Elefantenrüsselfische (Gnathonemus petersii)

» Sonstige Fische (Hauptkategorie) «


Vergrößerung

Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii)

Foto: Verena Kuhl

Elefantenrüsselfische, Gnathonemus petersii, werden auch Tapirfische genanntund gehören zur Art der Nilhechte. Es handelt sich um ungewöhnliche Fische, deren Anschaffung gut überlegt werden muss. Die Tiere werden ca. 25 Zentimeter groß und können 20 Jahre alt werden. Sie sind relativ anspruchsvoll, weil sie eine geeignete Beckeneinrichtung mit vielen Wurzeln, Verstecken und Pflanzen benötigen. Die Beleuchtung darf nur schwach sein und es sollte über Torf gefiltert werden.

Die Tiere können extrem schnell schwimmen. Aus dem Stand, nach oben, unten, vorwärts, rückwärts, hintereinander her, aufeinander zu usw. Zwischendurch liegen sie wie tot auf dem Boden, eingeklemmt zwischen Pflanzen. Manchmal auf der Seite oder mit dem Bauch nach oben.

Es sind zwar keine Langstreckenschwimmer, aber wegen der möglichen Endgröße und den Aggressionen ist ein 1000 Liter Aquarium nicht zu groß. In der Literatur werden 500 Liter für 3 Tiere angegeben. Das ist für eine Gruppe mit mehreren Tieren erfahrungsgemäß zu klein. Für 6 bis 7 Tiere sollte das Aquarium mindestens 800 Liter Wasserinhalt haben.


Vergrößerung

Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii)

Foto: Verena Kuhl

Beim Händler sollte man sich die Fütterung jedes Fisches vorführen lassen. Es muss genau beobachtet werden, ob die Tiere wirklich fressen. Manchmal nehmen sie Futter nur ins Maul und spucken es wieder aus. Futterverweigerer sind ziemlich sichere Todeskandidaten. Tiere die paddelnd in der Ecke stehenbleiben, sind solche Todeskandidaten.
Auch bei sonst scheinbar gesunden Tieren darf nicht lange abgewartet werden. Auch wenn die Haltungsbedingungen gut sind, bessert sich der Zustand solcher Tiere nicht von allein.

Möglicherweise sind solche Tiere mit Würmern befallen. Eine frühzeitige Behandlung gegen Würmer, z. B. mit Concurat, könnte evtl. helfen. Es könnte sich aber auch um bakterielle Erkrankungen handeln.

Wenn die Tiere kein Trockenfutter fressen, bedeutet es evtl. nur, dass sie schon lange hungern. Die Tiere im Handel sind meistens ziemlich abgemagert. Der Kopf darf nicht hervorstehen, sondern muss eine Linie mit dem Körper bilden.

Elefantenrüsselfische kümmern sich wenig um andere Fische. Reviergrenzen werden nicht beachtet. Bei extrem aggressiven und großen Beifischen könnte es evtl. zu Verletzungen kommen.

Sie schnüffeln gerne in Pflanzengewirr und Falllaub. Sie schlafen auf den Rhizomen von Javafarn und unter Blättern oder Wurzeln. Steinhöhlen sind nicht so beliebt. Die Pflanzen sollten mit relativ wenig Licht auskommen, wie z. B. Javafarn.

Vor hellem Licht haben sie Angst und werden scheu. Wenn sie sich dann auch nicht verstecken können, können sie schon im Händlerbecken durch Dauerstress schwer geschädigt werden. Die Angst vor hellem Licht legt sich mit der Zeit etwas, aber es sind eben Wildfänge aus schlammigen Gewässern.

Sie mögen Abwechslung im Aquarium, können aber jähzornig werden.

Im Gegensatz zu einigen Literaturangaben können Elefantenrüsselfische nach einigen wissenschaftlichen Arbeiten hervorragend sehen. Danach ist das Sehvermögen durchaus mit dem menschlichen Sehvermögen vergleichbar.

Zusätzlich orientieren sie sich anhand schwacher elektrischer Felder. Mit umgewandelten Muskelzellen im Schwanz erzeugen sie elektrische Impulse mit wenigen Volt Spannung. Mit mehr als 500 Sensoren im Kinn messen sie das elektrische Feld, das sich dabei um sie aufbaut. Sogar wenn es völlig dunkel ist, können sie so das Material von Objekten unterscheiden, ohne diese zu berühren.


Vergrößerung

Gnathonemus petersii - Elefantenrüsselfisch

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Billycorgan84

Verängstigte Tiere können sich grau verfärben.

