Algen im neuen Aquarium

Grüne Schwebealgen im Aquarium
Grüne Schwebealgen Foto: Andreas Menke

Algen kommen mit ungünstigen Bedingungen im Aquarium besser zurecht als Aquarienpflanzen. Wenn die Bedingungen für Pflanzen ungünstig sind oder werden, breiten sich deshalb schnell Algen aus. Damit die Pflanzen mit den Algen erfolgreich konkurrieren können und die Algen schließlich zurückdrängen, benötigen sie gute Wachstumsbedingungen. Dabei gilt, dass alle benötigten Nährstoffe in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen müssen. Steht nur ein einziger Nährstoff nicht ausreichend zur Verfügung, kann die Pflanze nicht optimal gedeihen, auch wenn die anderen Nährstoffe im Überschuss vorhanden sein sollten. Der Überschuss kommt dann den Algen zu Gute.

Gedeihen die Pflanzen trotz regelmäßiger Zugabe von Pflanzendünger schlecht, sind mögliche Ursachen Mangel an CO2 oder ungünstige Lichtverhältnisse. Der Bodengrund sollte 7 bis 10 cm hoch sein und nicht zu grob gekörnt sein. Da unterschiedliche Pflanzenarten auch unterschiedliche Ansprüche an das Licht, die Düngung und die CO2-Menge stellen, spielt auch die richtige Pflanzenauswahl und -zusammenstellung eine erhebliche Rolle. Auf den Blättern langsamwachsender Pflanzen, wie dem kleinen Speerblatt (Anubias nana), bilden sich mit der Zeit Algen auf den Blättern, wenn die Pflanze zu stark beleuchtet wird. In einem Aquarium mit starker Beleuchtung muss für eine Abschattung durch andere Pflanzen gesorgt werden.

Pflanzen wie der Indische Wasserstern (Hygrophilia difformis) haben einen hohen Nährstoffbedarf und benötigen starkes Licht. Werden diese Pflanzen in einem Aquarium mit Mangel an CO2 stark gedüngt, kann es durch den überschüssigen Dünger zu einer starken Vermehrung der Algen kommen. Durch Zugabe von CO2 muss ein ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe gewährleistet werden.

Nährstoffüberschuss beseitigt man durch Wasserwechsel. Deshalb können häufige und kräftige Wasserwechsel ein erfolgreiches Mittel gegen Algen sein. Auch extrem schnellwachsende Pflanzen verbrauchen Nährstoffüberschüsse. So kann Hornkraut (Ceratophyllum demersum) in einer Woche 10 bis 30 cm wachsen, wenn ausreichend Nährstoffe in ausgewogenem Verhältnis zur Verfügung stehen. Kurzfristig sind Wasserwechsel geeignet, mittel- und langfristig schnellwachsende Pflanzen, um Nährstoffüberschüsse zu beseitigen.

Auch bei noch so starkem Algenwuchs sollten keine chemischen Mittel zur Algenvernichtung eingesetzt werden. Sie schädigen die Pflanzen in der Regel stärker als die Algen und stören das Gleichgewicht im Aquarium empfindlich. Einige dieser Mittel beinhalten zudem Kupfer, das für wirbellose Tiere, z. B. Garnelen und Schnecken, tödlich ist.

Häufige Ursachen für Fischsterben in Anfängerbecken und wie es verhindert werden kann

Die häufigste Ursache für das schnelle und massenhafte Sterben von Fischen in neu eingerichteten Aquarien ist vermutlich eine zu kurze Einfahrzeit. Aber auch andere Ursachen kommen in Betracht.

Mögliche Ursachen für Fischsterben
  • Die Einfahrzeit des Aquariums war zu kurz (zu hoher Nitritwert).
  • Die Fische wurden zu schnell umgesetzt.
  • Giftstoffe waren im Aquarium (Kupfer aus den Wasserleitungen, Reinigungsmittel, Reinigungsschwämme etc.).
  • Zu starke Fütterung bei nicht eingefahrenem Aquarium.

Als Ursache für Fischsterben leicht übersehen wird die Reinigung des Aquariums, z. B. das Entfernen von Algen an den Scheiben. Neue Reinigungsschwämme enthalten möglicherweise Produktionsrückstände oder Waschmittel. Zur Reinigung der Aquarienscheiben dürfen deshalb nur gut mit klarem, evtl. kochendem Wasser durchgespülte Kunstschwämme verwendet werden. Geeignet sind auch Leinentücher, Filterwatte und Filterschwämme. Die Hände sollten vor Eingriffen in das Aquarium auch nur mit klarem Wasser gewaschen werden, keinesfalls mit Seife. Uhren, Ringe, Armbänder und andere Gegenstände, die Verunreinigungen oder Gifte in das Aquarium bringen könnten, müssen abgelegt werden.

