Alle Infos zu Dornaugen (Pangio)

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Haltungsbedingungen für Dornaugen


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Pangio anguillaris im Steinhaufen

Foto: Verena Kuhl

Dornaugen sind sehr friedliche Tiere, die einfach zu pflegen sind. Laut Fachbüchern sollen Dornaugen aus weichen, warmen Gewässern stammen. Sie fühlen sich aber scheinbar auch bei höheren Werten wohl. Trotzdem sollten die natürlichen Bedingungen so gut wie möglich nachgeahmt werden.

Als Boden ist dunkler, feiner Kies oder Sand geeignet. Besonders kleine Dornaugen bevorzugen Sand. Bei größeren Dornaugen kann auch 2 Millimeter Kies verwendet werden. Der Boden wird durchwühlt, ähnlich wie es Panzerwelse mit den Barteln machen. Pflanzen werden dabei nicht ausgegraben. Sie vertiefen höchstens ihre Liegemulden unter Steinen oder Wurzeln.
In der Natur kauen sie hauptsächlich Sandböden durch und ernähren sich von den darin befindlichen Kleinstlebewesen. Deshalb sollte zumindest eine Sandecke im Aquarium sein.

Das Aquarium sollte teilweise dicht bepflanzt sein. Unter kleinen Speerblättern oder dunklen Cryptocorynen verstecken sich Dornaugen gern.

Es sollten immer mehrere Dornaugen zusammen gehalten werden. Ab 4 Tieren verhalten sich Dornaugen relativ lebhaft. Es wird zwar oft behauptet, dass Dornaugen nur in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind, sie sind aber auch am Tag aktiv, wenn sie sich wirklich wohlfühlen.
Sie kommen z. B. zur Fütterung fast zu jeder Tageszeit aus ihren Verstecken oder liegen zwischen Pflanzen. Es kann aber sein, dass sie tagelang oder sogar monatelang versteckt bleiben, weil sie sich in kleinste Ritzen quetschen können.
Manchmal graben sie sich im Boden regelrecht ein, bis nur noch Kopf und Schwanz sichtbar sind. Sie liegen gerne zusammen unter Wurzeln oder Steinen. Sie sind aber auch mal alleine unterwegs.

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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-04-25


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Pangio muraeniformis

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0
Urheber: Nat Tarbox

Wenn Dornaugen auf Dauer versteckt bleiben, sollte geprüft werden, ob die Beleuchtung evtl. zu stark ist.

Eine kleine Höhle sollte im Aquarium sein. Dornaugen zwängen sich dort hinein, liegen dort eng zusammen und beschnuppern sich.

Weil sie sich auch in kleinste Ritzen zwängen, sollte bei Außenfiltern ein Stück Filtermatte anstatt des Korbes am Ansaugrohr befestigt werden.
Als Nebeneffekt verschmutzt der Filter nicht so schnell. Andererseits bleibt nicht eingesaugter grober Schmutz an der Matte hängen.

Beim Wasserwechsel muss aufgepasst werden, dass die Dornaugen nicht mit eingesaugt werden, weil sie sehr neugierig sind.

Dornaugen werden sehr alt. Nach Berichten können sie ca. 10 Jahre alt werden.

Sie sind sehr empfindlich gegen Kupfer. Bei Anwendung von kupferhaltigen Medikamenten versuchen sie, das Aquarium nach oben zu verlassen.

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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: TomiUSM

Geeignete Wasserwerte:

  • Gesamthärte: 9 bis 10° dH
  • Karbonathärte: 3 bis 8° dH
  • pH-Wert: ca. 7
  • Nitrit: n. n.
  • Nitrat: 20 mg/l
  • Temperatur: 24 bis 28° C

Die Temperaturen sollten zur Dauerhaltung bei ca. 24 bis 26° liegen. Nach einem Bericht starben Pangio semicincta, weil die Temperaturen im Sommer längere Zeit bei 29° lagen. Nach anderen Erfahrungen sind solche Temperaturen im Sommer auch über einige Wochen unschädlich.
Es gibt aber auch einen Bericht, nach dem Pangio pangia und Pangio kuhlii sumatranus erst bei etwas höherer Temperatur von 27 bis 28° richtig aktiv wurden.
In der Regel werden höhere Temperaturen über 26° aber nicht empfohlen.

Dornaugen können gut springen.