Nach Literaturangaben sind die Wasserwerte weniger wichtig als die Gestaltung des Lebensraums. In weichem Wasser mit einer Gesamthärte von 3 bis 4° dGH und mit Torffilterung scheinen sie sich aber wohler zu fühlen. Die Temperatur kann 25 bis 27° betragen. Kurzzeitig werden tiefere Temperaturen von z. B. 17° über 3 Tage vertragen.

Der Leitwert sollte zwischen 150 und maximal 300 Microsiemens liegen. Die Reichweite des elektrischen Sinns steigt mit sinkender Leitfähigkeit. Änderungen der Leitfähigkeit können Elefantenrüsselfische deshalb stark beeinträchtigen. Sie wissen dann nicht mehr, ob sie dem elektrischen oder dem visuellen Sinn trauen können. Die Tiere in normalem Wasser mit Salzzugabe gegen Krankheiten zu halten grenzt an Tierquälerei.

Wie schnell die Tiere wachsen hängt stark von der Ernähung ab.

Andere Arten der Mormyridae gibt es im Handel kaum. Elefantenrüsselfische sind sehr häufig und einfach zu fangen. Die anderen Arten sind sehr viel schwieriger zu fangen.

Elefantenrüsselfische sind Rudeltiere.


Vergrößerung

Gnathonemus petersii - Elefantenrüsselfisch

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: GnathoMichel

Elefantenrüsselfische leben in Rudeln. Die Aggressivität der Rudelmitglieder ist von Rudel zu Rudel unterschiedlich. Bei kleinen Gruppen kann ein dominantes Tier schonmal ein anderes Tier töten. Evtl. passiert das, wenn die Gruppe in einem zu kleinen Aquarium gehalten wird, die Gruppe mit weniger als 5 Tieren zu klein ist oder wenn Versteckmöglichkeiten fehlen.
In anderen Gruppen kommt es trotz einer klaren Rangordnung nicht zu ernsthaften Streitereien untereinander. Meistens reagiert sich nur der Ranghöchste hin und wieder ab.

Die Tiere bilden keine Reviere. Sie schwimmen manchmal in Gruppen, manchmal alleine. In unbekannten Gegenden halten sie zusammen. Die Tiere eines Rudels kennen sich individuell und jagen fremde Tiere. Bei den Jagden kommt es aber niemals zu Beißereien. Sie berühren sich nicht einmal. Sie ‚brüllen’ sich nur mit ihren elektrischen Organen an.

Elefantenrüsselfische sind sehr verspielt, neugierig und lernfähig. Auch die Kabbeleien untereinander wirken eher wie ein Spiel. Der Unterlegene hat keine Angst vor dem Streithahn. Neue Gegenstände werden ausgiebig erkundet. Das kann ein Fangnetz, ein Schlauch zum Mulm absaugen oder ein Katzenspielball sein. Bekannte Gegenstände werden schnell abgehakt. Metallische Gegenstände sind besonders interessant.

Möglicherweise werden ältere Tiere zu Einzelgängern. Allerdings werden einzeln gehaltene Tiere aggressiv. Neuzugänge werden dann anfangs kritisch gesehen. Evtl. stammt auch daher die Ansicht, dass sie Einzelgänger sind.

Die Einzelhaltung zumindest nicht ausgewachsener Tiere ist nach Erfahrungen und der wenigen brauchbaren Literatur sogar Quälerei. Ein einzeln gehaltener ausgewachsener Elefantenrüsselfisch schien in einem sehr großen Aquarium im Aquazoo Düsseldorf an einer Art Hospitalismus zu leiden. Er schwamm im immer gleichen Kreis und scheuchte dabei andere Arten ohne Grund.

Futter für Elefantenrüsselfische


Vergrößerung

Gnathonemus tamandua - Tamandua-Rüsselfisch

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Billlion

Elefantenrüsselfische sind Nahrungspezialisten. Bei falscher Ernährung kümmern sie schnell. In der Natur leben sie hauptsächlich von Mückenlarven einer bestimmten Gattung. Deshalb ist es unter Umständen vertretbar, sie hauptsächlich mit Roten Mückenlarven zu füttern.

Sie benötigen hochwertiges und reichliches Lebend- und Frostfutter. Trockenfutter wird zumindest von einigen Tieren nicht gefressen. Hin und wieder wird etwas fein gehackter Spinat gefressen.

Es sollte mehrmals am Tag Futter gegeben werden. Sie fressen zwar gierig aber dennoch langsam, weil das Futter ertastet wird. Dabei schlagen sie sich den Bauch nicht so voll wie andere Fische.

