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Cryptocoryne becketti
Cryptocoryne becketti
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Foto: Stefanie Prinz

Cryptocorynensterben

Hallo zusammen

also, ich habe ein kleines Problem, in meinem AQ , es läuft ca. ein 3/4 Jahr, habe ich neben Echinodorus,Vallisneria, Limnobium, Hydrocotyle auch auch eine Cryptocoryne, und die ist zu meinem heutigen Problem geworden, denn ab heute gibt es die nicht mehr. Alle Cryptocoryne sind von Gestern auf Heute komplett "zusammengeschmolzen", waehrend an den anderen Planzen nichts zu erkennen ist.Es waren zum Teil Exemplare mit 30-40 Blätern 15-20 cm hoch, wie mein Becken ausschaut könnt ihr euch wohl denken. Naja, absaugen ist auch nicht so ohne weiteres drin, da sich noch ca 70 kleine Scalare mitten in der Brutpflege befinden In den Büchern steht, das Cryptocoryne auf wasserveränderungen manchmal empfindlich sind, aber von einem auf den anderen Tag ? , Alle ?. Ausserdem haben sich meine Wasserwerte, Licht und Temperatur in den letzten Wochen nicht sehr verändert, da ich durch meine Jungfische seit 4 Wochen Täglich ca 10-15 l Wasser wechsle.

Ah, fast hätt ichs vergessen, seit einer Woche benutze ich den Dupla Tagesdünger, kann es etwa an diesem liegen Hier noch kurz meine Wasserwerte... 300 l Becken, KH 0-1, GH5, PH 5.5-6, NO3 10-20, NO2 Beleuchtung 2*80W HQL,CO2 Düngung, Schnellfilter EHEIM 600 l/h, Langsamfilter 3L Siporax a 30 l/h mit Vorfilter.


Hallo Andreas,

Gerade heute habe ich in einem anderen Thread die Mail mit folgendem Wortlaut versandt.

(Es geht um das Zusammenschrumpfen von Cryptocorynen.) Die Cryptos tun das auch an natürlichen Standorten. Sie sind in der Lage, in Windeseile die in den Blättern enthaltenen Nährstoffe in die Wurzeknollen zurückzuführen ---> "Fäule". In Südostasien, wo sie beheimatet sind, tritt bei Monsunbeginn eine erhebliche Verdünnung des Salzgehaltes des Wassers ein. Kurze Zeit später schwellen die Bäche zu Flüssen an. Die Cryptos schützen sich, indem sie die Angiffsfläche des Wassers auf ihre Blätter verringern, kommen dann aber wieder zurück, sobald der Salzgehalt wieder ansteigt. Sie reagieren im AQ auf eine Änderung des Salzgehalts, nicht auf die absolute Höhe! Deshalb kannst Du Cryptos, die einmal in Deinem AQ eine neue Heimat gefunden haben, innerhalb eines biotop-stabilen Beckens beruhigt umpflanzen ohne daß ein Blatt abgeworfen wird. Du mußt nur bei erwachsenen Pflanzen eine Veränderung des Salzgehalts (Leitwert) verhindern. Ich habe hier schätzungsweise 200 Stück in einem Becken, teilweise bis zu 40 cm hoch und deswegen äußerst sensibel.

im Speziellen würde ich Dir empfehlen, nicht käuflihen Dünger zu verwenden, sondern entweder nur Fetrilon (rezept auf Anforderung) oder die Mischung von Andreas Kremser (Homepage). Vor allem mußt Du immer darauf achten, daß die Cryptos nichts davon bemerken, sonst stecken sie wieder den Kopf in den Sand.

Auch der Wasserwechsel muß bei Cryptopflege am besten täglich in kleiner Menge erfolgen wenn Du sie nicht erschrecken willst.

Gruß, Norbert


Moin,

Inwiefern hat die Groesse mit der Empfindlichkeit zu tun? Je hoeher desto empfindlicher weil bei Hochwasser gefaehrdeter? Eigentlich dachte ich immer, Jungpflanzen sind empfindlicher (wenn ueberhaupt).

geduengte Gruesse, ROlf


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Cryptocoryne wendtii mit anfangender Cryptocorynenfäule links unten

Foto: Norbert Heidbüchel


Hi Rolf,

Am natürlichen Standort hatte ich nicht viel Zeit, eine einzelne Pflanze längere Zeit zu beobachten,wäre auch relativ langweilig und teuer gewesen. :) Im AQ verhält es sich tatsächlich so, daß die Crypto-Blätter umso empfindlicher reagieren, je älter und größer sie sind. Sobald Du feststellst,daß sich von der Unterseite der Blätter her betrachtet durchscheinende Flecken bilden, dauert es nicht mehr lange, bis die Pflanze beginnt, an diesen Stellen Sauerstoffbläschen zu erzeugen, die wie eine feine Perlenschnur aufsteigen. Wenn Du dann nicht sehr schnell mit Fetrilon ein wenig nachhilfst, ist zumindest dieses Blatt verloren.

Gruß, Norbert


Hallo Norbert,

wie ich das aus von Dir raushöre, faulen langsam ein Blatt nach dem anderen ab, bei mir sind allerdings sämtliche Pflanzen im gesamten Becken, jung und alt innerhalb eines halben Tages total, bis auf das letzte Blatt zusammengefallen. Du hast erwähnt, das es an der verringerung des Salzgehaltes liegen kann, aber dieser wurde in der Zeit vor dem "Unfall" nicht verändert, außer es liegt an dem besagten Dünger.


Hallo Norbert!

Das klingt ja furchbar einleuchtend! Könntest Du mir vielleicht einen Literaturhinweis geben? Danke!

Gerd


Hallo Gerd,

Der meinige ist leider der einzige Literaturhinweis! Ich habe zuvor jahrelang gesucht. Ich halte die Pflanzen schon seit sehr vielen Jahren in verschiedenen Becken und habe eine Menge Zeit investiert, bis ich auf die Lösung des Rätsels kam. Ich konnte aber auch die Auswirkungen an den natürlichen Standorten miterleben. Sehr interessant ist, daß man eine beginnende O2-Ausgasung innerhalb einer Stunde mit einer Menge von 2 ml Fetrilonmischung auf 100 l AQ-Wasser stoppen kann. (1 Tütchen Fetrilon auf 1 Liter Wasser) Der Vorgang ist in Wasser < 100 µS immer reproduzierbar. Bislang habe ich aber nicht herausfinden können, warum dies in dieser Weise geschieht.Vielleicht hast Du eine Erklärung.

Gruß, Norbert


Hallo Norbert!

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist es Deine Hypothese.

Bevor ich dazu Stellung nehmen kann, einige Fragen: Wieviel Fetrilon ist in einem Tütchen bzw. in 2 ml Fetrilonmischung? Ist die beginnende O2-Ausgasung identisch mit der C.-Fäule?

Fetrilon zerfällt beim Verdünnen in Wasser in Fe x 2 EDTA und Fe(OH)3. Letzteres ist fein suspendiert wie Puder. Dieser Zerfall beginnt schon in konzenztrierter Lösung und führt zu den bekannten Verfärbungen der Lösung. Möglicherweise reagiert dieser Puder mit den befallenen Stellen. Ich kann übrigens C.-Fäule mit Formalin (3 mg/L) in 24 Stunden erzielen. Meine Hypothese: Zunächst entsteht eine bakterielle Wassertrübe. Dann greifen Exoenzyme der hungernden Bakterien (z. B. Proteasen) die Oberfläche der C.-Blätter an. Wie findest Du das?

