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Datenblatt über Prachtschmerlen

Datenblatt: Botia macracanta
Deutscher Name:
Prachtschmerle
Herkunft:
Indonesien: Borneo, Sumatra
Größe:
30 cm
Aquarium
Länge:
200 cm
Inhalt:
320 Liter
Beleuchtung:
Schattig
Einrichtung:
Pflanzen und freier Schwimmraum, Strömung
Wasserwerte
Temperatur:
25 – 30 °C
ph-Wert:
6,5 – 7,5
KH:
 °dKH
GH:
5 °dGH
Verhalten
Anzahl:
6
Bereich:
Boden
Vermehrung:
Eierleger
Futter:
Allesfresser
Verhalten:
Schwarmfisch, schwimmfreudig, nur für sehr große Aquarien geeignet, beliebter Speisefisch
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschrittene

Allgemeines über Prachtschmerlen

Prachtschmerlen, Chromobotia macracanta, sind schwimmfreudige Tiere, die in sozialen Gruppen zusammen leben. Sie liegen z.B. gerne mit Körperkontakt zusammen in Verstecken. Einzeln gehaltene Tiere kümmern vor sich hin. Prachtschmerlen tragen aber auch Rangordnungskämpfe aus. Mit zunehmendem Alter werden sie territorial.

In der Natur werden Prachtschmerlen über 30 Zentimeter groß. Im Aquarium erreichen sie bei guter Pflege und entsprechend großen Aquarien dies Größe auch. Allerdings werden sie im Aquarium häufig nur 16 Zentimeter groß. Oft wird das so interpretiert, dass die Tiere sich an die Aquariengröße anpassen. Es muss aber eher von Kümmerwuchs gesprochen werden. In zu kleinen Aquarien gehalten, können die Tiere nicht auswachsen, weil sie an die Aquariengrenzen stoßen.

Prachtschmerlen
Prachtschmerlen.
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Foto: Moritz Hertel

An die Wasserbeschaffenheit stellen Prachtschmerlen als eigentliche Weichwasserfische Ansprüche. Weil sie aber auch in der Natur in Brackwassergebieten vorkommen, ist das nicht so kritisch.

Bei der Suche nach Futter graben Prachtschmerlen den Boden um. Sand ist als Boden gut geeignet. Die Tiere fressen den Sand und geben ihn durch die Kiemen wieder ab. Das geht bei Kies nicht.
Pflanzen müssen mit Steinen vor dem Ausgraben gesichert werden. Aus Steinen gebaute Höhlen usw. brauchen einen festen Unterbau, damit sie beim Graben nicht umkippen.
Es sind aber wohl nicht alle Prachtschmerlen so grabfreudig, dass sie Pflanzen ausgraben.

Wenn der Boden so dicht bepflanzt wird, dass die Tiere nicht wühlen können, besteht sogar die Gefahr, dass sie aus Langeweile andere Fische jagen und belästigen.

Prachtschmerlen mögen eine kräftige Strömung im Aquarium.

Bei guter Pflege können Prachtschmerlen 20 bis 25 Jahre alt werden.

Tipps zum Kauf

Beim Kauf muss auf den Ernährungszustand der Prachtschmerlen geachtet werden. Sie dürfen nicht abgemagert sein und keinen sogenannten Messerrücken haben. Solche Tiere sind nicht so anfällig gegen Ichthyo, wie oft behauptet wird.

Prachtschmerle
Prachtschmerle.
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Foto: Moritz Hertel

Besonders am Anfang sind sehr viele Verstecke notwendig. Dazu können Moorkienholzwurzeln zusammen auf einen Stapel gelegt werden, so dass viele Spalten und Ritzen entstehen.

Die Temperatur kann für etwa 4 Wochen auf 29° eingestellt werden, als Schutz vor Ichthyo.

Die Tiere werden bevorzugt abends gefüttert. Möglichst mit lebenden Schwarzen und Weißen Mückenlarven, Artemia und Wasserflöhen. Es wird aber auch Frostfutter gefressen. Alle 2 bis 3 Tage wird ein Stück geschälte Gurke über Nacht in das Becken gegeben. Morgens wird die Gurke wieder entfernt.

