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Pflanzen kuerzen

Hallo Ralf,

hmm, vielleicht mal etwas Grundsätzliches zu Aquarienpflanzen: Da gibt es zunächst einmal Stengelpflanzen wie Rotala, Limnophila, Alternathera, Lobelia, Ludwigia, Heteranthera, Wasserpest (Egeria/Elodea), Hygrophila,Ceratophyllum, Bacopa, Cabomba, Hydrocotyle, Didiplis ... Stengelpflanzen verfügen weder über eine Knolle (wie z.B. bei Nymphaea lotus) noch über ein Rhizom. Ihre Blätter wachsen auch nicht rosettenartig aus einem zentralen Organ (Rhizom). Sie verfügen über einen langgezogenen Stengel mit wechselständig (einmal links, einmal rechts), gegenständig (sich gegenüber stehend) oder quirlig (rundherum stehend) angeordneten Blättern. Stengelpflanzen vermehrt man, indem man einen Kopfsteckling schneidet und diesen einpflanzt. Die dadurch zurückgeschnittene Pflanze treibt neue Triebe, die anfangs zwar schwächer sind als der ursprüngliche Trieb, die man aber wieder abschneiden und neu pflanzen kann. Die zurückgeschnittene Pflanze altert und stirbt rel. schnell im Vergleich zu Rosettenpflanzen.

Dann gibt es Rosettenpflanzen, die über ein Rhizom verfügen (das Herz der Pflanze), wie Vallisneria,Echinodorus, Blyxa, Nymphaea, Cryptocoryne, Aponogeton, Anubia, ... Bei ihnen wachsen die Blätter aus der Mitte des Rhizoms und sind überwiegend rosettenartig (von einem Zentrum ausgehend rundherum) angeordnet (Ausnahme:Cryptocoryne undulata, die einen Stengel ausbildet). Rosettenpflanzen vermehren sich über sogenannte Ausläufer oder man teilt ihr Rhizom (oder eben geschlechtlich über Samen). Cryptocyrynen, Anubien und vor allem Microsorium pteropus (Javafarn, keine Rosettenpflanze!) bilden ein längliches Rhizom, bei Echinodoren dauert das recht lange, bis es lang wird.

Nymphaea, auch eine Rosettenpflanze, bildet zusätzlich noch Knollen für die Energiespeicherung z.B.für der Überwinterung.

Man unterscheidet bei Aquarienpflanzen auch noch echte Wasserpflanzen von Sumpfpflanzen. Zu den echten Wasserpflanzen zählen z.B. Vallisnerien, Wasserpest, Cabomba, Aponogeton, Ceratophyllum. Sie können nicht über Wasser (emers) leben, sondern vertrocknen dort. Die meisten anderen Aquarienpflanzen sind Sumpfpflanzen,können also auch über Wasser leben. Dort bilden sie allerdings dickere Blätter, die oft ganz anders aussehen, als die unter Wasser (submers) gewachsenen. Taucht man eine emers gezogene Sumpfpflanze unter Wasser, sterben die Blätter rel. schnell ab (werden braun, bilden Löcher, zersetzen sich). Sie bildet aber neue, an die Unterwasserwelt angepaßte. Umgekehrt gilt dasselbe: submers gewachsene Blätter gehen an der Luft ein, sie vetrocknen. An der Luft bilden Sumpfpflanzen aber auch wieder neue, an diese Umgebung angepaßte Blätter.

> also, ich habe hier eine Cryptocoryne ciliata (großblättrig). Zuerst
> habe ich sie aus dem Topf genommen. Dann die Steinwolle entfernt.
> Nach dem Entfernen der Steinwolle zwischen den Wurzeln, hat sich die
> Pflanze in einzelne Stengel zerteilt.

Die im Topf befindlichen Pflanzen haben sich voneinander gelöst.

> Man könnte so sagen, die Pflanze hatte den Zusammenhalt verloren.

Es werden wohl mehrere Einzelpflanzen in dem Topf gewesen sein.

