Zubehör / Hilfsmittel / Aquarien

- Günstiges Fischfutter
- Ablaichbecken
- Aquarien (Alle Preislagen inkl. Nano)

Allgemeines zur Aufzucht von Skalaren

Beim Laichen werden 200 bis 300 Eier auf ein Blatt an eine Aquarienscheibe und Ähnliches gelegt. Manchmal werden die Eier auch auf einen Stabheizer gelegt. Die Eier sind im Durchmesser ca. 1 Millimeter groß. Optimal für die Aufzucht sind Aquarien mit Luftheber.

Das Aufzuchtwasser sollte leicht aufgehärtetes Osmosewasser mit höchstens der Karbonathärte 4 sein.

Skalarweibchen beim Ablaichen
Skalarweibchen beim Ablaichen
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Foto: Norbert Heidbüchel

In den ersten beiden Tagen sind die Eier weißlich bis gelblich bzw. klar grau. Nach zwei Tagen werden befruchtete, entwicklungsfähige Eier bräunlich durchsichtig. Erst dann ist sicher, dass eine Befruchtung stattgefunden hat.
Vor dem Schlüpfen erkennt man in den durchsichtigen Eiern je zwei schwarze Pünktchen, die herumzappeln.

Bei 27 - 28 °C benötigt Skalarlaich 2 Tage zum Schlupf. Die Jungen schlüpfen nur bei sehr weichem und sauberem, d. h. möglichst keimfreiem Wasser.

Nach dem Schlüpfen passen die Eltern zusammen auf die Jungen auf. Der Jungfischschwarm wird z. B. in zwei Richtungen abgesichert, indem die Eltern Schwanzflosse an Schwanzflosse stehen. Normalerweise bleiben die Jungen nach dem Schlupf noch ca. 5 Tage auf dem Laichsubstrat. Die Jungen werden von den Eltern mit dem Maul mehrfach auf andere Blätter gelegt.

Bei ca. 27° schwimmen die Jungen ca. 5 Tage nach dem Schlüpfen frei. In den ersten beiden Tagen nach dem Freischwimmen hängen sie vor allem nachts noch als Knäuel zusammen, wenn sie nicht sowieso von den Eltern gesammelt werden. Nach dem Freischwimmen wird jeder Flüchtling eingesammelt. Sogar Schwebeteilchen wird hinterhergejagt, weil die Eltern sie für Jungfische halten.
Wenn Junge nachts vom Blatt fallen, werden sie trotzdem oft von anderen Fischen gefressen. Ein kleines Nachtlicht mit z. B. 8 Watt kann den Eltern nachts helfen, die Brut besser zu bewachen.


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Skalar bei der Eiablage

Foto: Nicole Beetz

Nach einer Woche kann begonnen werden das Wasser langsam zu wechseln. Alle 3 Tage wird 10 - 20% gewechselt. Dabei kann das Wasser langsam bis auf 10° KH aufgehärtet werden. Wenn die Fische ca. 1 Zentimeter groß sind, kann das Wasser langsam durch Leitungswasser ersetzt werden, wenn die Tiere später an Aquarianer oder Händler mit Leitungswasser weitergegeben werden sollen. Die Überlebenschancen der Jungen sind dann höher.
Besser ist es, wenn die Tiere weiter in weichem Wasser leben können und an Freunde gegeben werden, die passende Aquarien haben.

Die Jungen werden auch mit 6 bis 7 Wochen noch bewacht. Ihr Körperdurchmesser entspricht dann ungefähr der Größe eines 20 Cent Stücks.

Am Anfang sehen die Jungen aus wie normale Fischlarven. Später bildet sich die typische Skalarform aus.

Wenn die Jungen zu groß werden beginnen sie, an den Flossen der Eltern zu fressen. Die Jungen müssen dann von den Eltern getrennt werden. Die Flossen wachsen zwar nach, aber die Eltern könnten eine bakterielle Infektion bekommen.

