Bäder im Aquarium als Mittel gegen Krankheiten

Bäder werden in der Regel in gesonderten Aquarien oder Behältern durchgeführt. Nur Krankheiten, die den größten Teil der Fische bereits befallen haben, oder Krankheiten deren Erreger sich im Aquarium festsetzen können, sollten im „normalen“ Aquarium behandelt werden.

Dauerbäder

Bei einem Dauerbad werden die erkrankten Fische über mehrere Stunden oder sogar mehrere Tage (ca. 3 – 4 Tage) in Wasser gesetzt, in welches das anzuwendende Medikament gegeben wurde. Größe und Ausstattung des verwendeten Behälters müssen der Dauer der Behandlung angemessen sein. Da Krankheit und Medikamente den Fisch schon stark belasten, müssen zusätzliche Stressfaktoren soweit eben möglich ausgeschlossen werden. Im Idealfall steht ein voll eingerichtetes und eingefahrenes Quarantänebecken zur Verfügung, das ausschließlich zur Behandlung kranker Fische verwendet wird.

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Aufstellungsort soll ein möglichst ruhiger Ort sein, an dem die Fische möglichst nicht von außen gestört werden. Der erkrankte Fisch muss über ausreichend Bewegungsfreiheit verfügen, Bodengrund aus Kies oder Sand sollte vorhanden sein. Pflanzen und sonstige Einrichtungsgegenstände sollten nur soviele vorhanden sein, wie für die Fische unbedingt erforderlich sind. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass jederzeit die Möglichkeit bestehen muss, die Fische genau beobachten zu können.

Auch wenn die Fische während der Dauer einer Behandlung mit gedämpftem Licht, z.B. Tageslicht, auskommen, sollte zur besseren Beobachtung eine gute Lichtquelle vorhanden sein. Einige Medikamente verringern bei Lichteinfall schnell ihre Wirksamkeit. In solchen Fällen wird das Licht nur während der Beobachtung eingeschaltet.

Zur Vermeidung von Temperaturschwankungen sollte auf jeden Fall eine Heizung vorhanden sein. Ist das Becken immer nur kurzzeitig in Gebrauch, kann auf einen Filter verzichtet werden. Die Dauer der Behandlung ist dann oft kürzer, als der Aufbau der für den Filter notwendigen Bakterienkulturen. Einige Medikamente, z.B. Antibiotika, töten zudem die Filterbakterien ab. Der Filter wird dann sogar zu einer zusätzlichen Belastung. Absorbierende Filterstoffe wie Aktivkohle dürfen während der Behandlung auf keinen Fall eingesetzt werden, da sie die Wirkung des Heilmittels herabsetzen. Gegen einen reinen Schaumstofffilter, der zur Umwälzung des Wassers dient, ist nichts einzuwenden. Zu diesem Zweck kann auch ein Sauerstoffstein eingesetzt werden, zumal bei vielen Heilmitteln eine gute Belüftung erforderlich ist.

Im einfachsten Fall kann also eine einfache Plastikwanne mit Heizung, etwas Kies und einem Sauerstoffstein, mit Pumpe natürlich, zu einem Behandlungsbecken gemacht werden.

Das Becken wird mit Wasser aus dem Aquarium befüllt, in dem die erkrankten Fische leben, um den Fischen nicht auch noch eine Wasserumstellung zuzumuten. Während der Behandlung wird der Nitritwert ständig überwacht, besonders wenn das Behandlungsbecken relativ klein ist bzw. dicht besetzt ist.

Kurzbäder

Bei Kurzbädern wird ein erkrankter Fisch für kurze Zeit ein oder mehrmals am Tag mit einer hohen Dosis des anzuwendenden Heilmittels behandelt. Da Kurzbäder den Fisch extrem belasten, werden sie meist nur in besonders kritischen Fällen angewendet. Es wird jeder Fisch einzeln behandelt. Während der ganzen Behandlung bleibt der Fisch unter Beobachtung. Wird die Behandlung schlecht vertragen, kippt der Fisch z.B. zur Seite, wird das Bad sofort abgebrochen. Ein behandelter Fisch wird noch etwa 10 Minuten sorgfältig beobachtet, bevor der nächste Fisch behandelt wird. Treten Komplikationen auf, wird die gesamte Behandlung abgebrochen.

Aufgrund der kurzen Behandlungszeit reicht als Behälter eine einfache Schüssel. Vor jedem Bad wird die Schüssel mit Aquarienwasser gefüllt und die benötigte Dosis des Medikamentes beigegeben. Stehen Wasser und Medikament längere Zeit, muß auf die korrekte Temperatur geachtet werden.

Wird ein einzelner Fisch mehrfach im Kurzbad behandelt, wird mit zwei Schüsseln gearbeitet. Die zweite Schüssel wird nur mit Aquarienwasser gefüllt. Nach dem Kurzbad wird der Fisch zur Erholung in die zweite Schüssel mit Aquarienwasser gesetzt, bis das nächste Kurzbad ansteht. Der Fisch würde zu stark gestresst, wenn er immer wieder neu aus dem Ursprungsaquarium gefangen werden müsste.

Bei mehreren kranken Fischen wird mit drei Schüsseln gearbeitet. Die erste und die dritte Schüssel enthalten nur Aquarienwasser, die zweite Schüssel enthalt Aquarienwasser und Heilmittel. Zunächst werden alle zu behandelnden Fische aus dem Aquarium gefangen und in die erste Schüssel gesetzt. Dann wird der erste Fisch in das Kurzbad in der zweiten Schüssel gesetzt. Nach dem Kurzbad kommt dieser Fisch in die dritte Schüssel zur Erholung. Der Vorgang wird nun mit den anderen Fischen wiederholt. Am Ende befinden sich alle Fische in der dritten Schüssel. Beim nächsten Behandlungszyklus wird das Verfahren wiederholt. So ist sichergestellt, dass alle Fische behandelt werden und benötigte Ruhephasen erhalten. Während der Behandlung muß unbedingt auf die Wassertemperatur in allen Schüsseln geachtet werden und gegebenenfalls Wasser und Heilmittel neu aufgefüllt werden.

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Damit die Fische nicht ständig neu gefangen werden müssen und durch den Fangstress nicht zusätzlich belastet werden, können die Fische in einem geräumigen Fangnetz in das Bad gehalten werden. So können sie bei Komplikationen auch schnell wieder aus dem Bad genommen werden.

Bäder im Aquarium als Mittel gegen Krankheiten
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Letzte Aktualisierung am 15.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API