Rosetten Meerschweinchen

Datenblatt Rosetten Meerschweinchen

Lateinischer Name: Cavia porcellus
Herkunft: England
Größe:
20 bis 25 cm
Alterserwartung: 6 bis 8 Jahre
Verhalten/Besatz
Gruppen vs. Einzelhaltung: Gruppenhaltung
Futter: Pflanzenfresser, Heu, Grünfutter (Löwenzahn, Gras, Gänseblümchen, Giersch, Breitwegerich, Spitzwegerich), Gemüse (Endiviensalat, Möhren, Gurken, Paprika, Zucchini, Rote Beete), Obst (Äpfel, Birnen)
Schwierigkeitsgrad: einfach

Zuchtbuch für meine Rosette Meerschweinchen: 6x9 Notizbuch für über...
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Oceancetaceen Alice Chodura, Cavia porcellus001CC BY-SA 3.0

Allgemeine Einleitung

Ihre Vorfahren kamen im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa. Rosetten Meerschweinchen gehören zu den ältesten Rassen. Um 1880 tauchten in England die ersten Tiere mit Wirbeln (Rosetten) im Fell auf. Sie fanden schnell begeisterte Anhänger, die begannen, die neue Rasse systematisch züchteten.

Rosetten Meerschweinchen sind nur in Deutschland bekannt. Außerhalb Deutschlands werden sie Abyssinian genannt. Wie sie zu diesem Namen kamen, weiß niemand.

Aussehen

Bei der Rasse kommen alle anerkannten Farben und Zeichnungen vor. Die Schweinchen haben einen breiten, muskulösen, relativ kurzen Körper. Auf eine breite Schulter wird ebenfalls Wert gelegt.

Der Kopf soll kompakt sein, mit einer abgerundeten Maulpartie und leicht gebogenem Nasenbein. Die Ohren haben eine leichte Welle und sind eng anliegend. Große, runde Augen geben dem Gesicht einen wachen, intelligenten Ausdruck.

Es handelt sich um eine kurzhaarige Rasse. Ihr Fell wird bis zu 3,5 cm lang. Es ist dicht und fein und fühlt sich rau und harsch an. Dieses Fell bildet die typischen Rosetten, die der Rasse den Namen gaben.

Im Rassestandard werden mindestens 8 Rosetten pro Tier verlangt. Einige wenige Meeries schaffen 10 oder gar 12 Rosetten. Diese Tiere sind besonders bei Ausstellern und Züchtern beliebt und entsprechend wertvoll.

Die Rosettchen, die „nur“ 6 Wirbel haben, werden dagegen oft preiswert abgegeben. Sie sind für die weitere Zucht nicht geeignet. Das heißt nicht, dass sie für den Hobbyhalter nicht ebenso liebenswert und anhänglich wären. Sie entsprechen eben nicht exakt den Rasseanforderungen.

Von den 8 Rosetten befinden sich 4 auf dem Körper, 2 auf der Hinterhand und 2 auf der Hüfte. In Ausnahmefällen gibt es dazu 2 kleine Wirbel über der Nase.

Nun ist Rosette nicht gleich Rosette. Sie sollen ein deutliches Zentrum bilden, kreisrund sein und eindeutig voneinander abgegrenzt.

Dazu kommt, dass sie auf dem Körper symmetrisch verteilt sind. Zwei nebeneinander liegende Rosetten bilden einen sogenannten Kamm. Die Haare schieben sich gegenseitig nach oben. Bei einzelnen Exemplaren kann ein Backenbart auftreten.

Hat ein Schweinchen am Körper nicht die geforderten 4, sondern lediglich 2 Wirbel, wird es Ridgeback genannt. Der Name stammt aus dem Englischen, ridge heißt Kamm und back Rücken. Bei ihnen stehen die Haare nicht zur Seite ab, sondern werden nach oben gedrückt und bilden einen einzigen Kamm auf dem Rücken.

Anschaffung und Haltung

Die possierlichen Tierchen mit der poppigen Frisur sind robust und mit dem kurzen Fell pflegeleicht.

