Knochenbruch bei Vögeln

Grundsätzlich erscheinen die Knochen von Vögeln pneumatisiert (luftgefüllt), wobei der Grad der Pneumatisierung je nach Art variiert und dazu dient, die Flugfähigkeit durch Verringerung des Körpergewichts zu verbessern. In kortikalen Knochen gibt es einen höheren Anteil an anorganischen Salzen in der Zusammensetzung. Dies führt zu einer größeren Härte, aber auch zu einer größeren Brüchigkeit, weshalb Vögel insgesamt zu Knochenbrüchen neigen können.

Symptome

Knochenbrüche bei Vögeln können sich in Symptomen wie Instabilität, Flugunlust, Lähmungserscheinungen, Stress oder Aufstützen auf einem Bein äußern. Auch ein zur Seite hängender Flügel oder blutverschmiertes Gefieder können bei offenen Knochenbrüchen auftreten.

Ursachen

Frakturen können aufgrund prädisponierender Ursachen auftreten, wie z. B. Osteomyelitis (Entzündung) bei lokalen Infektionen des Vogels, einer mangelhaften Ernährung in Bezug auf den Kalziumgehalt oder das Kalzium-Phosphor-Verhältnis (häufig bei jungen Raubvögeln, die mit Rindfleisch oder Innereien gefüttert werden) oder auch Osteoporose. Knochenbrüche sind zudem häufig alters-, art-, geschlechts- und hormonell bedingt: Während des Legezyklus sind Weibchen anfälliger für Frakturen, weil das Kalzium in den Knochen für die Bildung der Eier mobilisiert wird.

Eine weitere Ursache liegt in der Form des Knochens selbst, z. B. des Oberarmknochens, der „S“-förmig ist und bei bestimmten Bewegungen Brüche zulässt, sowie in Knochentumoren und der permanenten Kompression der Knochen durch Ringe und Schleifen. Bei Wildvögeln ist die häufigste Ursache jedoch ein äußeres Traum. In den meisten Fällen entsteht dieses durch Schüsse, Kollisionen mit Elektrokabeln oder Drahtzäunen, Herunterfallen der Küken aus dem Nest und Überfahren werden (vor allem bei nachtaktiven Greifvögeln).

Behandlungsmöglichkeiten

Die Wahl der Behandlung hängt von der Art des Knochens und der zu behandelnden Fraktur, der Größe des Vogels, den damit verbundenen Verletzungen, der Verfügbarkeit von Material und finanzieller Mittel ab.

Eine Methode ist die externe Ruhigstellung (Bandagierung), wenngleich das funktionelle Ergebnis für das Tier möglicherweise nicht optimal ist. Zu den nützlichsten Verbänden gehören der Schildkrötenverband bei Frakturen jenseits des Ellenbogens und bei Ellenbogen- oder Handwurzelverrenkung sowie der Robert-Jones-Verband, der u.a. bei Frakturen im unteren Teil der Beine zum Einsatz kommt. Es gibt jedoch Fälle, in denen ein chirurgischer Eingriff für eine schnellere Genesung und volle Funktion der betroffenen Gliedmaße notwendig ist.

Die Verwendung von Platten ist umstritten, da die Knochen von Vögeln zerbrechlich sind und ihre Kortikalis sehr dünn ist. Außerdem können sie kaum an die Größe und Anatomie bestimmter Vögel angepasst werden, so dass in der Regel Metallnadeln gewählt werden; andererseits befindet sich der Knochenkallus bei Vögeln im Inneren des Knochens, so dass diese letzte Methode die Bildung des Knochens behindert. Weiterhin kann es bei jungen Vögeln die Venen, die die Knochen umgeben, beeinträchtigen und so deren Entwicklung unterbrechen.

Andererseits kann auch der Einsatz von unilateralen Fixateur externe angezeigt sein, muss aber mit einer intramedullären Nagelung kombiniert werden. Die externe Fixierung greift nicht in die Bildung von Knochenkallus ein, beschädigt nicht die Gelenke und verändert nicht die Blutversorgung, so dass sie ein großes Potenzial hat, Frakturverletzungen bei Greifvögeln zu beheben, die schwer zu stabilisieren sind. Diese Fixatoren ermöglichen die Bewegung der Flügel, was es dem Vogel erleichtert, viel früher mit kleinen Flügen und Muskelbewegungen zu beginnen.

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