> Ich habe dann versucht, die einzelnen Pflanzenstengel wieder zusammen einzupflanzen.

Die einzelnen Cryptocorynen sollte man separat in mehreren Zentimeter Abstand pflanzen. Das sieht anfangs vielleicht nicht gerade übermäßig berauschend aus, weil die Gruppe nicht besonders dicht gewachsen wirkt, aber das gibt sich von selbst, wenn die Cryptocorynen Ausläufer bilden und einen dichteren Bestand bilden. Das kann mitunter aber Monate oder Jahre dauern. Die Bilder von dichten Cryptocorynenbeständen in Büchern etc. sind langjährig gewachsen oder für das Photo arrangiert.

> Das kriege
> ich leider nicht so hin, das die Blätter wieder normal verteilt sind
> und wie ein Kelch nach oben zeigen, weil die Pflanzenstengel sich
> beim Eindrücken in den Kies immer wieder verschieben. Meistens stehen
> dann die Blätter senkrecht zusammen und sehen nicht mehr nach einer
> normalen Pflanze aus. Ich dachte mir eigentlich, dass die Blätter
> sich wieder normal ausrichten - aber irgendwie tun sie es nicht.

Pflanze sie auseinander. Steckst Du sie vielleicht zu tief in den Boden? Die Blattansätze (dort, wo das Blatt dem Rhizom entspringt) sollte nicht allzu tief im Bodengrund sitzen. Das ist bei Cryptocorynen m.E. aber nicht so wichtig. Neu treibende Blätter finden schon den Weg nach oben zum Licht. Ich stecke Rosettenpflanzen rel. tief in den Boden und ziehe sie anschließend wieder so weit heraus, daß die Blattansätze noch ein bißchen im Bodengrund sitzen. Dadurch hat die Pflanze mehr Halt: die Wurzeln sind tief im Boden und die leicht im Boden steckenden Blattstengel geben zusätzlichen Halt.

Du wirst aller Wahrscheinlichkeit feststellen, daß sich Teile der Cryptocorynen auflösen werden. Das ist normal. Cryptocorynen werden wie alle anderen Sumpflanzen emers gezogen. Demnach sterben die unter Wasser gesetzten Blätter ab. Wie die Blätter nach dem Einpflanzen herumstehen, hat mich anfangs auch immer gestört.Mittlerweile weiß ich aber, daß man mit diesen Blättern eh nicht für lange rechnen kann. Die Pflanzen bilden neue Blätter. Und diese Blätter werden dann so stehen, daß es ihnen vom Lichtangebot paßt. Meist sieht das dann auch gut aus.

> So kam ich dann auf die Idee, die beim Entfernen der Steinwolle
> auseinandergefallenen Stengel vor dem Pflanzen wieder
> zusammenzubinden. Somit würde die Pflanze dann ihre Form auch beim
> Einpflanzen behalten.

Es werden wohl mehrere eigenständige Pflanzen sein, die auseinanderfallen, wenn die Steinwolle entfernt wurde.Nächstes mal entferne vielleicht grob die Steinwolle, schneide die Wurzeln auf 3-5cm zurück (je nach Pflanzengröße) und entferne den Rest der Steinwolle. Spart etwas Pulerei. Das Zurückschneiden der Wurzeln hat drei Gründe: - die bereits vorhandenen Wurzeln werden durch die Manipulationen (auspulen und einpflanzen) eh überwiegend absterben und dienen nur als erster Halt nach dem Einpflanzen. Weniger absterbende Wurzeln bedeutet weniger Gammel, der die Pflanze bedroht. - es fördert die Bildung neuer Wurzeln - es spart Pulerei mit der Steinwolle :-)

> Oder muss ich nicht unbedingt die Steinwolle auch zwischen den Wurzeln
> entfernen?

Sollte man schon machen. Die Steinwolle ist nix für Fischkiemen und -verdauungstrakt.

