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54 Liter Aquarium noch ohne Fischbesatz

Foto: Viola (Forum)

Alte Hasen Frage

Hallo,

was haben die "alten hasen" eigentlich früher gemacht, wenn es um Sachen wie, Wasserwerte ermitteln,Krankheiten bekämpfen etc. ging.

Ich denke mal, das es die Tropftests/Stäbchen noch nicht solange gibt, geschweige denn UOA/VE.

Gabs vor 30 Jahren schon Aquasafe ?

Ich stelle mir die Frage, weil ich gerade mein Leitungswasser gemessen habe, mit folgenden Werten: gH 14 / kH 9 / PH 7 /NO3 0 / NO2 0

Was hätte man vor ca. 30 Jahren gemacht, wenn man zB. ein Gesellschaftsaquarium einrichtebn möchte mit zB.Neons, Mollys FaFis, Schmerlen...

Ich bin mal auf die Antworten gespannt, hier kommen bestimmt wieder ein paar nützliche Tips zum Vorschein.

Grüsse
Matthias


Hallo

no Problem Es war ein Fahrrad zwei Kanister 10 Liter und dann ab zur Quelle- Messung der GH nur mit Clarkscher Seifenlösung -KH Messung war glaub nach Blachler-Winkler möglich hab es aber nie selbst gemacht. Uns für ph-Wert gab es bereits Streifentest und auch Tropftest (Czensny-Indikator)

MFG
Jürgen


Hallo Matthias,

ich kann Dir sagen was man vor 35 jahren gemacht hat. Als Neuling beim Haendler die gleiche Fischsuppe zusammengekauft, wie heute die meisten auch. Nach einigen Wochen die gleichen Probleme bekommen wie heute die meisten auch. Es starben immer mal wieder Fische, die noch lange nicht ihr moegliches Alter erreicht hatten. Es gab Algen, es verschwanden Algen. Die vielbeschriebene Puenktchenkrankheit brach aus.

Irgendwann war man vor der Entscheidung alles hinzuschmeissen oder der Sache naeher zu kommen. Und auch damals gabs hilfreiche Literatur. Meine erste Stuetze war ein Buch von Guenther Sterba. Da habe ich dann das erste Mal gelernt,dass wasser nicht gleich Wasser ist. Und dass eben nicht alle Fische fuer unser bretthartes Wasser (KH 14 GH 23) geeignet waren. Die Werte konnte man auch damals schon bei der Stadt erfragen. Ueber hartnaeckiges Fragen kam man dann auch an eine geeignete Quelle, die weniger hartes Wasser sprudeln lies. Das hies dann alle vier Wochen jemand mit Auto organisieren, zur Quelle fahren und die Campingkanister fuellen.

Im Aquarium gemessen habe ich dann nicht weiter. Ich weiss nicht, ob es da die Tropftests schon gab, leisten konnte ich mir die eh nicht. Aber ich hatte gemerkt, dass es mit dem Quellwasser schon viel besser ging und das eine Beschraenkung auf weniger Arten und weniger Exemplare dem Aq sehr gut tat.

Mein Beginn vor 35 Jahren. :-))
Viele Gruesse Trixie


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200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)


Trixie, und wie gings dann weiter ... ?

Peter


Magst mein Tagebuch lesen?

Ach wie dumm, ich fuehre ja gar keins. ;-))

Jedenfalls damals nicht. Seit fuenf Jahren schreib ich mir alles was mit den Aq zusammenhaengt auf. Zugaenge,Abgaenge, Nachzuchten, besondere Beobachtungen...Veraenderungen halt.

Es ging dann noch 15 Jahre weiter, immer mit einem oder zwei Becken. Nichts Grosses aber schon mit verschiedenen Arten und hin und wieder einer geglueckten Nachzucht. Immer begleitet von Zeitschriften und Buechern. Dann war keine Zeit mehr uebrig, da ich gleichzeitig sehr im Reitsport aktiv war und die Familie auch nicht ganz zu kurz kommen sollte. Hin und wieder hab ich noch Aq-Zeitschriften gelesen das wars dann aber. Erst als unser Sohn 15 wurde, das war 92, und sich selbst ein Aquarium wuenschte, ging es wieder los. Da musste die Mama ganz ploetzlich und unbedingt auch wieder eins haben. Nur, dass es dann nicht bei dem einen geblieben ist... Dass ich heute mehr denn je von diesem Hobby fasziniert bin, brauche ich wohl nicht betonen. ;-))

Viele Gruesse Trixie


> Magst mein Tagebuch lesen?

Klar ! :-))

> Ach wie dumm, ich fuehre ja gar keins. ;-))

Wie schade ... :-))

Erst einmal vielen Dank. Ich finde es als Newbie interessant wie ältere Aquarianer (an Erfahrung, nicht notwendigerweise an Jahren ;-) zu den Haltungen und Praktiken gekommen sind bei denen sie dann geblieben sind, welche Motive und Erfahrungen dahinter stehen und welche Sackgassen sie umschifft haben. Man kann zwar gelegendlich etwas über die Geschichte der Aquaristik lesen aber eher über die der Vereine, höchst selten als *individuelle* Lerngeschichte. Ich denke daß da ein riesengrosser Fundus an Erfahrungen brachliegt der leider in Vergessenheit geraten wird ...

Gruss, Peter


Hai...

Darf ich auch was dazu sagen ? :-)

> ich kann Dir sagen was man vor 35 jahren gemacht hat.

Dann sind wir ja als Aquarianer in etwa gleich alt. Ich hatte dich viiieeel juenger geschaetzt (schmalztrief) :-)

> Meine erste Stuetze war ein Buch von Guenther Sterba.

Neine Mayland - Das Suesswasser-Aquarium. Was draus geworden ist, weisst du ja :-). Die jetzigen 3 Sterba verschiedener Generation kamen erst viel spaeter dazu (waren ja teuer).

> Die Werte konnte man auch damals schon bei der Stadt erfragen.

Und mit Tropftests messen. Die Streifentest gabs gottseidank (IMHO) noch nicht.

> Ueber hartnaeckiges Fragen kam man dann
> auch an eine geeignete Quelle, die weniger hartes Wasser sprudeln lies.

Stimmt. Hatte eine Haerte zwischen 1 u. 2. Plastik-Badewannen, Kanister, Eimer foerderten u.a. das Autoputzen nach dem Wasserholen. Jedenfalls mussten die Fussmatten zum Trocknen rausgenommen werden, wegen des Restwassers was nicht durch die Rostloecher ablief :-).

> Das hies dann alle vier Wochen jemand mit Auto organisieren, zur
> Quelle fahren und die Campingkanister fuellen.

Da hatte ich nen Vorteil. Einen 800 DM-Kaefer, der das bis zum Bund durchhielt. Dan musste er aus Geldmangel (monatlich gabs nur 70 DM) verkauft werden :-(.

> Im Aquarium gemessen habe ich dann nicht weiter. Ich weiss nicht, ob
> es da die Tropftests schon gab, leisten konnte ich mir die eh nicht.

Doch, doch. Aber Altwasser war viel wertvoller.

> Mein Beginn vor 35 Jahren. :-))

In etwa :-)


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200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)

Aber noch was schoenes dazu. Glaube das ist der interessanteste Teil (zumindest fuer unsere Chemiker) der Mail:

AUS DEM AQUARIUM - MUSEUM 3


Der pH-Wert und die "gewitzten" Hausfrauen
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Die pH-Bestimmung im Aquarium

Der pH-Wert ist heute eine der am haeufigsten von Aquarianern ermittelten chemischen Konstanten. Die heute angebotenen Messverfahren, von Messstreifen ueber kolorimetrische pH-Bestimmung mit Messzylinder und Tropfflasche bis zu dem hochmodernen, elektronisch ausgestatteten Messgeraeten, weiss er sicher zu bedienen. Und - erstaunlich - auch die Aussage, die hinter dieser Messung steckt, ist dem Aquarianer - soweit er sich etwas intensiver mit seinem Aquarium beschaeftigt - gelaeufig; wenn auch die theoretischen Grundlagen des pH-Wertes, die Wasserstoffionenkonzentration im Wasser, nur wenigen vertraut ist.

