Die folgende Diskussion ist eine beendete Diskussion aus der Newsgroup drta.

Links auf dieser Seite sind bis zur Überarbeitung nicht aktuallisiert und gehen wahrscheinlich ins Leere.

Nitrat für Pflanzen?

Hallo

ich höre hier oft, das Nitrat für Pflanzen wichtig sei, aber im Mergus steht nichts davon. Was stimmt den nun? Ist es sinnvoll nitratfreies Wasser zu haben? (Weil meine Corydora Caudi nitratfreies Wasser brauchen).

Kann man nitratfreies Wasser besser mit schnellwüchsigen Pflanzen erreichen oder kann man auch Biotrop-Stab.nehmen, oder vielleicht beides?

Thomas

Pflanzen: Graspflanzen, Schwertpflanze Werte:

Nitrit < 0,1mg/l (Tropftest) Nitrat 10-25 mg/l (Streifen) pH 6,9-7,1 (Elektr.) kH 2 Wasserwerk: GH 3,8 Nitrat 4,2 Nitrit 0,001


Nitrat entsteht als Endprodukt im Stickstoffabbau - verinfacht wie folgt:

Eiweisse, Purine und Pyrimidine im Tierkoerper -> NH3/NH4 (Ammonium) als Ausscheidungsprodukt -> NO2 (Nitrit) durch Bakterien -> NO3 (Nitrat) durch Bakterien.

Pflanzen koennen durchaus Nitrat aufnehmen und dies wieder in ihren eigenen Stoffwechsel einbauen, aber die Mehrzahl der Wasserpflanzen (submers) nehmen bevorzugt NH4+ auf. Somit sind erhoehte Nitratwerte, vor allem dann, wenn sie ueber den Werten fuers Leitungswasser liegen, mehr oder weniger ein Anzeiger fuer nicht gut gepflegte Aquarien.

> Ist es sinnvoll nitratfreies Wasser zu haben?

Ja, ist sinnvoll. Zumindest Nitratarm.

Ueber die genauen Zusammenhaenge, insbesondere einer moeglichen Schaedlichkeit zu hoher Nitratwerte, herrscht hier im Forum, aber auch auf wissenschaftlicher Seite wohl noch keine Einigkeit.

Einigkeit besteht darin, dass der Nitratwert moeglichst gering zu halten ist.

> Kann man nitratfreies Wasser besser mit schnellwüchsigen Pflanzen erreichen
> oder kann man auch Biotrop-Stab. nehmen, oder vielleicht beides?

Biotrop-Stab. kenne ich nicht. Aber wenn Stab. eine Abk. fuer Stabilisator ist, lass es sein. Nitrat kannst Du bei guenstigen Leitungswasserwerten (wie offensichtlich bei Dir) durch viel Wasserwechsel entfernen oder vermindern oder durch die Verwendung von ueber dem Wsser wachsenden Pflanzen, die mir ihren Wurzeln teilweise im AQ-Wasser haengen.Gute Beispiele sind Monstera, Philodendron, Efeutute.

Wenn Dein Ausgangswasser tatsaechlich so wenig Nitrat hat und Du bis etwa 25 mg/l Nitrat im Becken, kannst Du am einfachsten Deine Nitratwerte deutlich senken durch viel und noch viel mehr Wasserwechsel. Bei dem Verhaeltnis, wie es jetzt ist (bis zu 5x hoeher im Becken), machst Du zu wenig Wasserwechsel.

Gruss Ralf


Hallo Ralf,

ich will ja keine Werbung machen, aber der Biotrop-Stabilisator, so er von Dennerle ist, ist ein Substrat für denitrifizierende Bakterien. Insofern also absolut unbedenklich.

Gruß Markus


Hi Markus,

wie gesagt, kenne ich (noch) nicht.

Gruss Ralf


Hallo Thomas,

hinsichtlich der Pflanzen geht es ohne Nitrat nicht. Auch Ammonium ist kein vollwertiger Ersatz. Nitrat kann von den Pflanzen akkumululiert werden, Ammonium nicht. Ammonium kann für Pflanzen toxisch werden, daher müssen sie es schnell verbrauchen. Die meisten Pflanzen kommen aber gut mit Nitratwerten um die 3-5 mg/ltr klar, einiger wollen mehr.

Mit einem gut bepflanzten Aquarium wirst Du das Problem des Nitratmangels bekommen. Für Pflanzenaquarianer normal. Das heißt dann, Du mußt Nitrat düngen. Zu diesem Zustand mußt Du aber erstmal hinkommen.In normal besetzten Aquarien klappt das nicht immer.

Gruß Olaf


Hallo Olaf,

Hmm, ich habe 2 AQ bei denen kein Nitrat nachgewiesen werden kann. Trotzdem wachsen die Pflanzen praechtig. Ich denke, dass ich da das Glueck habe, dass der Bedarf der Pflanzen recht exakt abgedeckt wird.

In dem Augenblick, in dem man Nitrat nachweisen kann, ist ja ein Ueberschuss vorhanden. Einen Mangel feststellen zu wollen, nur weil man kein Nitrat messen kann, halte ich aber fuer falsch. IMHO ist es dann genau richtig, wenn die Pflanzen wachsen und man kein Nitrat nachweisen kann. Dies zu erreichen ist natuerlich nicht gerade einfach. Menge der Pflanzen, Menge der Fische, Nitratwert des Ausgangswassers. Da spielen latuernich eine Menge Parameter mit hinein. Aber warum erzaehle ich gerade Dir das? ;-)


>Trotzdem wachsen die Pflanzen praechtig. Ich denke, dass ich da das
>Glueck habe, dass der Bedarf der Pflanzen recht exakt abgedeckt wird.