Bei neu gekauften Tieren muss darauf geachtet werden, dass sie genug fressen. Später fressen sie mit etwas Übung sogar aus der Hand.

Das Gebiss scheint nicht besonders kräftig zu sein. Hartschaliges Futter und Futter dass größer ist als der Durchmesser des Mauls wird nicht oder nur schlecht gefressen. Rote Mückenlarven können z. B. zu groß sein.

Geeignet ist feines Futter. Das Futter sollte gut verteilt werden. Andere Fischarten fressen feines, verteiltes Futter nicht so schnell weg. Die Rüsselfische grasen alles ab.

Geeignetes Futter:

  • Mückenlarven
  • Hüpferlinge
  • Wasserflöhe
  • Mysis
  • Krill
  • kleingehackte Muscheln
  • kleiner Fischrogen
  • rotes Plankton
  • Artemia
  • Seewassermix

Abgemagerte Tiere können mit feinem Fischrogen bzw. Lobstereiern aufgepäppelt werden.

Vergesellschaftung mit anderen Fischarten

Elefantenrüsselfische können nicht mit aggressiven oder schnellfressenden Arten vergesellschaftet werden. Sie erkennen die üblichen Drohgebärden anderer Fischarten nicht. Gegen nichtelektrische Fische wehren sie sich kaum und scheinen sie kaum zu registrieren.

Sie können zusammen mit Petrocephalus simus gehalten werden. Auch in der Natur leben diese in Elefantenrüsselfischrudeln. Eine Vergesellschaftung mit friedlicheren oder kleinen Buntbarschen ist möglich. Schmetterlingsfische passen auch gut in ein solches Biotop.

Erfahrungen mit vergesellschafteten Arten:

  • Weißstirnmesserfische (Apteronotes albifrons): für beide Arten kein Problem, beide Arten sehr groß
  • Bujurquina vittata: für beide Arten kein Problem
  • Petrocephalus simus: Eine weitere Mormyridenart, die sehr zu empfehlen ist. Sie schließen sich den Elefantenrüsselfsichen an, was sie auch in der Natur tun.
  • Apistogramma resticulosa: Diese sind aggressiv bei der Brutpflege und können nur in großen Becken mit Elefantenrüsselfischen zusammen gehalten werden.
  • Schmetterlingsfische (Pantodon buchholzii): für beide Arten kein Problem
  • Nicaragua-Buntbarsch (Hypo-xyz nicarugaensis): Sind zur Vergesellschaftung ungeeignet, weil sie gefräßig und aggressiv sind. Sie benötigen zudem ein anderes Biotop.
  • Astatotilapia: zur Vergesellschaftung ungeeignet
  • Neons: werden gefressen
  • Antennenwelse: ab einer gewissen Größe der Welse für beide Arten kein Problem, Kleine Antennenwelse können gejagt und totgebissen werden. Weil die Welse nicht gefressen wurden, kann das aus Langeweile passiert sein.
  • Rüsselbarben: sind nur bedingt geeignet, weil sie die Elefantenrüsselfische nerven, Manchmal werden die Rüsselbarben von Elefantenrüsselfischen gejagt.
  • Marmorkrebse: werden belästigt, ansonsten kein Problem für beide Arten

Die Geschlechtsunterschiede

Bei den Männchen ist die Afterflosse etwas eingebuchteter, der Unterschied ist aber kaum zu erkennen.

Nachzuchten sind nicht bekannt.

Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist nicht bekannt. Verwandte Arten konnten nach der Kirschbaummethode gezüchtet werden.

Weitere Informationen

Einige Informationen bieten im Internet Forschungsinstitute, z. B. die Zoologie der Universität Bonn, an. Dort gibt es aber nur wenige Informationen zur Haltung. Weitere Informationen gibt es im, DATZ-Archiv, den Symposiumsbänden Verhalten der Aquarienfische und Fortpflanzungsbiologie der Aquarienfische vom Schmettkamp-Verlag. Mergus und andere allgemeine Aquarienbücher sind nicht geeignet.

Elefantenrüsselfische und Kongosalmler bei der Fütterung:


Empfehlung:

Tetra AquaArt Evolution Line LED Aquarium-Komplett-Set 100 Liter anthrazit (moderne LED Beleuchtung, integrierte Tag-Nachtlichtschaltung, gebogene Fro

Preis: EUR 199,99

Jetzt auf Amazon kaufen*

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-06-21

Weitere Infos: