Die Haltungsbedingungen für Tropheus


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Tropheus duboisi

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Urheber: Manfred Werner

Tropheus haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Es sollten deshalb mindestens 10 - 15 Tiere in einem ausreichend großen Becken gepflegt werden. Viele Fische anderer Arten sind der Aufdringlichkeit von Tropheus nicht gewachsen, selbst wenn sie körperlich deutlich überlegen sind. Ein Aquarium für eine ausreichend große Gruppe Tropheus muss mindestens 150 Zentimeter Beckenlänge haben.

Die Arten Tropheus duboisi und Tropheus moorii können gut miteinander vergesellschaftet werden. Eine artübergreifende Vermehrung, d. h. eine Vermischung beider Arten, ist bisher nicht bekannt.

Duboisi haben ein getüpfeltes Jugendkleid. Als Erwachsene haben sie einen weißen Längsstreifen.

Neue Tropheus können zu einem vorhandenen Bestand gesetzt werden, wenn die neuen Tropheus sehr jung sind.

Beim Futter sind Tropheus anspruchsvoll.


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Tropheus duboisi "Maswa" Weibchen brütend

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Urheber: Alexander Langer

Tropheus sind Aufwuchsfresser und haben einen sehr empfindlichen und langen Magen-Darm-Trakt. Sie sollten deshalb nicht mit Fleischfressern vergesellschaftet werden.

Tropheus gehören zu den wenigen Fischarten, die nicht abwechslungsreich gefüttert werden dürfen. Lebendfutter und Frostfutter können zu Verdauungsproblemen führen. Wenn Tropheus ungewohnt wenig fressen oder der Kot weiß und schleimig ist, haben die Tiere Verdauungsprobleme. Oft ist dann jede Hilfe zu spät.

Ob Tropheus reine Vegetarier sind und absolut keine tierische Nahrung vertragen, ist unklar. In der Literatur wird davon ausgegangen, dass in ihrer natürlichen Nahrung, dem Algenaufwuchs, auch Kleinstlebewesen enthalten sind, die mitgefressen werden. Einige Aquarianer füttern deshalb Artemia und Frostfutter in geringen Mengen zum Flockenfutter zu. Nach anderen Meinungen zeigen gute Erfahrungen mit Artemia nur, dass selbst Tropheus sich an das Futter anpassen können und füttern ausschließlich Pflanzenflocken.

Auf jeden Fall dürfen dem Futter nur ganz geringe Mengen Artemia oder Ähnliches zugefüttert werden.

Das Problem ist, dass die Fütterung mit Artemia und ähnlichem Frostfutter eine ganze Weile gut gehen kann, bevor Probleme auftauchen. Andererseits beruhen gute Erfahrungen mit Artemia nicht unbedingt auf der Anpassungsfähigkeit der Fische, sondern evtl. auf der gesunden Verfassung dieser Fische. Viele Darmerkrankungen werden nicht durch falsche Fütterung ausgelöst, sondern durch andere Haltungsfehler. Diese sorgen für Stress, den Tropheus absolut nicht vertragen. Der empfindliche Magen-Darm-Trakt erkrankt zuerst.


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Tropheus polli

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Urheber: Jtanganyika (?)

Mückenlarven z. B. können zu ernsten Verdauungsproblemen führen.

Am wichtigsten scheint die Gewöhnung an ein bestimmtes Futter zu sein. Am besten sucht man sich ein Futter oder eine Futtermischung aus, das ausschließlich gefüttert wird. Ein Wechsel der Futtersorte muss ganz langsam erfolgen, damit die Tiere sich langsam daran gewöhnen können.

Weil Tropheus immer hungrig sind, sollten immer nur kleine Portionen gefüttert werden. Statt großer Portionen wird besser mehrmals am Tag mit kleiner Menge gefüttert.

Futterrezept 1

Ca. 500 Gramm tiefgefrorene Erbsen und 500 Gramm tiefgefrorener Spinat werden gekocht und danach püriert. Dazu kommt eine kleine Menge Wasserflöhe oder Artemia. Es werden höchstens 4 - 6 Stücke aus Frostfuttertafeln auf ca. 1 Liter Erbsen und Spinat verteilt.
Zusätzlich werden fein gemahlene Spirulinatabletten darunter gemischt.
Die gesamte Mischung wird mit ca. 1 Liter Agar-Agar gebunden. Agar-Agar gibt es in Reformhäusern oder Ökoläden. Alles zusammen sollte eine schöne, feste Masse geben. Die genauen Mengen müssen durch eigene Versuche ermittelt werden. Erfahrungsgemäß kann die doppelte Menge Agar-Agar-Pulver verwendet werden als auf der Packung angegeben ist.

Das fertige Futter wird eingefroren, am Besten portionsweise.

Futterrezept 2

Unbehandelter, gefrorener Blattspinat als Hauptbestandteil wird mit einer kleineren Menge gefrorener Erbsen vermischt. Der Spinat sollte angetaut sein, damit er besser verarbeitet werden kann.
Ein Bindemittel wird zugegeben und das Ganze zu einem Brei vermischt. Danach wird etwas gefrorene Mysis und eine Prise gefrorene Cyclops dazu gegeben. Das Ganze wird noch einmal kurz durchgemischt.
Der Grünanteil sollte mindestens 70 % betragen.

