Elritze

Datenblatt Elritze

Handelsname: Elritze
Lateinischer Name: Phoxinus phoxinus (Linnaeus, 1758)
Ordnung: Cypriniformes (Karpfenartige)
Familie: Leuciscidae (Weißfische)
Gattung: Phoxinus (Elritzen)
Herkunft: weit verbreitet vom nördlichen Spanien über Mittel- und Nordeuropa bis Sibirien (nördliches Eurasien)
Größe: 10 – 14 cm (Weibchen), 7 – 10 cm (Männchen)
Aquarium
Länge x Breite x Höhe (in cm): 60 x 30 x 35
Inhalt: 60 Liter
Wasserwerte
Temperatur: 4 bis 20 °C
PH: 7,0 bis 8,5
GH: 10 bis 22 °dGH
KH: 8 bis 18 °dKH
Verhalten
Bereich: mittlere und obere Zone
Futter: Flockenfutter, Pflanzenfutter, Futtertabletten, Forellenaufzuchtfutter, Frostfutter, Lebendfutter (Wasserflöhe und Hüpferlinge)
Verhalten: Schwarmfisch
Anzahl: Gruppengröße von mindestens zehn Exemplaren empfohlen
Lebenserwartung: max. 11 Jahre
Vergesellschaftung mit Garnelen nein
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Elritze
Pmau, Phoxinus phoxinus img 33486, CC BY-SA 4.0

Allgemeine Einleitung

Elritzen und ihre Lebensräume

Die Elritze ist eine kleine Süßwasserfischart aus der Familie der Karpfen. Sie ist die Typusart der Gattung Phoxinus. Das Verbreitungsgebiet der Elritze erstreckt sich über große Teile Eurasiens.

Ihr natürlicher Lebensraum reicht von Großbritannien und Spanien bis nach Ostsibirien. Hier ist sie vor allem in kühlen Bächen und sauerstoffreichen Seen und Teichen der Forellen- und Äschenregion zu finden.

Einst ein weit verbreiteter und häufiger Fisch, ist der Bestand stark zurückgegangen. Deshalb wird die Elritze in der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft.

Elritzen und ihre Lebensweise

Die Elritze ist eine gesellige Art, die in großen Schwärmen schwimmt. Es ist daher anzunehmen, dass die Elritze eine wichtige Rolle in der Nahrungskette spielt. Es ist zu beobachten, dass in vielen Bächen, in denen es keine Elritzen gibt, die vorhandenen Bachforellen eher klein sind.

Im Freiland lebende Elritzen laichen in den überströmten Kiesfeldern des Gewässers ab. Dabei drückt das Männchen sich an die Flanke des Weibchens.

In der Folge werden die Eier in die Ritzen zwischen den Steinen abgegeben. Die Eier sind um die 2 mm groß und kleben nicht.

Für die Embryonal- und Larvenentwicklung ist grobes Kiessubstrat wichtig, in dem Schutz vor Fressfeinden und ein gutes Nahrungsangebot vorhanden ist.

Ist das Spaltensystem des Substarts ausreichend durchströmt, können die Larven dabei tief in die Höhlengänge eindringen.

Haltung von Elritzen in Teich und Kaltwasseraquarium

Obwohl Elritzen bereits in 60-Liter-Aquarien gehalten werden können, sollte man ihnen als schwimmfreudige Fische eher Gartenteiche oder geräumige Aquarien anbieten.

Kaltwasserbecken mit einem Volumen von etwa 400 Litern sind für die Aquarienhaltung optimal.

Geschlechtsunterschiede

Die Männchen weisen im März einen Laichausschlag auf. Es treten dabei weiße Knötchen im Bereich des Kopfes auf. Charakteristisch ist auch die rote Färbung an Bauch und Maul sowie an den Ansätzen der Brust-, Becken- und Afterflossen, die die Bereitschaft zum Laichen anzeigt.

Die Flanken der Männchen zeigen sich dann grün-gold schimmernd mit unregelmäßigen dunklen Querbändern. Unterschiedliche Populationen von Elritzen können verschiedene Farbvariationen im Hochzeitskleid der Männchen aufweisen.

Zur Paarungszeit zeigen die Weibchen keinen Laichausschlag. Es bildet sich jedoch ein durchgehendes dunkles Längsband sowie eine weiß-silbrige Färbung in der Bauchgegend.

Zucht

Zuchtansatz

Die Aufzucht sollte in einem separaten Aufzuchtbecken erfolgen. Die Laichbereitschaft kann durch einen auf 10 – 20 cm abgesenkten Wasserstand und eine starke Wasserströmung gefördert werden.

Das Wasser sollte klar und sauber sein. Der Boden des Laichbeckens sollte aus grobem Kies oder faustgroßen Steinen bestehen.

Aufzucht

Sobald die weiblichen Elritzen ihren Laich, bestehend aus bis zu 1000 Eiern, zwischen den Steinen abgelegt haben, werden die Elterntiere aus dem Laichbecken entfernt. Die Wasserströmung wird gedrosselt. Gleichzeitig muss das Wasser durch Belüftung immer gut mit Sauerstoff versorgt sein.

Abhängig von der Temperatur schlüpfen die Fischlarven innerhalb von 4–8 Tagen. Nach weiteren 24 Stunden schwimmen die jungen Elritzen frei umher.

In dieser Zeit wird der Dottersack aufgebraucht. Anschließend können die Larven, die sich in der freien Natur von Plankton ernähren, mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 2 Jahren erreicht.

Vergesellschaftung

Für eine gemeinsame Haltung in Teich und Kaltwasseraquarium empfehlen sich vorwiegend kleinbleibende Teichfische wie Moderlieschen (Leucaspius delineatus) oder Bitterling (Rhodeus amarus).

Auch Biotopfische wie der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) eignen sich gut zur Vergesellschaftung mit Elritzen.

Sonstige Fragen

Woher kommt die Bezeichnung Elritze?

Der Name der Elritze leitet sich vom ostmitteldeutschen Eller ab. Eller wiederum bedeutet Erle. Die Elritze als „Erlenfisch“ hält sich also gerne unter Erlen an den Ufern von Fließgewässern auf.

Was ist bei der Haltung von Elritzen im Teich zu beachten?

Für die dauerhafte Freilandhaltung benötigt die Elritze wie alle Teichfische einen mindestens 1 m tiefen Teich, in dem sie im Bereich unterhalb der Frostgrenze überwintern kann. Im Sommer sollte die Wassertemperatur 20 °C nicht überschreiten.

Idealerweise liegt der Teich im Halbschatten. Elritzen sind lebhafte Tiere, die gerne an der Teichoberfläche schwimmen. Da sie sauerstoffreiches Wasser benötigen, sollte der Einsatz eines Teichbelüfters in Erwägung gezogen werden.

Können Elritzen mit Goldfischen vergesellschaftet werden?

Puristen werden sich an der Vergesellschaftung von Elritzen mit anderen als Biotopfischen stören. Die Vergesellschaftung von Elritzen mit Goldfischen ist jedoch gut verträglich.

Welche Formen von Elritzen sind im Handel erhältlich?

Die Wildform der Elritze zeigt variable Ausprägungen im Zeichnungsmuster. Der Handel bietet zudem auch eine goldfarbene Form an.

Mit der ebenfalls häufig im Handel angebotenen Regenbogenelritze (Notropis chrosomus) aus den Südstaaten der USA ist die Elritze hingegen nicht näher verwandt.

Dürfen heimische Elritzen aus Freilandgewässern entnommen werden?

In Deutschland ist die Elritze geschützt. Sie darf daher nicht aus natürlichen Gewässern entnommen werden.

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