Dies ist allerdings nicht immer so gewesen. Bis weit in die 20er Jahre war der pH-Wert kein Thema fuer die Aquarianer. Erst dann daemmerte es langsam, dass Wohl und Wehe vieler Fische, Zuchterfolge und Pflanzen- und Algenwuchs von pH-Wert im Wasser beeinflusst werden.

In der "Wochenschrift fuer Aquarien- und Terrarienkunde" von 1927, Heft 19, veroeffentlichte Dr. Linde aus Berlin-Karlshorst einen ersten einfuehrenden Beitrag ueber "Die Wasserstoffionenkonzentration und die Aquaristik". Obwohl in diesem Beitrag nicht ein einziges mal das Wort "pH" fiel, begann damit die Diskussion um den pH-Wert in der Aquaristik.

In der Ausgabe 31 derselben Zeitschrift folgte dann bereits ein grosses einfuehrendes Referat vom Leiter der "Untersuchungsstelle fuer Wasserfragen der Aquarienkunde", Dr. E. Fink: "Die Reaktion des Wassers und ihre Bedeutung fuer die Aquaristik". Um den Aquarianer Sinn und Anwendung dieser neuen Erkenntnis zu verdeutlichen und in die Messtechnik einzufuehren, verwandte er auch Beispiele aus der haeuslichen Kueche. Hier ein Auszug :

Nun doch noch etwas ueber die Farbloesungen selbst. Die einfachste, fuer unsere Zwecke aber nicht geeignete Farbloesung hat ja jeder zu Hause, das ist ein Aufguss von Rotkohlblaettern, zugleich ein Verraeter fuer die Hausfrau.Wenn diese naemlich, wie es die teuren Gattinen bisweilen gerne tun, am Vormittag etwas reichlich lange mit der Freundin die neuesten Ereignisse innerhalb der Nachbarschaft besprochen und infolge dieser immens wichtigen Beschaeftigung das Mittagessen zu spaet aufgesetzt hat, so tut sie etwas Soda oder Bikarbonat in den Rotkohl, damit er schneller gar wird. Der Rotkohl ist dann nicht rot, sondern hat eine wenig ansehliche blaue Farbe (durch das alkalisch reagierende Soda verursacht). Wenn sie aber gewitzt ist, gibt sie eine Kleinigkeit Essig dazu, damit die Reaktion sauer wird, dann nimmt der Rotkohl wieder seine schoene rote Farbe an. Wir haben hier also den einfachsten "Indikator" =(Anzeiger; so nennt man diese Farbstoffe), alkalisch = blau, sauer = rot.

Der Umschlag der sauren in die alkalische Farbe erfolgt nicht an einem Punkt, sondern unter Auftreten von Mischfarben innerhalb einer gewissen pH-Grenze, darueber oder darunter treten die reinen Farben auf. Das gibt uns die Moeglichkeit, das Ph mittels Vergleichsloesungen genau zu bestimmen. In der unten stehenden Tabelle sind einige der gebraeuchlichsten Indikatoren mit ihrem pH's und Farben angegeben. <pre> | Farbe | Anwendbarkeit Indikator | sauer | alkalisch | bei den pH's von ------------------------------------------------------------1. Rotkohlauszug | rot | blau | 2,0 - 4,6 2. Methylorange | rot | gelb | 3,1 - 4,4 3. Methylrot | rot | gelb | 4,2 - 6,4 4. Bromthymolblau | gelb | blau | 6,0 - 7,7 5. Kresolrot | gelb | rot | 8,2 - 9,9 6. Kresolphtalein | farblos | kirschrot | 8,2 - 9,9 7. Para-Nitrophenol | farblos | gelb | 5,2 - 7,1 8. Meta-Nitrophenol | farblos | gelb | 6,7 - 8,5 9. Phenolphtalein | farblos | rot | 8,5 - 10,4 </pre> Eine wesentliche Vereinfachung der pH-Bestimmung, fuer die in den ersten Jahren verschiedene Indikatoren erforderlich waren, brachte ein Universal-Indikator, der von dem Chemiker Czensny ausgearbeitet und nach ihm benannt von der Fa. Bergmann und Altmann in Berlin auf den Markt kam.

Unter der Nummer 192 ist ein solches Geraet auch im Aquarium-Museum Wetterburg zu besichtigen. Noch lange nach dem Krieg, bis etwa in die 50er Jahre, wurde dieser pH-Indikator angeboten und erst in den letzten Jahren von modernen Verfahren allgemein abgeloest.

Der Czensny-Indikator besteht aus 12 in einem Holzblock eingelassenen Vergleichsroehren, einigen Reagenzroehrchen und einer Tropfflasche mit Indikatorloesung. Zur Untersuchung werden 4 Tropfen der Indikatorloesung ins Reagenzroehrchen gegeben und dann bis zur Strichmarke mit Aquariumwasser gefuellt. Die entstandene Faerbung wird mit den Farben der Vergleichsroehrchen bei Tageslicht verglichen. Dabei kann der Ph-Wert direkt am Holzblock abgelesen werden.Das Geraet kostete komplett ca. 40,- DM.

Museumsverein Das Alte Aquarium, Burgstr 47, 3548 Arolsen-Wetterburg

AQUARIUM HEUTE 2/84, Seite 46 - 47

Aus der AQUARIUM BBS 09122-81065 V.34 09122-81026 V.34 09122-82463 ISDN

Z.Z. Offline

M.V.


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200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)


Hallo Matthias,

> Gabs vor 30 Jahren schon Aquasafe ?

Vor 24 Jahren jedenfalls schon. :-)
30 Jahre sind doch keine Zeit. 1972 waren die Amis schon lange auf dem Mond. Wo denkst Du hin?

Gruß Markus


Hallo Matthias,

>Ich denke mal, das es die Tropftests/Stäbchen noch nicht solange gibt,

An Stäbchentest erinnere ich mich nicht, muss eine neumodische Erfindung sein. Aber Tropftest gab es, da habe ich als Kind schon mit gemessen. Bei Krankheiten gab z. B. GeneralTonic und Ektozon.

>geschweige denn UOA/VE.

An UOA erinnere ich mich nicht, ich habe teures Dest-Wasser gekauft und gemischt.

>Gabs vor 30 Jahren schon Aquasafe ?

Habe ich damals schon verwendet in Verbindung mit ToruMin zur Schwarzwasserherstellung. Gehörte doch zur Grundausstattung beim Beckenkauf ;-))

>Was hätte man vor ca. 30 Jahren gemacht, wenn man zB. ein
>Gesellschaftsaquarium einrichtebn möchte mit zB. Neons, Mollys FaFis,
>Schmerlen...

Ich hatte ein Südamerikabecken mit Salmler 120 l, mit dest.-Wasser gemischt, über Torf gefiltert. Stell dir vor, es gab auch schon Eheimfilter. Interessant wäre es, die Frage noch weiter zurückzudatieren - vor 50 Jahren?

Viele Grüße Diana


Fing alles vor 33-35 Jahren an.., Viruserkrankung in Schueben, unheilbar, nur mittels Konfrontationstherapie behandelbar..

1: Ausgangswasserwerte wurden im Wasserwerk erfragt, Parameter auch beim Haendler geprueft, danach wurden die geeigneten Fische mit dem Haendler ausgehandelt, Problemfische - Weichwasserwesen - kaufte man sich nicht, oder der Haendler telefonierte fix mit Papa (auch Stammkunde da) und gab' sie dem kleinen Jungen gar nicht erst raus!

2: Es gab eine Reagenz fuer PH-Messung mit Vergleichsfarben in Reagenzglaesern vor weissem Hintergrund, Die Reagenzien faerbten das Wasser so zwischen "Kamillentee und Pfefferminztee" Es war mehr ein Raten. Der Vater eines Schulkollegen hatte so was, ein Studienrat. Es gab da noch eine Art Testpapier, das sauer/basisch anzeigte. Ich hatte beides nicht.

