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Datenblatt über Otocinclus

Datenblatt: Otocinclus
Deutscher Name:
Ohrgitterharnischwels
Herkunft:
Südamerika
Größe:
4 – 5 cm
Aquarium
Länge:
60 cm
Inhalt:
54 Liter
Beleuchtung:
Schattig
Einrichtung:
Pflanzen, Wurzeln, Verstecke
Wasserwerte
Temperatur:
21 – 25 °C
ph-Wert:
5,5 – 7,5
KH:
 °dKH
GH:
4 – 10 °dGH
Verhalten
Anzahl:
7
Bereich:
Überall
Vermehrung:
Eierleger
Futter:
Allesfresser
Verhalten:
Gesellig, empfindlich gegen Umsetzen
Schwierigkeitsgrad
Anfänger mit Grundkenntnissen

Allgemeines über Otocinclus

Otocinclus
Otocinclus auf grünem Tigerlotus
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Foto: Renate-Friederike

Otocinclus sind Harnischwelse aus der Familie der Hypoptomatinae. Otocinclus gelten als heikle Fische, Neu eingesetzte Tiere sterben häufig nach relativ kurzer Zeit. Wahrscheinliche Ursachen sind Verhungern oder Mangel an Spurenelementen.

Mittel mit Spurenelementen gibt es von verschiedenen Herstellern, z. B. S7 von Dennerle. Ob so ein Mittel benötigt wird ist abhängig vom verwendeten Wasser, dem Anteil an Osmosewasser und dem Aufhärtesalz.

Auf dem Weg in den Handel und im Handel fressen die Tiere kaum. Tiere im Handel sind deshalb oft abgemagert. Gut genährte Otocinclus haben einen kleinen, kugelförmigen Bauch.

Ist die Eingewöhnungszeit überstanden, können die Tiere lange leben. Allerdings vertragen sie keine hohen Nitratwerte und sie brauchen viel frisches Wasser.

In weichem Wasser fühlen sie sich deutlich wohler als in hartem Wasser. Sauberes nitritfreies Wasser ist die Voraussetzung für längeres Überleben. Dazu leiden sie sehr unter sauerstoffarmem Wasser und zu hohen Temperaturen. Auf Dauer sollte die Temperatur maximal 26° C betragen.


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Otocinclus vittatus - Längsstreifen-Ohrgitterharnischwels

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Chle

Otocinclus leben in einem lockeren Verbund und sollten in Gruppen von mindestens 5 Tieren gehalten werden. Sonst sieht man sie auch selten. In einem 112 Liter Aquarium können z. B. 5 Otocinclen, in einem 200 Liter Aquarium 8 Otocinclen gehalten werden. Einzeln fühlen sie sich unwohl.
Die Tiere schwimmen auch als Einzeltiere, aber oft liegen mehrere Tiere auf benachbarten Pflanzenblättern oder weiden in kürzeren Abständen die Pflanzen ab.

Richtige Schwärme werden evtl. gebildet, wenn wirklich viele Otocinclen zusammen gehalten werden. Grundsätzlich, das gilt auch für andere Schwarmfische, sind folgende Faktoren für eine Schwarmbildung ausschlaggebend:

  • ausreichende Beckengröße
  • ausreichende Anzahl, 5 bis 6 Otocinclen sind zu wenig
  • Bepflanzung. Je dichter die Bepflanzung, desto mehr Unterschlupf und Fluchtmöglichkeiten bestehen und desto weniger schwimmen Fische im Schwarm
  • Strömung im Becken
  • Besatz mit Fischarten, die als Feinde eingestuft werden

Dabei ist zu beachten, dass Schwarmbildung ein Schutzmechanismus gegen Feinde und Räuber ist.

Gut ist das z. B. bei Roten Neons zu beobachten. Eine große Gruppe kann jahrelang verstreut im Aquarium schwimmen. Sobald ein Fressfeind dazugesetzt wird, z. B. ein Zwergbuntbarsch, rotten sich die Roten Neons zusammen und schwimmen im Rudel, auch wenn der Zwergbuntbarsch keinen Neon anrührt.

Eingewöhnte Otocinclus können handzahm werden und durch die Hände durchschwimmen oder die Arme abweiden.

Während einige Otocinclus Strömung scheinbar mögen und beim Wasserwechsel sofort in der Strömung schwimmen, verhalten sich andere Otocinclus unabhängig von der Strömung, weiden den ganzen Tag unaufhörlich Pflanzenblätter nach Algen ab. Unklar ist, ob das artabhängig ist oder ob sich die Vorliebe für Strömung von Einzeltier zu Einzeltier unterscheidet.


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Otocinclus macrospilus -Gestreifter Ohrgitterharnischwels

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Rainer Schmitt

Artabhängig ist auf jeden Fall das Fressverhalten. O. affinis liegen meistens auf Pflanzen und Wurzeln. Dort schaben sie kleine Algenteppiche ab. Andere Arten fressen bevorzugt Algen von Steinen und Kieseln. Alle Arten sind fast ständig am raspeln. Tiere, die nur faul herumliegen, sind oft zu satt, um noch irgendwo nach Algen zu suchen.