Gerd


Hallo Gerd,

Es ist nicht so, daß ich mir über die Heilung mit Fetrilon überhaupt keine Gedanken gemacht hatte,nur gründen sie sich alle auf Vermutungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Zum Beispiel könnte es sein,daß die Cryptos Eisen in ihren Blättern bevorraten. Der Sauerstoff, der von den Blättern produziert wird, sollte aber soweit von dem Eisen gebunden werden, daß keine Ausgasung in molekularer Form geschehen kann.Ist zu wenig Eisen in den Blättern gebunden, kann somit an den Stellen mit den durchscheinenden hellen Flecken Sauerstoff ausgasen und die Zellstruktur zerstören.

Gruß, Norbert


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Cryptocorynenfäule bei Cryptocoryne wendtii

Foto: Norbert Heidbüchel


Hi Norbert,

Faszinierend diesere Vorgang :-)

Mich beschäftigt die Frage: wie war das früher als Du nicht nicht mit Fetrilon (Dünger) gearbeitet hast. Trat dieses Phänomen zu dieser Zeit auch auf ? Wenn nicht, denkst Du es ist möglich das dies erst auftritt seit du regelmäßig düngen tust ?

Gruß, Manfred


Hi Manfred,

Leider sind ja die empirischen Beobachtungsmöglichkeiten von uns Hobby-Aquarianern sehr beschränkt.Insofern sollte ich eigentlich immer zuerst die hiesigen Bedingungen auflisten. Bzgl. der Cryptos ist eigentlich nur wichtig, mitzuteilen, daß sie bei mir schon immer in sehr weichem Wasser (in den 60ern noch Regenwasser) gehalten wurden. Der Leitwert hat immer eine Größe von unter 100 µS gehabt. Bei einem Becken liege ich heute sogar bei 40 bis 50 µS. Nur deswegen waren die geschilderten Beobachtungen möglich, weil eine geringe Veränderung des Ionenhaushalts sich sofort im Biotop bemerkbar macht. Bei Leitwerten über 500 µS wird es schon schwieriger, die "Verhaltensweise" der Cryptos reproduzierbar nachzuweisen. Aber das entspricht ja auch nicht die Wasserqualität, die die Cryptos an ihren natürlichen Standorten vorfinden. Die Veränderung der Pflanzen kannst Du schon recht früh erkennen: Normal haben die Blätter eine seidig glänzende Oberfläche, wenn man sie im gerichteten Licht einer HQI-Lampe unter einem Winkel von ca. 45 Grad betrachtet. Wenn sie kurz vor dem Ausgasen stehen, kannst du beobachten, daß über Nacht ihre Oberfläche stumpf geworden ist. Dann ist die Pflanze bereits dazu übergegangen, den Inhalt der Blätter "abzupumpen". Inerhalb eines begrenzten Zeitraums von ca. 6 Stunden ist dieser Vorgang aber noch reversibel, wenn man Fetrilon (1Tütchen in 1 Liter Wasser gelöst) ins Wasser gibt, und zwar in einer Menge von nur 2 ml pro 100 Liter. (bei höheren Leitwerten warscheinlich entsprechend mehr?) Bereits innerhalb der nächsten sechs Stunden wirst Du feststellen können, daß die große Mehrzahl der Blätter sich wieder erholt. Es wird aber nicht gelingen, die durchscheinenden hellen Flecken, die sich unregelmäßig über die gesamte Blattoberfläche gebildet haben, wieder in die ursprüngliche, rotbraune Färbung zu versetzen. Die hellen Stellen sind von nunan diejenigen, die am ehesten von Lochfraß und Ausgasung bedroht sind. Soweit nochmal die Schilderung des Vorgangs.

Zur eigentlichen Beantwortung Deiner Frage: Bevor ich Fetrilon verwendete, habe ich eine Ammonium-EisenIII-Sulfat-Verbindung in Zitronensäure angesetzt. Die Haltbarkeit war allerdings recht eingeschränkt.

Stabilisierung der Konzentration gelöster Salze: (Ich bitte Dich das Folgende nicht als Pflicht zu verstehen,sondern als Kür.) Von intervallmäßigem Düngen kann bei meinen AQ eigentlich nicht die Rede sein,weil der Leitwert dann enorm schwanken würde. Als Dünger sollte man sparsamst nur solche verwenden, die keine organischen Metallverbindungen enthalten, sondern nur Metallsalze. Ich mache auch darauf aufmerksam, daß bei sehr elektrolytarmem Wasser der Dünger nur begrenzte Zeit wirkt, weil den Pflanzen viele andere Stoffe, die im Dünger nicht enthalten sind und offenbar nicht einmal durch Wasserwechsel in genügendem Maße zugeführt werden, zum Wachstum fehlen. Diese Beobachtung machte ich etwa 10 Jahre lang, ohne bis dato eine vernünftige Lösung dafür gefunden zu haben. Erst seit ich kürzlich auf die Mineralsalzmischung der Fa. Preis gestoßen bin, die eigentlich für Seewasser gedacht ist und kein NaCl enthält, bin ich guter Dinge, am Ziel angekommen zu sein. Ein gestrichener Kaffeelöffel davon erhöht auf 1000 Liter den Leitwert um ca. 10 µS. Ich hab's noch nicht genau raus. Damit wird in Verbindung mit dem kontinuierlichen Wasserwechsel warscheinlich ein Standard-Ionenverhältnis erzwungen. Das hat natürlich nichts mit "Aufhärten" von Osmosewasser zu tun. Nun geht es ja darum, eine solche Einrichtung auch dauerhaft und stabil zu installieren, ohne ständig mit dem weißen Kittel und Kugelschreiber in der Brusttasche mit wichtiger Miene vor dem Aquarium herumzutänzeln. Denn es gilt, Wasserwechsel, Nährstoffverbrauch, Dünger- und Salzzuführung in einem ausgewogenem Verhältnis zu bewahren. Das geht jedoch nur mit einen kleinen Computer, mit Ventilchen und Dosierpumpen. An dieser Stelle wird das Hobby zur Passion, mit den entsprechenden Nebenwirkungen..........

Gruß, Norbert


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Cryptocorynenfäule bei Cryptocoryne wendtii

Foto: Norbert Heidbüchel


Hi Norbert,

Ich weiß nicht Norbert, bei dir ist es so das Du die natürlichen Verhältnisse so nah wie möglich anstrebst (also zimlich weich, wobei manche Cryptos auch durchaus in hartem Wasser in den Tropen vorkommen können --> das gibts auch).

Ich hingegen denke das die natürlichen Verhältnisse und die aquaristischen beschränkten Verhältnisse, zweierlei Stiefel sind, die nur recht wenig miteinander zu tun haben. Schwer zu verstehen (das bedürfte näherer Erklärung) und zu früherer Zeit hätte ich mir jetzt selber wiedersprochen <g>.