3: Kranke Fische gingen mit auf die Tour zu den 3 Zoolaeden in der Stadt, immer Freitags, per Rad, einfache Fahrt knapp ne Stunde. Da wurde Lebendfutter gebunkert. Dort wurden auch kranke Fische vorgezeigt, es wurde beratschlagt,dann ging's wieder zurueck, oder nicht, denn in der Regel wurden Fische, die im Zeitraum von 10 Tagen erkrankten,entweder ganz eingetauscht, oder im Haendlerbecken weiterbehandelt, wo gibt es das noch?

4: Es gab 5 "Hauptkrankheiten" (Schwimmblasenprobleme, Flossenfaeule und Puenktchenkrankheit, Fischtuberkulose,Schuppenstraeube) stets in Verbindung mit dem Kauf oder kurz danach.. Es gab Kochsalzkurzbaeder, Kupfersulfatbaeder,und gegen Ichthyo gab's Kaliumpermanganat, und Malachitgruen, aus der Apotheke, da mussten immer die Eltern mit.Spaeter gab es von Vitakraft Antimaladin u.a. Antimaladin nahm etwa 50 % der Erkrankten mit in den Himmel. In den 70ern gab es ueberhaupt einen wahnsinnigen Ruck, in jeder Beziehung, insbesondere durch Silikon, erschwingliche rahmenlos verklebte Becken, Regelheizer verdraengten die Permanentheizer, es gab Eheimfilter (luftgekuehlt) mit Ventilator,Schaumstoffpatronenfilter etc.. Es gab auch die ersten grossenZoofachmaerkte in Staedten. Ein erstes Labor-PH-Meter hatte ich Ende der 70er in der Firma in der Hand, zur Erledigung titritechnischer Analysen, ein Analoggeraet mit einer ganz hinterhaeltig-traegen Messelektrode.

> Ich denke mal, das es die Tropftests/Stäbchen noch nicht solange gibt,
> geschweige denn UOA/VE.

Tropfsets kamen m.E. erst in den 80ern zum Durchbruch, mit den hollaendischen Pflanzenaquarien, davor waren Plastikpflanzen sehr angesagt. :-( Das mit den Plastikpflanzen war mir damals schon zu doof, weil bestimmte Aquarienpflanzen wachsen eh von selbst.

> Gabs vor 30 Jahren schon Aquasafe ?

Hm.., ich kann's nicht beschwoeren. Leitungswasser kam 2-3 Tage vorher im Plastikeimern auf den Balkon/Keller, damit das Chlor rausging. An Aquasafe erinnere ich mich erst so ab Ende der 70er, das nahm ich nur bei sog. Ersteinrichtung,wenn man sonst niemanden mit eingefahrenem Becken fuer Impfwasser kannte, und ich kannte viele. Ansonsten wurde Aquarienwasser aufgefangen und zu mind. 50% wieder eingefuellt. Es waren ganz kleine Flaeschchen.

> Was hätte man vor ca. 30 Jahren gemacht, wenn man zB. ein
> Gesellschaftsaquarium einrichtebn möchte mit zB. Neons, Mollys FaFis,
> Schmerlen...

Fische, die nicht zusammenpassten, redete der Vater oder der Haendler einem aus. Notfalls wurden Fische zurueckgegeben, um neue zu bekommen. Leute, die dennoch meinten, dass Fadenfische und Sumatrabarben ideal zusammenpassen, oder Neons und endemische afrikanische Seenbuntbarsche wurden allgemein verachtet und bei zwei mir bekannten Haendlern beim Fischkauf nicht bedient. Aquarien wurden erst ab 2-3 Wochen nach Bepflanzung steigernd besetzt, wie gesagt, Problemfische kaufte man sich nicht, ich wohnte in ner Region mit GH < 10. Leute aus Hartwassergebieten wurden bedauert. Wer gar Neonfische oder Gluehlichtsalmler im 12-Liter-Becken zuechten wollte,musste strenge Sauberkeit einhalten und ggf. Hochmoortorf aus dem Torfstich holen, ca. 70 km entfernt, mit dem Rad, ich hatte 2 Stck. 10-Watt-Permanentheizer fuer solche Faelle. Regenwasser wurde mit Planen auf der Wiese gesammelt und ueber Aktivkohle oder Torf gefiltert, Schnee auch. Es gab in den Aquarienbuechern Tabellen und Formeln zum Mischen von Ausgangswasser und Regenwasser. Man munkelte von Leuten, die am Wochenende in den Harz gefahren sind, um Quellwasser zu holen. Ich hab' wohl noch so'n duerres Heftlein ueber Aquarienfischzucht von Mayland, Infusorien, Mikro und Grindal musste man selbst ziehen, ich fing auch Huepferlinge, was gefaherlich war, es waren immer Raub_Huepferlinge dabei, die Fischbrut toeteten, mittels Netzen aus Nylonstruempfen. Es gab Artemia, aber die waren teuer und meist ueberlagert, in so duennen Glasroehrchen. Regenwasser kam in Glasflaschen (Wein) in den Keller, fuer alle Faelle.

> Ich bin mal auf die Antworten gespannt, hier kommen bestimmt wieder ein
> paar nützliche Tips zum Vorschein.

Ich auch. Aber so viel anders als heute war die Aquaristik ab Mitte der 70er nicht, es gab' mit Regelheizern,Aussenfiltern, Leuchtstoffroehren bald diejenige Technik, die auch heute eingesetzt wird. Die Qualitaet der Zierfische im Haendlerbecken war tendenziell besser als heute vielfach zu sehen. Insbesondere Fadenfische sind heute ein echtes Problem, wohin man schaut. Und Lebendgebaerende erst.. :-( Es ist auch fraglich, ob die Haelterungssituation im Durchschnittsbecken heute besser ist als seinerzeit, trotz all der Technik, all dem Gerede ueber Wasserwerte, und sogenannten Eignungsnachweisen fuer Haendler und Halter. Selbst Verkehrsrowdies und Raser auf der Autobahn besitzen ja in > 99% aller Faelle einen Fuehrerschein als Nachweis ihrer persoenlichen Eignung. ;-)

MfG Marco


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200 Liter Aquarium

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> Ich stelle mir die Frage, weil ich gerade mein Leitungswasser gemessen
> habe, mit folgenden Werten:
> gH 14 / kH 9 / PH 7 /NO3 0 / NO2 0

Die haben wohl die Fische in diesem Wasser gehalten...

Mein Onkel hat in den 60er Jahren bereits erfolgreich Panzerwelse in Berlin gahlten und gezüchtet. Er belächelt mich immer, wegen meiner Wassergenauigkeiten :-(

Grüße Daniel


Hallo Daniel,

dann laechel zurueck. ;-)

Es gab von Anfang an Panzerwelse, die leicht zuechtbar waren, weil sie lange nicht die Ansprueche haben wie andere.Die Paleatus z.b. Aber schau Dir mal aeltere Literatur an. Wie viele Fische damals als Problemfische galten oder als unzuechtbar. Das fuellt Seiten. Dann kam man langsam drauf, warum sich in manchen Regionen bestimmte Arten leichter vermehren liessen, als in anderen.

Oder auf die Kopfstaende, die bei der Zucht gemacht werden mussten, damit die Gelege nicht saemtlich verpilzten und wenigstens ein Teil der Brut durchkam. Ohne Methylenblau ging da fast gar nix. Wird ja heute noch in vielen Buechern empfohlen, weil die Autoren munter abschreiben.

Eine ganze Reihe von Fischen galt auch als schwierig, weil sie zwar die Haerte abkonnten, aber die oft hohen Nitratwerte in den Altwasserbecken nicht vertrugen.

Interessant ist auch die Entwicklung in der Literatur. Zur Zeit gibt es meiner Meinung nach eine grosse Diskrepanz zwischen Haltungsempfehlungen in Buechern und in aktuellen Zeitschriften. Waehrend sich bei vielen Buechern kaum etwas geaendert hat, findet man in neuen Zeitschriften fast ausschliesslich Beitraege, die regelmaessige ordentliche Wasserwechsel zur Vorbeugung und Gesunderhaltung der Fische empfehlen. Fast egal um welche Fischgruppe es sich dabei handelt. Ist schon auffallend.