Beim schnellen Tod vieler Fische gleichzeitig besteht immer der Verdacht auf eine Vergiftung. Deshalb sind als schnelle Sofortmaßnahme häufige und kräftige Wasserwechsel angeraten.

Besteht der Verdacht auf eine Nitritvergiftung sollte eine Woche lang mindestens zwei Mal täglich jeweils ca. 75 % des Wassers gewechselt werden. Mulm wird in dieser Zeit nicht abgesaugt und der Filter wird nicht gereinigt. Die Futtermenge wird auf die Hälfte verringert. Neue Fische sollten frühestens nach 14 Tagen gekauft werden.

Sicherer ist es, den Nitritwert täglich zu prüfen und so häufig Wasser zu wechseln, bis kein Nitrit mehr nachweisbar ist. Erst wenn 14 Tage lang kein Nitrit nachweisbar war, können nach und nach neue Fische eingesetzt werden.

Das Aquarium riecht unangenehm.

Ein neu eingerichtetes und noch nicht vollständig eingefahrenes Aquarium kann zu Beginn etwas unangenehm riechen. Dies deutet auf eine hohe biologische Belastung des Wassers hin. Schadstoff abbauende Bakterien müssen sich erst in genügend hoher Anzahl ansiedeln. Durch Wasserwechsel wird die Wasserbelastung verringert. Verfügt das Aquarium über einen biologisch arbeitenden Filter und ist das Aquarium nicht zu stark besetzt, nimmt der Geruch nach wenigen Wochen ab.

Stärkerer Gestank deutet auf Fäulnisprozesse hin, deren Ursachen ermittelt und beseitigt werden müssen.

Allgemeine Probleme in neuen Aquarien

Nitrat und Nitrit
PublicDomainPictures / Pixabay

Sind in einem Aquarium einmal Probleme aufgetaucht, dauert es oft eine Weile, bis das Aquarium stabilisiert ist und problemfrei betrieben werden kann. Ausgangspunkt von Anfangsproblemen sind in der Regel zu hohe Nitritwerte. Ursache ist meist eine zu kurze Einfahrzeit oder zu starke Fütterung der Fische nach der Einfahrzeit.

Die meisten Fischarten fressen ständig und haben kein Sättigungsgefühl. Daraus schließen Anfänger leicht, dass die Fische hungrig sind und geben viel zu viel Futter. Durch die biologischen Umwandlungsprozesse im Aquarium entsteht schließlich Nitrit. Neu eingerichtete Aquarien sind häufig noch nicht so mit Nitrit abbauenden Bakterien besiedelt, dass das aus dem Futter entstehende Nitrit schnell genug abgebaut wird. Aus diesem Grund sollte in einem neu eingerichteten Aquarium besonders sparsam gefüttert werden. Einmal in der Woche kann völlig auf die Fütterung verzichtet werden. Steigert man die Fütterung dann langsam auf den Normalwert, der aber auch noch sparsam sein muss, kommt es normalerweise zu keinen auffälligen Nitritwerten.

Zeigen die Fische Anzeichen einer Nitritvergiftung muss sofort durch zahlreiche Wasserwechsel der Nitritgehalt des Wassers gesenkt werden, bis kein Nitrit mehr nachweisbar ist. Diese Wasserwechsel verzögern jedoch die Besiedlung mit Schadstoff abbauenden Bakterien, so dass es länger dauert, bis das Aquarium einen Gleichgewichtszustand erreicht. Zugleich erzeugen die vielen Wasserwechsel bei den Fischen Stress und wirken sich als Belastung aus. Diese Verzögerung muss in Kauf genommen werden, weil die drohende Vergiftung unbedingt abgewendet werden muss. Mit einem guten Nitrittest kann die Entwicklung jedoch beobachtet und kontrolliert werden.

In solchen Fällen kann die Fütterung für einige Tage drastisch reduziert oder ganz eingestellt werden. Das gibt den Bakterien Gelegenheit sich zu vermehren und ihre Abbauleistung an die anfallende Schadstoffmenge anzupassen. Meist stabilisiert sich das Aquarienklima dann sehr schnell.

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Letzte Aktualisierung am 18.05.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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