gibt eine recht große Artenvielvalt bei den Cryptos, auch weniger "empfindliche".Merkwürdigerweise werden aber im Handel meist die Wendti und ähnliche angeboten, die ein Umsetzen übelnehmen. Na ja, dann muß man sich als unerfahrener Aquarianer eben schnell neue kaufen.....

Norbert


Hi,

die C. aponogetifolia kann man komplett auch nur durch Abkochen abtöten. Sie ist die berühmte Ausnahme,die sich immer anders als andere Cryptos verhält.

ciao Andreas


Hallo Norbert:

Ist zwar innerhalb desselben AQ, aber an einem neuen Standort (meine damit das AQ). Dadurch ändern sich die Lichtverhältnisse (Tageslicht und Morgensonne fällt weg).

> Die Möglichkeit, dies zu verhindern, kommt einem Roulettespiel gleich.

Das ist das Problem bei Cryptos.

> Ich
> würde also die Pflanzen einfach mit dem Finger untergraben und langsam aus
> dem Boden herausheben, damit die Wurzelstöcke nicht beschädigt werden.

Habe ich nun gemacht. Hatte auch gehofft, den Wurzelballen mitsamt Kies möglichst komplett in eine Schale zu setzen. Aber keine Chance! Fiel alles auseinander. Es hatte sich bei der einen Art (rotblättrig, könnte C.beckettii sein) kein Wurzelballen gebildet, sondern die Wurzeln zogen sich im Untergrund langgestreckt quer durchs AQ (so ca. 70 cm lang). Die andere Crypto-Art (eine mit rundlicheren grünen Blättern, ev. C. cordata) hatte nur sehr wenige kurze Wurzeln, dafür aber lange Ausläufer. Da wäre demnächst einiges an neuen Pflänzchen an die Oberfläche gekommen. :-)

> Nach
> dem Umpflanzen hast Du dann vielleicht noch zwei Tage Freude daran, bis sie
> kahl sind.

Das fürchte ich auch. :-(
Obwohl die rote Art sich bisher (auch damals beim Einpflanzen) als äußertst robust erwiesen hat. Da das AQ als Zucht-AQ diente, haben die Pflanzen je nach Fischbesatz auch bereits mehrmals Änderungen im Wasserchemismus (jeweils langsam über einige Wochen) mitgemacht. Und die Wechsel in der Beleuchtung aufgrund des nahen Fensters waren auch enorm (Sonnenschein, wochenlanges Regenwetter oder Winterdunkelheit). Die Cryptos wuchsen unbeirrt weiter.

> Das Austreiben erfolgt meist erst zwei bis vier Wochen später.
> Übertriebene Vorsicht würde ich nicht walten lassen.

Stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob ich die Pflanzen mit den intakten langen Wurzeln für die nächsten Wochen einfach im AQ treiben lassen soll, ob ich die Wurzeln jetzt schon kürzen soll oder erst beim endgültigen Einpflanzen in einigen Wochen oder ob ich sie jetzt in Töpfe pflanze und später an ihren endgültigen Platz wieder umpflanze.

> Je größer die Mühe,
> umso größer die Enttäuschung.

Oder anders augedrückt: Wie mann's auch macht, es ist verkehrt. :-(

Gruß
Sieglinde


Hallo Sieglinde,

Anders, als Du es gemacht hast, geht es leider nicht. Die Wurzeln liegen danach immer blank. Wenn du nun etwas Lehm mit Torf 3 : 1 als Brei mit Wasser vermengst, die Cryptowurzeln aufwickelst und zusammen mit dem Breiaufguß in Plastiktöpfchen gießt, deren Gitter Du zuvor z.B. mit Perlongaze von innen abgedeckt hast, kannst Du zum einen die Wurzeln vor Licht schützen, damit sie nicht grün werden. (sie übernehmen sonst Stengelfunktion), und zum anderen kannst Du Glück haben, daß sie das Milieu annehmen und nicht zerfallen.Denn die langen Wurzeln bilden wieder neue Pflänzchen. Wenn schon überirdisch alles verschwinet, hast du dann zumindest im Untergrund ein paar Hoffnungsträger. ((:

Viele Grüße,
Norbert


Cryptos umsetzen

Hallo zusammen,

hab gerade beim Gärtnern versucht einen Ableger einer Cryptocoryne x willisii umzusetzen, weil er direkt vorne an der Scheibe herausgewachsen ist. Schade eigentlich, beim Herausziehen hat die Wurzel, ziemlich dick, mir den ganzen Vorderbereich umpflügt, jetzt kann meinen schönen Rasen wieder ordentlich einpflanzen.

Wie setzt ihr die Cryptos um?
Olaf


Hallo!

