Oft erhalten wir Anfragen rund um das Thema Schwimmteich – so dass wir euch hier einige Eckdaten präsentieren möchten.

Was ist ein Schwimmteich?

Bei einem Schwimmteich handelt es sich um einen Teich für den Garten, der zum einen schön anzusehen ist. Zum anderen bietet er einen natürlichen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und lässt sich zusätzlich zum Baden nutzen. Das bedeutet, es handelt sich um eine natürliche Alternative zum Swimmingpool, die ohne Chlor und andere chemische Reinigungsmittel auskommt, was wegen der zwei miteinander verbundenen Zonen funktioniert: Badezone und Regenerationszone.

Schwimmteiche lassen sich in drei Arten unterscheiden:

  • Einkammersystem
  • Zweikammersystem
  • Biopools

Das Einkammersystem besteht aus gemeinsam integrierten Zonen. Beim Zweikammersystem erfolgt das Anlegen beider Bereiche separat, Pumpen und Filter wälzen das Wasser in die jeweils andere Zone um. Ein Schwimmteich mit Zweikammersystem ist aufwendiger. Der Schwimmbereich enthält bei dieser Art Schwimmteich keine Bepflanzung, sondern alleinig die Regenerationszone.

Neben Schwimmteichen und herkömmlichen Swimmingpools erfreuen sich sogenannte Biopools zunehmender Beliebtheit. Ihr Unterschied im Vergleich mit Schwimmteichen besteht darin, dass sie organische Stoffe nicht mittels Teichpflanzen verwerten. Vielmehr sieben spezielle Filter organische Stoffe aus dem Wasser. Das bedeutet, Biopools benötigen keine Pflanzen, sodass sie mit weniger Fläche auskommen als Schwimmteiche.

Der Traum vom eigenen Schwimmteich: Planung, Anlage, Technik, Bepflanzung, Pflege
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  • Wolfram Franke
  • Herausgeber: BLV Buchverlag
  • Auflage Nr. 5 (09.03.2012)

Wie funktioniert ein Schwimmteich?

Schwimmteich
Peter Funk, pf@artcom0.north.de, Germany, Swimming Pond Ready, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Ein Schwimmteich lässt sich als Bioreaktor verstehen. Dieser benötigt für den Betrieb Licht, Wärme, chemische Elemente (Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor) und
Spurenelemente, die in ausreichender Menge vorhanden sind. Im Betrieb erzeugt der Generator ständig Biomasse (Energie). Voraussetzung ist ausreichend Licht und Wärme. Der Teich benötigt eine einmalige Wasserauffüllung und kein fließendes Wasser. Alleinig das verdunstete Wasser gilt es nachzufüllen.

In der Regenerationszone sorgt der biologische Reinigungsprozess dafür, dass das
Wasser sauber bleibt, weshalb der Teich ohne chemische Reinigungsmittel auskommt. Ein Grund hierfür ist, dass sie Mikroorganismen, eine Kiesschicht und Pflanzen beinhaltet, die das Wasser auf natürliche Weise reinigen. Zusätzlich sorgt ein Filter, durch den das Wasser permanent hindurchströmt, für sauberes Wasser. Weiterhin benötigt ein Schwimmteich keine Heizung, da die Sonne das Wasser im flachen Bereich aufwärmt und an das Wasser in der Tiefe des Teichs weitergibt.

Eine ausreichende Tiefe von zwei Metern oder mehr ist wichtig für einen Schwimmteich. Damit die natürliche Wasserreinigung klappt, ist es vonnöten, dass die Regenerationszone bis zu zwei Drittel der gesamten Teichfläche einnimmt. Geeignete Pflanzen für die Regenerationszone sind Laichblatt, Schwertlilie, Wasserminze und andere. Fische benötigt die Regenerationszone nicht. Der Grund ist, ihre Ausscheidungen stören das natürliche Gleichgewicht des Wassers.

Was gilt es, bei der Bauplanung zu beachten?

  • Ist eine Baugenehmigung nötig oder nicht?
  • Abstände einhalten zum Nachbargrundstück
  • Die richtige Standortwahl
  • Sicherheitsvorkehrungen beachten

Nicht in allen Bundesländern kommt ein Schwimmteich ohne Genehmigung aus. In der Regel gilt: In Außenbezirken ist eine Baugenehmigung für einen Schwimmteich Pflicht, innerhalb von Baugebieten bis zu einem Rauminhalt von 100 Kubikmetern nicht. Aus diesem Grund ist es für alle, die vorhaben, sich einen Schwimmteich anzulegen, wichtig, sich vorher mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung zu setzen. Weiterhin sind Abstände zum Nachbargrundstück einzuhalten: Drei Meter in vielen Fällen.

Der Standort des Schwimmteichs liegt am besten in einem teilweise beschatteten Bereich, was zu viel Algenbildung durch direkte Sonneneinstrahlung verhindert. Schwimmteiche ziehen Kinder an, weswegen das Gesetz vorschreibt, um Teiche einen Zaun mit abschließbaren Toren anzubringen.

Beim Ausheben der Baugrube besteht die Gefahr, dass Grundwasser diese zum Einsturz bringt. Im Zweifelsfall hilft eine Probeaushebung. Eine komplette Anleitung findet ihr teilweise unter selbst.de.

Schwimmteich – Kosten und Kostenermittlung?

Wie viel ein Schwimmteich letztendlich kostet, hängt vom Benutzerverhalten und den eigenen Ansprüchen ab. Ein Teich in der einfachsten Ausführung benötigt eine Teichfolie, Bepflanzung, eine Pumpe und verschiedene technische Bauteile.