Gruß Markus


Pflanzenerfahrungen

Hallo Norbert,

%div > Ich würde mich freuen, wenn in dieser NG ganz unvoreingenommen und unabhängig von Literaturvorgaben die Erfahrungswerte zusammengetragen werden könnten. Vielleicht kann sich daraus endlich einmal ein wirkliches Bild über die Entwicklung der AQ-Planzen ergeben. apply=div%<

genau daran habe ich gestern auch gedacht, als ich einen Erfahrungsbericht eines Aquarianers im Internet gelesen habe. Mich würde es sehr interessieren, welche Pflanzen unter welchen Bedingungen wie wachsen. Ich habe bis jetzt noch keine Literatur entdecken können, die meine Wißbegiehr stillen könnte. Ob ich dazu allerdings viel beitragen könnte, bezweifle ich, da mein Becken erst seit Anfang Februar läuft und ich derzeit das Wasser weicher mache. Vor 20 Jahren hatte ich zwar auch schon mal ein Becken, aber mit 14 kümmert man sich auf eine andere Weise darum.

Gruß Markus


Hallo Markus!

Du ahnst wahrscheinlich nicht, welch kompliziertes Thema Du anschneidest. Dagegen ist das Halten von Aquarienfischen nahezu harmlos. Während z. B. Lichtstärke, Wasserwechsel, KH, Nitrat bei Fischen in weiten Grenzen schwanken darf, ist das bei Pflanzen ganz anders. Dazu kommt noch die Konkurrenz um Nährstoffe und die Versorgung mit Spurenelementen. Mit Weichwasser bin ich bei Pflanzen auf den Bauch gefallen. Sie wollten nicht mehr richtig wachsen.Ich habe mir das damit erklärt, daß Ca und Mg von den Pflanzen nicht angereichert werden können, und sie in eine Mangelsituation gerieten. Am besten lernt man Pflanzen kennen, wenn man sie unter unterschiedlichen Bedingungen hält und so versucht, ihnen auf die Sprünge zu kommen.

Gerd


Hi,

so detailiert will ich es ja auch nicht wieder wissen. Mich interessieren eher etwas allgemeinere Erfahrungen von anderen mit der jeweiligen Pflanzenart.

Daß laut Dennerle z.B. Hydrocotyle verticillata 15-25 cm hoch wird und bei mehr Licht umso niedriger wachsen soll, kann ich nicht bestätigen. Bei mir wachsen die Stengel bis an die Oberfläche, ca. 37 cm lang (Wasserstand im Mittelgrund) und das direkt unter einer 125 Watt HQL mit 28 cm Abstand von der Wasseroberfläche.Die HQL-Brenner sind sicherlich kein Warmton "De Luxe", und trotzdem wachsen einige Arten mehr in die Länge (wie auch Limnophila sessiliflora), obwohl sie doch bei höherem Blauanteil eher gedrungen wachsen sollten.

Auch meine Echinodorus bleheri wachsen ganz anders als in der Literatur beschrieben, nämlich im Gegensatz zu H.verticillata leider viel zu niedrig. Zwischen ihnen und der Wasseroberfläche sind noch locker 10 cm Platz, bei ca.34 cm Wasserstand im Hintergrund. Pro Woche schieben sie aber immerhin zwei neue Blätter und blühen tun sie auch. Die brauchen vielleicht noch ein paar Wochen, bis die neuen Blätter länger werden. Ich hoffe es zumindest, da sie eigentlich zu einem Teil als Hintergrundbepflanzung dienen.

Lobelia cardinalis wächst direkt neben den E. bleheri mit 20cm/Monat und nicht wie in der Literatur beschrieben mit 5cm/Monat. Ihr Stamm wird bis zu 1,5cm dick.

Echinodorus tenellus von Dennerle wächst wie in der Literatur beschrieben. Allerdings habe ich mir damit grüne Süßwasserpolypen eingeschleppt.

Die Art, die sich bisher am besten hält, ist Rotala indica. Auf dem Topf stand aber Rotala rotundifolia. Nach bisher dreimaligem Rückschnitt sind die unteren Blätter der ursprünglich eingepflanzten Pflanze immer noch vorhanden und nicht abgefallen, wie bei anderen Stengelpflanzen. Diese Rotala wächst wie der Teufel und bildet einen sagenhaft dichten Busch. Ebenso dankbar ist Didiplis diandra, die ich aber noch nicht zurückschneiden mußte.