Na ganz einfach. Die alten Wurzeln zu 2 Dritteln kappen und dann vorsichtig in den Kies drücken. Dich gewachsene Cryptocorynenwälder kanns beim Einsetzen eh nicht nachbilden, die müssen selber so hinwachsen.Eine gewisse Verlustrate durch Umsetzen musst bei Cryptocorynen immer mit einkalkulieren. Das läßt sich kaum vermeiden.

Gruß Joachim


Hallo Olaf,

Ich habe bei einigen meiner Cryptos schlechte Erfahrungen mit dem Abschneiden von Wurzeln gemacht. Die meisten der gekuerzten Wurzeln sind einige Zeit nach dem Einpflanzen verfault. Auslaeufer habe ich dahingegen schon mehrfach ohne Probleme abgeschnitten und wieder eingepflanzt. Wenn ich mal Cryptos umsetzen muss, dann wickle ich die Wurzeln vorsichtig auf und setze die Pflanzen so ein. Die C. x willisi finde ich eine echte Mimose, was da Umsetzen angeht. Ich haben meinen Bestand vor ca. 4 Monaten ausgeduennt und umgesetzt und erst seit einem Monat wachsen die Pflanzen wieder richtig.

Gruss Thomas


Cryptocoryne

Hallo Zusammen,

mich würde mal interessieren bei welchen Wasserwerten ihr diese Pflanzen in euren Becken habt. Folgender Hintergrund, ich habe mir ein 60 Becken damit mühsam hochgepäppelt und einen dichten Wald. Das Becken wird mit CO2 und 5KH bei pH6,8 gefahren. Nun steht die Überlegung an, die Werte auf 12-14 KH anzuheben CO2 abzustellen und einen pH zwischen 7 bis 7,5 zufahren, da ja immer die Gefahr einer Cryptocorynen-Fäule besteht, bräuchte ich mal Erfahrungswerte. Es handelt sich überwiegend um C. wenditii und C. becketii.

Gruß Frank


Hallo Frank,

bei mir wars genau umgekehrt. Ich hatte ein 60er dicht bewachsen mit beiden Arten. Die Betonung liegt bei _hatte_.Die wuchsen bei mir bei Deinen angestrebten Werten richtig toll. Als ich dann nach und nach die Haerte abgesenkt hab,wars schlagartig vorbei mit der Pracht. Innerhalb weniger Tage war alles aufgeloest. Ich hab zwar noch einige Zeit auf ihr Wiederauferstehen gehofft, aber Pustekuchen. Heute traut sich hier und da mal ein kuemmerliches Miniblaettchen aus dem Boden, das wars dann aber auch.

Ich fuerchte, wenn Du auf diese Pflanzen Wert legst, solltest Du die Wasserparameter besser nicht aendern.

viele Gruesse
Trixie


Hallo Trixie,

ich habe es fast befürchtet, dann kommt nur noch umpflanzen in Frage, wobei dies bei Wasserkelchen auch immer so eine Sache ist. Ich lege großen Wert auf das Grünzeug, wahrscheinlich, weil sie etwas problematisch sind ...;-)

Gruß Frank


Hallo Frank,

bei ~2.3°dKH, ~3°dGH, ~120µS/cm: - beckettii (vor drei Wochen Neuzugang) - crispulata var. balansae -lucens (vermutlich) - wendtii grün - wendtii braun - wendtii Mi Oya - x willisii (vor drei Wochen Neuzugang)

Wie es schon Trixie angerissen hat, würde ich die Wasserwerte nicht ändern, wenn Du auf den Cryptocorynen-Besatz Wert legst. Ich habe wie Trixie schlechte Erfahrungen mit dem Absenken der Wasserhärte bei diesen Pflanzen gemacht, aber auch bei anderen. Mit einer Aufhärtung allerdings habe ich keine Erfahrung.Möglich, daß es den Cryptocorynen dabei nicht ganz so schlecht ergeht.

Gruß Markus


Hai Frank...

GH ca. 12, KH ca. 8, pH neutral, NO3 ca. 10 - 15 mg/l, kein CO2. Bei der Umstellung werden sie wahrscheinlich zusammenfallen, aber m.M. nach kommen sie wieder bei deinen angestrbten Werten.

Noch was ?

M.V.


Hallo Manfred,

> Noch was ?

Nö ... ;-)

Ich denke ich werde es riskieren. Hatte mal einen Einbruch durch Blaualgen, Verdunkelung, usw.da sind sie anschließend sehr schnell wieder da gewesen. Ich werde die Wasserumstellung bei jedem Wasserwechsel hochschrauben, vielleicht, geht es dann ja gut.

