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Mittel bei Zierfischkrankheiten:
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Formalin im Aquarium

Formalin ist eine 30 bis 40 %ige Lösung von in Wasser gelöstem Formaldehyd, die mit Methanol stabilisiert wird. Formalin wird zum Desinfizieren verwendet. Beim Einatmen der Dämpfe besteht auch für Menschen Vergiftungsgefahr.

Auf der Haut kann Formalin Ekzeme verursachen. Gegenstände aus Gummi werden von Formalin zerstört, auch Gummihandschuhe und Gummischläuche.

Formalin wurde früher gegen äußerliche Parasiten auch bei Nutzfischen eingesetzt. Damit die Nutzfische dem Formalin nur kurzzeitig ausgesetzt waren, wurden die Fische entweder in einem Kurzbad behandelt, oder in Behältern, die ständig von Wasser durchflossen wurden.

Bei Dosierungen, die Fische nicht töteten, wurden häufig auch die Parasiten nicht getötet. Nach kurzer Zeit waren dann so viele Parasiten wie vor der Behandlung oder sogar mehr vorhanden. Bei Dosierungen, die die Parasiten abtöteten, starben oft auch viele Fische.

Weil die Schleimhäute der überlebenden Fische durch das Formalin stark geschädigt wurden, wurden diese Fische schnell von anderen Erregern befallen. Besonders stark geschädigt wird die Oberfläche der Kiemen. Das Kiemenepithel besteht normalerweise aus einer Gewebeschicht und ist entsprechend dünn. Viele Parasiten schädigen diese Schicht. Mit Formalin wird also bereits vorgeschädigtes Gewebe einer ätzenden Chemikalie ausgesetzt.

Das Gewebe sondert bei mechanischen und chemischen Reizen verstärkt Schleimzellen und sogenannte Granulozyten ab. Diese legen sich sich als Schutzschicht auf das Kiemenepithel. Diese Schicht wiederum behindert den Gasaustausch über die Kiemen. Spätestens durch die Formalinbehandlung kommt es deshalb zu Atemproblemen. Selbst wenn genug Sauerstoff im Wasser ist, können die Fische den Sauerstoff nicht mehr aufnehmen. Auch eine zusätzliche Belüftung hilft also nicht.

Die Schleimschicht gerinnt und wird längere Zeit nicht abgetragen. Schleimschicht und Kiemenepithel werden damit zu einer idealen Brutstätte für Bakterien, Pilzen und anderen Erreger.

Zusätzlich werden durch Formalin die Filterbakterien geschädigt. Nach einer Behandlung sind die Kleinstlebewesen im Aquarium praktisch ausgestorben. Statt desssen sind massenweise abgestorbene Organismen vorhanden. Folge davon können starker Sauerstoffmangel und stark erhöhte Nitritwerte sein.

Nach einer Behandlung mit Formalin sind die Bedingungen für Parasiten besser als vor der Behandlung.

Als Spätfolgen können Vergiftungen im Organismus der Fische oder Tumore auftreten.

Bei längerer und insbesondere kühler Lagerung von Formalin kann Paraformaldehyd entstehen, das für Fische noch viel giftiger ist als Formalin. Formalin wird durch Sauerstoff oxidiert und durch Licht zerstört. Weil Formaldehyd Sauerstoff aus dem Wasser entfernt, sollte zusätzlich Sauerstoff zugeführt werden.

Der Einsatz von Formalin ist in der Fischwirtschaft mittlerweile verboten. Vom Einsatz in der Aquaristik, z. B. als Bestandteil von FMC, wird abgeraten.