Futterrezept 3

Harte ungekochte Erbsen werden gekocht. Danach wird der Inhalt aus den Schalen gepult. Die Schalen können sich im Magen-Darm-Trakt sammeln und es kann zu Todesfällen kommen. Es können auch frische Möhren und Kartoffeln verwendet werden. Spinat kann frisch oder gefroren sein. Es sollte aber Spinat ohne Blubb etc. sein.

Wie Aggressionen verteilt werden können

Tropheus verhalten sich untereinander aggressiv. Es ist nicht möglich, so große Aquarien einzurichten, dass sich die Aggressionen wie in der Natur abbauen. Deshalb werden Tropheus in so großen Gruppen gehalten, dass sich die Aggressionen nicht immer nur gegen ein bestimmtes Tier richten, auch wenn das Aquarium dadurch nach den sonst gültigen Faustformeln überbesetzt ist. Eine Gruppe sollte aus mindestens 10 Tieren bestehen. Größere Gruppen sind erfahrungsgemäß besser.
Durch eine Vergesellschaftung mit anderen Tropheus-Arten können die Aggressionen ebenfalls verteilt werden. Bei zwei Gruppen von jeweils 12 Tieren wird aber auch ein 550 Liter Aquarium schon eng, weil Tropheus viel Raum brauchen.

Es gibt drei verschiedene Arten der Aggression bei Tropheus:

  • Aggressionen der Männchen gegenüber anderen Männchen
  • Aggressionen der Männchen gegenüber den Weibchen durch den Vermehrungsdrang
  • Aggressionen der Weibchen gegenüber anderen Weibchen

Oft wird empfohlen, 3 Männchen mit 15 Weibchen zusammen in einer Gruppe zu halten. Die Aggressionen der Männchen untereinander können sich so aber nicht verteilen. In der Regel wird ein Männchen von den beiden anderen Männchen zusammen unterdrückt.

Häufig stellt sich nach dem Kauf aber heraus, dass mehr Männchen als gewollt in der Gruppe sind. Wenn sich die Tiere vermehren, wachsen normalerweise gleich viele Männchen und Weibchen heran. Spätestens dann verschiebt sich das Geschlechterverhältnis.

Erfahrungen zeigen, dass auch Gruppen funktionieren, in denen mehr Männchen als Weibchen leben. Auch Gruppen, die nur aus Männchen bestehen, funktionieren. Oft bleiben nach den anfänglichen Revierkämpfen auch nur Männchen übrig.

Scheinbar muss die Gruppe vor Allem groß genug sein. 14 bis 15 Tiere in einer Gruppe haben sich bewährt. Die Gruppe kann bunt gemischt aus Jungtieren, Alttieren, Männchen und Weibchen bestehen. Die Aggressionen werden so recht gut verteilt.

Es muss aber unbedingt genug Raum für Reviere für die Gruppe oder die Gruppen vorhanden sein. Es hilft nichts, wenn in ein zu kleines Aquarium weitere Tiere dazu gesetzt werden. Auf engem Raum können die Tiere sich nicht ausweichen, und die Probleme werden unter Umständen noch größer.

Unterdrückte Tiere sollten möglichst nicht als Einzelfisch in einem kleinen Aquarium gehalten werden. Solche Tiere sollten nach Möglichkeit in einer Gruppe untergebracht werden, deren Mitglieder deutlich jünger bzw. kleiner sind. Mit Jungtieren lassen sich ältere Tiere eigentlich immer zusammensetzen.

Wie unterdrückte Tropheus wieder in die Gruppe eingegliedert werden können

Die folgenden Methoden zeigten bei einigen Aquarianern Erfolg, bei anderen jedoch nicht.

Methode 1:

In das Aquarium wird ein Kunststoffkasten gehängt, in das der verletzte oder unterdrückte Fisch gesetzt wird, bis er sich erholt hat. Der Fisch wird nicht in ein anderes Becken gesetzt.
Wenn das Tier sich erholt hat, wird die Einrichtung im Becken verändert, damit alle Reviere wieder neu aufgeteilt werden müssen. Der Fisch wird danach aus dem Kasten in das Becken gelassen. Der Kasten bleibt noch im Becken. Er wird etwas tiefer geschoben, damit der betroffene Fisch bei Bedarf selbst wieder in den Kasten kann.

Methode 2:

Das Aquarium wird 2 Tage komplett abgedunkelt, z. B. mit einer Wolldecke. Die Abdunklung kann auch nach dem Freilassen nach Methode 1 zusätzlich durchgeführt werden.

Einige Tropheus-Arten fressen Pflanzen.

Tropheus duboisi fressen z. B. Wasserpest, verschiedene Anubias, Javafarn usw.
Übrig bleiben nur Stängel oder kleine Pflanzenteile von 3 bis 4 Millimeter Größe an der Wasseroberfläche.

Mit reichlich pflanzlichem Futter kann zumindest in einigen Fällen erreicht werden, dass die Buntbarsche keine Pflanzen fressen und sogar ein solches Barschbecken guten Pflanzenwuchs zeigt.

Geeignete Wasserpflanzen sind z. B. der genoppte Wasserkelch und Wasserpest. Einige Cryptocorynen eignen sich ebenfalls für Felslitoral, auch wenn sie nicht aus Afrika kommen. Es sollten nur nicht zu viele sein.