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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Linton Tuleja

Dornauen flitzen gerne an den Scheiben entlang. Meistens in der Nacht. Dabei können sie auch aus dem Becken schießen. Sie springen selbst durch die kleinsten Lücken. Das Becken muss deshalb gut abgedichtet werden.
Das Aquarium sollte eine Deckscheibe haben. Öffnungen, z. B. für Kabeldurchführungen, sollten mit Filterwatte oder anderen geeigneten Materialien versperrt werden.
Offene Becken müssen einen ausreichend hohen Rahmen haben. Wenn der Abstand zwischen Wasseroberfläche und Aquarienrand größer ist als die Dornaugen lang sind, kommen sie normalerweise auch oben nicht aus dem Aquarium heraus.

Dornaugen sind schwierig zu fangen.


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Pangio anguillaris im Sand vergraben

Foto: Verena Kuhl

Weil Dornaugen sich in die kleinsten Spalten quetschen, sind sie sehr schwierig zu fangen. Selbst in ausgeräumten 54 Liter Aquarien kann das eine zeitaufwändige Operation werden.
Beim Fangen helfen kann eine selbstgebaute Fischreuse, in die einige Futtertabletten gelegt werden. Wenn die Tiere vorher einige Tage nicht gefüttert wurden, gehen sie evtl. in die Reuse.

Dazu wird eine Kunststoffflasche auseinandergeschnitten. Der obere Teil der Flasche wird umgedreht und in den Rest der Flasche gesteckt. Die Reuse wird mit Wasser und Futtertabletten gefüllt und in das Aquarium gelegt. Kleinere Flaschen können zumindest teilweise in ein Fangnetz gelegt werden, so dass sie leicht aus dem Aquarium gezogen werden können.


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Pangio anguillaris im Sand vergraben

Foto: Verena Kuhl

Die Geschlechtsunterschiede


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Noch nicht ausgewachsenes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Robert Mollik

Das Geschlecht kann bei Tieren ab ca. 2 Jahren erkannt werden. Dornaugen sind dann erwachsen. Die Weibchen können zeitweise am relativ starken Laichansatz erkannt werden.
Männchen sind einige Stunden nach regelmäßiger und kräftiger Fütterung wieder recht dünn. Die Weibchen erkennt man dann am starken Laichansatz bzw. Bauchumfang.

Weibchen haben relativ kleine, durchsichtige, eher runde Brustflossen. Brustflossen sind die paarigen Flossen hinter dem Kopf. Männchen haben deutlich größere und meistens eher sichelförmige Brustflossen.

Der zweite Flossenstrahl ist bei den Männchen verdickt. Mit einer Lupe kann das evtl. gesehen werden. Häufig ist bei Männchen zumindest der Vorderrand der Flosse gelblich-braun gefärbt.

Diese Merkmale werden am Besten in einem kleinem Gefäß von unten betrachtet.

Die gezielte Zucht von Dornaugen ist noch nicht gelungen.


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Pangio anguillaris Weibchen mit Laichansatz

Foto: Verena Kuhl

Die Zucht von Dornaugen ist bisher nur zufällig und ohne Absicht gelungen. Von einer gezielten Zucht wurde bisher noch nicht berichtet.

Das Ablaichen scheint stark von den Wasserwerten abzuhängen. Alle bekannten Laichversuche fanden z. B. in sehr weichem Wasser statt.

Zufallszuchten finden scheinbar vor allem in Filtern statt. Evtl. spielt die Strömung eine Rolle. Möglichweise benötigen Dornaugen enge Spalten, durch die sie sich zwängen, um die Eier aus dem Bauch zu streifen. Darauf deuten verschiedene Berichte hin, nach den Dornaugen an Laichverhärtung gestorben sind.

Wenn ein einzelnes Dornauge oder mehrere Dornaugen ständig an den Scheiben entlang schwimmen, oder Kreise ziehen, hin und wieder auf dem Boden aufsetzen und dann weiter kreisen, ist das Tier bzw. sind die Tiere evtl. auf Partnersuche.
Ursachen können aber auch Temperaturunterschiede beim Wasserwechsel, geringfügige Veränderungen im Becken z. B. beim Schneiden von Pflanzen, veränderte Wasserwerte, Menschen vor dem Aquarium usw. sein. Das Verhalten könnte also stressbedingt sein, da auch einzelne Dornaugen sich verhalten zeigen. Ich konnte jedoch auch 2 Tiere beobachten, die ständig miteinander und umeinander schwammen, was evtl. als Balzverhalten zu deuten ist. Jedoch haben meine Wasserwerte (Gh 12) ein evtl. mögliches Ablaichen wohl verhindert.


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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Bonhilda

Manchmal schwimmen auch 2 Tiere ständig miteinander und umeinander. Evtl. handelt es sich dabei um Balzverhalten.

Angeblich ist ein leichter Grünschimmer am Bauch zu erkennen, wenn ein Weibchen Eier trägt.