Das könnte es sein. Bei mir sind's so um die 0-5 mg/ltr. Die Eichhornia azurea stagniert so vor sich hin. Nur wenn ich mehr füttere oder mit dem WW schludere, dann macht sie in ein paar Tagen richtig Zentimeter.

>Einen Mangel feststellen zu wollen, nur weil
>man kein Nitrat messen kann, halte ich aber fuer falsch.

Daß können wir ja mal auf den Sauerstoff um Dich herum übertragen. Den bringen wir mal für 10 Minuten auf den Anteil herunter, den Du zum Leben aus ihm rausziehen würdest. Das ist nicht viel .... Danach berichtest Du dann mal <ggg>

Ich denke, daß wir beim Nitrat im Aquarium genau die gleiche Situation haben, wie mit dem CO2. Bedingt durch die geringe Wassermasse im Vergleich zum Naturgewässer und ein Grenzschichtproblem durch geringe Strömungen,kann man nicht einfach die natürlichen Gegebenheiten auf ein Aquarium kopieren.

Gruß Olaf


Hallo Thomas,

Ralf und Olaf haben schon das wichtigste zu NO3 & Co. geschrieben

Ich hatte Biotrop-Stabilisator nur die ersten 4 Monate nach dem einrichten in meinen Aquarien,NO3 war immer unter der Nachweisgrenze (also >2,5 mg/l). Nach dem entfernen kann ich immer noch kein Nitrat nachweisen. Im Leitungswasser sind hier 3 mg/l NO3. Ich habe (von Anfang an)in allen Aquarien viele schnellwachsende Pflanzen (z.B.Hygrophila polysperma, Limnophila sessiliflora, Myriophyllum pinnatum, Cabomba caroliniana, Shinnersia rivaluris,Sumatrafarn und verschiedene Ludwigia - arten). Heute wuerde ich von Anfang an keinen Biotrop-Stab. mehr einsetzen.Vorrausetzung dafuer sind viele schnellwachsende Pflanzen, lange Einfahrzeit, kein all zu hoher Fischbesatz und maessige Fuetterung.

>Nitrat 10-25 mg/l (Streifen)

Der NO3 - wert laesst sich mit Tropf- oder Pulvertest viel genauer bestimmen.

Gruss Thomas


Hallo Thomas,

wie hier ja schon geschrieben wurde, kann man den Nitratgehalt durch Wasserwechsel verringern. Vor allem bei Deinem Leitungswasser sollte das ein Kinderspiel sein. Die 4,2mg/l im Leitungswasser würden von einem starken Pflanzenwuchs auch noch im Nu vertilgt werden. Der Biotrop-Stabilisator, richtig angewendet, reduziert Nitrat zu molekularen Stickstoff, da er als Substrat für denitrifizierende Bakterien dient und das Substrat die dafür notwendigen Kohlenstoffverbindungen enthält. Pflanzennährstoffe sollen bei diesem nitratveratmenden Prozeß auch wieder verfügbar werden. Er kann also durchaus sinnvoll sein. In Deinem Fall halte ich Wasserwechsel aber für sinnvoller. Den Biotrop-S. würde ich nur bei hoher Nitratbelastung des Leitungswassers verwenden.

Ganz ohne Nitrat kommen Pflanzen aber nicht aus, da ansonsten der Stickstoff zur Mangelware wird. Folge:stagnierendes Pflanzenwachstum und Gefahr von Blaualgenwachstum, vor allem bei meßbaren Phosphatwerten. Einige Blaualgen können im Gegensatz zu Aquarienpflanzen den im Wasser gelösten Stickstoff aufnehmen (fixieren) und sind somit im Vorteil.

Ich habe hier mit einem nicht mehr nachweisbaren Nitratgehalt zu "kämpfen". Ammonium ist auch nicht nachweisbar. Deshalb gebe ich Kaliumnitrat (KNO3) wohldosiert auf 3-5mg/l zu, in der Hoffnung, den Aquarienpflanzen den Vorteil zu verschaffen, den sie brauchen, die Blaualgen zu besiegen. Das Phosphat ist dadurch von 0,1mg/l auf gerade noch nachweisbar, manchmal auf nicht nachweisbar abgerutscht.

Gruß Markus



Empfehlung:

150 Wasserpflanzen XXL Set, Dünger, Aufbereiter

Preis: EUR 31,95

Jetzt auf Amazon kaufen*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2019-01-23


Weitere Infos zu Aquarienpflanzen
Anmerkungen zu dieser Seite
Dominik....06.05.2007 12:06 Uhr [X]
Nehmen Pflanzen eigentlich Nitrat auf und bauen es zu gesunden Wasser ab?
NH....07.05.2007 17:33 Uhr [X]
Die Wasserpflanzen nehmen Nitrat als Nährstoff auf und setzen es in Wachstum um. Wo sich das Nitrat bzw. die erzeugten Stoffe letztendlich in der Pflanze befinden, weiß ich nicht. Da müsste man sich mit dem Stoffwechsel der Pflanzen beschäftigen. Wenn du Pflanzen z.B. kürzt, entfernst du ehemaliges Nitrat aus dem Aquarium. Das Wasser wird so gesehen indirekt besser.