Normale Otocinclus können mindestens 5 Jahre alt werden.

Für Futter in Form von Gemüse sollte man sorgen, wenn nicht genügend Algen da sind. Fadenartige Algen werden nicht gefressen, sondern nur flache Grünalgenbeläge, wie sie sich auch gerne an der Frontscheibe bilden.

Otocinclus schwimmen manchmal schnell an den Scheiben auf und ab. In der Regel ist das kein Hinweis auf Krankheiten etc. Wenn zu viele Fadenalgen im Aquarium sind, können sie sich darin angeblich verhaken und durch die Schwächung verenden.

Geeignete Wasserwerte:

  • Karbonathärte: 5 evtl bis ca. 11
  • pH-Wert 6,5 bis 6,8
  • Temperatur: 23 bis 26° C

Namensverwirrung

Normalerweise werden Otocinclus im Deutschen als Ohrgitter-Harnischwelse bezeichnet. Der wissenschaftliche Name ist Hypoptopomatinae.
Für alle Otocinclus-Arten und Verwandte wird auch der deutsche Name Kleiner Saugwels verwendet.

Im Handel werden offenbar alle Otocinclus als Otocinclus affinis verkauft. Es handelt sich aber zum Teil um unterschiedliche Arten. Darunter sind wissenschaftlich bestimmte und unbestimmte Arten. Oft handelt es sich um Otocinclus hoppei oder O. vittatus. Der echte O. affinis ist nur noch selten und fast ausschließlich als Wildfang zu bekommen.

Im Mergus werden mehrere Otocinclus-Arten beschrieben. Einige der Arten sind wissenschaftlich beschrieben und haben einen wissenschaftlichen Namen. Arten ohne wissenschaftlichen Namen werden als Otocinclus sp. oder spec. bezeichnet.
Otocinclus affinis wird auch Gestreifter Ohrgitterharnischwels oder Gestreifter Saugwels genannt.

Von Otocinclus gibt es ca. 27 Arten, von Parotocinclus ca. 13 unbeschriebene Arten, die teilweise sehr schwierig zu unterscheiden sind.

In den Mergus-Atlanten beschrieben sind: Otocinclus ...

affinis 1/492, 336
cf. affinis 340
arnoldi 2/508, 337
Brauner 2/520, 337
caudimacula 5/390, 341
fimbriatus 2/508, 337
flexilis 2/508, 337
Gelbpunkt 5/388, 341
gibbosus 5/378, 337
joberti 5/344, 329
leucofrenatus 3/376, 5/376, 336, 337
macrospilus 3/378, 337
maculicauda 2/508, 5/390, 337, 341
mariae 3/378, 337
notatus 2/508, 5/376, 336, 337
Rotflossen 2/512, 340
vittatus 3/378, 337

Parotocinclus ...
cesarpintoi 5/386, 340
cf. britskii 5/386, 340
cristatus 5/388, 341
jimi 5/388, 341
maculicauda 5/390, 341
sp. "Minimus" 5/394, 342 evtl. der Kleine ?
sp. "Rio Cristalino" 5/394, 342
spilosoma 5/392, 341
cf. spilosoma 5/392, 341

Daneben gibt es noch einige dort nicht aufgeführte Arten. Die Zahlen ohne Bandangabe sind die des Fotoindex-Bandes.

Nicht alle Zuordnungen im Mergus sind korrekt. Otocinclus affinis zeigt z. B. ein schmaleres, nicht unterbrochenes Längsband und keinen Schwanzwurzelfleck. Die Zeichnung auf der Schwanzflosse ist auch nicht so ausgeprägt wie auf den Bildern im Mergus.
Viele Bilder im Mergus werden scheinbar bearbeitet. Zumindest werden nur besonders gute und farblich ansprechende Bilder verwendet. Einige Arten sehen deshalb in Wirklichkeit nicht so aus wie auf den Bildern. Die Farben sind in der Realität oft blasser. Im Mergus Cichliden-Atlas sind die Eier von Apistogramma-Arten z. B. viel zu bunt.

Die Otocinclus, die in unseren Aquarien schwimmen, sind vermutlich Vertreter mehrerer Arten, so dass gar nicht genau bestimmt werden kann, um welche Art es sich wirklich handelt.

Nach Angaben von Ingo Seidel, einem bekannten Welskenner, handelt es sich bei den meisten Otocinclus im Handel um Otocinclus hoppei. Otocinclus macrospilus wird ebenfalls als Otocinclus affinis verkauft. Auch Otocinclus vittatus ist in seiner Heimat sehr verbreitet und geht so den Fängern vielleicht häufiger ins Netz.