Eine kleine Hand voll Erlenzäpfchen im Aquarium hilft Keime abzutöten. Geeignet sind auch Buchen- oder Eichenblätter.

Am Anfang muss auf die Nahrungsaufnahme geachtet werden. Sie nehmen zwar eigentlich jedes Futter an. Aber manchmal verweigern sie am Anfang schonmal für ein paar Tage das Futter.

Futter für Prachtschmerlen

Prachtschmerlen sind Allesfresser. Besonders gerne werden Schnecken gefressen. Prachtschmerlen brauchen kräftiges Futter.

Geeignetes Futter:

  • Schnecken
  • Muschelfleisch
  • Bachflohkrebse
  • Rote Mückenlarven
  • Mysis
  • Krill
  • Artemia
  • Gurken
  • Karotten
  • Rote Paprika
  • Gemüse

Schwarze Mückenlarven werden nicht oder nicht von allen Prachtschmerlen gefressen. Rote Paprika ist gut für die Färbung.

Gut ernährte Prachtschmerlen sind auch nicht mehr empfindlich gegen Ichthyo.

Prachtschmerle
Prachtschmerlen und Antennenwelse an Futtertablette.
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Foto: Moritz Hertel

Prachtschmerlen fressen Schnecken.

Weil Prachtschmerlen Schnecken fressen, werden sie oft gegen Schneckenplagen empfohlen. Leider wird dabei oft vergessen, dass Prachtschmerlen große Aquarien brauchen.

Prachtschmerlen haben Dornen.

Prachtschmerle
Prachtschmerle.
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Foto: Moritz Hertel

Prachtschmerlen haben unter jedem Auge einen aufstell- und verriegelbaren Dorn. Der Dorn hat 2 Zähnchen und ist eine effektive Waffe gegen Fressfeinde. Wenn ein Vogel oder ein anderer Fisch versucht, die Schmerle zu fressen, durchlöchert der Dorn die Speiseröhre. Die Verletzung kann tödlich sein.

Mit den Dornen kann auch ein Sekret abgegeben werden. Zeitungsberichte, nach denen Prachtschmerlen mit giftigen Stacheln Menschen töten, sind allerdings Unsinn. Es kann aber Menschen und vielleicht auch Tiere geben, die allergisch auf das Sekret reagieren.
Ein Piranha, der 2 bis 3 Bissen vom Rücken einer Prachtschmerle gefressen hatte färbte sich einige Stunden später dunkel und schwamm apathisch herum. Am nächsten Tag war er wieder fit. Allerdings kann einfach der Stachel im Magen gestört haben.

Prachtschmerle
Prachtschmerle.
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Foto: Moritz Hertel

Die Augendornen werden auch bei Auseinandersetzungen untereinander benutzt. Prachtschmerlen fügen sich damit gelegentlich Schrammen zu. Wahrscheinlich, wenn sie die Rangordnung neu auskämpfen.
Solche Verletzungen heilen gut ab und sind scheinbar unbedenklich.

Angeblich dienen die Dornen auch zum Herumstöbern im Bodengrund.

Für den Pfleger ist der Dorn ungefährlich. Schmerlen fressen zum Teil aus der Hand. Trotzdem sieht man den Dorn nur sehr selten und spürt ihn praktisch nie. Prachtschmerlen verziehen sich sowieso, wenn für Pflegearbeiten in das Aquarium gefasst wird.

Allerdings können die Dornen zu einem Verletzungsrisiko bei den Schmerlen selbst führen. Sie können damit in den Maschen von Fangnetzen hängenbleiben. Schmerlen werden deshalb besser nicht mit Netzen gefangen. Wenn es unbedingt notwendig ist, werden sie mit Netzen sehr vorsichtig gefangen.

Prachtschmerlen werden sehr groß.

Ein Aquarium für Prachtschmerlen sollte mindestens 300 Liter Wasserinhalt haben. Nach einigen Erfahrungen können in 540 Liter etwa 4 Tiere gehalten werden, weil sie sehr lebhaft sind. Andere Aquarianer halten 20 bis 30 Prachtschmerlen in einem 2 Meter Becken mit 500 Liter. Die genaue Zahl hängt von der Größe der Tiere ab.