Ich weiss nicht, ich finde wir koennen da heute viel mehr lachen, da uns viel mehr Moeglichkeiten offen stehen. Auch ohne grossen technischen Aufwand ( die UOA und die Entsalzer lass ich da aussen vor, denn die gehoeren in meinen Augen zum Sinnvollsten was die Entwicklung der Aquaristik angeht) und ohne den Einsatz von irgendwelchen Medikamenten.

Also grins ruhig zurueck. :-))

Viele Gruesse Trixie


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200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)


Hallo, Ihr alten Hasen!

Diesen Thread finde ich sehr interessant und informativ, den sollte man vielleicht sogar aufheben. Auf der drta-Seite vielleicht. Damit wir Aquaristik-Anfänger mal merken, daß unser größten Probleme heutzutage unfähige Händler und zu große Auswahl sind...

Viele Grüße

Meike (die gerade mal wieder merkt, was für ein winziger Newbie sie mit ihren 2 Jahren Aquaristik ist...)


Hallo,

meine (verklärten) Erinnerungen aus einigen Jahrzehnten Leben mit Aquarien. Ich schreibe das einfach so auf,wie es zur Zeit in meinem Kopf ist. Manches mag im Detail etwas anders gewesen sein, aber im Großen und Ganzen wird es schon nahe an der Realität sein.

Start Zeitreise (Daten alle geschätzt)

>Vor Beginn unserer Zeit

Wir waren zu Besuch irgendwo. Die Leute hatten einen kleinen Teich mit Goldfischen. Deren Sohn und ich warfen Kieselsteine in den Teich. Ich habe einen Goldfisch getroffen. Da wir zu Besuch waren, war die Predigt leicht zu verkraften. Aber der Fisch tat mir schon leid. Ich hatte ja auch nicht absichtlich darauf gezielt. Oder habe ich das vielleicht nur zur Verteidigung gesagt?

> 37 Jahre vor heute

Vater Schulleiter in Altkalkar, hat irgendwie einen Draht zu Aquarien. Ich irgendwo zwischen 1. und 5. Klasse (oder gar noch früher?). In der Schule steht ein Aquarium. Ein paar Fische und Pflanzen, Genaueres weiß ich nicht mehr. Sieht ganz nett aus, wird nach einiger Zeit nicht mehr beachtet. Irgendwann ist das Becken total verdreckt (veralgt?), man sieht nichts mehr drin. Das Becken soll abgebaut werden. Mit langem Schlauch wird das Wasser auf den Schulhof gelassen. Plötzlich zappeln zwei Fische auf dem Boden. Die müssen gerettet werden. Also die beiden mit irgendwelchem Wasser in irgendein Gefäß.

Ein Aquarium für zu Hause soll angeschafft werden. Fahrt nach Kleve in ein Zoogeschäft. Bin unheimlich beeindruckt von dem Geblubbere in den dortigen Aquarien. Ein kleines Becken wird es. Die mit dem grün-schwarz-grau gesprenkelten Rahmen. Größe schätze ich mal auf 40x30cm, jedenfalls winzig nach heutigen Maßstäben. Grüne oder schwarze Pappe als Hintergrund. Pflanzen waren drin. Ich glaube es war auch schon ein Regelheizer mit Lämpchen an- aus drin. Ziemlich sicher, dass es ein typisch grüner Jägerheizer war.War eine Lampe drauf? Boden Sand oder Kies? Keine Ahnung. Das Becken stand jedenfalls direkt vorm Fenster. Abdeckung war eine Glasscheibe. Es gab Plastikstücke, die man auf den Rahmen schieben konnte und auf der dann die Scheibe lag. Zum Füttern war eine Ecke herausgeschnitten. Für den Filter war eine andere Ecke ausgeschnitten. Filter war einer dieser typischen roten blubbernden Außenfilter, die man mit Drahthaken an den Rahmen gehängt hat und die ohne Strom nur per „Wasserphysik" funktionierten. Ca. 3/4 Aktivkohle, der Rest Filterwatte. Aquarien müssen 4 bis 6 Wochen eingefahren werden, sonst sterben die Fische sofort. Bin sicher, dass ich das damals gelernt habe. Pflanzen waren auch wichtig. Irgendwann kamen die zwei geretteten Fische rein. 2 Guppyweibchen. Ein „normales„ und eines mit verkrüppeltem Rückgrad. Die bekamen auch passende Männchen und irgendwann wurde ein Laichkasten benötigt. Ich glaube damals habe ich auch gehört, dass die auch Millionenfische genannt werden. Der Erstbesatz war glaube ich klassisch: Guppys, Platys, Black Mollys. Ich glaube in dem Becken waren auch mal Rote von Rio, Zebrabärblinge und Keilfleckbarben. Auf jeden Fall zwei Skalare. Die haben da drin sogar gelaicht. Sah sogar so aus, als würden die Brutpflege betreiben. Leider hatten die aber genau auf dem Heizstab abgelaicht. Manche Eier sahen durchsichtig, andere weißlich aus. Anscheinend pickten die Skalare manche Eier heraus. Es wurden immer weniger und irgendwann waren alle Eier verschwunden. Die Skalare wurden zu groß. Mein Bruder war schon auf dem Gymnasium, ich auch? Egal. Der Klassenlehrer von meinem älteren Bruder (Herr Braun?) war Aquarianer. Also wurden die beiden Skalare per Fahrrad und Tüte dorthin gebracht. Der Lehrer hatte einen langen Gang zwischen Garage und Haus voll mit riesigen Aquarien. Die Skalare kamen in ein ganz leeres Becken und sollten dort gezüchtet werden. Die sahen in dem Becken richtig klein aus und konnten da ganz toll schwimmen. Schade, dass wir sie weggeben mussten, war aber wohl besser für die beiden.

Wir befinden uns in der Zeit, als Bildung noch wichtig war und überall neue Schulen gebaut wurden. Also zog die Volksschule auch in ein neues Gebäude. Dort gab es auf den Fluren Schaukästen. In zwei dieser Kästen wurde je ein Aquarium eingebaut. Eins für Warmwasserfische, eins für Kaltwasserfische. Als Hintergrund wurden Stücke Baumrinde auf Pappe geklebt. Das sah aus wie richtige Felsen. Ansonsten waren die Becken so wie unser Becken zu Hause, nur ein ganzes Stück größer, so 80cm lang. Trotzdem konnten sich die Kaltwasserfische da kaum drin bewegen. Immerhin war da mindestens eine Forelle und ich glaube sogar ein Karpfen und noch ein paar andere Fische drin. Das Warmwasserbecken war viel schöner. Die Fische konnten sich auch vernünftig drin bewegen.Also ich hätte 2 Warmwasserbecken aufgestellt. Aber es musste ja auch lehrreich sein. Pflegen sollte die Aquarien der Hausmeister der Schule.

Irgendwann in dieser Zeit waren wir auch mal in Duisburg in einem Zoogeschäft mit ganz vielen Aquarien. Nee,ich glaube Zajac wurde erst später erfunden. :-) Oder war das, als wir schon in Moers wohnten? Dann könnte es doch vielleicht Zajac gewesen sein.

An regelmäßige Pflege erinnere ich mich nicht, ich war zu der Zeit aber auch eher Konsument, als aktiv Beteiligter. Jedenfalls machte man damals einmal im Jahr Großputz. Ich glaube man sollte aber auch schon alle vier Wochen Wasser wechseln.

Sprung auf ein paar Jahre später. Ungefähr vor 35-30 Jahren.


