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Pflanzen - zu viel?

Hallo,

gibts eigentlich im AQ das Problem "Zu viele Pflanzen"?

Martin


Hi Martin,

Ja wenn du z.B. Fische hast die viel Schwimmen wollen und sie keinen Platz dafür haben oder bei großen Fischen wenn sie nichtmehr durch die Pflanzen kommen.

MfG Philipp


Martin,

ich denke ja, zumindest nach meiner bisherigen Erfahrung. Viele Pflanzen brauchen viele Nährstoffe und wenn du dann keinen entsprechenden Fischbesatz hast mußt du anfangen dich mit der ganzen Düngeproblematik ausein-anderzusetzen, und die ist nicht soo einfach in den Griff zu bekommen. Es ist wesendlich einfacher mit ein wenig Nitrat umzugehen als mit schlecht wachsenden Pflanzen ;-)

Nach ca. 1 Jahr Erfahrung mit einem extrem bepflanzten AQ und einigen Monaten eines normal bepflanzten neige ich zu Zurückhaltung in dieser Richtung. Zu viel Nitrat ist durch ausreichend schnellwachsende Pflanzen und ggf. mehr WW meist gut in den Griff zu bekommen.

Gruss Peter


Hallo Martin:

Als Freund dicht bepflanzter AQ sage ich natürlich: nein! :-)) Außer du hast Fische drin, die nicht nur durchs Gebüsch klettern woll= en, sondern lieber schwimmen. :-)

Aber im Ernst:
Schaden tun zu viel Pflanzen nicht, allerdings ist die Düngung schwieriger, da viel eher Nährstoffmängel (besonders auch bei Nitrat = und Phosphat) auftreten. Man muß gezielter düngen und vor allem auch größere WW machen (da die Pflanzen die einzelnen Närtstoffe des Düngers nicht gleichmäßig verbrauchen), um starke Ionenverschiebungen auszugleichen. Dadurch kann nämlich ein Nährstoff im Überschuß vorliegen und dadurch die Aufnahme eines anderen Nährstoffes blockieren --> Mangelerscheinung, obwohl von diesem Nährstoff genug da ist. Also je mehr Pflanzen, desto mehr und größer die WW (ganz analog wie beim Fischbesatz) und desto gezielter die Düngung (also z.B. Nitrat und/oder Phosphat und/oder Kalium zusätzlich zum normalen AQ-Dünger zudüngen).

Gruß Sieglinde


Hi Martin,

IMHO ja. Nicht nur wegen des Schwimmraums für die Fische, sondern zum einen, wegen des Lichtmangels, der dabei entstehen kann, wenn ZU viele (wir reden ja nicht von viele, gut gegärtnerte, sondern von ZU viele) Pflanzen anderen weiter unten stehenden das Licht wegnehmen. Also gilt das insbesondere, wenn schnellwachsende Pflanzen die Oberfläche "zukrauten". Selbiges führt u.U. dazu, daß wenig Zirkulation und Gasaustausch an der Oberfläche stattfinden kann und dann wird es "schädlicher". Dies begünstigt einerseits in übelster Weise Fadenalgen, wenn in diesen Bereichen Futterreste hängen bleiben, andererseits hemmt es die Sauerstoffzufuhr an der Oberfläche. Tagsüber egal, da die Massen von Pflanzen genügend produzieren, aber nachts kann das durchaus zu starken O2 Mangel führen, da die vielen Pflanzen dann auch O2 verbrauchen und dann halt an der Oberfläche kein Gasaustausch stattfindet, um das abzufangen. Ich habe auf diese Art schon Fische verloren, da ich es gerne "krauten" lasse. Man bemerkt es leider nicht so schnell, da es nur morgens erkennbar ist, daß sich ein O2 Mangel anbahnt... oft merkt man es leider erst, wenn es zu spät ist.

Gruß, Rolo


Hallo Roland:

> aber nachts kann das durchaus zu starken O2 Mangel führen, da
> die vielen Pflanzen dann auch O2 verbrauchen

Ich sollte wohl doch eine Stiftung gründen: "Gerechtigkeit für die Pflanzen!" :-))

Ich habe versucht, genau diesen Effekt (also O2-Mangel infolge von zu vielen Pflanzen) zu provozieren. Es funktioniert nicht!