Hygrophila corymbosa dagegen ist bedauerlich. Es halten sich nur die ersten vier bis fünf Blattpaare. Die unteren Blätter werden schnell löchrig, gelb und fallen dann ab. Jetzt habe ich sie fast alle erneut geköpft, diesmal aber unterhalb der letzten Blätter. Nun wachsen langsam neue kleine Sprossen, teilweise auch von unter her.

Ludwigia palustris wächst gut und schnell, sofern sie direktes Licht erhält. Sonst kümmert sie nur dahin, geht aber nicht ein. Im Licht wird sie auch richtig rostrot, auf der Blattunterseite stärker gefärbt.Zur Zeit scheinen sich an drei leicht flutenden Stengeln Blüten zu bilden. Nach dem Neustecken gehen ca. ein Drittel der Stengel ein. Vermutlich an Quetschungen. Untere Blätter beginnt sie erst nach 8 Wochen langsam zu verlieren, trotz zweimaligen Rückschnitts.

Vallisneria spiralis bildet haufenweise Ableger, hat aber vor ca. 2 Wochen ihr Wachstum reduziert bis eingestellt,da ich seitdem beginne, das Wasser per UO weicher zu bekommen (von KH 13 auf 4, momentan bin ich bei 6-7, GH von 16 auf jetzt 9).

Bei Microsorium pteropus, auf eine Wurzel gedrahtet, wachsen mehr Wurzeln als Blätter, die an der Spitze glasig sind (nicht geworden sind, die waren von klein auf schon so). Die Haarwurzeln werden zu einem kleinen Teil von der Siam. Rüsselbarbe gefressen.

Heteranthera zosteraefolia wächst schnell, die unteren Blätter bekommen aber leicht-dunkelgraue Flecken und Ränder, sieht aus wie innere Ablagerungen, keine Algen. Manchmal verliert ein neu gesteckter Stengel schnell sein Blattgrün. Bisher habe ich nicht gewartet, bis er sich auflöst, und ihn sofort entfernt. Einkürzen hat diese Art bisher nicht übel genommen.

Limnophila sessiliflora sollte man scheinbar nicht zu oft einkürzen, sondern gleich neu stecken. Der untere Teil des Stengels hält sich nicht lange, vier bis sechs Wochen maximal, nach zwei bis dreimaligem Einkürzen.Die unteren Blätter beginnen schon vorher, braun zu werden und abzufallen. Die jetzt übrigen Stengel lasse ich erstmals länger fluten, da in einem anderen Beitrag erwähnt wurde, daß sie sich dann von selbst verzweigen.

Bei Nymphaea lotus tut sich so gut wie gar nichts.

Hygrophila difformis wächst gut und weg vom Licht.

Cryptocoryne beckettii (laut Verkäufer), vor zwei Wochen ca. 15 Pflanzen unterschiedlicher Größe in einer dichten Gruppe eingesetzt, zerfällt ersteinmal teilweise. D.h. einige Blätter zerfallen vollständig, andere teilweise. Die bisher überlebenden Blätter bekommen an ihrer Oberseite dunklere,grüne Punkte (ca. 1mm), die auf ihrer Unterseite heller als die Farbe der Blattunterseite erscheinen. Mal sehen,ob sie, wie in der Literatur angegeben, wieder austreibt.

Eine Schwimmpflanzenart, ca. 2-3 mm ovale, flache, einzel schwimmende Blättchen, aus denen neue Blättchen wachsen, mit je einer dünnen Wurzel, vermehrt sich langsam. In meinem ersten Becken, 90l mit einer 90cm Röhre, vermehrte sie sich rasend. Damals dürften auch viel mehr Nährstoffe im Wasser gewesen sein als in meinem jetzigen Becken. Z.Z. Nitrat unter 12,5 mg/l, PO4 nicht nachweisbar. Wöchentlicher Wasserwechsel zu 1/3.

