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Kalk für Schnecken
Hallo zusammen,
da ich gelesen habe, daß bei einer zu geringen Härte die Schneckenhäuser kaputt gehen, kann man mit einem Pickstein (Kalkstein) für Vögel Abhilfe schaffen. Meine Frage wäre nun, wie macht ihr das mit dem Befestigen des Steins? Kann ich den einfach ins Wasser hängen? Löst sich da nicht der Kalk auf?
Leider konnte ich nirgends einen Tip dazu finden, drum muß ich euch wieder mal belästigen ;-) .
Schnecklich liebe Grüße
Andrea
Hallo Andrea
Ich habe eine Sepiaschale(für Piepmätze) ins Aq gelegt.Einfach in den Kie stecken,oder mit einem Stein beschweren.
Gruß Inge
Hallo Andrea,
Kalk (CaCO3) ist erstmal nicht wasserlöslich und damit auch nicht direkt für die Schnecken verwertbar.Erst in sauren Wasser (pH <7) wird der Kalk in lösliches Calciumhydrogencarbonat [Ca(HCO3)2 ] umgewandelt.Selbiges ist unstabil und zerfällt in ein Calcium-Ion (Ca2+) [GH-Bildner] und ein Hydrogencarbonat-Ion (HCO3-) [KH-Bildner]. Beides wird letztendlich dann von der Schnecke zur Bildung des Gehäuses (wieder Umwandlung in Kalk) herangezogen.
Du solltest also erst einmal Deinen pH überprüfen. Bei einem Wert > 7 verspricht die Zugabe eines Kalksteines oder auch Sepiaschale sicher kaum Erfolg. Durch Zugabe von CO2 kannst Du den pH etwas senken und damit die o.g. Umwandlung unterstützen. Allerdings solltest Du dabei die KH regelmäßig beobachten. Wie sieht denn eigentlich Dein Ausgangswasser aus?
bis dann Andreas
Ich habe übrigens auch gute Erfahrungen mit Korallensplitt als Bodengrund in einem Schneckenbecken gemacht.
Hi Andreas,
> Erst in sauren Wasser (pH <7) wird der Kalk in lösliches
> Calciumhydrogencarbonat [Ca(HCO3)2 ] umgewandelt.
Das möchte ich mal relativieren. Kalk ist auch bei pH=14 löslich, nur eben nicht so gut wie bei pH=0.
Es gibt ein sogenanntes "Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht" (nicht hauen wegen der "Kohlensäure! Ich weiß dass die Hohe Schule Der Chemie diesen Begriff ablehnt, aber ich hab das KK-Gleichgewicht als soches (kennen-)gelernt), und das sieht so aus:
CaCO3 (fest) + H2O <-> Ca^2+ + HCO3^- + OH^-
HCO3^- + H^+ <-> CO2 + H2O
Das geht dann so: Wenn Du CO2 einleitest (2. Gleichgewicht, rechte Seite) erhöhst Du den Anteil an H^+(chemisch korrekt H3O^+), linke Seite vom unteren Gleichgewicht. Damit wird das obere Gleichgewicht gestört, aus H^+ und OH^- wird H2O (rechte Seite). Da es sich um ein Gleichgewicht handelt, muss Ca^2+ und HCO3^- nachgeliefert werden, CaCO3 löst sich auf.
Das geht eben auch bei pH>>7, nur ist da die Konzentration der H^+ eben << 10^-7 (z. B. 10^-10 bei pH=10).
Ciao
Thorsten
Hallo Andreas,
> Selbiges ist unstabil und zerfällt in ein Calcium-Ion (Ca2+) [GH-Bildner] und
> ein Hydrogencarbonat-Ion (HCO3-) [KH-Bildner].
Dieses Ca2+ bildet aber nicht nur die GH, sondern zusammen mit dem HCO3- auch die KH. Das HCO3- allein gesehen bildet nur die SBK. Immer dasselbe mit uns Aquarianern :-) . Die KH-Tests messen ja nur die SBK. Der Teil der GH, der nicht zur Karbonathärte gehört, also die Nichtkarbonathärte, wird von denjenigen Ca-und Mg-Ionen gebildet, die als Partner z.B. die Anionen Cl- oder SO4-2- mitbringen, also z.B. durch Calciumchlorid und Magnesiumsulfat. Gips erhöht die Nichtkarbonathärte und damit die GH, Kalk die KH und SBK und damit auch die GH.
> Durch Zugabe von CO2 kannst Du den pH etwas senken und damit die
> o.g. Umwandlung unterstützen.
Um Kalk zu lösen, braucht man den pH-Wert mit CO2 nicht zu reduzieren, sondern lediglich auf dem selben Wert zu halten. Er darf bei CO2-Zugabe sogar steigen, und trotzdem löst sich Kalk. Siehe KK-Gleichgewicht.