Ich habe das AQ zuwuchern lassen (und ich meine nicht viele, gut gegärtnerte, sondern ZUviele, also so 90% des Wasservolumens mit Pflanzen dicht an dicht, ein wildes Gestrüpp, Licht kam fast nix mehr unten an). Ich habe dann das AQ 1 Tag völlig abgedunkelt (also kein Licht und Rollo am Fenster unten gelassen, also auch kein diffuses Tagesstreulicht!). Ich habe die Geschichte mit einem anderen AQ wiederholt. Beide AQ haben geringen Besatz.

Würden die Pflanzen nachts wirklich soooo viel O2 verbrauchen, dann hätten diese Versuche zwangläufig zu einem O2-Mangel geführt (erst recht nach einem Tag Dunkelheit --> keine Assimilation, nur O2-Verbrauch).

Um Spekulationen vorzubeugen: Die Strömung im beiden AQ war minimal, die Oberflächenströmung bei Null (Futter trieb nicht ab). Die Pflanzen fluteten auch an der Oberfläche und verringerten so den Gasaustausch.

Das Ergebnis siehst du auf meiner HP unter 'Pflege/Messungen' das Diagramm 'Sauerstoffmangel?'. Der O2-Wert sinkt nicht ins Bodenlose, sondern bleibt konstant bei 5.5-6.5 mg/l.

Fazit: Die Pflanzen (auch wenn es ZU viele sind) sind unschuldig an einer zu starken O2-Zehrung!

Die Hauptschuldigen dürften die Mikroorganismen sein. Diese können bei zu hoher Belastung des AQ-Wassers (Besatz, zu viel Futter) gewaltige O2-Verzehrer sein. Ein AQ mit guter Assimilationsleistung der Pflanzen kann das bis zu einem gewissen grad auffangen. Aber irgendwann kommt man an die Kritische Grenze und da kann dann ein kleines Nachlassen der Assimilationsleistung (z.B. durch Abschattung der Pflanzen) das Chaos bedeuten. Aber schiebt den armen Pflanzen nicht die Schuld zu. Der Schuldige befindet sich meistens außerhalb des AQ und ist nicht grün.

:-))

>und dann halt an der Oberfläche
> kein Gasaustausch stattfindet, um das abzufangen.

Wenn man nicht so stark dichtende Oberflächenpflanzen hat wie eine geschlossene cm-dicke Wasserlinsen-Decke,dann findet sehr wohl noch Gasaustausch statt (auch bei flutenden Stengelpflanzen). Und wenn das AQ nicht überbesetzt ist, dann reicht der auch völlig aus (ansonsten wäre der O2-Wert bei meinen Messungen nicht annähernd konstant geblieben). Nur je höher der Fischbesatz (und damit die Menge an Mikroorganismen), desto schneller muß nachts der Gasaustausch an der Oberfläche stattfinden (Oberflächenbewegung oder in extremen Fällen sogar permanente Belüftung).

Da jeder hier die Grenze für den Besatz an anderer Stelle zieht, kann man hier auch keine allgemeingültige Aussage treffen. Nur eines kann man allgemein sagen: zu viele Pflanzen können zwar die Notmaßnahmen (Oberflächenbewegung) erschweren, aber sie sind nicht die Ursache für O2-Mangel, sondern eine zu hohe Belastung (Fische --> Mikroorganismen).

> Ich habe auf diese Art schon Fische verloren, da ich es gerne "krauten"
> lasse.

Der Grund war dann wohl eher zu viel hängengebleibenes Futter als die Pflanzen selber. Oder die O2-Bilanz lief im Normalzustand bereits an der Grenze.

> Man bemerkt es leider nicht so schnell, da es nur morgens erkennbar ist, daß
> sich ein O2 Mangel anbahnt... oft merkt man es leider erst, wenn es zu spät > ist.

Daher ist es immer gut, die O2-Bilanz des AQ zu kennen und bei zu hoher O2-Zehrung Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Und dabei zunächst das Mineralisationsheer unter die Lupe zu nehmen. Auch hier gilt: Überbesatz schadet. :-) Also Besatzstärke verringern, indem man ihnen die Nahrungsgrundlage entzieht, also weniger Futter rein schmeißen, also auch weniger Fische (werden sonst nicht satt)... und da wären wir wieder am Anfang (geringer Besatz ist besser :-)) ).

Gruß Sieglinde


Sieglinde,

> Daher ist es immer gut, die O2-Bilanz des AQ zu kennen
> und bei zu hoher O2-Zehrung Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

versteht sich.

