Honigguramis (Colisa chuna)

Allgemeines über Honigguramis

Honigguramis (Colisa chuna) werden 3,5 bis 4,5 Zentimeter groß. Sie werden bei 23 - 24° C gepflegt. Sie vertragen aber auch Temperaturen zwischen 25 - 30° C. Die Karbonathärte kann zwischen 3 und 8, die Gesamthärte zwischen 6 und 12 betragen.


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Honiggurami

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.5
Urheber: Zikamoi

Honigguramis sollten möglichst in einem Artenbecken gehalten werden. Für ein Paar reicht ein Becken von 40 Zentimeter bis 60 Zentimeter Länge. Anfänger sollten ein 60 Zentimeter Aquarium bevorzugen.
Unter Umständen können 1 Männchen und 2 Weibchen in ein 40 Zentimeter und 2 Paare in ein 60 Zentimeter Aquarium gesetzt werden.

Erfahrene Halter können Honigguramis sogar auf der Fensterbank in kleinen Becken mit 22 Liter Inhalt und einem Heizstab pflegen. Als Boden kann mittelgrober Kies verwendet werden. Ein Filter ist nicht notwendig, wenn häufig Wasser gewechselt wird. Ein solches Becken muss aber völlig verkrautet sein. Dann können sogar 2 Paare gehalten werden. Sie laichen dort regelmäßig ab. Wenn reichlich Mulm und damit zahlreiche Mikroorganismen im Becken sind, kommen auch ohne spezielle Fütterung einige Junge durch.


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Trichogaster chuna

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Antoondommerholt

Honigguramis sind friedlich. Trotzdem fängt das Männchen früher oder später an, das Weibchen herumzuscheuchen. Wenn ein Weibchen unbedingt ihren Laich loswerden will, dann kann auch ein Weibchen aufdringlich werden und auch intensivere Farben annehmen.

Ein Aquarium für Honigguramis braucht deshalb viele Verstecke und sehr viele Pflanzen, z. B. Javafarn, Javamoos, Hornkraut oder Nixkraut. Das unterlegene Tier kann sich dann zurückziehen und erholen.

Honigguramis gelten als empfindlich und anfällig gegen Tuberkulose. Honigguramis sollten bei einem privaten Züchter gekauft werden. Solche Tiere sind robuster und können 2,5 Jahre und älter werden.

Was Honigguramis fressen

Honigguramis fressen Lebend-, Frost- und Trockenfutter.

Geeignetes Lebendfutter:

  • Artemianauplien
  • Wasserflöhe
  • Weiße Mückenlarven
  • Schwarze Mückenlarven
  • Grindal (hin und wieder)

Geeignetes Frostfutter:

  • Artemia
  • Lobstereier
  • Rote Mückenlarven

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Die Geschlechtsunterschiede


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Honiggurami Männchen

Foto: Andreas Peschke

Bei Männchen sind Brust und Bauch bis zur Bauchflosse dunkel bis samtschwarz gefärbt. Weibchen sind eher graubraun und haben keinen Ansatz zu einer dunklen Brust oder einem dunklen Bauch.

Bei der Balz zeigen die Weibchen einen hellen Längsstreifen.

Bei Stress zeigen die Weibchen den dunklen, braunen bis schwarzen Strich längs über den Körper wie die Jungtiere.

Weibchen sind meistens etwas größer als Männchen. Vor allem im Brust- und Bauchbereich sind Weibchen breiter. Der Körper der Weibchen wirkt von der Seite betrachtet zum Schwanz hin keilförmiger.


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Honiggurami Weibchen

Foto: Andreas Peschke

Männchen sind zur Paarungszeit besonders prächtig gefärbt. Außerhalb der Paarungszeit können sie schon einmal unscheinbar gefärbt sein wie Weibchen. Wenn nur ein Paar gehalten wird, ist das Männchen meistens gefärbt. Unterdrückte Männchen nehmen die Färbung der Weibchen an. Dominante Männchen glänzen in den schönsten Farben.

Bei einigen Zuchtformen ist die Schwarzfärbung der Männchen fast ganz weggezüchtet. Meistens ist es aber am Rand der Bauchflosse noch schwarz.

Wie Honigguramis balzen

Bei der Balz scheinen das Männchen und das Weibchen miteinander zu spielen. Sie stupsen sich in der Nähe der Schwanzflosse in die Seite, umschlängeln sich und berühren dabei häufig den Boden als ob sie sich stellen würden. Das Schauspiel dauert bis zu etwa einer halben Stunde. Dann schwimmen die Tiere alleine oder auch zu zweit weiter. Dabei berühren sie sich aber nicht. Irgendwann beginnt das Spiel wieder neu.