Besonders junge Skalare müssen bei den ersten Laichversuchen die richtige Brutpflege noch üben. Es überleben dann oft nur wenige oder keine Jungtiere. Wenn sich die Eltern aber weiterhin verstehen, laichen sie schnell wieder ab. Mit der Zeit erlernen sie dann die Brutpflege.

Wichtig bei der Brutpflege ist das Befächeln der Eier. Wenn die Eier nicht ständig befächelt werden, können sich Pilzsporen und Bakterien darauf absetzen. Diese zerstören erst die Haut und dann den Inhalt der Eier.
Viele Paare müssen das Fächeln erst lernen. Eine Mondlichtsimulation, d. h. eine schwache Beleuchtung während der Nacht, kann helfen, wenn sich die Eltern sonst nachts nicht mehr um ihre Brut kümmern.

Es gibt aber auch Skalare, deren Brutpflegetrieb dauerhaft gestört ist und die alles, auch den Partner, angreifen wenn der Partner den Jungen zu nahe kommt.

Warum wird die Brut mehrfach umgebettet?

Anfangs wird die Brut mit größter Vorsicht mehrmals täglich mit dem Maul umgebettet. Jungfische ernähren sich hauptsächlich von kleinem Aufwuchs an Pflanzen, auf Wurzeln, auf dem Boden usw. Im Wasser schwimmt relativ wenig geeignete Nahrung. Möglicherweise wird die Brut in der Natur umgesetzt, wenn die bisherige Weide abgefressen ist. Den Jungen werden so neue Nahrungsquellen erschlossen.

Vielleicht locken die pflegenden Eltern in der Natur auch interessierte Fressfeinde zur Brut, wenn sie immer wieder zum gleichen Ort zurückkehren. Das Umbetten ist dann eine Art Ablenkungsmanöver.

Beim Umbetten kann es zu Missverständnissen unter den Eltern kommen. Das Männchen bringt z. B. die Larven weg und das Weibchen ist scheinbar nicht einverstanden und bringt die Larven wieder zurück. Aber nach einiger Zeit einigen sich die Eltern.

Futter für junge Skalare

Solange die Jungen noch so klein sind, dass sie nur herumrutschen können, sollte nicht gefüttert werden. In dieser Zeit leben sie noch von ihrem Dottersack.

Wenn die Jungen frei schwimmen, ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungen benötigen Futter. Als Erstfutter sind Mikroorganismen bzw. Infusorien, z. B. Pantoffeltierchen, oder Jungfischnahrung wie Liquifry geeignet.

Eine Hand voll Heu oder Stroh vom Bauern, Reitverein oder Kaninchenzüchter, wird in eine Schale oder ein Glas gelegt. Der Behälter wird mit Aquarienwasser aufgefüllt. Nach 2 bis 3 Tagen haben sich Mikroorganismen entwickelt. Die Jungen müssen in den ersten zwei Tagen 4 bis 5 Mal mit Mikroorganismen gefüttert werden.
Infusorien können auch mit einer Kartoffel herangezüchtet werden. Protogen von Hobby-Dohse Aquaristik ist ein Mittel aus dem Aquarienhandel, aus dem sich Mikroorganismen bilden.
Wenn die Larven abfallen, gruppieren sie sich gerne um solches Futter und scheinen zu fressen.


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5 Tage alte Skalarjunge

Foto: Nicole Beetz

Bewährt hat sich auch zu Matsch verarbeitetes TetraMin mit einer Spritze hinzuzugeben. Einige Flocken werden in ein kleines Gefäß gegeben. Mit einer 5 ml-Spritze wird Aquarienwasser darauf gespritzt. Die Mischung wird immer wieder in die Spritze gesaugt und herausgedrückt, bis eine trübe Brühe mit nicht erkennbaren winzigen Stücken entstanden ist.
Diese Brühe wird dorthin gespritzt, wo sich die Larven aufhalten. So kann bis zum Alter von zwei Wochen gefüttert werden.