> Und dabei zunächst das Mineralisationsheer unter die Lupe
> zu nehmen. Auch hier gilt: Überbesatz schadet. :-)

Demnach bestimmst du Überbesatz als negative O2-Bilanz. Das muss aber nicht notwendigerweise was mit dem Besatz zu tun haben sondern kann auch schlicht ein Pflegefehler sein, zuviel Futter das vergammelt, zuwenig Pflanzen in Relation zum Besatz, zu wenig Licht oder was auch immer. Natürlich kannst du da argumentieren daß du unterstellst daß das alles stimmt. Aber in der Realität stimmt eher selten alles :-))

> Also Besatzstärke verringern, indem man ihnen die
> Nahrungsgrundlage entzieht, also weniger Futter rein

> schmeißen, also auch weniger Fische (werden sonst nicht
> satt)... und da wären wir wieder am Anfang (geringer Besatz
> ist besser :-)) ).

Na ja, ist das nicht eine etwas einseitige Interpretation ? Wie wäre es mit besserem Licht, mehr Futter reinschmeissen damit die Pflänzli was zu knabbern haben und daher mehr O2 ? Oder vielleicht technisch gewendet:Luft einblasen (von Ozon rede ich hier lieber nicht *G* :-) Anders gesagt: es mag viele Gründe geben, und sicherlich genau so viele Lösungsmöglichkeiten wenn die O2-Bilanz negativ wird.

Sieglinde, es geht mir nicht darum die von dir dankens- werterweise vorgenommenen Untersuchungen zum Thema Pflanzen/O2 und deren Ergebnisse in Frage zu stellen sodern darum zu betonen daß derartige Einsichten immer nur ein *Teilaspekt* einer meist doch wesendlich komplexeren Problematik sind. Ansonsten wird allzuleicht aus richtigen Teilaspekten die Regel: Viele Pflanzen + wenig Fische = alles OK. Aber OK ist das noch lange nicht :-))

Gruss, Peter


Hallo Peter:

> Demnach bestimmst du Überbesatz als negative O2-Bilanz.
> Das muss aber nicht notwendigerweise was mit dem Besatz
> zu tun haben sondern kann auch schlicht ein Pflegefehler
> sein, zuviel Futter das vergammelt,

In dem Fall bezog sich "Überbesatz" nicht auf Fischbesatz, sondern ganz allgemein auf zu viele Mikroorganismen.Die Ursachen für zu viele von denen sind natürlich vielfältig. Zu viel Futter (bei geringem Fischbesatz) würde ebenfalls in die Kategorie fallen; etliche Pflegefehler ebenfalls (also tote Fische oder tote Schnecken, die irgendwo vergammeln, ev. aufgrund von "vorbeugenden" Breitbandmedikamenten usw.).

> zuwenig Pflanzen in Relation zum Besatz,

Nein, hier ging es ausschließlich um zu viele Pflanzen.

> zu wenig Licht

Ein Punkt für dich. :-)

> Aber in der Realität stimmt eher selten alles :-))

Leider.

> Na ja, ist das nicht eine etwas einseitige Interpretation ?

Nein, denn es ging hier eigentlich nur um einen einzigen Aspekt, und zwar daß zu viele Pflanzen zwangsläufig einen O2-Mangel bewirken. Genau dies wollte ich wiederlegen. Dabei muß man natürlich davon ausgehen, daß für die Pflanzen die Bedingungen einigermaßen stimmen (müssen aber nicht optimal sein).

Und wenn die Bedingungen nicht stimmen, so ist das nicht die Schuld der Pflanzen, sondern die des Pflegers. .-))

> Wie wäre es mit besserem Licht,

Ausreichendes Licht ist natürlich für guten Pflanzenwuchs Vorraussetzung, aber du siehst ja an den Meßkurven, daß fehlendes Licht nicht zwangsläufig extrem niedrige O2-Werte bedeutet. Hier halten sich Diffusion und Verbrauch die Waage.

> mehr Futter reinschmeissen damit
> die Pflänzli was zu knabbern haben und daher mehr O2 ?

Ganz falsch, denn mehr Futter bedeutet erstmal mehr Mikroorganismen, die mehr O2 zur Mineralisation verbrauchen. Und genau dies ist die Ursache für die in so vielen Aquarien stattfindende hohe O2-Zehrung.

> Oder vielleicht technisch gewendet: Luft einblasen

Tja, sowas nenne ich "am System herumdoktern statt die Ursachen abzustellen". :-)
Allenfalls bei Pflanzenlosen AQ (z.B. weil die Bewohner alles Grün verspeisen) wäre das eine (gegenüber der Leistung der Pflanzen eine eher schlechte) Alternative.