Hinweise zur Zucht von Honigguramis


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Trichogaster chuna - Rote Variante

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Eevaya

Bei Colisa-Arten ist der Konkurrenzkannibalismus besonders ausgeprägt. Deshalb sollte ein Zuchtbecken mindestens 60 Zentimeter lang sein. Der Wasserstand sollte höchstens 15 Zentimeter betragen und auf jeden Fall deutlich tiefer sein als im Haltungsbecken.

Die Temperatur sollte 2 bis 3° C wärmer sein als im Haltungsbecken. Das Wasser sollte möglichst weich sein, weil sonst zu viele Eier absterben.

Das Zuchtbecken sollte viel Mulm enthalten. Das Becken sollte mit viel Javamoos und dichten Oberflächenpflanzen stark verkrautet sein. Algenwuchs und abgestorbene Pflanzenteile sind willkommen. Darin oder darauf bildet sich nach einiger Zeit eine reichhaltige Mikrofauna aus Pantoffeltierchen, Trompetentierchen usw. Diese Mikrofauna ist ein geeignetes Startfutter für die Jungen. Täglich starke Wasserwechsel und Trockenfuttergaben, die bei Barben und Salmlern oft notwendig sind, bringen bei Labyrinthfischen nur unbefriedigende Ergebnisse.

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Trichogaster chuna - Gelbe Variante

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0
Urheber: Vincent Lim Show Chen

Die Alttiere werden immer kräftig mit Lebend-, Frost- und Trockenfutter gefüttert. Bei Hunger fangen die Tiere an, Algen abzuweiden. Wenn sie also keine Algen fressen, sind sie gut genährt.
Sobald die Tiere gut genährt sind, wird ein Paar in das Aufzuchtbecken gesetzt. Die Weibchen müssen für Zuchtzwecke prallvoll mit Futter sein wie bei allen Colisa-Arten.

Es wirkt stimulierend, wenn die Geschlechter 2 Tage vor dem Zusammensetzen in das Aufzuchtbecken getrennt werden.

Nach etwa 3 bis 4 Tagen wird ein Schaumnest gebaut. Wenn z. B. Schaumkraut an der Oberfläche schwimmt, wird das Gelege gerne unter ein Blatt geheftet.

Hinweise zur Aufzucht

Sobald Eier im Nest sind, verteidigt das Männchen das Nest heftig. Weil auch das Weibchen vom Nest verjagt wird, sollte das Weibchen aus dem Laichbecken entfernt werden.


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Honiggurami Larve (im roten Kreis)

Foto: Andreas Peschke

Die Larven sind sehr klein und fressen am Anfang nur Infusorien bzw. entsprechend kleines Futter.
Das größte Problem ist besonders bei der Verwendung von Kunstfutter, den Larven eine genügende Futterdichte bereitzustellen, ohne das Wasser zu verunreinigen.
Die Wasseroberfläche kann nach dem Ablaichen vorsichtig mit etwas feinem Trockenfutter bestreut werden, um die Entwicklung von Infusorien zu unterstützen. Liquifry, Sera Micron oder JBL Nobofluid sind ebenfalls geeignet. Liquifry verdirbt schnell und muss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Eine Alternative ist das Infusorientrockengranulat Protogen von der Firma Brustmann. Liquizell ist bereits zu groß für die ersten Tage.

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Nach ca. einem Tag schlüpfen die Larven und nach weiteren 2 bis 3 Tagen schwimmen die Larven frei.
Wenn die Jungen frei schwimmen, kann auch das Männchen aus dem Becken entfernt werden. Nach ca. 6 Tagen hört das Männchen mit der Brutpflege auf und frisst innerhalb von wenigen Tagen die Larven, die zu diesem Zeitpunkt noch max. 5 Millimeter groß sind.


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Honiggurami Larve (vergrößert)

Foto: Andreas Peschke

Am Anfang schwimmen die Larven knapp unter der Wasseroberfläche. Um Futter und Larven zusammenzubringen muss der Wasserstand flach bleiben, maximal 15 Zentimeter, und es darf nur schwach belüftet werden.
Die Jungen und die Futtertiere bewegen sich immer zum Licht hin. Wird nachts eine kleine Schreibtischlampe seitlich an das Becken gestellt, finden die Jungen nachts die Futtertiere schnell.

Es muss mehrmals täglich minimal gefüttert werden, ca. 5 Mal am Tag. Täglich wird etwas Wasser ausgetauscht.

Etwa eine Woche nach dem Freischwimmen können erste Artemianauplien, Mikrowürmer und evtl. ausgesiebtes Teichfutter gefüttert werden. Es dürfen keine Cyclops gefüttert werden.

Das Futterangebot und die Futtervielfalt in den ersten 14 Tagen sind grundlegend für die weitere Entwicklung der Jungfische.