Inbezugnehemend auf dieses, ich denke es könnte vielleicht besser sein mit einem nährstoffreicheren Wasser höherer Leitfähigkeit, z.b. 150 µS, zu fahren, weil die Pflanzen besser versorgt sind mit Nährstoffen (welchen auch immer) und nicht so leicht in Mangelerscheinungen fallen. Das hast Du bestimmt auch schon probiert :-) Das Wasser wäre dann immer noch weich genug. Die natürlichen Gegebenheiten können wir m.E. sowieso nicht simulieren, auch wenn Du ein leuchtendes Beispiel dafür bist, das dem recht nahe kommt ;-)

Ich kenne Aquarien mit einer Gesamthärte von 17 und Karbonathärte von 10 (CO2 versorgt) in denen Cryptocorynen (vermutlich grüne wendti's ?) sehr gut wachsen und so alle 6 Wochen ein großer Beutel davon entfernt werden muß, weil alles verwachsen ist. Die Pflanzen sehen sehr schön und gesund aus. Naja schwer zu sagen wie das mit weicherem Wasser wäre und es kommt ja auch auf die Crypto-Art an, da gibt es ja große Unterschiede.

>Die Veränderung der Pflanzen kannst Du schon recht früh erkennen: ...

Interessant !!

Tritt das bei allen Pflanzen (Cryptos) im Becken auf ? Sind alle Blätter bei einer einzelenen Pflanze betroffen (alten wie jungen) ? Wo genau (Stelle) perlt es am Blatt ? Geht die Perlschnurr bis zur Wasseroberfläche zusammenhängend und ist das perlen kontinuierlich oder bricht es immer wieder mal ab und fängt wieder an ?Zähl bitte mal die Sekunden <g> die eine Blase benötigt um an die Wasseroberfläche zu steigen (Steighöhe ca.) ? Es ist doch richtig das es sich hierbei nicht um Sauerstoffbläschen handelt die unter den Blättern hängen ? Wenn das Phänemen auftritt, wird das perlen mit zunehmender Zeit (Stunden später) stärker ? Erreicht dein Aquarium die Sauerstoffsättigung von ca. 8 mg/l des abends (Sauerstoffblasen hängen unter den Blätter, die Pflanzen fangen an zu perlen was immer stärker wird mit der Zeit) ?

BTW mal eine Frage in eigener Sache, des abends steigt gelegentlich mal (ganz selten) bei mir als eine dicke fette Gasblase aus dem Bodengrund auf. Das scheint mit starkem Licht zusammenzuhängen. Hast Du zufällig bei dir auch schonmal sowas beobachtet Schwefelwasserstoff ist es nicht, der Bodengrund ist ok.

Was mich verwirrt ist das die Blätter über Nacht stumpf werden können (abends noch glänzend aber am nächsten morgen beim ersten Licht einschalten stumpf --> trifft das zu ? ) . Ich vermute doch eher das die Lichtphase die Blätter dazu treibt.

>Inerhalb eines
>begrenzten Zeitraums von ca. 6 Stunden ist dieser Vorgang aber noch
>reversibel, wenn man Fetrilon (1Tütchen in 1 Liter Wasser gelöst) ins Wasser
>gibt, und zwar in einer Menge von nur 2 ml pro 100 Liter.

Offensichtlich hilft das Fetrilon, es wäre also naheliegend erstmal auf Eisenmangel oder Nährstoffmangel generell zu spekulieren. Eisen wird zur Photosynthese benötigt und wird zum Aufbau des Blattgrün eingesetzt.Bei Eisenmangel werden also die Blätter heller, die Farben sind nicht mehr so satt und kräftig (vielleicht ist das die Beobachtung mit den Blättern "glänzend" und "stumpf"). Bei Eisenmangel können auch die Blattnerven heller werden und hervortreten bis hin zu gelben Blätter (totale Eisenchlorose, kein Blattgrün mehr). Tritt das Phänomen eigentlich nur an den Cryptos auf. Was sagen die anderen Pflanzen dazu. BTW der Wassernabel ist eine tolle Indikatorpflanze für Eisenmangel.

Eisenmangel ist oft ein Mehrfachmangel mehrer Spurenelemente. Das EDTA im Fetrilon holt auch andere ausgefallen Pflanzennährstoffe wieder zurück und macht sie für kurzfristig für die Pflanzen wieder verfügbar. So messe ich z.B. nach einer Fetilondüngung immer auch einen Mangananstieg obwohl im Fetrilon kein Mangan drin ist (seltsam nicht). Damit bin ich z.b. überhaupt nicht konform zur gängigen Theorie nach der die Eisendüngung einseitig Mangan verdrängt. Für den Fall mit dem Fetrilon scheint dies nicht zuzutreffen.Anscheinend mobilisiert das EDTA auch genügend Mangan wieder zurück, auch wenn dies nach Theorie nicht sein dürfte. BTW Manganmangel-Erscheinungen sind teils ähnlich zu denen von Eisen.

Starben manche Seefahrer früher nicht an Skorbut. Wenn ich das noch richtig weiß ist das eine Mangelerscheinung (Vitaminmangel ?). Beseitigt man die Mangelerscheinung dann dürfte ein solcher Patient sich fast zu 100 % wieder regenerieren ohne viel Schäden davon zu tragen (nehme ich an)?

Norbert, du weißt es besser weil du dein Aquarium kennst, was denkst du, könnten Mangelerscheinungen zutreffen ? oder bin ich auf dem Holzweg :-)

>Es wird aber nicht gelingen, die
>durchscheinenden hellen Flecken, die sich unregelmäßig über die gesamte
>Blattoberfläche gebildet haben, wieder in die ursprüngliche, rotbraune
>Färbung zu versetzen.

Ja, Schädigungen die nicht mehr reversibel sind.

>enthalten, sondern nur Metallsalze. Ich mache auch darauf aufmerksam, daß
>bei sehr elektrolytarmem Wasser der Dünger nur begrenzte Zeit wirkt, weil
>den Pflanzen viele andere Stoffe, die im Dünger nicht enthalten sind und
>offenbar nicht einmal durch Wasserwechsel in genügendem Maße zugeführt
>werden, zum Wachstum fehlen.

Du meinst Hauptnährstoffe wie Ammonium, Phosphat, ..

>Erst seit ich kürzlich auf die Mineralsalzmischung der Fa. Preis gestoßen
>bin, die eigentlich für Seewasser gedacht ist und kein NaCl enthält, bin ich
>guter Dinge, am Ziel angekommen zu sein.

Für das NaCl freie Meersalz interessierte ich mich auch schon eine Weile ohne aber viel unternommen zu haben.Grund ist in dem Zeug ist so zimlich alles drin an Spurenelementen was es gibt. -------------------

Mal eine ganz andere Sache, ich weiß das Du eigentlich so zimlich alle Bodengrundzusätze ablehnst, weil sie nur belasten würden und die Haltbarkeit des Bodengrundes einschränken bzw. drastisch reduzieren würden. Hier hast Du ja auch reichlich Erfahrung und auch viel negative, aus früherer Zeit, nehme ich an.

Wie ist das verwendest Du nicht Lehm oder Ton im Boden ?

Warauf ich abziele ist (immer vorrausgesetzt den Fall es handelt sich wirklich um Mangelerscheinungen bei deinen Pflanzen) dann könnte ein "nährstoffreicher" Boden den Cryptos sehr bekommen. Das hätte den Vorteil das die Pflanzen langzeitlich über den Boden versorgt wären, während ein Flüssigdünger innerhalb von Stunden (Tagen) unbrauchbar ist (bei deinen Filtersystemen vielleicht eher Stunden) und zudem immer das gesamte Wasser gedüngt wird, was zudem die Gefahr der Algenbildung erhöht. Bei einer Bodendüngung bräuchtest du vermutlich wesentlich weniger Flüssigdünger und du könntest gezielt Pflanzen für ein halbes Jahr oder länger versorgen (soweit die Theorie <g>). Was ich sagen will ist die Flüssigdüngung ist nicht so effektiv weil kurzzeitig wirkend und zudem wird das ganze Wasser gedüngt.