Gruß Markus


> Die brauchen vielleicht noch ein
> paar Wochen, bis die neuen Blätter länger werden. Ich hoffe es zumindest, da
> sie eigentlich zu einem Teil als Hintergrundbepflanzung dienen.

Gib die Hoffnung nicht auf. Die größeren Echinodorus brauchen manchmal etwas länger um sich einzugewöhnen. Evtl. kannst du durch gezielte Düngung etwas nachhelfen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen wachsen die mit nahrhaftem Boden viel stärker als mit reinem Sand oder Kies. Norbert hatte doch da vor kurzem 'ne cordifolius zum Gewichtheber trainiert ;-)

> Vallisneria spiralis bildet haufenweise Ableger, hat aber vor ca. 2 Wochen
> ihr Wachstum reduziert bis eingestellt, da ich seitdem beginne, das Wasser
> per UO weicher zu bekommen (von KH 13 auf 4, momentan bin ich bei 6-7, GH
> von 16 auf jetzt 9).

Keine Panik, die lieben zwar härteres Wasser, gewöhnen sich aber auch noch an deine jetzigen Werte. Du musst aber damit rechnen, daß die sogar "Blattausfall" bekommen. Einzelne gesund aussehende Blätter lösen sich einfach von der Pflanze, treiben an der Wasseroberfläche. Die Pflanzen bilden mit der Zeit jedoch neue Blätter, die an die neuen Wasserverhältnisse angepasst sind. Das Wachstum ist nicht unbedingt so gewaltig wie vorher, aber immer noch stark genug. Du solltest die Pflanzen während ihrer Umstellung bloßmöglichst wenig stören.

> Bei Microsorium pteropus, auf eine Wurzel gedrahtet, wachsen mehr Wurzeln
> als Blätter, die an der Spitze glasig sind (nicht geworden sind, die waren
> von klein auf schon so). Die Haarwurzeln werden zu einem kleinen Teil von
> der Siam. Rüsselbarbe gefressen.

Versuch mal dem Javafarn stärkeren Schatten zu spendieren.

> Bei Nymphaea lotus tut sich so gut wie gar nichts.

??? Bei ausreichend Licht und Nährstoffen wachsen die Dinger eigentlich wie verrückt. Grüner bekommt bei mir 2 - 3 neue Blätter pro Woche, werden groß wie Teller, ständiges Auslichten nötig um die Pflanze einigermassen auf "Aquariengröße" zu halten.

> Eine Schwimmpflanzenart, ca. 2-3 mm ovale, flache, einzel schwimmende
> Blättchen, aus denen neue Blättchen wachsen, mit je einer dünnen Wurzel,
> vermehrt sich langsam.

Wasserlinsen. Geringerer Zuwachs ist bei denen ja o.k. Im ersten Becken sahen die Wasserwerte bestimmt nicht so gut aus wie jetzt.

Gruß Micha


Hallo Markus!

>so detailiert will ich es ja auch nicht wieder wissen. Mich interessieren
>eher etwas allgemeinere Erfahrungen von anderen mit der jeweiligen
>Pflanzenart.

Leider sind die Erfahrungen, die man als Einzelner gewinnt, nicht ohne weiteres zu verallgemeinern. Manche Pflanzen wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen, manche nicht. Manche lassen sich alles gefallen, manche nehmen jede Manipulation übel. Insofern löst jede neue Art einen Lernprozeß aus. Ist er erfolgreich, dann überlebt die Pflanze. Der Habitus hängt von vielen Faktoren ab. Die Autoren sind auch nur Menschen, die persönliche Erfahrungen wieder- oder weitergeben.

>Die Art, die sich bisher am besten hält, ist Rotala indica.

Ich habe die Art schon seit vielen Jahren unter wechselnden Bedingungen gehalten. Sie läßt sich sehr viel gefallen, flutet allerdings am liebsten.