Extreme Angaben empfehlen sogar 1000 Liter als Mindestgröße, weil eine Gruppe von mindestens 10 Tieren gehalten werden sollte.
In ausreichend großen Aquarien wachsen sie angeblich schnell. Nach anderen Angaben wachsen sie mit einem Zentimeter pro Jahr langsam.


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Chromobotia macracanthus

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0
Urheber: Vlad Butsky

Prachtschmerlen brauchen Gesellschaft.

Prachtschmerlen sind gesellig und brauchen Gesellschaft mit Artgenossen. Es sollten mindestens 4 bis 5 Tiere zusammen in einem großen Aquarium gehalten werden. Besser sind mindestens 8 bis 12 Tiere. Nach den Mindestanforderungen zur Haltung von Zierfischen sollten mindestens 10 Prachtschmerlen zusammen gehalten werden.

Prachtschmerlen spielen gerne.

Wenn Prachtschmerlen sich langweilen, schichten sie schon mal Kies mit dem Maul hin und her, z. B. in ihrer Höhle. Mit kleinen Gummiringen, die in das Aquarium geworfen werden, spielen Prachtschmerlen sogar.


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Chromobotia macracanthus

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: martin8721

Bei Prachtschmerlen gibt es eine Rangordnung.

Prachtschmerlen haben untereinander eine bestimmte Rangordnung. Bei der Fütterung fressen immer ganz bestimmte Tiere zuerst, dann die anderen. Wenn die Schmerlen in einer Gruppe schwimmen, schwimmen im die gleichen Tiere vorn, die anderen hinten.

Um die Rangordnung und auch um die besten Ruheplätze werden hin und wieder Kämpfe ausgetragen. Die Tiere spreizen die Flossen, die Farbe verblasst und sie zerren gegenseitig an den Mäulern. Wenn die Gruppe zu klein ist, oder die Tiere sich in zu kleinen Becken nicht ausweichen können, können sie sich dabei auch verletzen.

Prachtschmerlen machen Knackgeräusche.


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Chromobotia macracanthus

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Mgroch

Manchmal machen Prachtschmerlen knackende Geräusche als würden sie durch Glas beißen. Das Geräusch wird durch das starke Mundwerkzeug der Prachtschmerlen verursacht. Sie knacken damit z. B. Schneckengehäuse auf. Gut zu beobachten ist das bei Futtertabletten.

Die Färbung ändert sich mit der Zeit.

Wenn Prachtschmerlen größer werden ändert sich die Zeichnung. Die Zeichnung zieht sich nicht lang, sondern sie wächst wie ein Baum weiter. Dabei bekommen sie oft eine schwarze Nase.

Die Geschlechtsunterschiede


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Chromobotia macracanthus

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Sitron

Laut Literatur können die Geschlechter anhand der Schwanzflosse unterschieden werden, wenn die Tiere größer als 10 bis 15 Zentimeter sind. Die Spitzen der Schwanzflosse laufen bei Weibchen gerade aus, während sie bei Männchen nach innen gebogen sind. Der Einschnitt sieht bei Weibchen deshalb mehr aus wie eine Spitze Klammer <, bei Männchen eher wie die Zange eines Ohrenkneifers.

Es ist in der Regel einfacher, die Geschlechtsunterschiede am kräftigeren Körperumfang der Weibchen festzumachen. Die Form der Schwanzflosse ist evtl. nicht eindeutig.

Die gezielte Zucht ist noch nicht gelungen.

Von Zufallszuchten wird hin und wieder berichtet. Die meisten Prachtschmerlen im Handel sind aber Wildfänge. Eine gezielte Zucht ist bisher nicht bekannt geworden. Angeblich sollen die Chancen in großen Teichen am Besten sein, wenn auch die klimatischen Bedingungen geeignet sind.

Weil die Prachtschmerlen recht groß werden, müssen die Tiere vermutlich mindestens 3 bis 4 Jahre alt sein, bevor ein Zuchtversuch gestartet werden kann.

Theoretische Überlegungen führten zu folgenden möglichen Zuchtvoraussetzungen:

  • Temperatur: 24 bis 26° C
  • pH-Wert: 6,5 – 7
  • Karbonathärte: bis 10°
Prachtschmerlenbaby
Prachtschmerlenbaby
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Foto: Yvonne Gieseking

Das Wasser sollte frisch und gut mit Sauerstoff versorgt sein.