Gruß Frank


Hallo Frank,

Ich pflege hier in meinem 330l Urwald-AQ C. affinis, C. pontederiifolia und C. aponogetifolia. Am empfindlichsten reagieren die C. affinis auf Veränderungen der Wasserparameter mit Cryptocoryne-Fäule. Allerdings sind sie meiner Erfahrung nach auch sehr regenerationsfähig, d.h. wenn die Fäule mal eingesetzt hat, erholt sich der Bestand nach ca. 1 Monat wieder und vermehrt sich um so stärker. <g> Ich entferne sofort jedes Blatt, das faulige Löcher aufweist.

Mein Bestand stammt noch aus einem Schul-AQ von vor ca. 25-30 Jahren und ist von Hannover nach Karlsruhe umgezogen,wobei zwischen diesen Städten die Wasserwerte nicht so stark variieren.

Diese Fäule tritt bei plötzlichen starken Veränderungen der Wasserwerte auf, d.h. wenn ich den 50% WW nicht alle 14 Tage, sondern erst nach 4-6 Wochen durchführen kann. Dabei spielt m. E. weniger der pH-Wert als GH und KH eine Rolle. Das Leitungswasser hat nach eigenen Messungen pH 7,5, GH 18 und KH 13, in meinem AQ pendelt sich bei 14-tägigem WW ein Wert von pH 8 - 8,5, GH 13 -14 und KH 9 - 10 ein. Wird kein 14-tägiger WW gemacht, sinkt der GH auf 12 und der KH auf 5! Wird jetzt plötzlich die Härte wieder erhöht, reagieren die C. affinis mit Lochbildung.

Ich würde daher meinen, wenn Du die Wasserumstellung ganz langsam durchführst, so wie Du schon geschrieben hast, dürften die Cryptos nicht so stark beeinträchtigt werden. Aber garantieren kann ich das natürlich auch nicht. ;-)

Tchau Birgit :-)


Hallo Frank,

um mal alles ueber den Haufen zu werfen, was hier bisher gesagt wurde, nun meine Geschichte der Cryptocoryne wendtii die ich bei mir im 450l Becken habe. Das Becken wurde anfang des Jahres als Kaltwasser Becken eingerichtet. Temperatur ca. 18 - 20 C , KH 15, Bodengrund grober Kies (6 - 10 mm). Dann wurde eine Cryptocoryne wendtii eingesetzt. Die hat sich zwar beim wachsen (durch die niedrige Temp. bedingt) stark zurueck gehalten, ansonsten ging es ihr gut. Irgenwann kam dann mal die Entscheidung das Becken auf Suedamerika umzustellen (aufgrund der technischen Probleme mit dem Kaltwasser). Also alles raus, feiner Kies als Bodengrund rein (so 1 - 3 mm Kies). Danach langsame anpassung der Werte (ueber 1 - 2 Monate hinweg) auf KH 4 und Temperatur 29 C. Ja, sie lebt noch, und sie waechst herrlich. Man sollte wohl einfach nicht die KH an einem Tag runter ziehen - aber ueber einen laengeren Zeitram war es bei mir kein Problem.

Bis dann, Klaus


Hallo Zusammen,

es scheint also zu funktionieren...Für mich stehen nun zwei Alternativen zur Frage, Becken umstellen auf Kaltwasser mit KH12 oder Pflanzen umsetzen bei gleichen Wasserwerten. Meine Erfahrungen decken sich weitestgehend mit euren, die Cryptocoryne sind nicht ganz pflegeleicht. Ich habe jetzt mal zum Test einen Ableger den ich im Kalt-/Hartwasser aufgepeppelt habe in ein Weichwasserbecken gesetzt, kleine Löcher hat er schon, schauen wir mal.Ich konnte feststellen, daß er bei Temperturen zwischen 18 und 22 °C sehr sehr sehr sehr langsam wächst.Bei Temperaturen um 25°C wachsen sie ganz gut. In den nächsten 8 Wochen muß ich eine Entscheidung treffen, ob ich nicht doch zusätzlich ein kleines 108 Liter Weichwasserbecken aufstelle...;-) (Ja, ich weiß,wenn ein Aquarianer mit so einem Gedanken spielt, steht das Becken eigentlich schon...). Ich halte Euch dann auf dem laufenden, was ich mit den Pflanzen gemacht habe und wie sie sich verhalten haben. Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte :)

Gruß Frank


Hallo Frank,

ich halte meine C. wendtii bei einer Karbonathärte von 15°dKH. pH-Wert liegt bei 7,2-7,3, Temperatatur um 23-24°C. Fällt die CO2-Düngung für einige Tage aus, wegen leerer Flasche, dann bricht schon mal der Bestand zusammen. Temperaturen um 18°C mußt Du testen, ich habe damit über den Winter keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Fast allen Pflanzen war es dabei zu kalt, sie sind einfach nicht gewachsen. Ersdt als die Temp.über 20°C lag, ging es wieder los. Allerdings waren da keine Cryptos darunter. Echinodorus,Hygrophila-Arten, Bacobas...

Liebe Grüße
Silke