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Biogene Entkalkung
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Foto: Frank Mersch

Kalkablagerungen

Hallo

Ich habe an meinen Anubiasblaettern einen weisslichen Belag entdeckt, wahrscheinlich Kalkablagerungen.
Alle Pflanzen wachsen recht gut, wodurch koennte das herkommen.

Vielen Dank
raym


Moin,

Ich vermute, das ist die sog. "biogene Entkalkung" des Wassers. Das passiert, wenn die Pflanzen ihren CO2-Bedarf nicht aus dem im Wasser gelösten CO2 decken können. Dann spalten sie nämlich das im Wasser gelöste Kalzium-Bikarbonat (KH):

Ca(HCO3)2 --> CaCO3 + CO2 + H2O

(Alles aus dem Gedächtnis, ohne Gewähr) Das CO2 "essen" die Pflanzen und das CaCO3 ist schwer löslich und fällt aus. Abhilfe schafft entweder eine Verringerung des CO2-Verbrauchs (= weniger Licht) oder eine Erhöhung des CO2-Angebots (= mehr Fische oder CO2-Anlage).

Robert


biogene Entkalkung

Tag zusammen!

Ich wollte mal fragen, wer mir was zur biogenen Entkalkung erzählen kann.
Ich würde nämlich gerne ein paar Vallisnerien in ein Becken ohne CO2-Anlage setzen. Ich hatte mal gelesen,dass es damit Probleme geben kann (steigender PH etc.)
Kann mich jemand aufklären?!

Danke
Andreas


Hallo Andreas,

also, da sei mal ein KH-Wert um die 8 bei einem pH-Wert um die 7,2, da hätten wir um die 16mg/l CO2, was für Pflanzenwuchs schon mal nicht übel ist.
Jetzt kommt eine große Lichtflut dazu, die die Assimilation ankurbelt von ein paar hungrigen Vallisnerien, die legen los, und bald gibt es CO2 Knappheit und der pH steigt auf ca. 8. Jetzt haben wir hauptsächlich Hydrogencarbonat, gleichzeitig entstehen schon etliche CO2--, die gierig von den Ca-Ionen geschnappt werden, die sich dann als CaCO3 niederlassen. Das Hydrogencarbonat wird noch von einigen anderen Pflanzen gefuttert, der pH klettert weiter, wodurch aus dem restlichen HCO3- noch mehr CO2-- entsteht, und das Ca++ schlägt wieder zu. Weg ist die ganze (Karbonat-)Härte und sitzt als schillernder Belag auf den Blättern der HCO3-Fresser!
Ab pH 9 wird es auch für Barsche kritisch (Laugenkrankheit), die unten genannten Pflanzen haben alles überlebt.

Alternative 1: weniger Licht, Nachteil: Echis, Vallisnerien und Rotalas z.B. blühen nicht.
Alternative 2: weiches Wasser via UOA(die Ca++ sind vor dem CO2 verbraucht)
Alternative 3: CO2-Anlage, verbratenes CO2 wird nachgefüllt

so long,
uja


Biogene Entkalkung ?

Hallo NG,

auf den Blättern meiner Vallisnerien (der Teil direkt unterm Licht) kann ich scheinbar biogene Entkalkung feststellen (krümeliger, weißlicher Belag), obwohl genug CO2 im Wasser ist (KH 10, PH 7,2-7,5 gemessen mit JBL Troftests -> CO2 15-20 mg/l). Wie kann das sein?

Danke schonmal für die Tipps, Stefan


Hallo Stefan:

> auf den Blättern meiner Vallisnerien (der Teil direkt unterm Licht) kann ich
> scheinbar biogene Entkalkung feststellen (krümeliger, weißlicher Belag),

Körnig und rauh?

> obwohl genug CO2 im Wasser ist (KH 10, PH 7,2-7,5 gemessen mit JBL
> Troftests -> CO2 15-20 mg/l). Wie kann das sein?

Wie hoch ist die GH?

Es kann durchaus biogene Entkalkung sein. Entscheidender als der pH bzw. CO2-Gehalt im AQ-Wasser ist der Wert,welcher lokal direkt an der Blattoberfläche herrscht. Entzieht das Blatt das CO2 sehr schnell dem Wasser, so kann es durchaus lokal zu einem höheren pH-Wert kommen (die Schicht ist nur wenige µm dick, im AQ wirst du nur den im freien Wasser herrschenden pH-Wert messen, nicht aber den lokal direkt an den Blattoberflächen), wenn der CO2-Nachschub nicht schnell genug dort hin gelangen kann, so daß an dieser Stelle das Löslichkeitsprodukt des Ca-Karbonates überschritten wird und Kalk ausfällt (ab ca. pH 8.5). Der gefällte Kalk hat auch noch die Eigenschaft, daß seine Auflösung nur extrem langsam verläuft, so daß er auch dann auf den Blättern bleibt, wenn der pH-Wert sich längst wieder lokal an dieser Stelle normalisiert hat (z.B.nachts).

Wie stark ist denn deine Strömung? Ev. auch die Valisnerien etwas abschatten, da sie dann das CO2 etwas langsamer aufnehmen (verrignerte Assimilation).

Gruß Sieglinde


Habe lange über das Phänomen einer möglichen lokalen biogenen Entkalkung nachgedacht.

Wenn die an CO2 verarmte Wasserschicht nur wenige Mikrometer dünn ist, dann halte ich es einerseits schon mal für unwahrscheinlich, das sich genügend sichtbare Kalk-Ausfällungen bilden - denn damit so etwas stattfinden kann, dann muss die Strömung schon fast Null sein.

Ist sie aber so gering, dann werden ja gar nicht genügend Karbonate bzw. Bikarbonate nachgeliefert, um Kalkausfällungen überhaupt entstehen zu lassen

Ausserdem ist meiner Einschätzung nach auch keine besonders grosse Strömung im Becken notwendig, da das CO2 im Gegensatz zum Sauerstoff ca 2000 mal ? (Hier bin ich nicht ganz sicher!) besser im Wasser diffundiert ... und zwar meines Wissens auch ohne Strömung.

Osmotische Zusammenhänge werden die genügende homogene Verteilung des CO2 sicher gewährleisten.

Ich vermute auch mal, das der Tropftest nichts mehr taugt und schliesse mich der Meinung des Herrn Frank Schaub an.

L.G. Mathias


Hallo Stefan,

> auf den Blättern meiner Vallisnerien (der Teil direkt unterm Licht) kann ich
> scheinbar biogene Entkalkung feststellen (krümeliger, weißlicher Belag),
> obwohl genug CO2 im Wasser ist (KH 10, PH 7,2-7,5 gemessen mit JBL

gibst Du CO2 zu? Wenn nicht, ist der Test im Eimer. Die Reagenzien reagieren gern mit dem CO2 der Luft, wenn sie nicht sofort wieder gut verschlossen werden und zeigen dann höhere Werte als real.

Gruß Frank


Hi Frank,

Ja, ich gebe CO2 zu (mit ner Paffrath-Schale). Der Test ist aus nem JBL Testlab (Zahl auf der Flasche: 8514 oder so ähnlich), wurde letzten Weihnachten gekauft...

Stefan



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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2019-01-23


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