Sie passen die Zeit für ihre Hauptaktivitäten an die Lebensumstände ihrer Menschen an. Schnell lernen sie, genau dann wach und aktiv zu sein, wenn ihre Besitzer Zeit für sie haben.

Die Nager vermehren sich schnell. Soll eine Bevölkerungsexplosion im Gehege vermieden werden, sollten entweder nur Weibchen oder Weibchen mit einem oder zwei kastrierten Böckchen angeschafft werden.

Käfig und Ausstattung

Jedes Rosettchen braucht mindestens 0,5 m² Grundfläche im Käfig. Das Gehege kann gern mehrstöckig gebaut sein. Die Tiere klettern gern. Treppen, Aufgänge oder Äste bieten ihnen Möglichkeiten, die verschiedenen Stockwerke zu erreichen. Für Abwechslung sorgen außen angebrachte Röhren, durch die die Schweinchen laufen können.

Für jedes Tier muss mindestens ein Versteck vorhanden sein. Das können handelsübliche Hütten oder Höhlen sein. Gern nehmen die Fellknäuel Korkröhren, Kuschelrollen, Stofftunnel oder Iglus an. Handwerklich geschickte Meerschweinchenbesitzer basteln mit etwas Geschick aus Zweigen, Wurzeln oder Brettchen entsprechende Einrichtungen. Aus dem gleichen Material können Möglichkeiten zum Klettern und Erkunden entstehen.

Diese Spielzeuge sollten von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Im Herbst reicht eine Handvoll trockenes Laub aus und die Nager sind über Stunden beschäftigt. Im Käfig dürfen Hängematten auf keinen Fall fehlen. In ihnen liegen die Tiere gern und dösen.

Zweige von Weiden, Pappeln, Birken, Buchen, Obstbäumen oder Haselnusssträuchern sollten ständig im Gehege sein. Daran können sich die Rosettchen ihre ständig nachwachsenden Zähne durch Nagen abschleifen.

Eine Heuraufe, ein Futternapf und ein Napf für Wasser vervollständigen die Einrichtung. Handelt es sich um eine größere Gruppe von Tieren, sollte es mehrere Futterstellen geben. Es kann sonst passieren, dass die rangniederen Rosettchen weggebissen werden und nicht genug Futter bekommen.

Steht der Käfig nicht auf dem Boden, sollte ein Aufgang in Form eines rutschsicheren Brettes angebracht werden. Dann müssen die Tiere nicht in die Hand genommen zu werden, wenn sie zum Freilauf hinaus dürfen.

Anforderung an die Haltung

Artgerechte Haltung

Rosettchen möchten nicht allein sein. Als Gruppentiere brauchen sie Kontakt zu anderen Meerschweinchen. Es können Meerschweinchen anderer Rassen sein, wichtig ist, dass es Meerschweinchen sind.

Kaninchen sind kein Ersatz für Artgenossen. Sie haben zwar ähnliche Ansprüche an Haltung und Pflege, sprechen aber nicht die gleiche Sprache.

Meeries kommunizieren viel miteinander. Sie unterhalten sich mit Lauten und über Körpersprache. Das funktioniert mit Kaninchen nicht. Der Besitzer, mag er sich noch so viel mit seinem Rosettchen beschäftigen, ist genauso wenig geeignet.

Sind mehrere Männchen in der Gruppe, sollten sie kastriert sein. Andernfalls kommt es häufig zu Beißereien unter ihnen. Das bringt Stress in die gesamte Gruppe. Zur artgerechten Haltung gehört täglicher, ausgiebiger Freigang in der Wohnung.

Ihr Gehege muss so stehen, dass es nicht der Sonne ausgesetzt ist. Direkt neben der warmen Heizung ist ebenso zu vermeiden. Hier wird es den Nagern schnell zu warm.

Freilandhaltung

Als Kurzhaarrasse können die Tiere das ganze Jahr draußen gehalten werden. Sie sollten Zugang zu geschützten, trockenen Unterständen haben. Für den Sommer sind schattige Bereiche wichtig.