Gruß Markus
Hallo Markus,
> Dieses Ca2+ bildet aber nicht nur die GH, sondern zusammen mit dem
> HCO3- > auch die KH. Das HCO3- allein gesehen bildet nur die SBK.
Sag ich doch, wenn auch stark verallgemeinert ;-))
Die Ca-Ionen erhöhen die GH, natürlich nur den Teil, der zur KH gehört. Und die Carbonat-Ionen die KH.
> Um Kalk zu lösen, braucht man den pH-Wert mit CO2 nicht zu reduzieren,
> sondern lediglich auf dem selben Wert zu halten.
Aber die Umwandlung von Kalk zu Calciumhydrogencarbonat erfolgt doch durch die direkte Einwirkung des sauren Wasserstoff-Ions der Kohlensäure unabhängig von pH des übrigen AQ-Wassers ? (Kalkreaktor). Wenn also CO2 dem AQ zugeführt wird, sinkt im allgemeinen der pH. Bei Anwesenheit von Kalk (und nur dann) wird durch die zwischenzeitlich gelöste Kohlensäure Kalk umgewandelt und die Wasserhärte/Säurebindungskapazität steigt. Lieg ich soweit richtig? ;-)
viele Grüße Andreas
Hallo zusammen,
erstmal vielen Danke für eure Antworten und Mails. Hab den Stein jetzt in den Kies gesteckt.
Andreas wollte wissen, wie mein Ausgangswasser aussieht. Hier die Werte: pH 7,5 - Leitf. 438 - GH 17 - Nitrat 26,8 -KH 11
Im AQ folgende Werte : pH 6,9 - GH 13 - Nitrit nicht nachweisbar - KH 8 - Temp. 28°
Mehr Werte habe ich leider nicht. Möchte allerdings die GH noch etwas absenken für meine Weichwasserfische. Hab jetzt 'ne Osmoseanlage mit der das wohl klappen wird.
Liebe Grüße Andrea
Hallo Andrea,
Bei den Werten sollten Deine Schnecken auch ohne Kalkstein keine Probleme bekommen.
> Möchte allerdings die GH noch etwas absenken für meine Weichwasserfische.
Das versteh ich jetzt aber nicht. Du willst das Wasser aufweichen für die Fische aber gleichzeitig wieder versuchen aufzuhärten für die Schnecken? ;-)) Glückwunsch zur UOA. Nimm den Stein wieder raus und stell das Wasser per Pulver oder Verschneiden mit Leitungswasser auf Deine gewünschten Werte ein. Schnecken können nach meinen Erfahrungen auch bei KH 2° ausreichend Kalk für das Gehäuse bilden. Regelmäßiger WW führt dann immer ausreichend Calcium zu.
viele Grüße Andreas
Hallo Andrea,
sind die Schnecken bei der jetzigen Wasserhärte und dem jetzigen CO2-Gehalt aufgewachsen? Wenn sie aus härterem Wasser oder Wasser mit geringerem CO2-Gehalt stammen, lösen sich ihre Häuser z.T. auf. Stammen sie aus selbigem oder weicherem Wasser und mit mehr CO2, lösen sich ihre Häuser nicht auf.
Norbert Dörre schrieb einmal von Apfelschnecken, bei denen sich das so verhält. Soweit ich mich noch erinnere, meinte er damals, daß Schnecken bei unterschiedlichen Wässern ihre Häuser unterschiedlich aufbauen. In hartem Wasser bei wenig CO2 aufgewachsen, lagerten sie mehr Kalk ein, da an Kalk wohl leichter ranzukommen sei. Bei gegenteiligen Verhältnissen, also weichem, CO2-reichen Wasser, lagerten sie andere, gegen CO2-Einfluß stabilere Verbindungen ein.
Gruß Markus
Hallo Markus,
> sind die Schnecken bei der jetzigen Wasserhärte und dem jetzigen
> CO2-Gehalt aufgewachsen?
Nein. Hab sie von Werner bekommen. Seine Wasserwerte kenne ich leider nicht. Werde ihn mal anmailen müssen.
> Wenn sie aus härterem Wasser oder Wasser mit geringerem CO2-Gehalt
> stammen, lösen sich ihre Häuser z.T. auf.
Hab bemerkt, daß sich bei einer Schnecke das Haus von der Mitte aus auflöst (wird ganz weiß und löchrig). Das war aber schon bevor ich sie in mein AQ gesetzt habe. Wächst das wieder zu bzw. baut sich das Schneckengehäuse wieder auf oder geht die arme Schnecke ein :-( .
Aus diesem Grund hab ich halt gleich einen Pickstein ins AQ gesteckt.
Liebe Grüße
Andrea
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