Zu diesem Zeitpunkt wird ein kleines Becken mit Artemia, Salinenkrebsen, angesetzt. Wenn diese geschlüpft sind, beginnen auch die jungen Skalare mit dem Schwimmen und fressen die kleinen Salinenkrebse. Ab dem 3. Tag werden 3 bis 4 Mal am Tag Artemianauplien gefüttert. Die Krebse werden vor der Fütterung mit Leitungswasser abgespült. An den runden, roten Bäuchen der jungen Skalare kann man erkennen, ob sie gefressen haben. Lebende Artemia sollten zumindest zugefüttert werden. Ohne Artemia überleben deutlich weniger Jungtiere.

Nach ca. 1 Woche kann je nach Größe der Jungen Mikrofutter gegeben werden. Wenn die Jungen ca. 1 Zentimeter groß sind, kann langsam mit Trockenfutter angefangen werden.

Nach ca. 4 Wochen haben junge Skalare ihre Verkaufsgröße erreicht.

Mit 6 Monaten sind Skalare ca. 6 - 7 Zentimeter hoch und 4 - 5 Zentimeter lang. Sie sind dann keine Jungfische mehr aber auch nicht ausgewachsen. Der Futterbedarf hängt vom Hunger und Wuchsbedarf ab.

Auf jeden Fall ist Lebendfutter empfehlenswert. Zumindest bei einigen Aquarianern waren Aufzuchtversuche mit Trockenfutter, z. B. Staubfutter, erfolglos. Als die Jungen nach dem Freischwimmen mit Artemia gefüttert wurden, gelang die Aufzucht problemlos.

Es werden besser mehrere kleine Portionen gefüttert als einmal eine große Menge. Es gibt Erfahrungen, nach denen Skalare, die am Anfang alle 2 Stunden gefüttert wurden, nach 6 Wochen doppelt so groß waren wie nur zwei Mal am Tag gefütterte Tiere.
Berufstätige können in der Regel maximal 3 Mal am Tag füttern. Am Wochenende evtl. mehr. In solchen Fällen sollte so viel gefüttert werden, dass die Tiere mindestens 1 Stunde lang immer etwas zum Fressen haben.

Wenn ältere Tiere gut genährt sind, schadet ein Fastentag in der Woche nicht. Sie sollten aber noch nicht 2 Wochen ohne Futter bleiben. Im Urlaub sollten sie ca. alle 3 Tage von einer Vertretung gefüttert werden.

Sollen Junge und Eltern nach dem Schlüpfen getrennt werden?


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7 Tage alte Skalarjunge

Foto: Nicole Beetz

Die Jungen sollten möglichst lange von den Eltern aufgezogen werden. Es ist immer besser, wenn die Jungen von den Eltern aufgezogen werden. So überleben nur die stärksten Jungtiere und man muss nicht bis zu 300 Jungtiere unterbringen. So lernen die Jungen auch Dinge von den Eltern, die sie im Aufzuchtbecken nicht lernen können.

Skalare müssen z. B. die richtige Brutpflege lernen. Werden sie nicht von ihren Eltern aufgezogen, betreiben sie später auch keine Brutpflege. So degenerieren die Aquarienfische immer mehr.

Außerdem entgeht dem Halter sonst das interessante, natürliche Verhalten der Skalare bei der Brutpflege.

Nur wenn klar ist, dass sonst keine Junge aufwachsen können, weil z. B. im Gesellschaftsbecken zu viele Fressfeinde sind, die Eltern die Eier bzw. Jungen immer auffressen oder weil die Eltern ihre Brut nicht befächeln, ist es evtl. sinnvoll, schon die Eier aus dem Becken zu nehmen. Dazu wird einfach direkt nach dem Ablaichen das Blatt auf dem die Eier liegen, abgeschnitten. Das abgeschnittene Blatt wird in ein Aufzuchtbecken gelegt. Dabei muss der Laich immer von Wasser bedeckt sein. Es darf keine Luft an die Eier kommen. Das Blatt wird im Ursprungsbecken unter Wasser in ein Gefäß gelegt. Das Gefäß mit Wasser wird in das Aufzuchtbecken gestellt und das Blatt wird unter Wasser herausgenommen.