Sumpfpflanzen wie Cryptocorynen, Echinodoren, usw sind stark wurzelnd (Wurzelpflanzen) und nehmen bevorzugt gerne ihre Nährstoffe über den Boden auf was man von manchen Stengelpflanzen mit ihrem mickrigen Wurzelwerk weniger sagen kann. Jeder weiß das, der mal eine große Schwertpflanze rausgezogen hat, welches Wurzelwerk da rauskommt. Solchen pflanzen würde ich etwas unter die Füße legen, sie danken es einem. Sollte der Boden recht nährstoffarm sein dann sind diese Pflanzen mehr den je auf die Nährstoffaufnahme über die Blätter angewiesen.

Wenn man nur auf Eisen erstmal abzielt dann hatte ich da schon die Eisentabs von Dennerle oder JBL gehabt, wovon ich Teilstücke pur mit der Pinzette (selten) oder meistens in Tonkugeln (im innern eingerollt) auf die Bodenscheibe gelegt oder (Tonkugeln luftgetrocknet) reingedrückt habe. Meistenes benutze ich aber Fetrilon oder einen Mix.

Sofern das mit dem Eisenmangel relevant für dich ist (?) dann hätte ich da ein Experiment für dich ;-) Setze doch einmal zwei oder drei deiner Cryptocorynen (jede für sich) in einen ausreichend großen Topf (ohne Löcher) der mit einem nährstoffrreichen Substrat gefüllt ist und beobachte wie sich die Pflanzen in den Töpfen im Vergleich zu den anderen entwickeln und ob diese Erscheinungen bei diesen Pflanzen dann nicht mehr auftreten. Vielleicht hast du sowas schonmal gemacht ?

Gruß Manfred


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Cryptocoryne wendtii mit anfangender Cryptocorynenfäule links unten

Foto: Norbert Heidbüchel


>Ich weiß nicht Norbert, bei dir ist es so das Du die natürlichen
>Verhältnisse so nah wie möglich anstrebst (also zimlich weich, wobei
>manche Cryptos auch durchaus in hartem Wasser in den Tropen vorkommen
>können --> das gibts auch).

Hallo Manfred,

Na klar gibt es die. Die meisten leben noch nicht einmal submers. Da ich sie ja schon lange pflege, haben sich im Laufe der Zeit natürlich nur diejenigen durchsetzen können, die den Bedingungen bei mir standhalten können. Die Wendtii mit ihren großen bräunlichen Blättern stellen sich übrigens als die mit bestem Wachstum, aber auch mit den frühesten Zerfallserscheinungen heraus. Die Grünen sind ein wenig standfester, haben aber auch kleinere Blätter. Der bei mir sehr niedrig eingestellte Leitwert schließt einige Pflanzen völlig aus, wie z.B. die C. parva. Mir gelingt es aber nur mit dem niedrigen Leitwert,Veränderungen im Wasserhaushalt zur einen oder anderen Seite hin überhaupt "meßbar" zu machen, weil das Ganze eher als Drahtseilakt zu betrachten ist, also nicht unbedingt nachahmenswert.

>Ich hingegen denke das die natürlichen Verhältnisse und die
>aquaristischen beschränkten Verhältnisse, zweierlei Stiefel sind, die
>nur recht wenig miteinander zu tun haben.

Klar, wir treten dennoch auf wie die Elefanten im Porzellanladen, wenn wir auch fest überzeugt sind, ein AQ richtig zu betreiben. Während im normalen Laden die Regale mit allen möglichen Gegenständen gefüllt sind, die in der Mehrzahl auch stehen bleiben, wenn sie mal einen Stoß bekommen, so stehen in meinem Laden eben nur schlanke Sektkelche, und da müssen die Elefanten schon recht vorsichtig sein. :-))

>Die natürlichen Gegebenheiten können wir
>m.E. sowieso nicht simulieren, auch wenn Du ein leuchtendes Beispiel
>dafür bist, das dem recht nahe kommt ;-)

Du hast recht, wenn es um die Stabilität geht (s.o.). Aber ich versuche ja herauszufinden, welche Maßnahmen wesentlich zur Stabilität beitragen.

>Tritt das bei allen Pflanzen (Cryptos) im Becken auf ? ...

Das sind eine Menge Fragen, gottseidank aber nur um das selbe Problem herum. Als Grundlage der Betrachtung schildere ich hier mal die Vorgänge bei der Wendtii. Das Phänomen tritt bei allen Pflanzen gleicher Art gleichzeitig an Blättern verschiedensten Wachstumsstadiums auf. Voraussetzung: Das Licht ist eingeschaltet. Steht die Pflanze solitär, merkst Du, wie die Blattoberfläche älterer Blätter stumpf wird, berühren sich die Blätter in der Strömung, entstehen an den Scheuerstellen die ersten Symptome. Die Beobachtung gelingt natürlich nur, wenn man die Pflanzen sehr genau kennt. Du siehst auch, wie die Rotfärbung von der Unterseite her betrachtet von der Blattspitze her zurückgeht und unregelmäßig große, helle, durchscheinende Flecken zurückläßt. Ich sehe darin eindeutig ein Zurückfließen der Pflanzensäfte in die Wurzelknolle. An irgendeiner der hellen Stellen bildet sich dann eine Sauerstoffblase unter der Blattoberfläche,die diese irgendwann sprengt. Danach treten zunächst in größeren Abständen wegen des zunächst höheren Drucks größere Bläschen aus dem Blatt aus, die später in eine ganz dichte,kettenförmige Folge übergehen, die einen Abstand von ca. 3 mm haben. Dann haben sich an diesem Blatt aber schon flächig die bei Lichteinfall glitzernden Bläschen überall unter der Blattoberfläche gebildet.Ja, man kann sogar erkennen, das die Bläschen nicht etwa rund sind, sondern bizarre Formen annehmen und an verschiedenen Stellen rundherum unter Spannung gehalten werden. Sie erscheinen dann eher flach und erhalten die Randform eines Blatts vom Ilex. Diese Erscheinung hat nachweislich nichts mit dem im Wasser gelösten oder freigesetzten Sauerstoff zu tun. Es sind auch keinerlei Luftblasen unter den Blättern vorhanden. Nach ca. 1/2 Tag hört die Gasung auf, und alle betroffenen Blätter sind fahl geworden und fallen nach weiteren 12 Stunden in sich zusammen.

>BTW mal eine Frage in eigener Sache, des abends steigt gelegentlich
>mal (ganz selten) bei mir als eine dicke fette Gasblase aus dem
>Bodengrund auf.

Ja, das tritt auch bei mir auf. Der Bodengrund bei mir ist im Mittel 15 cm hoch und besteht aus Sand ohne Bodenheizung. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein größeres Marmeladenglas umgekehrt auf den Bodengrund zu stellen und abzuwarten, was sich darin sammelt. Die Luftblase ließ sich mit aufgesetztem Deckel wunderbar komprimieren, die Glimmprobe zeigte an: Kein Sauerstoff / nichts Brennbares. Schlußfolgerung:Stickstoff.

>Was mich verwirrt ist das die Blätter über Nacht stumpf werden können
>(abends noch glänzend aber am nächsten morgen beim ersten Licht
>einschalten stumpf --> trifft das zu ? ) . Ich vermute doch eher das
>die Lichtphase die Blätter dazu treibt.

Ja, das trifft zu. Mit "über Nacht" wollte ich nur den Zeitraum ausdrücken. Ich hätte genausogut auch "über Tag" schreiben können.

>eingesetzt. Bei Eisenmangel werden also die Blätter heller, die Farben
>sind nicht mehr so satt und kräftig (vielleicht ist das die
>Beobachtung mit den Blättern "glänzend" und "stumpf").

Nein, wenn ich die Blattoberfläche als "Stumpf" bezeichne, dann meine ich "mechanisch stumpf", so als seien sie durch ein Ätzbad gezogen worden. Der gesamte Vorgang verläuft ja innerhalb von max. 24 Stunden, von der ersten Ausgasung bis zum völligen Zerfall der Blätter

>Norbert, du weißt es besser weil du dein Aquarium kennst, was denkst
>du, könnten Mangelerscheinungen zutreffen ? oder bin ich auf dem
>Holzweg :-)

Eine Mangelerscheinung aller MESSBAREN Bestandteile kann ich völlig ausschließen. Sie würde sich auch eher latent ausdrücken und nicht dermaßen schnell. Außerdem habe ich dazu schon etliche Versuche hinter mir. Nicht einer davon führte zu einem reproduzierbaren Ergebnis. Aber die kurzfristige vermehrte Zugabe von Eisen stoppt den Zerfall ganz eindeutig. Früher habe ich auch daraus geschlossen, daß generell ein höherer Gehalt notwendig sei. Ich erhöhte also die normale Portion über einen längeren Zeitraum auf das Doppelte. Dennoch traten die gleichen Symptome auf. Ist der Eisengehalt bereits hoch, stoppt eine weitere Zugabe den Zerfall nicht mehr.

>Du meinst Hauptnährstoffe wie Ammonium, Phosphat, ..

Ja, das könnte eine Ursache sein, da ich den Fischbesatz mit etwa 10 Fischen a 5 cm auf 1000 Liter recht gering halte und das Becken ein Durchflußbecken ist. Aber dennoch reicht das nicht als Erklärung, weil der Zerfallsprozeß immer nur dann auftritt, wenn ich gezielt den Leitwert um mindestens 20% innerhalb von einer Stunde senke. Wie ich ja bereits beschrieb, konnte ich diesen Vorgang auch in der Natur beobachten, aber leider nicht lange genug.

>Wie ist das verwendest Du nicht Lehm oder Ton im Boden ?

Früher habe ich das gern getan, weil wir in der Nähe große zugängliche Kiesgruben hatten (Ablagerungen aus der Eiszeit), die nahezu kalkfreien Ton/Lehm enthielten. Da wurden als unterste Schicht 5 cm von dem Material verwendet. Niemals wieder habe ich so gute Ergebnisse erzielen können, wie damals. Die Lagerstätten sind jedoch in den 60ern allesamt mit Müll zugekippt und verseucht worden. Ansonsten würde ich sie auch heute noch gern anzapfen.

>Sofern das mit dem Eisenmangel relevant für dich ist (?) dann hätte
>ich da ein Experiment für dich ;-) Setze doch einmal zwei oder drei
>deiner Cryptocorynen (jede für sich) in einen ausreichend großen Topf
>(ohne Löcher) der mit einem nährstoffrreichen Substrat gefüllt ist und
>beobachte wie sich die Pflanzen in den Töpfen im Vergleich zu den
>anderen entwickeln und ob diese Erscheinungen bei diesen Pflanzen dann
>nicht mehr auftreten. Vielleicht hast du sowas schonmal gemacht ?

Klar, man kann die Pflanzen dadurch optimal kultivieren. Es ist ja beileibe nicht so, das meine Cryptos Hungerödeme hätten. Die Wendtii wird bis zu 40 cm hoch und wächst vortrefflich - bis zu einem gewissen Zeitpunkt, und ich würde allzugern herausfinden, warum gerade die Zugabe von Eisen, das im AQ immer in genügenden Maß vorhanden ist, den Zerfall stoppen kann. Es muß da noch etwas geben, das mit Eisen selbst nichts zu tun hat. Die Zugabe von Fetrilon löst irgendeinen Vorgang aus, der das gewünschte Ergebnis hat. Du solltest wissen, daß ich auch die Düngermischung von Andreas regelmäßig einsetze, die ja ebenfalls Eisen enthält, jedoch als zweiwertiges Eisen. Eine vermehrte Zugabe dieses Düngers führt aber zu keinerlei Erfolg, sondern, so mein erster Eindruck, beschleunigt ihn sogar. Vielleicht finden wir ja irgendwann des Rätsels Lösung.

Gruß, Norbert


Hallo Norbert,

ich habe so viel wie moeglich weggekuerzt weil die Nachricht sonst ueberhand genommen haette.

>Na klar gibt es die. Die meisten leben noch nicht einmal submers. Da ich sie
>ja schon lange pflege, haben sich im Laufe der Zeit natürlich nur diejenigen
>durchsetzen können, die den Bedingungen bei mir standhalten können. Die
>Wendtii mit ihren großen bräunlichen Blättern stellen sich übrigens als die
>mit bestem Wachstum, aber auch mit den frühesten Zerfallserscheinungen
>heraus.

Nach Theorie könnte es daran liegen das die Pflanzen mit dem größten Stoffwechselumsatz (bestem schnellstem Wachstum), auch als erstes in einen Naehrstoffmangel geraten und meckern wenn ihnen etwas nicht paßt.Das sagt man ja auch den Schnellwachser-Pflanzen im Aquarium zu. Moeglich waren aber auch andere Erklaerungen z.B. das diese Pflanzenart eben empfindlicher ist in dieser Beziehung als die anderen Pflanzen.

>Du hast recht, wenn es um die Stabilität geht (s.o.). Aber ich versuche ja
>herauszufinden, welche Maßnahmen wesentlich zur Stabilität beitragen.

Verstehe ich das richtig, es liegt an deinem Forschungstrieb :-)

Ich dachte du nimmst aus Prinzip Wasser so weich wie moeglich, um der Natur nahe zu kommen und eine eventuelle Instabilitaet damit in Kauf.

>Wendtii. Das Phänomen tritt bei allen Pflanzen gleicher Art gleichzeitig an

ich notiere an allen Pflanzen gleicher Art tritt es gleichzeitig auf

>Blättern verschiedensten Wachstumsstadiums auf. Voraussetzung: Das Licht ist
>eingeschaltet. Steht die Pflanze solitär, merkst Du, wie die Blattoberfläche
>älterer Blätter stumpf wird, berühren sich die Blätter in der Strömung,
>entstehen an den Scheuerstellen die ersten Symptome. Die Beobachtung gelingt
>natürlich nur, wenn man die Pflanzen sehr genau kennt. Du siehst auch, wie
>die Rotfärbung von der Unterseite her .... usw usw

klasse Beschreibung Norbert, ich habe leider gekuerzt, aber deine Beschreibung genau gelesen und ich kann mir das jetzt in etwa vorstellen.

>Nein, wenn ich die Blattoberfläche als "Stumpf" bezeichne, dann meine ich
>"mechanisch stumpf", so als seien sie durch ein Ätzbad gezogen worden. Der
>gesamte Vorgang verläuft ja innerhalb von max. 24 Stunden, von der ersten
>Ausgasung bis zum völligen Zerfall der Blätter

Ist das nicht Cryptocorynenfaeule ? Sind es nur die Cryptocorynen die zerfallen oder auch die anderen Pflanzen ?

>Eine Mangelerscheinung aller MESSBAREN Bestandteile kann ich völlig
>ausschließen.

Wieso bist du da so sicher. Hast du das Wasser analysiert oder worauf beruht deine Aussage ? Welche Wasserwerte erfasst du den ?

>Sie würde sich auch eher latent ausdrücken und nicht dermaßen >schnell.

Hier irrst Du dich. Mangelerscheinungen koennen brutal schnell auftreten vor allem bei starkem Licht z.B. HQI aber auch wegen anderer Dinge. Ich hab das selber schon erlebt.

Auch Umweltveraenderungen (Veraenderungen der Kulturbedingungen) wie bei der Cryptocorynenfaeule gehen rapide schnell. Ja labiler oder je langzeitlich angepasst an konstante Bedingungen die Pflanzen zu sein scheinen, desto weniger scheinen diese Aenderungen zu tolerieren und desto schneller scheinen sie zu zerfallen, wenn man etwas zu arg aendert.

Ich habe die C-Faeule frueher fuer ein Maerchen gehalten - was die da bloss Probleme mit haben - bis es mir selber einmal passiert ist <g>. Die Perlung deckt sich mit deiner Beschreibung und je mehr ich deine Beschreibung lese desto mehr gewinne ich den Eindruck das die Blaetter der gruenen Wendtis damals auch stumpf wurden. Da ich das nicht kannte habe ich das raetzelhafte ungewoehnliche Perlen nicht ernst genommen sonst haette ich noch versucht etwas zu machen.

>Aber dennoch reicht das nicht als Erklärung, weil der Zerfallsprozeß immer
>nur dann auftritt, wenn ich gezielt den Leitwert um mindestens 20% innerhalb
>von einer Stunde senke. Wie ich ja bereits beschrieb, konnte ich diesen
>Vorgang auch in der Natur beobachten, aber leider nicht lange genug.

Wer von uns ist schon in der Lage alle Wechselwirkungen im Aquarium abzuschaetzen und was in winzigsten Details ablaeuft, was es bewirkt und wie die Auswirkungen und Rueckwirkungen ihrerseits auf das System sind ?

Und wer hat schon gross Ahnung von Pflanzenphysiologie (ich meine damit die inneren Vorgaenge die in Pflanzen ablaufen, wie die Pflanzen funktionieren und welche Unterschiede die Pflanzen aufweisen, wie sie auf Umweltgegeben-veraenderungen reagieren, Wasserchemismus bestimmter Zusammensetzung, usw usw usw. einfach alles darueber) ?

Ich bin der Meinung wir kratzen mit vielem unseres Wissens nur an der Oberflaeche rum und einzelne spezielle Leute haben auf ihren Spezialgebieten natuerlich ein Top-Wissen. Aber auch die wissen nicht alles und vielleicht nur einen Bruchteil dessen und vieles ist noch gar nicht entdeckt, erforscht und sonstwas. Und wer ist schon allwissend - ich schaetze ein Leben reicht dafuer nicht <g>.

Schneidet mal den Stengel von Limnophila aquatica (der Riesenambulie) ab und schaut euch den Querschnitt an. Das ist toll wenn man auf die Autobahnen der Gasleitungssysteme im Innern der Pflanzen schaut und deren Form, speziell bei der Limnophila. Mit etwas Puste (Kompression) kann man durch den Stengel wie ein Rohr pusten. Sauerstoffblasen perlen am anderen ende raus. Ok das ist nichts neues und ein alter Hut, fuer mich dennoch faszinierend und verstehen tue ich das beleibe nicht, habe mich noch nicht einmal damit richtig befasst.

Ich fuer mich kann hoechstens versuchen zu erklaeren was durch die 20 % ige Leitwertsenkung innerhalb einer Stunde den Zusammenbruch bewirkt. Natuerlich ist nichts sicher und manches nur geraten <g>:

1. die 20 % ige Leitwertaendeung innerhalb nur einer Stunde fasst die Pflanze unter den Bedingungen und Gegebenheiten wie sie bei dir gehalten wird als gravierende Umweltvaenderung auf (wie in der Natur von dir bebachtet) so das sie beschliesst ihre Blaetter "abzuwerfen" und neue Blaetter entsprechend den neunen geaenderten Bedingungen wieder auszutreiben. Diese Strategie scheint den Cryptos in der Natur das ueberleben oder einen Vorteil zu bringen (welchen ?). Daher scheint die C-Faeule nur ein biologische Gegebenheit zum ueberleben und sich durchsetzen und ist keine Krankheit.

2. dein Aquarium ist arm an Hauptnaehrstoffen. Da Cryptos Meister der Anpassung und konstanten Bedingungen sind kommen sie gut damit zurecht und wachsen langsam und sehr gut, da die Bedingungen sehr gut sonst sind. Die Pflanzen werden sehr gross (bei dir riesig).

Jetzt auf einmal kommt diese Leitwertaenderung innerhalb nur einer Stunde. Das koennte doch etwas im Innern der Pflanze veraendern einwirken bewirken (ausloesen) so das die Pflanze auf einmal Probleme hat mit bestimmten Naehrstoffen (z.B. Phosphat, Ammonium, ........ Spurenelemente ) und so wegen Naehrstoffmangel die Assimilation nicht mehr aufrechterhalten kann. Die Pflanze kann das aufgenommen Licht nicht mehr umsetzen weil in der chemischen Maschinerie Naehrstoffe fehlen. Fuer einige Stunden betreibt sie Kompensationsmanagement aber schliesslich kann sie nicht mehr anderst und bricht um sich zu schuetzen und ihr ueberleben zu sichern zusammen. Der Wurzelstock ueberdauert im Boden und sie treibt wieder frisch aus sobald die Bedingungen wieder besser sind (Ueberlebensstrategie).

3. Deine Cryptos kommen in der Natur nicht in derartig weichem Wasser vor ( schwache Erklaerung <g> ich glaube selber nicht dran - ich denke du wirst das gleich dementieren)

4. keine Erklaerung aber ev. etwas zur Vermeidung Deine Cryptos sind in der Natur toleranter und brechen bei geringeren Aenderungen nicht gleich zusammenbrechen, da sie mit ihren Wurzeln in einem sehr naehaften Boden stehen wo sie alle essentiellen Naehrstoffe ueber den Boden sich zufuehren koennen, so das sie bei fallender Leitfaehigkeit (mineralienarmes - naehrstoffarmes Wasser) noch gut damit klarkommen. Ab einer gewissen Staerke der Aenderung schmeissen aber auch sie ihre Blaetter ab und reagieren genau wie deine Pflanzen.

Beachte bitte ich habe nur versucht zu eroetern was sein koennte. Eigentlich mehr geraten. Dabei habe ich mich jetzt auf Cryptocorynen mal festgebissen. Sofern die anderen Pflanzen bei dir auch zusammenfallen, wuerde ich dem Wasser und dessen Inahltsstoffe (Naehrstoffe) noch mehr Beachtung schenken ansonsten der Leitwertaenderung.

>>Wie ist das verwendest Du nicht Lehm oder Ton im Boden
>
>Früher habe ich das gern getan, weil wir in der Nähe große zugängliche
>Kiesgruben hatten (Ablagerungen aus der Eiszeit), die nahezu kalkfreien
>Ton/Lehm enthielten.

Besorg dir doch wieder Ton, es lohnt sich. Ich verwende Naturton vom Pflanzenkoelle in Heilbronn aus dessen Bastelabteilung (dort steht auch ein Ofen zum brennen fuer Bastelgegenstaende). Vornnehmlich nehme ich den braunen roetlichen Ton wegen dem Eisen (10 Kg Pack kostet um 10 DM). Aber auch der weisse Ton dort ist ok. Desweiteren gibt es bei uns einen Keramikladen. Dort gibt es ueber 20 versch. Tone. Ich habe mich beraten lassen und dann einen davon mitgenommen.

Wenn du moechtest schaue ich nach und schreib dir Herkunft, Schmottgehalt und was ich schonst noch weiss heraus.

Tone gibt es auch bei Toepfereien, Dachziegelherstellern, Ofenbauern, .... .

Dieser speckige Lehm, von einem ungespritzen Boden, aus den tieferen Erdschichten geht auch. Wenn ein Haus gebaut wird die tieferen Schichten aus der Baugrube sind vielerorts Lehm. Lehm ist nichts anderes als ein Ton/Sand Gemisch.Wer hier mitliest - niemals kruemmelgie Erde - das ist kein mineralischer Lehm.

Wenn Du keine Bezugsquellen hast, kann ich wenn du moechtest, dir nach Ruecksprache natuerlich auch ein Tonpaket zukommen lassen !

>Eine vermehrte Zugabe dieses Düngers führt aber zu keinerlei Erfolg,
>sondern, so mein erster Eindruck, beschleunigt ihn sogar. Vielleicht finden
>wir ja irgendwann des Rätsels Lösung.

das erste was ich an deinem Aquarium tun wuerde ware eine oder mehrere Wasseranalysen. Ich bitte dich schick mir zwei 1/2 - Literflaschen luftfrei verschlossen mit einer Wasserprobe aus deinem Aquarium zu.

Das Ausgangswasser laesst sich ja nicht testen da du es kontinuierlich individuell vermischt ? Aber wenn du daran interssiert bist ware ein weitere Probe mit deinem Leitungswasser nicht schlecht. Ich wuerde dann eine Probe dort hinbringen wo ich immer testen lasse und die andere zu den Stadtwerken (Trinkwasserlabor) und diese bitten sie zu testen (die machens sehr genau). An deinem Aquarienwasser natuerlich nichts veraendern und es so lassen wie es immer ist. Also z.B. keine Eisendeungung o.ä. und die Probe am besten vor der Fuetterung nehmen und nicht unmittelbar danach. Die Kosten uebernehme ich gerne in diesem Fall ;-) Das Ergebenis schicke ich dir natuerlich persoenlich zu und teile es dir auch per Email mit sobald ich es habe.

Aehh ... die Interpretation der Messwerte ist immer so eine Sache ..... trotz reichlich Wasseranalytik masse ich mir nicht an richtig alles zu verstehen und zu interpretieren. Im Gegenteil je mehr ich mich damit befasse umso mehr Fragen tauchen bei mir immer wieder auf.

Kurioserweise habe ich aber einige male genau dann wenn mich ein Aquarium vor Raetzel gestellt hat im Wasser seltsame Werte entdeckt. Vielleicht ist das ja auch bei dir der Fall. Ammonium, Nitrat, Phosphat, Kalium, Eisen, usw waeren jedenfalls interessant.

Wahnisnn, ich habe jetzt in einem Ratsch durchgeschrieben und bin jetzt sprichwoertlich am ende <g>. Trotz kuerzens wurde es leider sehr lang.

Gruss Manfred


Hallo Manfred,

Ganz herzlich bedanke ich mich für Diene ausführliche Stellungnahme zu dem Thema. Erst heute bin ich von einer längeren Geschäftsreise ohne Internetzugang zurück und muß noch etwa 150 Mails abarbeiten.:-(

Ich glaube, daß ich Dir unterschlagen habe, daß ich ja das Ionenspektrum der im AQ-Wasser gelösten Salze mit einer Dosierung von PREIS-Mineralsalzlösung kontinuierlich steuere. Gleichzeitig wird das AQ-Wasser ständig über einen Osmosefilter per Druckerhöhungspumpe von allem "Unrat" gereinigt. Dadurch ist das "Standardionenverhältnis" immer annähernd konstant vorhanden und ein Nährstoffmangel quasi ausgeschlossen. Was aber zu dem Thema noch erwähnenswert ist, ist die Tatsache, daß wohl auch CO2 einen erheblichen Anteil an dem Verhalten der Cryptos haben könnte. Wenn ich den Leitwert senke, erhöht sich automatisch der Anteil von freiem CO2 im Wasser, ebenso dann, wenn zusätzliches CO2 zugeführt wird. Nun frage ich mich: Was war eher da, die Henne oder das Ei? Augenblicklich fühle ich mich nicht in der Lage, den entsprechenden Test durchzuführen, weil ich damit den großen Crypto-Bestand gefährden würde.Schließlich möchte man ja auch Freude daran haben!

Nochmals vielen Dank, Norbert


Hallo Norbert,

>Ganz herzlich bedanke ich mich für Diene ausführliche Stellungnahme zu dem
>Thema.

Keine Ursache :-)

>Ich glaube, daß ich Dir unterschlagen habe, daß ich ja das Ionenspektrum der
>im AQ-Wasser gelösten Salze mit einer Dosierung von PREIS-Mineralsalzlösung
>kontinuierlich steuere. Gleichzeitig wird das AQ-Wasser ständig über einen
>Osmosefilter per Druckerhöhungspumpe von allem "Unrat" gereinigt. Dadurch
>ist das "Standardionenverhältnis" immer annähernd konstant vorhanden und ein
>Nährstoffmangel quasi ausgeschlossen.

PREIS und Osmose, bei dir, ist mir bekannt. Mit dem letzten Satz bin ich mir nicht so sicher ;-)

>ich mich: Was war eher da, die Henne oder das Ei? Augenblicklich fühle ich
>mich nicht in der Lage, den entsprechenden Test durchzuführen, weil ich
>damit den großen Crypto-Bestand gefährden würde. Schließlich möchte man ja
>auch Freude daran haben!

Ja und so soll es auch bleiben, darum keine fragwuerdigen Tests !

Das Angebot mit der Wasserprobe steht noch. Die Wasserwerke bei uns testen mir das kostenlos. Plastikflasche unter Wasser verschlossen reicht. Also du kannst jederzeit darauf zurueckgreifen. Es wuerde sich dann eine Momentaufnahme ergeben. Vermutlich finden wir sowieso nur normale Werte (soweit wir das beurteilen koennen). Sollte aber eine Entwicklung in deinem Wasser oder Aquarium vor sich gehen von der du nichts weisst ahnst, dann liesse sich das vielleicht erfassen.