Wahrscheinlich werden die Tiere zur Paarung stimuliert, wenn dar Wasserstand langsam über 2 bis 3 Tage auf ca. 30 bis 40 % abgesenkt wird. Dabei sollte täglich Wasser gewechselt werden und die Tiere abwechslungsreich gefüttert werden.

Laut Literatur wird meistens in der Nähe der Oberfläche im Pflanzendickicht gelaicht. In der Hobbyzucht laichen Dornaugen scheinbar gern in einem Innenfilter mit großer Strömung kurz nach einer Reinigung, wenn die Strömung besonders groß ist. Dazu muss es möglich sein, dass die Dornaugen vom Aquarium in den Filter wandern können.

Vor dem Laichen zeigen die Tiere typisches Wanderverhalten. Die sonst scheuen Tiere schwimmen tagelang an den Scheiben auf und ab. Sie versuchen vielleicht, in schnell fließende Bäche flussaufwärts zu wandern.

Sie verschwinden irgendwann im Filter. Dort bleiben sie 2 bis 3 Tage. Der Laich wird möglicherweise im Filter in Bereiche mit scharfkantigem Lavageröll oder Ähnlichem ablegt.


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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Guppy789

Vermutlich verlassen die Dornaugen den Filter entgegen der Ansaugung, also dort wo sie hergekommen sind. Die Eier oder die Jungen werden nach einiger Zeit lebend durch die Filterturbine in das Aquarium gespült.
Für erwachsene Tiere darf der Zugang durch die Filterturbine nicht möglich sein. Die Tiere werden sonst schwer verletzt.

Vielleicht muss kein scharfkantiges Geröll im Filter sein, sondern der Filter muss nur enge Spalten zum Abstreifen des Laichs bieten. Evtl. ist es sinnvoll ein vergleichbares System zu bauen und stark durchströmen zu lassen.

Eine Laichhöhle kann aus Filterschaum geschnitten oder aus Steinen gebaut werden. Der Filterauslauf wird mit einem Schlauch bis zum Boden und ein Stück horizontal weiter verlängert. Auf dem Boden wird ein Steinhaufen angelegt und mit einem halben Blumentopf verdeckt. Der Schlauch wird in die Steine gesteckt, um eine starke Strömung zu erzeugen.

Die Eier der Dornaugen sind grün. Brutpflege wird nicht betrieben.

Zur Zucht geeignete Wasserwerte:

  • Leitwert: 223
  • Gesamthärte: 6
  • Karbonathärte: 3
  • Nitrat: 25 mg/L
  • Nitrit: 0
  • Ammoniak: 0
  • pH-Wert: 7

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*Letzte Aktualisierung erfolgte am: 2018-04-25

Futter für Dornaugen

Dornaugen fressen alles, was auf den Boden kommt und so klein ist, dass es in ihr Maul passt. Von Flockenfutter bis zu lebenden Mückenlarven. Garnelen und Schnecken werden in der Regel nicht gefressen. Die Mäuler der Dornaugen sind so klein, dass sie andere Mitbewohner nicht fressen. Sie gehen auch nicht aktiv auf die Jagd. Lediglich winzige Jungfische könnten gefressen werden. Zwerggarnelen z. B. werden in Ruhe gelassen.

Abgestorbenes Pflanzenmaterial und Detritus werden ebenfalls gefressen. In einem eingelaufenen Aquarium bekommen Dornaugen genug Futter. In einem neu eingerichteten Aquarium könnten sie ohne zusätzliche Fütterung evtl. hungern.

Geeignetes Futter:

  • Flockenfutter
  • Futtertabletten
  • Futtergranulat
  • Gurken
  • Möhren
  • Paprika
  • kleines Lebendfutter, bis ca. der Größe von Roten Mückenlarven
  • lebende Tubifex
  • zerdrückte Schnecken

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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Marrabbio2

Einige Dornaugen haben wirklich einen Dorn.

Einige Dornaugen haben einen Dorn zwischen den Augen. Vereinzelte Behauptungen, dass Dornaugen mit diesem Dorn den Pfleger empfindlich piken können, sind vermutlich stark übertrieben. Glaubwürdige Berichte sind nicht bekannt. Nebenwirkungen, z. B. Jucken und Rötungen, sind ebenfalls unbekannt.

Prachtschmerlen haben unter dem Auge einen kleinen Dorn. Auch diesen Dorn bekommt man extrem selten zu sehen, geschweige denn zu spüren.

Sowohl Dornaugen als auch Schmerlen, ziehen sich normalerweise zurück, wenn in das Aquarium gegriffen wird.

Literatur

Schmerlen im Aquarium von Gerhard Ott


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Pangio kuhli - Geflecktes Dornauge

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Louie

Pangio Kuhlii:


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