Möglicherweise unternehmen Prachtschmerlen ausgedehnte Laichwanderungen. Im Aquarium wäre das dann sehr schwierig zu imitieren.

Ob Gerüchte stimmen, dass in Japan oder in der ehemaligen Sowjetunion die Zucht mit Hormonbehandlungen durchgeführt wird oder wurde, ist unklar. Hormonbehandlungen sind aus aquaristischer Sicht auch nicht wünschenswert.

Selbst wenn die Tiere im Aquarium wild herumtollen und scheinbar balzen, folgt keine Eiablage. Einige Tiere bekommen einen schwarzen Fleck an der Seite und auf dem Bauch auf Höhe der Rückenflosse. Weil auch von solchen Tiere kein Laichbericht vorliegt, ist nicht klar, ob die Flecken etwas mit der Laichbereitschaft zu tun haben.

In der Natur laichen Prachtschmerlen zu Beginn der Regenzeit in schnellfließenden, schäumenden Bächen. Die jungen Fische schließen sich zu großen Schwärmen zusammen und wachsen im ruhigeren Wasser auf, wo die Bäche in Flüsse münden. Die erwachsenen Schmerlen bilden nur kleine Gruppen.

Höhlen für Prachtschmerlen


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Chromobotia macracanthus

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Kristof vt

Prachtschmerlen liegen gerne in Höhlen. Die Höhlen können z. B. aus Ton oder Bambus sein. Die Höhlen müssen vorne und hinten offen sein. Weil Prachtschmerlen gerne Kontakt haben, sollten die Wohnröhren den gleichen Durchmesser haben wie die Schmerlen und ca. 1 1/2 Mal so lang sein. Die Höhlen werden flach auf den Boden gelegt.

Die Höhlen dienen nicht nur als Versteck, sondern auch zur Gliederung des Beckens. Die Tiere können so ihre Reviere leichter abgrenzen und sich besser orientieren.
Schmerlenbecken werden deshalb nicht oft umgestaltet, vor allem nicht im ersten Jahr. Schmerlen mögen keine großen Veränderungen.

Bambus für Prachtschmerlen

Ein Aquarium für Prachtschmerlen kann gut mit Bambus dekoriert werden.

Für ca. 13 Zentimeter lange Tiere können z. B. 20 bis 30 Zentimeter lange und ca. 5 Zentimeter dicke Bambusröhren als Höhlen in das Aquarium gelegt werden. In solche Höhlen passen dann ein bis zwei Tiere.

Bambushöhlen für mehrere Tiere sind ca. 40 Zentimeter lang und ca. 16 Zentimeter im Durchmesser. Der Bambus wird so geschnitten, dass er durch die natürlichen Trennwände geschlossen ist. Es werden an beiden Enden einige Löcher hineingebohrt und dann ca. 5 Zentimeter große Löcher hineingefeilt.

Unter Umständen muss Bambus beschwert werden, weil er sonst nicht untergeht.

Bambus gibt es in Baumärkten. Evtl. sind Gartenleuchten mit einem Stiel aus Bambus preiswerter als andere Bambusstäbe.
Die oberste Schicht wird mit Schmirgelpapier abgeschliffen. Dann wird der Bambus ausgekocht. Dann kann er als Höhle in das Aquarium.

Ecken werden abgeschliffen und abgerundet.

Literatur

Prachtschmerlen Ihr Hobby-Reihe Bede-Verlag

Prachtschmerlen:




Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Prachtschmerle

Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus)

Systematik
ohne Rang: Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Schmerlenartige (Cobitoidea)
Familie: Prachtschmerlen (Botiidae)
Gattung: Chromobotia
Art: Prachtschmerle
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Chromobotia
Kottelat, 2004
Wissenschaftlicher Name der Art
Chromobotia macracanthus
(Bleeker, 1852)

Die Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus) ist die einzige Art der Gattung Chromobotia innerhalb der Familie der Prachtschmerlen (Botiidae).