Die Gruppe muss aus mindestens 3, besser 4 oder 5 Individuen bestehen. Im Winter halten sie sich durch Aneinanderkuscheln gegenseitig warm. Das Gehege inklusive Auslauf muss abgesichert sein, um Raubtiere (Katzen, Füchse, Marder, Greifvögel) fernzuhalten.

Pflege

Der Käfig muss wöchentlich gereinigt werden. Dabei wird die Einstreu komplett ausgewechselt. Die Kotecke sollte täglich gesäubert werden.

Ihr Fell pflegen Rosettchen selbst, kämmen oder bürsten ist nicht notwendig. In Ausnahmefällen verfängt sich Einstreu in den Rosetten, die die Tiere nicht herausbekommen. In dem Fall muss der Pfleger mit einer kleinen Bürste helfen.

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Zucht & Aufzucht

Die Zucht von Rosetten Meerschweinchen stellt hohe Anforderungen. Viele Komponenten müssen beachtet werden, dass der Nachwuchs die außergewöhnliche Haarpracht in möglichst vielen Wirbeln zeigt.

Das Weibchen sollte 6 bis 12 Monate alt sein, wenn es das erste Mal gedeckt wird. Ein Böckchen wird mit 4 bis 6 Wochen geschlechtsreif. Ein Weibchen wird jeweils nach 14 bis 18 Tagen brünstig. Nach erfolgreichem Deckakt werden nach etwa 68 Tagen die Jungen geboren.

Die Würfe bestehen aus  1 bis 7 Jungen, sie wiegen bei der Geburt etwa 60 bis 120 g. Als Nestflüchter sind ihre Augen offen und sie können gleich laufen. Sie kommen mit vollständigem Fell auf die Welt, es ist nur noch nicht so lang wie bei den Erwachsenen.

Die Kleinen werden 3 Wochen gesäugt. Sie beginnen bereits wenige Stunden nach der Geburt an Gemüse und Obst zu knabbern.

Geschlechtsunterschiede

Die Böcke sind größer als die Weibchen. Bei ihnen sind die Kaudaldrüse und die Perinealtasche stärker ausgeprägt als bei den Weibchen.

Futter und Ernährung

Heu und Wasser sollte den Rosettchen ständig zur Verfügung stehen. Dazu bekommen sie Grünfutter, Obst und Gemüse.

Eingewöhnung und Umgang

Die lebhaften, anhänglichen Tiere sind für Meerschweinchen sehr selbstbewusst. Sie zeigen wenig Zurückhaltung. Schon kurz nachdem sie eingezogen sind, erkunden sie ihr Gehege. An ihren Pfleger gewöhnen sie sich schnell. Kleine Leckerchen beschleunigen diese Eingewöhnungsphase.

Rosettchen können ihre Meinung energisch durchsetzen. Teilweise neigen sie zu einem, wenn auch liebevollen, kleinen Dickkopf.

Sie sind neugierig und stets offen für ein ausgelassenes Spiel. Bei ihrem täglichen Freilauf möchten sie mit ihrem Menschen die Umgebung erkunden. Eine liegengelassene Pappschachtel, eine leere Plastikflasche, eventuell gefüllt mit (Meerschweinchen)Naschereien sorgen für Spiel und Spannung.

Die Nager lernen schnell kleine Tricks. Nach einigen Apfelstückchen kommen sie auf Zuruf aus ihrem Versteck oder gehen selbstständig in ihr Gehege zurück.

Gestreichelt möchten die Kerlchen nicht werden. Durch die vielen Wirbel ist es unmöglich in Fellrichtung zu streicheln. Streicheln entgegen der Fellrichtung ist für die Tiere unangenehm. Sie mögen es ebenfalls nicht, in die Hand genommen zu werden, sie sind keine Kuscheltiere.

Es macht viel Spaß sie bei ihrem geselligen Treiben zu beobachten. Geht es ihnen gut, zeigen sie das durch lustige Sprünge. Sie springen mit allen Vieren in die Luft und schlagen teilweise mit den Hinterbeinen aus.

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