Wie aggressiv sind Waldjuwelenbarsche?

Waldjuwelenbarschen, Hemichromis cristatus, wird häufig nachgesagt, dass sie aggressiv und unverträglich sind. Dabei scheint die Aggressivität stark von der Aquariengröße und den Beifischen abhängig zu sein. Ausgewachsene Paare beanspruchen mindestens 60 Zentimeter große Reviere. In diesem Revier werden andere Fische attackiert.

Es wird berichtet, dass Otocinclus affinis, Corydoras julii und Guppys angegriffen wurden. Otocinclus und Guppys mussten aus dem Becken entfernt werden. Die Schleierschwänze der Guppys wurden zerbissen. Evtl. wird durch das Wedeln der Schleierschwänze eine Art Schnappreflex ausgelöst.

In einem 270 Liter Becken wurden 2 Paare zusammen mit Ancistrus dolichopterus, Corydoras sterbai, Dornaugen, Paracheirodon axelrodi und Pristella maxillaris gehalten, ohne dass es zu Problemen kam. Die Beifische wurden nicht belästigt. Nur bei der Fütterung oder ein Fisch dem Gelege zu nahe kam, wurden andere Fische weggescheucht. Das ist aber völlig normal und war in dem Fall nicht schlimmer als bei Ancistren, die ihr Gelege bewachen.

Untereinander zerrten sich die Männchen gelegentlich harmlos am Maul. Das Zusammenleben war friedlicher als bei vielen Salmlern.

Pflanzen wurden auch in der Laichzeit nicht beschädigt.

Der schlechte Ruf der Tiere entstand möglicherweise, weil z. B. H. fasciatus und elongatus sehr aggressive Raufbolde bzw. sogar Fischräuber sind. Diese werden bis zu 15 Zentimeter lang und größer. Sie fallen fast über alles her, was sie bewältigen können. Früher wurden alle Hemichromis-Arten über einen Kamm geschoren.

Die kleineren Roten Hemichromis werden nur in Ausnahmefällen bis 12 Zentimeter groß und sind relativ friedlich. Allerdings sind sie auch wehrhaft und durchsetzungsfähig. Wenn sie bei der Aufzucht und Verteidigung ihrer Jungen aggressiv werden, steht nicht genug Raum zur Verfügung, oder es handelt sich um Einzelfälle besonders aggressiver Tiere. Das gilt aber für fast alle Cichliden.

Die Autoren Horst Linke und Dr. Wolfgang Staeck bezeichen H. cristatus in ihrem Buch „Afrikanische Cichliden I -Buntbarsche aus Westafrika-“ als friedlich. Als Größe wird 9 Zentimeter angegeben.

Afrikanische Cichliden I - Buntbarsche aus Westafrika. Ein Handbuch für Bestimmung, Pflege und Zucht
  • Horst / Staeck, Wolfgang Linke
  • Herausgeber: (Melle): Tetra Verlag (1981/82, 1. Auflage).

Tipps zur Zucht

Die Gelege sind sehr groß und die Anzahl an Nachkommen ist entsprechend groß.

Brut bzw. Jungfische sollten bei den Eltern bleiben. Die Brutpflege ist interessant zu beobachten und es kommen so nicht zu viele Junge durch.
Wenn die Beifische zu stark angegriffen werden, müssen sie in höhere Wasserregionen ausweichen oder in ein anderes Becken gesetzt werden.

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Letzte Aktualisierung am 18.05.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Waldjuwelenbarsche
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