>Ludwigia palustris wächst gut und schnell, sofern sie direktes Licht erhält.
>Sonst kümmert sie nur dahin, geht aber nicht ein.

Die Pflanze ist als Beleuchtungsindikator verwendbar.

>Heteranthera zosteraefolia wächst schnell, die unteren Blätter bekommen aber
>leicht-dunkelgraue Flecken und Ränder, sieht aus wie innere Ablagerungen,
>keine Algen. Manchmal verliert ein neu gesteckter Stengel schnell sein
>Blattgrün.

Einkürzen hat diese Art bisher nicht übel genommen. Ich halte diese Art wie die vorhergehende gebündelt und kürze wöchentlich von unten das ganze Bündel. Ich halte diese Art für nitratliebend.

>Limnophila sessiliflora sollte man scheinbar nicht zu oft einkürzen, sondern
>gleich neu stecken.

Aus dieser Gattung habe ich L. aromaticoides aus Taiwan. Es gibt sie noch nicht lange. Bei mir wächst sie nur in einem Becken sehr gut, in 3 anderen nicht. Mir ist noch nicht klar, wieso.

>Hygrophila difformis wächst gut und weg vom Licht.

Bei mir versucht sie neuerdings, aus dem Wasser zu kommen.

>Cryptocoryne beckettii (laut Verkäufer), vor zwei Wochen ca. 15 Pflanzen
>unterschiedlicher Größe in einer dichten Gruppe eingesetzt, zerfällt
>ersteinmal teilweise.

Cryptocorynearten nehmen alles übel, einen zu kräftigen Wasserwechsel genau so wie Umpflanzen. Nach einigen Wochen sind sie wieder voll da.

>Eine Schwimmpflanzenart, ca. 2-3 mm ovale, flache, einzel schwimmende
>Blättchen, aus denen neue Blättchen wachsen, mit je einer dünnen Wurzel,
>vermehrt sich langsam.

Lemnaarten sind nitratliebend. 20 - 30 mg NO3/l wollen sie schon, um zur Plage zu werden. PO4 sollte aber nachweisbar sein, mindestens 0,1 mg PO4/L, sonst gibt es bei schnellwüchsigen Arten Probleme. Deine Probleme mit Lotus könnten auf Nährstoffknappheit zurückzuführen sein.

Gerd


> Daß laut Dennerle z.B. Hydrocotyle verticillata 15-25 cm hoch wird und bei
> mehr Licht umso niedriger wachsen soll, kann ich nicht bestätigen.

Obige Pflanze ist eine der lichthungrigsten, die ich kenne. Sie breitet sich im Abstand von 20 cm zur 150 Watt HQI innerhalb von weniger als 14 Tagen über eine dichte Fläche von 1 m² aus. Etwa 30% der Blätter sind dann emers. Die sehr feinfiedrigen Wurzeln haben eine Länge von 10 cm, der Blattdurchmesser beträgt 5 cm. Die Länge wird bis zu 1,60 m. Weiter konnte ich nicht messen.

> Auch meine Echinodorus bleheri wachsen ganz anders als in der Literatur
> beschrieben, nämlich im Gegensatz zu H. verticillata leider viel zu niedrig.
> Zwischen ihnen und der Wasseroberfläche sind noch locker 10 cm Platz, bei
> ca. 34 cm Wasserstand im Hintergrund.

Die obige Pflanze hat mit 2 x 150 Watt HQI und 70 cm effektiver Wassertiefe bei mir eine Höhe von 55 cm, eine Blattbreite von bis zu cm.

> Lobelia cardinalis wächst direkt neben den E. bleheri mit 20cm/Monat und
> nicht wie in der Literatur beschrieben mit 5cm/Monat. Ihr Stamm wird bis zu
> 1,5cm dick.

Desgleichen, nach oben hin kräftiger werdend.

> Bei Microsorium pteropus, auf eine Wurzel gedrahtet, wachsen mehr Wurzeln
> als Blätter, die an der Spitze glasig sind (nicht geworden sind, die waren
> von klein auf schon so).