Im Aufzuchtbecken müssen nahezu sterile Bedingungen herrschen und eine gute Durchlüftung vorhanden sein. Damit die Schlupfrate optimal ist, sollten Nitrit- und Nitratwert nahe Null sein.
Trotzdem kann ohne elterliche Pflege das eine oder andere Ei verpilzen. Solche Eier müssen von Hand mit einer Pinzette entfernt werden. An den verpilzten Eiern bleiben meistens einige intakte Eier kleben. Es ist besser diese mit zu entfernen als die verpilzten Eier im Becken zu lassen. Es verpilzen sonst in der Regel noch mehr Eier.

Junger Skalar
Junger Skalar
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Foto: Philippe Coulon

Zur Aufzucht kann auch eine Art Laichkasten verwendet werden. Eine Schüssel wird mit zwei rechteckigen Aussparungen im Boden versehen. Diese werden mit blauem Filterschwamm abgedichtet, so dass dort das Wasser durch kann. Vom Wasserauslass des Filters wird ein Schlauch mit 6 Millimeter Durchmesser abgezweigt. Dieser wird so über das Blatt mit Eiern gerichtet, dass der Wasserstrom waagerecht darüber zieht. Die Eier dürfen nicht von Luftblasen berührt werden.
Wenn die Jungen geschlüpft sind, sollte die Strömung verringert werden. Dreck, Pilz- und Eireste müssen regelmäßig entfernt werden.

Nach einem Bericht wurde das Blatt auf dem abgelaicht worden war, abgeschnitten und zusammen mit Aquarienwasser in ein vasenähnliches Gefäß gelegt, das im Aquarium hing. Die Gesamthärte des Wasser betrug 16° dGH. In das Gefäß kamen Cilex und ein Belüfter. Die Eier entwickelten sich ganz hervorragend und nach einigen Tagen waren die Jungen geschlüpft. Die Aufzucht erfolgte mit Artemia, MikroMin und Mikrowürmern.

Es besteht aber die Gefahr, dass ohne Eltern aufgezogene Junge später ihren eigenen Laich nicht pflegen. Das kann unter Umständen verhindert werden, wenn die Jungen möglichst früh mit anderen, gleichaltrigen Skalaren zusammengesetzt werden, die von ihren Eltern aufzogen wurden, z. B. mit Wildfängen.

Junge nicht zu lange in einem kleinen Aufzuchtbecken halten.

Wenn die Jungen in einem kleinen Aufzuchtbecken ohne Eltern großgezogen werden, müssen sie rechtzeitig in ein größeres Becken umgesetzt werden. 200 Junge mit ca. 5 Millimeter Größe können nicht einem 60 Liter Aquarium aufgezogen werden.

Ab 3 Zentimeter Länge sollten die Jungen in ein größeres und höheres Becken gesetzt werden. Sonst bekommen sie eine gedrungene Form und wachsen nicht richtig hoch.

Wie werden junge Skalare an Normalfutter gewöhnt?

Mit ca. 2 Zentimeter Größe wird die Fütterung von Artemia auf normales Futter umgestellt. Oft wird ungewohntes Futter zunächst ausgespuckt. Wenn sie ca. 1 Tag gehungert haben, fressen sie in der Regel. Ansonsten kann das bisher gewohnte Futter mit dem neuen Futter gemischt werden. Nach drei bis vier Tagen wird der Anteil des gewohnten Futters verringert.

Futter für junge Skalare:

  • fein gemahlenes Flockenfutter
  • Staubfutter - Jungfischfutter z. B. von JBL
  • Mikrowürmchen - sollten aber nicht ausschließlich gefüttert werden
  • Cyclops
  • Daphnien - evtl. auch gefroren
  • gefriergetrockneten Mückenlarven - mit den Fingern in 0,5 bis 1 Millimeter große Stücke zerreiben
  • Moina - evtl. auch gefroren
  • Wasserflöhe