Schwimmteiche in der kleinsten Ausführung finden sich im Handel für um die 2000 Euro. Diese eignen sich nicht fürs optimale Schwimmvergnügen, da ihre Länge zwischen sieben und acht Metern variiert. Weiterhin verfügen sie über eine geringe Nutzungsdauer und einen geringen Sicherheitsgrad. Zusätzlich lassen sich diese Teiche weniger leicht pflegen als solche, die über mehr Qualität verfügen. Der Anschaffungspreis ist höher im Vergleich mit größeren Ausführungen. Ein Beispiel: Wer 1000 Euro mehr ausgibt, bei dem verdoppelt sich die Wassermenge und das Volumen und mehr als das Doppelte.

Unterschiede beim Preis entstehen bei der Wahl des Baumaterials, wie der Folie. Besteht diese aus einem Material, das länger hält, kostet sie mehr als eine Folie aus einem Material, das eine geringere Haltbarkeit aufweist. Ähnliches gilt für andere Baumaterialien. Weitere Faktoren, die sich auf den Preis auswirken, sind die Sicherheit des Teichs, seine Größe, Ausstattung und Optik.

Für einen Teich mit durchschnittlicher Ausstattung lässt sich mit einem Quadratmeterpreis von 500 Euro kalkulieren. Ein Beispiel: Für einen Schwimmteich mit 50 Quadratmetern Fläche fallen durchschnittlich 25000 Euro an. Durch viel Eigenleistung lassen sich Kosten sparen. Wichtig ist es in jedem Fall, die Planung dem Fachmann zu überlassen.

Den Anschaffungskosten für einen Schwimmteich stehen die relativ niedrigen Unterhaltskosten entgegen. Ein Schwimmteich kommt ohne Chlor und andere chemische Mittel aus. Chlor riecht aggressiv und hat eine unangenehme Wirkung auf die Haut. Weiterhin heißt es, Chlor sei, zumindest in hoher Konzentration, gesundheitsschädlich.

Wie bei einem herkömmlichen Pool sind regelmäßige Wartungs- und Reinigungsarbeiten bei einem Schwimmteich wichtig. Hierzu Schmutz, Algen und Pflanzenreste aus dem Wasser entfernen.

Eine ausführliche Berechnung de Teichkosten bietet das Portal Teichmeister

Pflegetipps – Schwimmteich

Im Herbst alle bräunlichen und ins Wasser absinkenden Pflanzenteile abschneiden und entfernen. Bleibende Pflanzen sorgen für den Luft- und Gasaustausch, wenn das Wasser auf dem Teich gefriert.

Zur Verhinderung von starkem Laubbefall empfiehlt es sich, im Herbst ein Netz über den Teich zu spannen. Weiterhin lässt es sich empfehlen, den Oberflächenabsauger (Skimmer) im Herbst auf volle Last zu stellen, um die bestmögliche Reinigung der Oberfläche zu erreichen.

Hunde im Idealfall vom Schwimmteich fernhalten. Gleiches gilt für Wildenten.

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  • Richard Weixler
  • Herausgeber: Stocker, L
  • Auflage Nr. 1 (01.03.2008)

Was gilt für Algen im Schwimmteich?

Jeder Besitzer eines Schwimmteiches weiß, dass ein kurzfristiger Algenbestand dem Teich nicht schadet. Algen befinden sich in jedem naturbelassenen Teich. Sie beeinträchtigen die Funktion des Teiches nicht. Im Gegenteil, Algen produzieren Sauerstoff, der als Lebensgrundlage für Mikroorganismen gilt. Grundsätzlich lassen Fadenalgen eine gute Wasserqualität vermuten.

In wenigen Fällen nehmen Algen überhand, sodass sie den Schwimmteich überfordern. Um das Gleichgewicht herzustellen, empfiehlt es sich, den Nährstoffgehalt des Wassers zu reduzieren. Der Grund ist, Algen sind Lebewesen, die sich von Nährstoffen ernähren. Der Fachhandel bietet eine Vielzahl von Pflanzen, die einem Schwimmteich Nährstoffe entziehen. Hierzu zählen Kalmus, Hechtkraut und andere Pflanzen.

Trotz des Nährstoffentzugs und der ständigen Wasserzirkulation in einem Schwimmteich bilden sich oftmals Sedimentflocken am Boden des Teichs. Diese wirbeln auf, wenn Menschen im Teich baden und trüben das Wasser ein. Ein Grund, den Boden regelmäßig mit einem Schlammsauger zu reinigen.

Wie weiter oben erwähnt, führt zu viel direkte Sonneneinstrahlung zur vermehrten Algenbildung. Interessierten an einem Schwimmteich lässt sich empfehlen, bei der Planung den optimalen Standort auszuwählen. Dieser liegt zumindest teilweise in einem beschatteten Bereich. Weitere Infos zu Algen im Schwimmteich findet ihr auf gartenjournal.net.

Schwimmteich und Bepflanzung

Hecken oder mit Pflanzen berankte Zäune um den Teich lassen ihn natürlich wirken und dienen gleichzeitig als Sichtschutz im Garten. Das hilft zusätzlich der Sicherheit. Der Grund ist, der Teich lässt sich von außen weniger leicht von Kindern einsehen, die sich magisch angezogen fühlen von der Möglichkeit, ins kühle Nass zu springen.

Größere Pflanzen, die Laub werfen, am besten dort platzieren, wo abfallende Blätter nicht in der Lage sind, in den Teich zu fallen.

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Schwimmteich
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