Obige Pflanzen wachsen bei mir zu wahren Monstern heran, die ich wegen ihrer platzergreifenden Art verschenkt habe,also keine glasigen Blätter. < 100µS

> Cryptocoryne beckettii (laut Verkäufer), vor zwei Wochen ca. 15 Pflanzen
> unterschiedlicher Größe in einer dichten Gruppe eingesetzt, zerfällt
> ersteinmal teilweise.

Die Cryptocorynen sind eine Sache für sich. Sie reagieren sehr schnell auf wechselnde Umwelteinflüsse und fühlen sich bei mir in Weichwasser < 100 µS und hellem Licht sehr wohl. Nur die ganz kleinen Arten werden regelrecht von den anderen großen Pflanzen überwuchert und kommen nicht so recht aus den Löchern. Sie sind aber dennoch jeden Monat mit zwei hellgrünen Blättchen dabei. Die größeren allerdings wuchern regelrecht und schieben wöchentlich ein bis zwei Blätter nach. Sie lieben ein ganz leicht schattiges Licht aus zwei 150 Watt HQI, welches dennoch bei weitem heller ist, als in den Standard-Leuchstoffröhrenbecken. Die mittlere Höhe berträgt 20 cm, die höchste hat zur Zeit 28 cm. Falls gewünscht, kann ich über jede Art einen Extrabericht schreiben. Insgesamt ziehe ich etwa 100 Einzelpflanzen im selben Becken, etwa 10 verschiedene Arten. Sie stehen so dicht, daß einzelne Pflanzen kaum erkennbar sind. Entscheidend bei der Haltung von Cryptos ist, daß sie genügend Nährstoffe erhalten. Wenn sie, wie Du beschreibst, Flecken auf der Unterseite bekommem, sind das die Stellen, bei denen sie am ehesten bei nächster Gelegenheit aufplatzen. Die Gründe dafür habe ich bereits beschrieben. Dann muß man schnell handeln und mit z.B. Fetrilon Eisendünger soviel EisenII zuführen, bis die Flecken verschwinden. Bei jungen Blättern ist der Erfolg garantiert, die älteren bleiben meist in dem aktuellen Zustand, zerfallen dann aber nicht, sondern werden normal altersgelb.

Anubias-Arten, die hellem, direkten Licht und ausgesetzt werden und genügend Nährstoffe erhalten, treiben regelmäßig ein Blatt pro Monat und blühen leicht. Eine gesunde Pflanze erkennt man an einem dicken,langen Blattstiel, etwa 30 - 35 cm, an dem sich ein junges Blatt öffnet, das zunächst viel zu klein im Verhältnis zur Stengeldicke erscheint, dann aber kräftig zulegt. Als Schattengewächse dümpeln sie eher vor sich hin.

Die schmalblättrigen Amazonas-Schwertpflanzen, im Laden so etwa 25 cm lang und 12 - 15 mm breit, wachsen bei hellem Licht enorm schnell und treiben zwei Blätter pro Woche. Die Blattlänge geht bis 70 cm, und die Blattbreite liegt bei 25 - 30 mm.

Echhinodorus Cordifolius macht selbst bei hellem Licht keine Anstalten, unter Wasser zu bleiben, sondern treibt bis zu 10 mm Durchmesser Stengel mit emersen Blättern, die die Abdeckscheiben anheben können. Auch sie ist mit 1 - 2 Blättern pro Monat dabei. Die Blätter legen sich auf die Wasseroberfläche, um in Abstand von 20 cm zur 150 Watt HQI Licht zu tanken.

Gruß, Norbert


Hallo Gerd,

gerade habe ich bemerkt, daß ich am 01.05. vergessen habe, dieses Posting durch erneutes Verbinden zum Internet abzuschicken. Passiert mir ab und zu, sorry!