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200 Liter Aquarium

Foto: Viola (Forum)

Ich bin geschätzt so zwischen 13 und 16. Sind umgezogen, wohnen in Moers. Mein Bruder und ich bekommen ein Aquarium. In der Nähe ist ein recht neues Zoogeschäft. Der Händler ist freundlich, gibt viele Informationen, sagt auch welche Fische in Frage kommen, welche nicht usw. Wir bekommen ein ca. 100 Liter großes Becken. Gold-gelb-bräunlich farbiger Aluminium(?)rahmen mit passender Abdeckung und Lampe. Beim Rahmen kann man vorne und hinten sogar die Klappe öffnen und füttern, ohne die Abdeckung immer ab zu nehmen. In den Eheimaußenfilter kommen kleine, innen hohle Keramikröllchen, darüber Torf und Filterwatte. In den ersten Wochen sollten wir zusätzlich über Kohle filtern. Bodengrund war Kies. Darunter eine Torfmasse von Tetra(?) als Bodendünger. Ein richtig modernes High-Tech Aquarium. Damit das Wasser für die Fische verträglich wird, sollen wir Aquasave von Tetra verwenden. Torumin, sei auch nicht schlecht, würde aber weniger Licht durchlassen. Wir sollten es aber zumindest am Anfang nehmen , später dann höchstens mit kleiner Dosis. Für die Pflanzen sei Plantamin ein guter Dünger. Auf jeden Fall müssen wir das Becken aber erst einfahren. Na ja, dass weiß ja nun wirklich jeder. Alle vier Wochen wurde Wasser gewechselt und der Filter gereinigt. Allerdings nahm man das nicht so genau. Der Filter wurde meistens nur dann gereinigt, wenn der durch das halb durchsichte Grün ziemlich verdreckt aussah. Der Filterdeckel ging mit diesen blöden mickrigen Metallklemmen auch nur besch... auf und zu. Die Keramik wurde lauwarm ausgespült, neuer Torf und neue Watte rein,zusammenbauen, Sch...klemmen zupressen, ansaugen, Schlauch aufpressen bevor alles unter Wasser steht, geschafft. Tetra hatte einen per Luftpumpe betriebenen Sauger (so was Gutes gibt es heute wohl nicht mehr), mit dem wurde ab und zu der Mulm abgesaugt. Viel kam da aber nie raus. Fische während dieser Zeit waren Mosaikfadenfische, Brillantsalmler,Kampffische, Sumatrabarben, Trauermantelsalmler irgendwelche total schönen Prachtkärpflinge, Kap Lopez,Honigguramis, Zebrabarben, Hechtlinge, Panzerwelse (Metall und Augenbinden) und wahrscheinlich noch einige in Vergessenheit geratene Arten. Das Kampffischweibchen ging vermutlich an Bauchwassersucht ein. Pflanzen waren Javafarn,Valisnerien, Cabomba(?), rote Tigerlotus, eine Barclaya hatten wir auch mal und Sonstiges. Der Javafarn wurde einfach mit Reisbrettstiften an eine Wurzel geheftet. Vielleicht gab es deshalb keine großartigen Algenprobleme :-). Die Fisch– und Pflanzenarten waren nicht alle gleichzeitig drin, aber im Prinzip in gleichartigem Wasser. Irgendwann bekommen wir von obigem Händler eine Styroporbox, in der Fische transportiert werden. Die benutze ich immer noch.Gefüttert wurde meist mit Flockenfutter, hin und wieder auch lebende Tubifex.

Irgendwann schleppte mein Bruder (der war zu der Zeit wohl der Hauptaquarianer der Familie) zwei supertolle Welse an. Die waren schwarz- weiß gemustert. Hatten ein richtig seidiges Streichelfell ;-), lange Barteln, wurden so 10cm lang und wuselten den ganzen Tag herum. Wenn ich im Mergus blättere, dann könnten es welche aus dem Malawisee gewesen sein, aber so ganz das Passende habe ich noch nicht gefunden. Da kann die Verklärung aber auch eine große Rolle spielen. Woher sollten wir auch wissen, dass die Welse vielleicht ganz anderes Wasser brauchten,als unsere Salmler usw. Aber vermutlich war unser Wasser für die Welse geeigneter, als für die Salmler. Ich fand damals (und heute) immer Barsche der Gattung (?) Badis schön. Habe aber bis heute nie welche gehalten.Neulich habe ich im Laden mal welche gesehen und war versucht zu kaufen. Aber leider kein Platz im Becken.

Irgendwann bekam meine jüngere Schwester auch ein Aquarium. Wieder so ein ganz kleines. In der Lampe war eine ganz normale Kerzenglühlampe (Robert M. verzeihe mir den unsinnigen Ausdruck "Lampe in Lampe") drin. Filter war der Billi von Tetra. Der unvermeidliche Heizer von Jäger. Kies wie immer. Korallenplatys waren mal drin. Zwei Fadenfische waren auch mal drin. Zum erstenmal bekam ich was von Algenproblemen mit. Das ganze Becken wurde von grünen Algen überzogen. Hoffentlich passiert den Fischen nichts ... und dann fangen die an ein Schaumnest zu bauen und laichen ab. Die Algen mussten also erst mal bleiben. Ein Junges ist mit Sicherheit ziemlich großgeworden.

Großartig an Krankheiten erinnere ich mich nicht. Wenn einem was komisch vorkam, wurde Tetra General Tonic benutzt. Höchst selten. Ansonsten verschwanden/starben ab und zu Fische, aber die waren ja auch klein und wurden deshalb nicht so alt. Nur ein Albinopanzerwels. Der jagte plötzlich wie wild hin und her. Das sah ganz lustig aus.Am nächsten Tag war er tot. Bestimmt war der krank und ich hatte mich noch amüsiert. Ach ja, irgendwann hatten Neons auch mal kleine weiße Pünktchen. Da gab es ein Extramedikament von Tetra gegen. Das half dann auch nach einiger Zeit. Wie alt die Fische damals so wurden, weiß ich nicht. Neue Fische wurden aber nicht oft gekauft, schon aus Geldgründen.

Mein Bruder fing an zu studieren und ich habe mehr das Aquarium gepflegt. Dann habe ich auch angefangen zu studieren. Als meine Schwester ihr Aquarium nicht mehr wollte, habe ich das mit nach Aachen genommen. Als das große Aquarium zu Hause abgebaut werden sollte, waren die zwei Superwelse noch da. Die wollte ich aber nicht verlieren. Ich wohnte in der Nähe vom neulich hier angesprochenen Aquarium Bünten. Damals für mich ein super Laden mit riesiger Auswahl an Fischen, Pflanzen und sogar Produkten von nicht nur Tetra. Neulich war ich mal drin und ging enttäuscht wieder raus. Da also ein ca. 100 Liter Becken geholt. Heizung von Jäger, Brillantfilter von Tetra, später sogar mit Plastikumhüllung aufgewertet. Die Abdeckscheibe bekam ich von einem Glaser, der auch noch netterweise kostenlos die Kanten abschliff und rundete. Pflanzen gekauft, Kies zugekauft. Bünten empfahl mir einen Beutel groben porösen Kieses dazuzumischen, damit die Pflanzen besser wurzeln. Becken eingerichtet. Dann nach oben beschriebenen Richtlinien gepflegt. Eltern kauften ein Grundstück in Xanten. Also kamen irgendwann echt römische Ziegelreste als Dekosteine ins kleine Becken. Meine Schwester fuhr zum Nordkap. Also kamen irgendwann echt finnische/norwegische(?) Bachsteine in das große Becken. Die Steine habe ich immer noch in einem Aquarium.Hier sieht man ein Stück von einem: Lda 25.

Schmetterlingsbuntbarsche fand ich toll. Die gingen mir aber immer relativ schnell ein. Besonders die Weibchen.Irgendwo hatte ich gehört, dass die weiches Wasser brauchen. Also mit Tetra KH– experimentiert. Hat aber nicht wirklich was gebracht. Irgendwann bekam ich ein Wildfangmännchen. Der hat es immerhin fast 2 Jahre ausgehalten. Bekam dann einen Pickel auf der Stirn, dann dort ein Loch und starb. So einen eindrucksvollen Brocken habe ich nie wieder gesehen. Nicht so ein Stromlinienbarsch wie die heutigen, sondern ein richtiges Kraftpaket. Gelaicht haben die natürlich auch. Die geschlüpften Jungen waren winzigst. Also Laichkasten mit Plastiktüte ummantelt und zwecks Wasseraustausch mit Nadel Löcher reingestochen. Richtig ausbruchssicher war das aber nicht.Es verschwand ein Junges nach dem anderen. Das letzte wurde immerhin ca. 3-4 mm groß und verschwand dann spurlos.