Aber all iese Dinge haben mit der Ausgangsfrage eigentlich nix zu tun, sondern eher damit, wo der Aqurianer den Schwerpunkt ansetzt (hier ging es allein um Pflanzen-AQ). Es ging hier auch nicht um Pflegefehler.

> Anders gesagt: es mag viele Gründe
> geben, und sicherlich genau so viele Lösungsmöglichkeiten
> wenn die O2-Bilanz negativ wird.

Ich würde es eher so sagen: Es gibt zwar viele sekundäre Gründe (mit genauso vielen sekundären Lösungsmöglichkeiten) für negative O2-Bilanz, aber man kann es auch auf eine ganz einfache Formel bringen: Konsumenten > Produzenten --> O2-Mangel

Die Haupt-Produzenten (Pflanzen) waren hier der Ausgangspunkt des Threads und die Befürchtung einem durch diese verursachten O2-Mangel. Wer das Problem von zu vielen Pflanzen hat, bei dem wachsen sie auch zufriedenstellend. Also kann man unterstellen, daß zumindest die Grundbedingungen stimmen und die Pflanzen assimilieren. Dann bleiben nur noch die Konsumenten als Ursache. Und da wären wir wieder bei dem Punkt der zu hohen Belastung. Ich nenne es mal nicht "Überbesatz", weil auch ein Fischloses AQ eine zu hohe Belastung haben kann, wenn man z.B. zu viel Futter rein schmeißt. :-)

> Sieglinde, es geht mir nicht darum die von dir dankens-
> werterweise vorgenommenen Untersuchungen zum Thema
> Pflanzen/O2 und deren Ergebnisse in Frage zu stellen sodern
> darum zu betonen daß derartige Einsichten immer nur ein
> *Teilaspekt* einer meist doch wesendlich komplexeren
> Problematik sind.

Sicherlich. Es ging hier ja auch nur um den Teilaspekt einer zu hohen O2-Zehrung durch zu viele Pflanzen und nicht um die vielfältigen Wechselwirkungen und Fließgleichgewichte im AQ.

> Ansonsten wird allzuleicht aus richtigen
> Teilaspekten die Regel: Viele Pflanzen + wenig Fische
> = alles OK. Aber OK ist das noch lange nicht :-))

Auch da ist richtig. Aber zum einen ist ein guter und ausreichender Pflanzenwuchs bereits die halbe Miete bei der Fischpflege (es wird damit vieles leichter), und zum anderen wollte ich lediglich den hier zur Regel erhobenen Teilaspekt "zu viele Pflanzen = O2-Mangel" wiederlegen und den Blick auf die eigentlichen Tatverdächtigen lenken.Um mehr ging es eigentlich gar nicht. :-)

Gruß Sieglinde


Sieglinde,

> Nein, denn es ging hier eigentlich nur um einen einzigen
> Aspekt, und zwar daß zu viele Pflanzen zwangsläufig
> einen O2-Mangel bewirken. Genau dies wollte ich wiederlegen.

OK, das hast du, wie üblich überzeugend. Ich hatte da eher den gesammten thread im Blick

> Tja, sowas nenne ich "am System herumdoktern statt
> die Ursachen abzustellen". :-)

Na ja, ich doktere auch am System rum wenn ich die Heizung auf eine angemessene Temperatur stelle.Und auch du hast in diesem thread die Düngung von Pflanzen vorgeschlagen was ja auch ein technischer Eingriff ist, oder ? Aber lass uns lieber nicht über religiöse Fragen streiten ;-))

Das doktorn ist des Aquarianers Lust :-))

> Ich würde es eher so sagen: Es gibt zwar viele sekundäre
> Gründe (mit genauso vielen sekundären Lösungsmöglichkeiten)
> für negative O2-Bilanz, aber man kann es auch auf eine ganz
> einfache Formel bringen: Konsumenten -> Produzenten
> --> O2-Mangel

Ich würde eine derart vereinfachte Sichtweise als reduktionistisch ansehen. ( nicht untypisch für Naturwissenschaftler *SCNR* ;-) Was primär und was sekundär ist eine vorab entschiedene Setzung und geht *unthematisiert* in die Ergebnisse mit ein.

> Die Haupt-Produzenten (Pflanzen) waren hier der Ausgangspunkt
> des Threads und die Befürchtung einem durch diese verursachten
> O2-Mangel.