%div > Leider sind die Erfahrungen, die man als Einzelner gewinnt, nicht ohne weiteres zu verallgemeinern.Manche Pflanzen wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen, manche nicht. Manche lassen sich alles gefallen,manche nehmen jede Manipulation übel. Insofern löst jede neue Art einen Lernprozeß aus. Ist er erfolgreich, dann überlebt die Pflanze. Der Habitus hängt von vielen Faktoren ab. Die Autoren sind auch nur Menschen, die persönliche Erfahrungen wieder- oder weitergeben. apply=div%<

das leuchtet mir ein, und es ist auch nicht meine Absicht, die eine oder andere Faustregel aus Erfahrungsberichten bzgl. Pflanzenwachstum im Aquarium abzuleiten. Das wäre für einen Informatiker wie mich, der von Botanik,Biologie und Chemie so viel Ahnung hat wie ein Metzger von der Astrophysik, auch etwas zu verwegen. Es hat mich früher vor 20 Jahren, bei meinem ersten Aquarium, schon immer geärgert (und heute eben auch wieder),daß mich die eine oder andere Pflanzenart ziehmlich enttäuscht hat. Und heute, im Zeitalter der globalen Kommunikation, interessiert es mich eben, ob es anderen auch so ergeht.

%div > Cryptocorynearten nehmen alles übel, einen zu kräftigen Wasserwechsel genau so wie Umpflanzen. Nach einigen Wochen sind sie wieder voll da. apply=div%<

Bei meinen C. beckettii hat die typische Fäule inzwischen aufgehört. Ca. 2/3 der Blätter sind noch "überwiegend" vorhanden, aber alle mit dunklen Punkten auf der Blattoberseite, die auf der unteren Seite hell erscheinen. Die noch vor Beginn der Fäule vorhandenen jungen Blätter wachsen weiter.

%div > Ich halte diese Art wie die vorhergehende gebündelt und kürze wöchentlich von unten das ganze Bündel. Ich halte diese Art für nitratliebend. apply=div%<

Ich möchte zwar nicht die Pflanze samt Wurzeln herausziehen, da ich befürchte, daß abgerissene Wurzelteile den Bodengrund belasten, aber wenn man es wöchentlich macht, wurzelt sie ja nicht so tief.Außerdem muß sie irgendwann ja eh raus, und dann ist es besser, sie mit noch intakten Wurzeln, als schon mit sich zersetzenden herauszuziehen. Da werde ich meine Vorgehensweise der Deinen anpassen.

%div > Deine Probleme mit Lotus könnten auf Nährstoffknappheit zurückzuführen sein. apply=div%<

Ich habe sie gestern etwas aus dem Boden herausgezogen, da sie zu tief eingepflanzt war und die Pflanzen um sie herum gekürzt, damit sie noch mehr Licht erhält. Außerdem habe ich gestern nach dem Wasserwechsel etwas mehr Dennerles V30 zugegeben. Mit Dennerles Dünger und wöchentlichem Wasserwechsel kommt man eh etwas durcheinander, da sie 2-wochigen Wechsel empfehlen. Ich werde jetzt auch nur noch alle 2 Wochen wechseln.Überbesatz an Fischen habe ich eh nicht, da fehlt's noch weit. Vielleicht fängt sich der Lotus ja wieder,schau ma mal, wie der Bayer sagt.

Gruß Markus


Hallo Markus!

Stengelpflanzen verhalten sich sehr unterschiedlich bei den Pflegemaßnahmen. Z. B. läßt sich Eichhornia diversifolia mit Bleiband bündeln, Eichhornia azurea verfault dann regelrecht. Bei Heteranthera zoosterifolia muß das Bleiband mit Schaumstoff gepolstert werden, sonst zerdrückt man die Stengel.Limnophila aromaticoides ist ebenfalls sehr fragil am Stengel, läßt sich bei reichlich Licht das Bündeln gefallen. Ludwigia repens x palustris läßt sich gut bündeln, Eusteralis stellata gar nicht. Was die Pflanzenreste im Boden anbetrifft, entferne ich sie zwar, so gut es geht, seh das aber bei Feinsand und Mattenfilter nicht so verbissen, weil bei mir die Biologie nicht im Boden, sondern im Filter passiert!

Gerd



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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2019-01-23


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