Meine Standardbesetzung waren aber (Panzer-)Welse, Neons, Zebrabärblinge und Keilfleckbarben. Hin- und wieder mal andere Barben oder Salmler wie Sternflecksalmler und Kupfersalmler. Angereichert mit Schmetterlingsbuntbarschen und auch mal agassiziis. Mir fiel auf, dass meine Fische immer nur krank wurden, wenn ich neue Fische kaufte. Entweder starben die neuen sehr schnell, oder die alten verschwanden langsam aber sicher. Ich schloss daraus, dass man sich mit neuen Fischen leicht Krankheiten holt. Die zweite Schlussfolgerung war, dass ein Aquarium nur eine bestimmte Anzahl von Fischen verkraftet. Deshalb lies ich meinen Beatz immer fast aussterben und holte dann erst neue Fische und lieber weniger Fische, als zu viele.

Für die Barsche habe ich mir zwei kleine Blumentöpfe geholt. Benutzt haben die nur die agassiziis. Ich glaube einmal zum Ablaichen. Aber die Pandawelse im Aquarium meiner Söhne, die liegen jetzt gerne in genau diesen Töpfen.

In der Zeit hörte ich auch Gerüchte von Wasseraufbereitungsanlagen, CO2 Düngung, Bodenheizungen etc.Vermutlich aus Prospekten im Zooladen. War aber sowieso alles unerschwinglich und vermutlich unnötiges Zeugs. Es ging ja auch ohne. Ein Mitstudent hatte zu Hause auch ein Aquarium. Zu meinem Erstaunen kippte der das Wechselwasser einfach kalt und ohne Aufbereiter ins Becken. Das war mir aber zu riskant. Wo der wohnte war ja auch noch Natur pur und gutes Wasser. Diskus fand ich immer toll, aber die sollten ja angeblich empfindlich sein und wurden auch ziemlich groß. Ganz zu schweigen vom Preis.

Dann schleppte ich (vermutlich) mit Javafarn zum ersten Mal Pinselalgen ein. Die nahmen überhand. Mit meinen beschränkten finanziellen und geistigen Mitteln begann ich die mit der Hand zu entfernen und häufiger Wasser zu wechseln. Als ich wöchentlich ca. 20 – 30 Prozent Wasser wechselte, begannen die Pinselalgen zu verschwinden. Ich hatte auch den Eindruck, dass es den Fischen ganz gut tat. Also blieb ich dabei. Weil ich ja jede Woche Wasser wechselte, dachte ich mir, dass ich ja wohl nicht auch noch einmal im Jahr das ganze Becken generalsäubern müsse. Zudem hatten sich ja merkwürdige Schnecken eingeschlichen, die im Kies herumkrochen. Ich beschloss, dass diese Schnecken den Boden schon sauber halten würden. Eine Zeit lang habe ich,wie vom Hersteller empfohlen, regelmässig General tonic zur Vorbeugung verwendet. Richtig geschadet hat es wohl nicht. Geholfen hat aber meiner Meinung nach eher der Wasserwechsel, deshalb habe ich es mir wieder gespart.

In Aachen sah ich mir bis dahin unbekannte Wasserpflanzen. Cryptocorynen hießen einige davon. Gitterpflanzen und Aponogeton waren auch gerade In. Alle paar Wochen lösten die Cryptos sich fast ganz auf, erholten sich dann aber wieder. Ich fand einen Dünger einer mir unbekannten Firma. Hilena-Cryptodünger. Der half dann auch etwas, aber trotzdem brachen die Cryptos immer wieder ein. Den Dünger, heute von Tetra, benutze ich immer noch.Die 7 Kugeln habe ich damals auch kennengelernt und benutze sie immer noch. Dann fiel mir auf, dass der Zusammenbruch immer am Anfang einer Woche begann. Das Becken stand auf einer Nachtspeicherheizung. Beim Laden der Heizung wurde die Platte, auf der das Becken stand immer recht warm. Wenn ich am Wochenende nach Hause fuhr, drehte ich die Heizung ganz ab und die Platte wurde eiskalt. Also lies ich die Heizung am Wochenende an und die Cryptos brachen nicht mehr ein. Nur ab und zu mal, wenn ich besonders viel Wasser wechselte oder sonst was veränderte. Seitdem ist mir klar, dass Cryptos auf Änderungen der Umgebung besonders empfindlich reagieren. Irgendwo hörte ich, dass man manche Cryptoarten sogar regelrecht mähen kann. Pflanzenmässig ging das Becken immer in Richtung Dschungel.Irgendwann gab es mal Produkte von einer ganz neuen Firma. Die waren billiger als die von Tetra, aber genau so gut,wenn nicht besser. Angeblich hatte ein ehemaliger Mitarbeiter von Tetra die Firma gegründet. Ich glaube die Firma hieß Dupla. Ich habe Nachkommen von zwei der damals gekauften Cryptoarten immer noch in meinen derzeitigen Aquarien.

Ende 1983

Ich fange an zu arbeiten, ziehe von Aachen nach Xanten nach Hannover, ein Jahr später nach Hamburg. Das große Aquarium inkl. Inhalt immer mit. Das kleine Aquarium bekam meine Schwester zurück. Mein Aquarium wird nach Standardverfahren gepflegt, je nach persönlicher Lage mal mehr mal weniger. Meine Frau schenkte mir eine Pumpe von Wiso, die noch heute klaglos funktioniert, aber praktisch nie benutzt wird. Krankheiten, Massensterben,Algenplagen sind mir unbekannt. Hamburg hatte uns 3 Kinder beschert, der Notanker musste geworfen werden, wir mussten wegziehen. Unsere Katze reißt die Lampe vom Aquarium. Lampe kaputt. Da wir sowieso bald umziehen, keine neue Lampe beschafft. Aquaristisch Dramatisches war nicht passiert.

6.12.1989

Frau, Kinder, etliche Fische und Schnecken und ich ziehen von Hamburg nach Frankfurt. Da ich in der Nähe von Hannover arbeite, wird am Wochenende das Aquarium abgebaut. Fische kommen mit Heizung in Legoeimer der Kinder. Pflanzen und jede Menge Altwasser in Wannen und Eimer. Kies gewaschen usw. Am Umzugstag abends nach der Arbeit von Hannover nach Hamburg. Wohnung fast leer. Umzugsfirma schon auf dem Weg. Fische, Pflanzen und Altwasser in Tüten gepackt. Fische in oben erwähnte Styroporbox. Etwas später alles im vollgepackten Golf auf dem Weg nach Frankfurt. Dort Umzugsfirma nicht wie versprochen vor Ort, aber zumindest Matratzen ausgeladen. Golf ausgeladen, Kurzbesichtigung Haus,Schlafen. Am nächsten Tag: Umzugsfirma lädt ab, gleichzeitig Aufbau Aquarium im Schlafzimmer.

Alle Fische haben überlebt. Der GAU kam später.

Ich war eine Woche in München. Als ich zurückkam, hatte einer meiner Söhne die Fische gefüttert.Mit der ganzen Dose Flockenfutter.

Ein Neon hat überlebt.

Monatelang stand das Becken ohne Beleuchtung mit nur einem Neon im Schlafzimmer. Auch die Pflanzen wurden immer weniger. Der Neon starb, die empfindlichen Alt-Cryptos überlebten.


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200 Liter Aquarium mit Bitterlingsbarben, Keilfleckbarben und Panzerwelsen

Foto: Viola (Forum)

Ein (oder zwei?) Jahr(e) später. Januar.

Wir stehen vor einem Zoogeschäft und meine Frau fragt, ob ich nicht wieder ein schönes Aquarium haben wolle. Es wurde dann mein heutiges 240L Becken von Juwel. Zum ersten mal mit Bodenheizung. Kies dazugekauft und mit dem Kies aller alten Aquarien gemischt. Als Bodengrund ein komisches graues Pulver. Danach war erst mal 2 Wochen Nebel.Aquasave war nicht im Laden vorrätig, aber es gab was anderes, nicht dasselbe, aber gut zum Einfahren. Auf der Packung stand was von Starterbakterien. Was es in der Zwischenzeit nicht alles gibt. Als „erfahrener„Aquarianer trotz drängelnder Familie und Starterbakterien das Becken volle 8 Wochen eingefahren. Als Beginn wieder meine Standardbesetzung Zebrabärblinge, Keilfleckbarben, Neons, Panzerwelse. Pflege auch wieder nach Standardverfahren = wöchentlicher 25 prozentiger Wasserwechsel. Das alte Becken bekommt ein Nachbar. Der bastelt selbst eine Lampe. Findet Pinselalgen schön. Ein paar Pflänzchen sind auch drin. Das Becken sieht traurig aus. Er gibt es an anderen Nachbarn weiter. Der stellt es trotz heftiger Warnung mit überstehendem Beckenboden auf. Nach relativ kurzer Zeit: Crash. Mit meinem Aquarium bin ich zufrieden. Keine Probleme, sieht gut aus, Fische gesund, Pflanzen wachsen, was will man mehr.