Nöö, der Ausgangspunkt war die schlichte Frage von Martin: 'gibts eigentlich im AQ das Problem "Zu viele Pflanzen"?' Der Zusammenhang mit Sauerstoff auf den du reagiert hast wurde dann erst durch Rolo hergestellt.

> Wer das Problem von zu vielen Pflanzen hat, bei dem
> wachsen sie auch zufriedenstellend.

Oder mickern unzufriedenstellend ...

> Also kann man unterstellen, daß zumindest die Grundbedingungen
> stimmen und die Pflanzen assimilieren.

Assimilieren schon, ob zufriedenstellend ist eine andere, und zudem noch höchst subjektive Frage.

> Dann bleiben nur noch die Konsumenten als Ursache.

Nöö, s.o. Du *konstruierst* hier ein Modell daß man so konstruieren kann, was aber nicht heißt daß nicht andere Modelle möglich oder sogar wahrscheinlich sind.

> Es ging hier ja auch nur um den Teilaspekt einer zu hohen
> O2-Zehrung durch zu viele Pflanzen und nicht um die
> vielfältigen Wechselwirkungen und Fließgleichgewichte
> im AQ.

OK, da ging es dir drum, ich habe da eher das zweite im Sinn, oder besser: das erste im Hinblick auf das zweite :-))

> Aber zum einen ist ein guter und ausreichender Pflanzenwuchs
> bereits die halbe Miete bei der Fischpflege (es wird damit
> vieles leichter),

Ich finde inzwischen daß es vieles komplizierter macht. Ich denke da z.B. an eure Diskussion über den Gasaustausch von CO2/O2 im Blut der Fische und ähnliches. Offenbar gibt es in dem Dreieck Aquarianer - Fische -Pflanzen Problembereiche die nicht auflösbar sind ohne einen der Beteiligten in Mitleidenschaft zu ziehen. Und wie mir scheint hat sich die Interpretation dessen reichlich weit zugunsten der Pflanzen verschoben ...

> und zum anderen wollte ich lediglich den hier zur Regel
> erhobenen Teilaspekt "zu viele Pflanzen = O2-Mangel"
> wiederlegen und den Blick auf die eigentlichen Tatverdächtigen
> lenken. Um mehr ging es eigentlich gar nicht. :-)

Du hast aber wesendlich mehr gesagt als nur das ... :-))

Gruss, Peter


Hi Peter

> Na ja, ich doktere auch am System rum wenn ich die
> Heizung auf eine angemessene Temperatur stelle.Und auch
> du hast in diesem thread die Düngung von Pflanzen
> vorgeschlagen was ja auch ein technischer Eingriff ist, oder ?

Das haengt IMO ganz davon ab, wo ich das System definiere, ich meine, was ich da so alles einbeziehe ;-)

> Aber lass uns lieber nicht über religiöse Fragen streiten ;-))

Ok, ich hoer ja schon wieder wieder auf ;-)

> Offenbar > gibt es in dem Dreieck Aquarianer - Fische - Pflanzen
> Problembereiche die nicht auflösbar sind ohne einen der
> Beteiligten in Mitleidenschaft zu ziehen.

Wenn Du dieses Dreieck als System definierst ja... :-) <oupsichwolltdochaufhoeren>

> Und wie mir scheint
> hat sich die Interpretation dessen reichlich weit zugunsten
> der Pflanzen verschoben ...

Kommt drauf an, was man so will ;-)
Ich wuerd uebrigens das System noch um die Technik erweitern, also (techn.) Filter, evt. Heizung etc. Faule geizige Leute (so wie ich ;-) ) warten keine Filter sondern lassen das Pflanzen+Bodengrund samt Turmdeckels u.a. Schnecken erledigen (und wechseln Wasser) und koennen sich dann aber nicht so viele Fische leisten. Andere sind halt 'Spuiratzn'und stecken viel Geld in Technik, die dann entsprechend gewartet werden muss. Die koennen vielleicht mehr Fische auf das selbe Volumen halten und brauchen weniger Pflanzen. Wie Du oben so schoen sagtest, es haengt halt alles mitanander zamm :-)

cu Monika
die heut das erste mal in ihrem Leben Nitrit nachweisen konnte ;-)


Hi Sieglinde,

Ich muß Peter irgendwie ein wenig beipflichten..... ich habe den Eindruck, wir reden von verschiedenen Problematiken, wenn wir "zu viele Pflanzen" sagen.

