Zuverlässigkeit
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Genauigkeit und Zuverlässigkeit aquaristischer Wassertests

Die im Aquaristikhandel angebotenen Wassertests sind häufig ungenau und dienen eher der Orientierung als der genauen Messung. Die angezeigten Werte von Tests verschiedener Hersteller weichen deshalb oft deutlich voneinander ab. Bei einigen Tests lässt die Genauigkeit mit der Zeit nach, weil diese Tests nicht unbegrenzt haltbar sind.

Gesamthärte/Karbonathärte

  • Streifentests ergeben besonders bei niedriger Härte nur grobe Anhaltspunkte.
  • Tropfentests sind genauer als Streifentests.
  • Die Tests können durch Vergleichsmessungen mit Leitungswasser bekannter Härte kalibriert werden.
  • Die Messergebnisse können verfeinert werden, wenn die doppelte Menge Wasser genommen wird und die ermittelte Tropfenzahl durch 2 dividiert wird. Das geht natürlich auch mit Verdreifachung der Wassermenge und Division der Tropfenzahl durch 3 usw.

pH-Test

  • pH-Streifentest - zuverlässig sind Streifen mit drei Farbfeldern, z. B. von Dennerle oder Merck, die auf ca. 0,3 Einheiten genau abgelesen werden können.
  • pH-Tropfentest - sind normalerweise genauer als Streifentests, aber auch hier wurden schon neu gekaufte Tests gefunden, die eine pH-Stufe falsch anzeigten. Eine pH-Stufe entspricht einer Ungenauigkeit von 1000 %.
  • Es sollte immer der gleiche Test des gleichen Herstellers verwendet werden.
  • Ideal wäre, den zu kaufenden Test direkt beim Händler mit einem elektronischen pH-Meter auf Genauigkeit prüfen zu lassen.

CO2-Dauertest

  • Diese Tests sind sehr ungenau.
  • Messen eigentlich den pH-Wert auf ca. 0,5 Einheiten genau.
  • Geben praktisch nur an, ob der CO2-Gehalt zwischen 10 und 40 mg/Liter oder 20 und 80 mg/Liter liegt.
  • Zeigen Veränderungen beim CO2-Gehalt sehr spät an. Fische können dann schon tot sein.
  • Dienen nur der groben Orientierung

Der CO2-Wert wird besser mit einem dafür vorgesehenen Soforttest ermittelt. Danach führt man eine Vergleichsmessung mit einer belüfteten Wasserprobe durch. Die Differenz der beiden Messungen ergibt einen bis auf ca. 1 bis 2 mg/Liter genauen CO2-Wert.

Möglicherweise sind die Ungenauigkeiten der Wassertests nicht nur den Tests bzw. deren Herstellern anzulasten. Viele Tests für die Aquaristik unterscheiden sich nicht von Tests, die auch in der Wissenschaft genutzt werden und dort genaue Ergebnisse erzielen. Im Gegensatz zu Wissenschaftlern wissen Aquarianer häufig nicht, wie die Tests zu lagern und zu handhaben sind. Ähnliches gilt für die Wasserproben. Heftig geschütteltes Wasser hat z. B. einen anderen CO2-Gehalt als ruhig behandeltes Wasser. Allerdings könnten die Hersteller durch Hinweise zur Aufbewahrung und vor allem durch Angabe eines Ablaufdatums erheblich mehr Klarheit schaffen.
Wissenschaftlich genutzte Tests werden z. B. ständig gekühlt aufbewahrt. Die Lagerung im Kühlschrank kann zumindest die Haltbarkeit verlängern.

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