1994

Das Web inkl. E-Mail, Newsgroups usw. tritt auf. Es gibt auch eine deutschsprachige Newsgroup zur Aquaristik. Da dort nur alle paar Jahre mal ein Eintrag kommt, nicht weiter verfolgt, sondern nur hin und wieder die amerikanischen Gruppen gelesen. Dort erfahre ich, dass Schmetterlingsbuntbarsche sehr empfindlich sind. Es gibt Gerüchte, dass sie krank aus Asien kommen.

3 Nov. 1994

Mein erster historisch verbriefter Eintrag in eine Newsgroup :-)

1999

Ich fange wieder an die deutsche Newsgroup zu lesen und erste Beiträge zu schreiben. Konkreter Anlass sind Pinselalgen, die sich wegen zwischenzeitlich nachlässiger Pflege breitgemacht haben. Wieder hatte ich vorher Javafarn gekauft. Ich experimentiere mit Carbo Plus, Hefegärung, benutze Wassertests etc.

Nicht zuletzt durch den Einfluss dieser Newsgroup und auch durch Frau und Kinder gibt es bei uns derzeit drei Aquarien, verschiedene Garnelenarten, einige Fischarten, einige Bücher zum Thema, eine Osmoseanlage und seit gestern auch eine CO2-Anlage per Gasflasche. Neons gibt es übrigens immer noch. Panzerwelse auch, aber andere Arten. Vielleicht bekomme ich ja doch noch mal Schmetterlingsbuntbarsche.

Alle drei Becken fahren seit diesem Jahr mit Sand. Das 240L Becken habe ich im Sommer umgestellt. Nach ca. 12 Jahren Standzeit war der Kies tadellos. Kein Gestank, keine Brühe. Ein paar kleine Mulmflocken, dass war’s. Mal gespannt, wie es mit Sand läuft. Die Pflanzen sind lange noch nicht so prächtig wie vorher. Sämtliche Barclays sind scheinbar eingegangen. Bis vor wenigen Tagen hoffte ich, dass die Mutterpflanze sich nur zurückgezogen hat. Dann hat an genau der Stelle wo die stand ein Wels ein tiefes Loch gebuddelt. Spätestens das war es dann vermutlich. Im Becken der Söhne waren scheinbar Blaualgen. Ein paar Tage das Licht ausgelassen und nicht gefüttert. Seither dort keine Algen mehr. Sicherheitshalber steht der Kies im Keller.


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200 Liter Aquarium mit Bitterlingsbarben, Keilfleckbarben und Panzerwelsen

Foto: Viola (Forum)

Fazit:

Mein persönliches Fazit ist, dass man für den Hausgebrauch und bei Beschränkung auf unkritische Fisch- und Pflanzenarten mit wenig technischem Aufwand viel Spaß am Aquarium haben kann, ohne die Insassen zu quälen. Man muss allerdings ein paar, glücklicherweise einfache, Grundregeln konsequent anwenden:

- wöchentlich ausreichend Wasser wechseln
- für guten Pflanzenwuchs sorgen
- nicht zu viele Fische einsetzen
- nicht jede beliebige Fischart nehmen
- wöchentlich ausreichend Wasser wechseln
- wöchentlich ausreichend Wasser wechseln ...

Es geht auch anders, aber dass ist aus meiner Sicht der sichere Weg und meine Empfehlung für Anfänger.

Mit zunehmendem Anspruch an die Aquaristik (empfindliche Arten, Nachzucht etc.) steigt der Aufwand und damit die Kosten exponentiell an. Ob der Spaß entsprechend steil ansteigt, muss jeder für sich herausfinden. Erst wer sein Aquarium mit Hilfe der Grundregeln im Griff hat und dann noch mit Freude dabei ist, sollte sich an Höheres wagen und kann anfangen vorsichtig zu experimentieren. Wer aber trotz viel Aufwand und entsprechenden Kosten sich mit Algenplagen, Fischsterben usw. herumärgert, der wird schnell aufhören.

Manches von dem was ich hier lese, entspricht auch meiner Erfahrung. Für einige Erfahrungen habe ich hier auch den theoretischen Hintergrund erfahren. An Einiges mache ich aber auch ein paar Fragezeichen. Manchmal kann ich mir auch ein Schmunzeln über die absoluten Wahrheiten einiger Neulinge nicht verkneifen. An einigen Stellen wird mir zuviel Pseudowissenschaft bzw. ungesundes Halbwissen verbreitet. Vielleicht hinterfrage ich da aber auch zu wenig.

Ich empfehle einem Anfänger ein kleines (d.h. 60 – 100 L) Becken, mit einfach zu beschaffender,aufzubauender und zu pflegender Technik (= Komplettset), langer Einfahrzeit, robuster Standardbesetzung und konsequenter Befolgung der Grundregeln. Da stimme ich z.B. nicht ganz mit der vorherrschenden Meinung hier (= Becken möglichst groß, Mattenfilter, Dauerwassertesten etc.) überein.

Was andere daraus lernen könnten?

Hmm,

- auch alte Hasen haben doof angefangen und manche sind es immer noch?
- viele Wege führen nach Rom?
- Ist doch egal, irgendwie klappt es schon?
- Pinselalgen kommen von Javafarn?
- Geblubbere, Superwelse und Schmetterlingsbuntbarsche gebären den langjährigen Aquarianer?
- Auch in Unlustphasen nicht gleich Alles wegwerfen?

Ich weiß nicht, ob für andere überhaupt Lernenswertes dabei ist, vielleicht war es für einige Leute mal interessant zu lesen. Halt, doch, eins kann man lernen:

- skandinavische Kiesel, Blumentöpfe und Cryptos halten ewig

Grüße Norbert
P.S.: Sorry für Tippfehler, "witzige" Formulierungen usw. Es ist ja wirklich viel.


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200 Liter Aquarium mit Bitterlingsbarben, Keilfleckbarben und Panzerwelsen

Foto: Viola (Forum)


Norbert,

vielen Dank, hat Spass gemacht zu lesen !

> [eine Menge an Erfahrungen ...]
> - auch alte Hasen haben doof angefangen und manche sind es immer
> noch?
> - viele Wege führen nach Rom?
> - Ist doch egal, irgendwie klappt es schon?
> - Pinselalgen kommen von Javafarn?
> - Geblubbere, Superwelse und Schmetterlingsbuntbarsche gebären den
> langjährigen Aquarianer?
> - Auch in Unlustphasen nicht gleich Alles wegwerfen?

Mir gefallen die vielen ??? :-))

Gruss, Peter


Hallo Norbert,

ich bin begeistert von Deine Bericht .... WOW!!! irgendwie hat mich ein Teil von dem was Du da schreibst an meine Kindheit bzw. Aquarienanfänge erinnert (auch wenn ich ein paar Jährchen jünger bin - BJ: '68).

> Die mit dem grün-schwarz-grau gesprenkelten Rahmen.