Nähere Informationen zu Otocinclus stehen im Archiv der DATZ. Außerdem hat S. A. Schaefer dazu eine Arbeit veröffentlicht.

Die Unterschiede zwischen einigen Arten

Die Beschreibung der Unterschiede beruht auf Bildern aus dem Mergus.

Bei O. mariae und O. vestitus ist die Bauchfarbe gleich. Bei O. mariae ist die dickste Stelle in Höhe der Augen, bei O. vestitus hinter den Bauchflossen. In der seitlichen Ansicht zeigt O. vestitus eine steilere Kopfform. O. mariae hat eine sehr flache Kopfform.
O. vetitus hat eine Linie von der Nase bis zur Schwanzwurzel. An der Schwanzwurzel ist die Linie unterbrochen bzw. undeutlich. Auf der Schwanzwurzel ist ein großer Fleck. O. mariae hat eine durchgehende Linie, die sich am Ansatz der Schwanzflosse etwas erweitert und keinen Schwanzfleck. Dazu hat O. mariae 2 deutliche dunkle Streifen parallel in der Schwanzflosse.
O. affinis hat die dickste Stelle zwischen Augen und Brustflossen. O. affinis hat keine so deutlich heraustretende Seitenlinie wie die obigen Arten. Die Linienfärbung geht fast in Rückenfärbung über.
Die Körperform von O. flexilis ähnelt der Körperform von Ancistrus dolicopterus, dem Blauen Antennenwels. Die gefleckte Körperfärbung erinnert eher an Aspidoras maculosus, Corydoras garbei, C. barbatus, C. leucommelas (matter). O. flexilis hat keine Seitenlinie.

Otocinclus negros


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Otocinclus (evtl. Hisonotus leucofrenatus Ribeiro)

Foto: Viola (Forum)

Otocinclus negros werden auch unter den Namen Otocinclus negros spec. “Paraguay”, "Otocinclus" spec. "Paraguay", Otocinclus niger, Otocinclus nero und Otocinclus paulinus gehandelt. Die Bezeichnungen Otocinclus negros und auf deutsch Brauner Ohrgitterharnischwels sind gebräuchlich. Die Tiere gehören vermutlich zur Gattung Hisonotus und stammen aus verschiedenen Gewässern in der Gegend von Sao Paulo in Brasilien, u. a. aus dem Rio Piraciciba.

Es handelt sich um einen kleinen Wels mit typischer Otocinclus-Form, der bis zu 4 Zentimeter lang wird. Die Rückenflosse ist klein.

Der Körperbau ist etwas schmaler als der von O. affinis. Die Tiere sehen etwas zarter aus, sind mittel- bis dunkelbraun, im Gesicht etwas gefleckt. Zwischen Augen und Schnauzenspitze befinden sich dünne gelbe Streifen, die ein wabenartiges Netz bilden. Die obere Schwanzspitze ist durchsichtig.

Die Tiere brauchen alteingerichtete Aquarien mit reichlich Algen, darunter auch Braunalgen. Die Zucht ist gelungen, es gibt jedoch keine ausführlichen Zuchtberichte.

Parotocinclus maculicauda

Parotocinclus maculicauda sind in kühlen Gebirgsbächen beheimatet. Sie vertragen deshalb keine hohen Temperaturen. In den meisten Aquarien werden sie zu warm gehalten. Die Temperatur sollte eher bei ca. 20° C liegen. 22° bis 24° C sind noch zuträglich. 27° bis 28° C, die in vielen Südamerikabecken herrschen, sind zu hoch.

Wie Otocinclus sind sie gesellige Schwarm- bzw. Gruppenfische. Verhalten und Pflege sind ähnlich wie bei Otocinclus. Evtl. sind sie je nach Temperatur nicht so lebhaft und aktiv wie andere Otocinclus.

Hisonotus leucofrenatus Ribeiro

Die Beschreibung bezieht sich auf die im Kapitel abgebildeten Tiere.

Hisonotus leucofrenatus Ribeiro zeigen bei Stress, eine helle Hautoberfläche, dies kann auch gefleckt sein. Sie werden ca. 3 bis 4 cm groß, wobei die Weibchen größer sind, als die Männchen. Sie sind sehr friedlich und können mit kleineren und mittelgroßen Fischen vergesellschaftet werden. Diese kleinen Wesen fressen abgestorbene Pflanzenteile, auch Algen , Frostfutter (keine allzu große Stücke) und auch Gemüse.


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Otocinclus (evtl. Hisonotus leucofrenatus Ribeiro)

Foto: Viola (Forum)


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Otocinclus (evtl. Hisonotus leucofrenatus Ribeiro)

Foto: Viola (Forum)


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Otocinclus (evtl. Hisonotus leucofrenatus Ribeiro)

Foto: Viola (Forum)


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Otocinclus (evtl. Hisonotus leucofrenatus Ribeiro)

Foto: Viola (Forum)