Also die Menge an Pflanzen rufen keinen O2-Mangel hervor, soviel hast Du schon mal einleuchtend dargelegt und bewiesen. Aber das Grundproblem, wie ich es verstanden habe, war: "Kann es durch viele Pflanzen im Becken Probleme geben?" Und diese Frage kann man IMO wohl mit JA beantworten, auch wenn die Pflanzen nicht die Ursache für einen O2 Mangel sind, einen solchen Mangel aber unter bestimmten Bedingungen begünstigen können. Und daßviele Pflanzen auch andere Nachteile und Probleme mit sich bringen können, ist doch auch nicht widerlegt worden.(Licht; organischer Abfall durch abgestorbene Pflanzenteile, die u.U. wieder zu Problemen führen können aber nicht müssen, etc.). Es kommt immer auf den Gesamtzustand im Becken an, es hat keiner gesagt, daß viele Pflanzen automatisch Probleme bereiten und es kein funktionierendes Becken mit dichter Bepflanzug gibt. ;-) Man kann aber sagen, daß ein solch dicht bepflanztes Becken bestimmte Bedingungen erfüllen muß, um zu funktionieren... ansonsten hat man bei ungünstigen Bedingungen durch die dichte Bepflanzung Probleme, die man bei einer angemesseneren Bepflanzung vielleicht nicht hätte. Die Pflanzen brauchen dabei ja nur eine unterstützende Funktion bestimmter Probleme haben, sie müssen nicht der Auslöser sein.

Zusammengefasst: Man kann IMHO sehr wohl Probleme durch ZU viele Pflanzen im Becken haben, auch wenn die eigentliche Ursache oft woanders liegt nur mittelbar bei den Pflanzen zu suchen ist.

Gruß, Rolo


Hi Sieglinde,

>.... Beide AQ haben geringen Besatz. ....

Das ist wohl der große Unterschied.... ;-)
Meines war ein mit Nachzuchten gut besetztes Becken, das demnach wohl als "am oberen Belastungslimit" einzustufen ist..unterstützt von guter Fütterung und gelegentlichen Faulstellen im Boden. Also waren durchaus reichlich O2-Zehrer im Becken. Nichtsdestotrotz gab es da keine Probleme bei einem gut gegärtnerten Becken mit entsprechend weniger Pflanzen.

>Die Hauptschuldigen dürften die Mikroorganismen sein. Diese können bei
>zu hoher Belastung des AQ-Wassers (Besatz, zu viel Futter) gewaltige
>O2-Verzehrer sein.

Ja sicher... die Pflanzen sind nicht die unmittelbare Ursache für den O2-Mangel. Aber die Pflanzen haben den Unterschied bewirkt, ob es aufgefangen werden konnte oder nicht, indem sie die Oberfläche dicht gemacht haben und das Licht genommen haben.

>Aber schiebt den armen Pflanzen nicht die Schuld zu. Der >Schuldige befindet sich meistens außerhalb des AQ und ist nicht grün. :-))

Aber nachdem mein Hongsloi draufgegangen ist, hab ich mich grün geärgert... befreit mich das dann von jeglicher Schuld?

>Wenn man nicht so stark dichtende Oberflächenpflanzen hat wie eine
>geschlossene cm-dicke Wasserlinsen-Decke, dann findet sehr wohl noch
>Gasaustausch statt (auch bei flutenden Stengelpflanzen). Und wenn das AQ
>nicht überbesetzt ist, dann reicht der auch völlig aus

Also bei mir ein dichtes Polster aus Hygrophila polysperma unterstützt von reichlich Wasserlinse, zwar nicht zentimeterdick, aber recht dicht.

>Der Grund war dann wohl eher zu viel hängengebleibenes Futter als die
>Pflanzen selber. Oder die O2-Bilanz lief im Normalzustand bereits an der
>Grenze.

Eher letzteres... aber das hatten wir ja nun schon.... aber eben hauptsächlich nachts an der Grenze, denn tagsüber war es immer OK und den Fischen kein O2-Defizit anzumerken. Vielleicht sollte ich erwähnen,daß die Fische, die es dahingerafft hat, eh als etwas empfindlicher einzustufen sind... aber egal, ärgerlich ist's trotzdem.

>Daher ist es immer gut, die O2-Bilanz des AQ zu kennen und bei zu hoher
>O2-Zehrung Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Und dabei zunächst das
>Mineralisationsheer unter die Lupe zu nehmen.

Da könnte ich stundenlang durch die Lupe gucken und als Laie trotzdem nichts sehen ;-)

Gruß, Rolo


Danke!



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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2019-01-23


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