Jaaa, "sowas" stand auch in meinem Kinderzimmer, ich sehe es in meiner Erinnerung, mein Dady hat es damals gebraucht mit nach Hause gebracht. In dem AQ schamm dann, nach meiner Erinnerung, eine bunte Fischsuppe aus allerlei Lebendgebärenden, einem Schleierschwanz und einem Skalar, ich glaube ein Haiwels war auch noch dabei. Schande über uns!!! Auch an die jährliche Großputzaktionen in unseren 2 AQs kann ich mich noch sehr gut erinnern. Aus heutiger Sicht müssen die Fische damals "sehr hart im Nehmen" geweswesen sein - Fische und Pflanzen in Eimer - AQs leergräumt - neuer Kies - frisches Wasser - Fische und Pflanzen wieder rein. Natürlich gab es auch bei uns die Bindung an die Firma Tetra, somit kamen bei diesen Radikalreinigungen auch immer Aquasafe & Co.mit ins Wasser. An Verluste durch diese Aktionen kann ich mich nicht erinnern. Das Alles war so wärend meiner Grundschulzeit. Gerne denke ich an unseren damaligen Händler zurück, vielleicht kennen ein paar Mainzer noch den "Lehne" (oder so ähnlich) in der Mainzer Altstadt. War irgendwie ein Paradies für mich. Er hat auch mal einen verstorbenen Fische einfach so ersetzt "Da mein Bub, hasste 'nen Neuen" und der Handel war perfekt. Irgendwann war er dann leider weg. Schade!!! Auch die Aquarien verschwanden aus unserer Wohnung, dafür bekamen wir einen Campingplatz im Wispertal. Na wenigstens gab's da 'nen Bach mit Forellen. Wärend meiner Ausbildung und dem Zivildienst hatte ich dann von einem Bekannten ein 60er AQ übernommen, aber ich bekam das "kleine Ding" nicht richtig zum Laufen und meine Eltern wollten nicht das ich mir ein größeres AQ in mein Zimmer stellte. Meine Mutter dachte wohl noch immer mit Schrecken an die ehemaligen Großputzaktionen und damit verbundenen "Sauereien".In dieser Zeit bin ich händlermäßig meistens zum heutigen "Juma" in Mainz-Kastel gefahren. Da konnte ich, da wir in Kastel wohnten, super per Fahrrad hinkommen. Auch in Mainz gab es auf der Rheinstraße einen kleinen Händler, der mir hilfreich zur Seite stand und auch mal etwas Wissen vermittelte. Keine Ahnung mehr wie der hies, es gibt ihn auf jeden Fall auch nicht mehr. Schade die 2.! Als auch dieses AQ aus meinem Leben verschwand folgten einige Jahre ohne Fische. Doch vor etwas mehr als einem Jahr hat es mich dann wieder erwischt und ich hab mir wieder ein AQ zugelegt. Was daraus geworden ist kann man auf meiner Homepage nachlesen.

Nun ja, jetzt ist aus meiner kleinen Bewunderungsmail zu Deinem Beitrag doch "etwas mehr" geworden. Auch wenn ich noch kein wirklich "alter Hase" bin, irgenwie musst diese kleine Geschicht raus. Vielleicht kennt der ein oder andere ja diesen Werdegang.

Gruß Eric


Hallo Norbert,

das war wirklich ein sehr interessanter Bericht :-))

Ist schon toll zu erfahren, das es den Tieren früher auch ohne die vielen teuren Zusätze (und was es da so gibt) gut ging.

Viele Grüße Yvonne
P. S. Der ganze thread wird doch irgendwo aufgehoben?!


Die Frage ist obs den Fischen wirklich gut ging. Zum einen denke ich haben die Leute damals, zumindest großteils, dem noch keine so arge Bedeutung zugemessen - zum anderen gab es viele Fische noch gar nicht hier zu kaufen, weil sie einfach den Transport nicht überstanden haben. In älteren Büchern findet man öfters den Vermerk "Noch nicht lebend importiert" als in neueren - im Mergus muss man das ja schon fast suchen.

Gruß Andreas


Hallo

> Die Frage ist obs den Fischen wirklich gut ging.

Das ist schwer zu beurteilen. Wann geht es einem Fisch gut bzw. schlecht? Ich bin auch gar nicht überzeugt davon, dass es dem statistischen Durschnittsfisch heute besser geht, als vor 30, 40, nn Jahren. Dazu kommt noch die Frage welchem Fisch geht es besser: Dem halbjährigen Neon, der in seiner Heimat mit optimalen Wasserwerten einem Fressfeind vor das Maul schwimmt, oder dem Neon, der nach 2 Jahren im Aquarium früher stirbt, als es bei optimalen Wasserverhältnissen möglich gewesen wäre. Möglich optimale Verhältnisse anzustreben ist sicher richtig, aber sind wir nicht manchmal etwas arg päpstlich?

> Zum einen denke ich
> haben die Leute damals, zumindest großteils, dem noch keine so arge
> Bedeutung zugemessen

Dem widerspreche ich energisch. Dem hat man aus mehreren Gründen wahrscheinlich sogar mehr Bedeutung zugemessen. Oder warum erinnere ich mich wohl noch heute an den geschilderten Panzerwels und Kampffisch? Damals hat man sich wahrscheinlich im Rahmen der Möglichkeiten noch viel mehr Gedanken und Mühe gemacht. Heute hat man allerdings mehr Möglichkeiten.

> - zum anderen gab es viele Fische noch gar nicht
> hier zu kaufen, weil sie einfach den Transport nicht überstanden
> haben.

Heute sind sicher mehr Arten ständig im Angebot. Sehr vieles sind aber "nur" unterschiedliche Züchtungen.Die Fische die heute noch die Mehrheit in den Läder bilden wie z.B. Neon, Skalar, Guppy, Black Molly, Platy,Sumatrabarben, Kampffische, div. Fadenfische usw. gab es damals auch. Damals gabe es eine Art Platy, heute mehrere diverse Arten. Richtig stark gewachsen ist das Angebot bei den afrikanischen Barschen. Manches gibt es allerdings heute nicht mehr.

> In älteren Büchern findet man öfters den Vermerk "Noch nicht
> lebend importiert" als in neueren - im Mergus muss man das ja schon
> fast suchen.

Irgendwie logisch.

Grüße Norbert


Hallo

> P. S. Der ganze thread wird doch irgendwo aufgehoben?!

Ich schau mal, ob der Thread für das Archiv interessant genug ist/wird ;-)

Grüße Norbert


Hallo Norbert,

> Ich schau mal, ob der Thread für das Archiv interessant genug ist/wird

Auf jeden Fall!!! :). Das ist eine Chronik der AQ-Liebhaberei.

In gewisser Weise ähneln sich aber bestimmt die Erfahrungen.

Mein erstes AQ war 1977 (7-Jährig)ein uraltes 40/20/20-AQ mit Stahlrahmen, in den die Scheiben mit Fensterkitt eingesetzt waren. Das Teil habe ich aus dem Keller meines Opas erbeutet und mit 3 Stichlingen besetzt. Bodengrund war Sand mit Moos aus dem Tümpel, aus dem ich auch die Stichlinge entführt hab.

Grüße,Peter


[....................Zeitreise..............]

> Ich weiß nicht, ob für andere überhaupt Lernenswertes dabei ist,
> vielleicht war es für einige Leute mal interessant zu lesen.

Doch, doch, ich habe mich amüsiert und oft meine Geschichte in deinem Spiegel gesehen....... Sehr schön!

Gruss Klaus


Hallo Matthias,

man hat einfach der Natur etwas mehr Zeit gelassen. Natürlich kannte man eineige Verfahren die Werte des Wassers`s zu messen. Es dab auch die Möglichkeit die örtlichen Wasserwerte abzufragen. Wasserpanschen konnten wir auch. Ich bin jetzt noch Züchter und eigne mir ständig neues Wissen an. Im Internet wirst Du es nicht finden. Suche direkte Kontakte.Am besten auf Börsen und Ausstellungen. Übrigens ich bin im VDA und leite in Riesa eine Jugendgruppe " Allgemeine Jugendaquaristik" Da lernt man viel. Suche in deiner Umgebung nach solchen Möglichkeiten.Ich bin Sachse und lebe in Riesa bei Dresden.


Hi,

> Ich bin jetzt noch Züchter und eigne mir
> ständig neues Wissen an. Im Internet wirst Du es nicht finden.

Bezweifle ich doch stark. Man muß nur suchen lernen.

ciao Andreas


Anmerkungen zu dieser Seite
d.s....05.08.2006 21:48 Uhr [X]
hallo zusammen
habe eine frage an euch wie viele honigguramis schlüpfen aus den eiern die das weibchen gelegt hat?
würde mich um antworten und tipps freuen

MFG: d.s.