Gruss Manfred


Hallo Manfred,

Erst am nächsten Tag merke ich, welchen Quatsch ich da manchmal zusammenschreibe: Das "Standardionenverhältnis" wird natürlich nicht durch die Osmosefilterung erreicht, sondern dadurch, daßdie Osmose ständig alle Salzüberschüsse im AQ kappt und per Nachdosierung mit Preis-Mineralsalz gleichzeitig kontinuierlich bis zur Sollmarke (Leitwert 50µS) die erfolgt. Außerdem läuft zusätzlich ständig über eine zweite Osmose Frischwasser hinzu. In Zukunkft werde ich mal untersuchen, in wieweit es sich auswirkt, wenn ich die Frischwasserzufuhr auf die Menge begrenze, die erforderlich ist, um nur die Menge des abfließenden Spülwassers der Filter-Osmose auszugleichen. Das Spülwasser gelangt ja in ein 300 Liter Sammelbecken, von wo es über Druckerhöhung wieder dem Kreislauf zugeführt wird, bis der Leitwert 1000 µS erreicht hat. Ab dann läuft Frischwasser (zur Zeit kontinuierlich) zu. Augenblicklich wird der Wert 1000µS im Sammelbecken daher nie erreicht.

Gruß, Norbert


Hallo Manfred,

Yup so klingts schon besser <g>. Ich weiss ja was gemeint war. Quatsch schreibe ich auch manchmal :-)

Gruss Manfred


Cryptocorynen-Krankheit

hallo`,

Kann mir jemand mehr über diese Krankheit sagen.?

In meinem Buch ist dies nur oberflächlich beschrieben. Es muß aber etwas mit zu hohem Nitrat zu tun haben.

Gruß Rainer


Hallo Rainer.

Eher mit Schwankungen des Leitwertes. Hier war mal ein sehr guter Artikel dazu zu lesen (von Norbert?).

ulf


Hallo,

ich habe zu diesem Thema auch eine Frage. Ist die Cryptocorynen-Krankheit gleichzusetzen mit dem sich Auflösen der Pflanzenblätter? Wie kann man das verhindern? Bei mir gehen langsam aber sicher alle Pflanzen ein und ich weiss nicht warum. Habe ein über 1Jahr eingefahrenes AQ. Nur als aktuelle Veränderung eine Co2 Hefegärung? Was mache ich falsch? Habe auch zwei Amozonenpflanzen neu eingestetzt. Liegt es vielleicht auch daran?

Bitte helft mir!!!

Tschüß Lars


Hallo Lars

Wie eben schon angesprochen gab es hier mal einen Artikel von Norbert, der das sehr schön beschrieben hat.Danach dürfte es bei Dir an der CO2 Düngung und der damit verbundenen PH-Wert Änderung liegen. Aber nur keine Panik! Das ist nur so eine Art Schutzmechanismus. Die Pflanzen ziehen (wie bei uns im Winter die Stauden) nur die Blätter ein, sie gehen nicht ein. Hab ein bischen Geduld und sie kommen wieder.

Viele Grüße Angelika


Ok,

ich will mal einen Versuch wagen und Dir meine Erfahrungen schildern. Wohlwissend ich bin nicht der Cryptocorynen-Fachmann.

Also, ich habe hier ein kleines Becken. Da habe ich einmal die Beleuchtung (Lichtfarbe) umgestellt. Daraufhin hatte ich auch auflösungserscheinungen bei meiner Cryptocoryne. Das gab sich aber nachdem fast alle Blätter hin waren. Sie trieb wieder neu aus.

Bei dem großen Becken habe ich auch eine Cryptocoryne eingesetzt. Diese Pflanze ist nach dem einsetzten ganz zusammengebrochen. Aber auch hier hat sich die Pflanze wunderbar erhohlt und treibt z.Z. viele Ableger.

Soweit nun meine Beobachtungen. Jetzt meine Vermutung zu Deinem Problem. Durch die CO2 Zugabe haben sich die Wasserwerte verändert. Darauf reagiert die Pflanze und kommt mit den geänderten Bedingungen nicht klar. Der Stoffwechsel muß sich anpassen. Vieleicht hast Du zu schnell zu eine zu hohe Menge CO2 zugegeben?

Mein Tip. Für den Moment nichts mehr verändern was die Wasserwerte stark beeinflußt und abwarten.Bei meinen Pflanzen hatte sich nach ca. 4 Wo. eine Besserung gezeigt (nachdem fast alle Blätter hin waren).

so long ...
Mit freundlichem Gruss Hans-Werner


Hallo Lars, Hallo Rainer

Welch übles Ungemach ist euch wiederfahren. Die grässliche Cryptocorynenfäule rafft mit kalter Hand eure mit Herzblut herangepäppelten Pflänzchen dahin.

Zur Beruhigung sei gesagt: Prüft, ob die Wurzeln unbeschädigt sind. Bei der "echten Cryptocorynenfäule" zerfallen die Blätter des gesamten Bestandes manchmal binnen weniger Stunden. Die Wurzeln bleiben dabei vollkommen unbeschädigt. Binnen weniger Wochen kommen viele neue Blätter und nach spätestens drei Monaten merkt keiner, was da war.

Vermutliche Ursache: Die Blätter der Cryptocorynen können sich nicht auf geänderte Umweltbedingungen einstellen. Dann wirft die Pflanze ihre Blätter ab und bildet binnen vier Wochen neue.

Als geänderte Umweltbedingung kann alles gelten: Mehr Licht, weil z.B. andere Gardinen am Fenster hängen oder die Röhren gewechselt wurden. Oder zu hohe Nitratwerte oder z.B. plötzliche CO2-Düngung (gelle,Lars) oder die Umstellung von Leitungswasser auf Osmosewasser oder, oder, oder - Sind halt echte Sensibelchen.

Wenn aber die Wurzeln faulen, dann plant für das nächste Wochenende nichts ein. Euer Bodengrund fault und muß gegen gewöhnlichen SAND (z.B. von OBI) ausgetauscht werden.

Reinhardt


Hallo Angelika,

Wo Du gerade meinen Namen erwähnst - CO2 und Leitwert bedingen sich dabei natürlich dergestalt, daßbei sinkendem Leitwert der CO2-Gehalt im freien, weichen Wasser rapide ansteigt. Die Sauerstoff-Gasung der Cryptos ist dann sozusagen eíne Folge des beschleunigten Stoffwechsels. Andere Pflanzen gasen in der Regel viel eher, weil sie eine mehr für Unterwasserbetrieb gestaltete Blattstruktur besitzen. Wenn also Cryptos mit anderen Pflanzen zusammengehalten werden, sollte man als erstes Indiz für CO2-Überfluß ansehen, daß sich Sauerstoffperlen auf den echten Unterwasserpflanzen bilden und kettenförmig nach oben steigen. Dann CO2 soweit zudrehen, bis die Gasung gerade aufhört. Die Bläschen, die auf Blättern haften, sind dabei vernachlässigbar.

Aus diesem Grunde bin ich auch kein Freund von PH-Regelungen über CO2. denn dann sind die Pflanzen immer einem Wechselbad ausgeliefert, mal zuviel und mal zu wenig CO2. Am besten funktioniert es , wenn man die Blasenzahl so enrichtet, daß über den Daumen gemessen die Differenz des CO2-bedingten PH-Werts morgens und abends nicht höher als 0,2 PH ist, und das bei permanenter CO2-Zufuhr. Das klappt ganz sicher, und man bekommt schnell ein Gefühl dafür, um wieviele Blasen zurückgedreht werden muß, wenn man mal die Pflanzen ausgelichtet hat.