Chromo bezieht sich auf die Farbenpracht, botia geht auf eine auf Sumatra gebräuchliche Bezeichnung für diese Art zurück. Der Artname macracanthus bedeutet ?mit großen Stacheln? (Augendornen).

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prachtschmerlen stammen aus Südostasien und kommen dort in Indonesien in Süßwasser-Flüssen der beiden großen Sundainseln Sumatra und Borneo vor.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sehr markante schwarz-orange Körperzeichnung und -färbung dient im vegetationsarmen Bodenbereich der schnell fließenden Heimatgewässer der Tarnung. Prachtschmerlen sind keine Schwarmfische, leben aber in größeren sozialen Verbänden, die gemeinsame Laichwanderungen unternehmen. Am Beginn der Regenzeit ziehen Prachtschmerlen in großen Schulen in die Oberläufe von Flüssen und in schnellfließende Bäche, um dort zu laichen. Jungfische ziehen mit der Strömung in die Unterläufe und nährstoffreichen Mündungsgebiete. Prachtschmerlen nehmen überwiegend tierische, aber auch pflanzliche Nahrung auf.

Mit einer maximalen Gesamtlänge von circa 30 Zentimetern ist die Prachtschmerle ein stattlicher Süßwasserfisch und ein gegenüber Fressfeinden wehrhafter dazu. Wie alle Vertreter der Unterfamilie Botiidae verfügt nämlich auch diese Art über ein Paar spitze und scharfe Augendorne. Jeweils ein Dorn liegt in einer Hauttasche unter jedem Auge, kann durch Muskelbewegungen nach vorn ausgeklappt und mit einem Knochengelenk arretiert werden. Prachtschmerlen können mit ihren Schlundknochen knackende Geräusche erzeugen, die der innerartlichen Verständigung dienen. Da sie, wie alle Karpfenfischartigen, am Kopfskelett über den Weberschen Apparat verfügen, sind sie in der Lage, Töne wahrzunehmen.

Ausgewachsene laichreife Weibchen lassen sich durch die deutliche Leibesfülle leicht von adulten Männchen unterscheiden. Andere äußere Geschlechtsmerkmale bestehen nicht.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prachtschmerle wurde 1852 von dem holländischen Naturforscher Pieter Bleeker als Cobitis macracanthus wissenschaftlich erstbeschrieben. Typuslokalität ist der Fluss Kwanten, nahe Palembang, in dem zu Indonesien gehörenden Westteil der großen Sundainsel Sumatra. Weitere Synonyme sind Botia macracanthus, Botia macracantha und Hymenophysa macracantha. 2004 stellte der Schweizer Ichthyologe Maurice Kottelat für diese Art, die sich von den anderen Vertretern der Gattung Botia ausschließlich durch ihre auffällige Körperfärbung unterscheidet, die monotypische Gattung Chromobotia auf.

Bedeutung für den Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrer Heimat sind Prachtschmerlen Speisefische, die mit Stell- und Senknetzen gefangen werden.

Seit Mitte der 1930er Jahre gehört die Prachtschmerle weltweit zu den beliebtesten Aquarienfischen. Überwiegend werden junge Wildfänge gehandelt. Aufgrund ihrer Größe (30 cm) und ihres Sozialverhaltens (lebt in Gruppen, ist im Alter revierbildend) ist eine artgerechte Haltung jedoch nur in großen bzw. sehr großen Aquarien möglich.

Erst seit wenigen Jahren ist die kommerzielle Vermehrung nach Injektion von Hypophysenhormonen üblich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus) ? Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Bleeker (1852): Diagnostische beschrijvingen van nieuwe of weinig bekende vischsoorten van Sumatra. Tiental I - IV. Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch Indië, Volume 3, S. 569?608.
  • R. Fricke (1991): Types and historical materials in the fish collection of the Staatliches Museum für Naturkunde in Stuttgart. Part 1. The Bleeker collection. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, 471, S. 1?85.
  • M. Kottelat (2004): Botia kubotai, a new species of loach (Teleostei: Cobitidae) from the ataran River basin (Myanmar), with comments on botiinae nomenclature and diagnosis of a new genus. Zootaxa, 401, S. 1?18.


Text und Bilder der Zusatzinformation stammen aus dem Artikel Prachtschmerle der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.






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