Nach 14 Tagen wird die Temperatur langsam auf Normalwerte gesenkt. Der Wasserstand kann ebenfalls langsam auf die Normalhöhe gebracht werden.

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3 Wochen alter Honiggurami

Foto: Andreas Peschke

Je nach Anzahl der Jungen werden täglich kleine Wasserwechsel bis maximal 20 % durchgeführt. Zum Schutz für die Jungen wird eine feinporige Filterpatrone über das Ende des gefüllten Schlauches gestülpt.
Colisa-Arten sind etwas empfindlich während sich das Labyrinth bildet. Das Becken muss deshalb gut abgedeckt sein, damit keine großen Temperaturdifferenzen zwischen Wasser und Luft auftreten. Nach ca. 2 Wochen funktioniert das Labyrinthorgan. Der genaue Zeitpunkt hängt auch von der Fütterung ab.


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Junger Honiggurami.

Foto: Eva Christov

Einige Junge kommen normalerweise immer durch. Ohne Sortierung der Jungen sind die Ausfallraten aber relativ hoch. Den Größeren schmecken die Kleineren scheinbar sehr gut.

Das Nest kann vorsichtig umgesetzt werden.

Wenn die Eltern im Laichbecken bleiben sollen oder im Gesellschaftsbecken gelaicht wurde, kann das Nest mit einer flachen Schale, z. B. einer Kunststoffdose, vorsichtig abgeschöpft und in ein gesondertes Aufzuchtbecken gebracht werden. Das Becken, 12 Liter reichen am Anfang, braucht einen Heizstab. Ein Filter oder Ausströmerstein ist anfangs nicht nötig. Auf Bodengrund kann verzichtet werden. Eine Deckscheibe sollte spätestens ab der 3. – 4. Lebenswoche vorhanden sein.
Wichtig sind Pflanzen, z. B. Riccia, Hornkraut oder Nixkraut. Das Wasser für das Aufzuchtbecken wird aus dem Ablaichbecken genommen. Auch in den ersten Tagen ist das sinnvoll. Erst wenn die Jungen nach ca. 2 bis 3 Wochen Artemia fressen, wird häufiger mit frischem Wasser gewechselt.

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Der richtige Zeitpunkt zum Umsetzen ist, wenn kleine schwarze Kommas im Schaumnest zu erkennen sind.

Infusorien züchten

Aus einem Bauerntümpel können halb verrottete Grashalme oder Blätter, die dort im Wasser hängen und verschiedenen Bewuchs haben, in das Zuchtbecken gelegt werden. Dabei besteht aber die Gefahr, dass Hydra und Planarien in das Becken gelangen.
Junge Labyrinthfische ab etwa 1 Zentimeter Größe fressen in der Regel aber Hydra und Planarien, so dass es normalerweise nicht zu Verlusten durch Hydra und Planarien kommt.

Um günstig an Infusorien zu kommen, kann eine Zucht in einer Blumenvase mit Chrysanthemen angesetzt werden. Chrysanthemen sind durch ihre Inhaltsstoffe ungespritzt. Das Blumenwasser wird nicht gewechselt. Es wird nur das verdunstete Wasser langsam mit zimmerwarmem Wasser aufgefüllt. Nach zwei bis drei Tagen sind die besten Infusorien bereit, verfüttert zu werden.

Filterwatte wird in einem Behälter mit Aquarienwasser ausgedrückt. Die Brühe wird mit einigen Tropfen Kaffeemilch geimpft. Dann wird die Brühe in ein schmalhalsiges Gefäß, eine Karaffe oder Ähnliches gefüllt.
In den Hals des Gefäßes wird etwas Watte gesteckt und darauf etwas Aquarienwasser gefüllt. Das Gefäß wird auf die Heizung gestellt. Nach spätestens 48 Stunden sollten im oberen Teil des Flaschenhalses eine Menge weißlicher Pünktchen im Gegenlicht zu erkennen sein. Diese können mit einer Pipette abgesaugt und verfüttert werden.

Informationen über den wissenschaftlichen Namen

Als wissenschaftliche Namen für Honigguramis werden die Namen Colisa sota, Colisa chuna oder Trichogaster chuna verwendet.

Honigguramis wurden erstmals von Hamilton beschrieben und als chuna bezeichnet. Sota ist deshalb das jüngere Synonym und der Vorrang gilt deshalb chuna.

Was sind Feuerguramis

Feuerguramis sind ein roter Farbschlag von Honigguramis. Die wildfarbenen Honigguramis gelten aber als wesentlich schöner als die verschiedenen Zuchtformen.

Honigfadenfische:

Nestbau und Paarung:


Weitere Infos zu Fadenfischen

Fadenfische (Hauptkategorie)

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