Welche grundsätzliche Testmethoden es für die Aquaristik gibt
- Teststreifen
- Tropenftests
- Elektronische Messgeräte
Vorteile von Teststreifen
- einfach anwendbar
- schnell durchgeführt
Nachteile von Teststreifen
- auf Dauer relativ teuer
- häufig ungenau
- nicht für alle Wasserwerte verfügbar
- bei Kombistreifen, mit mehreren Tests auf einem Streifen, werden Tests verschwendet, wenn z. B. nur ein Wert benötigt wird
Vorteile von Tropfentests
- für viele Wasserwerte verfügbar
- gute Tropfentests sind genauer als Teststreifen
- auf Dauer preiswerter als Streifentests
Nachteile von Tropfentests
- aufwändige Handhabung
- direkter Kontakt mit Chemikalien
Vorteile von elektronischen Messgeräten
- je nach Nutzung die preiswerteste Lösung
- teilweise einfache Handhabung
- teilweise als Dauertest verwendbar
- teilweise zur Steuerung und Regelung verwendbar
- gute Geräte messen bei regelmäßiger Pflege, z. B. Kalibrierung, sehr genau
Nachteile von elektronischen Messgeräten
- in der Anschaffung teuer
- nicht für alle Wasserwerte zu Preisen erhältlich, die für Aquarianer erschwinglich sind
Einsatzgebiete
- Streifentests - zur schnellen, groben Übersicht, ob sich deutliche Änderungen ergeben haben
- Tropfentests - eigentlich die Standardmethode
- elektronische Messgeräte - regelmäßiges, häufiges Messen; Regelung von Werten, z. B. pH-Wert
Die wichtigsten Tests bzw. Wasserwerte für alle Aquarianer
Einige Wasserwerte sollten von Anfängern in der Aquaristik nach dem Einrichten des Aquariums regelmäßig gemessen werden. Es stellt sich so relativ schnell ein Gefühl für einige Abläufe im Aquarium ein, die für die Gesundheit der Fische entscheidend sind. Mit zunehmender Erfahrung werden die Wasserwerte immer seltener überprüft.
Gesamthärte und Karbonathärte
- Bestimmen wie weich bzw. hart das Wasser ist
- Sind relativ konstante Werte
- Ohne spezielle Maßnahmen entsprechen die Werte im Leitungswasser den späteren Werten im Aquarium.
- Kann man im Aquariengeschäft messen lassen oder beim Wasserwerk erfragen
- Sind grobe Richtwerte, welche Fischarten gepflegt werden können
- Können durch Wasseraufbereitung verändert werden, z. B. mit Osmoseanlagen oder Ionenaustauschern
pH-Wert
- Bestimmt, wie sauer das Wasser ist
- Wasser mit pH-Wert 7 ist neutral.
- Wasser mit pH-Wert größer 7 ist alkalisch.
- Wasser mit pH-Wert kleiner 7 ist sauer.
- Viele Fische bevorzugen leicht saures Wasser.
- Der pH-Wert im Aquarium unterscheidet sich vom pH-Wert im Leitungswasser.
- Der pH-Wert wird durch Kohlendioxid beeinflusst, z. B. durch die Atmung der Fische und den Verbrauch der Pflanzen.
- Der pH-Wert lässt sich nach einem Transport, z. B. zum Aquariengeschäft, nicht mehr zuverlässig bestimmen, weil durch Umfüllen und Schütteln Kohlendioxid entweicht.
- Der pH-Wert muss immer vor Ort am Aquarium gemessen werden.
- Kleine Änderungen des pH-Werts können durch Düngung mit Kohlendioxid oder durch Torf erzielt werden.
- Größere Änderungen des pH-Werts können über die Änderung der Karbonathärte erzielt werden.
Nitrit
- Ist ein Abbauprodukt des Stoffwechsels im Aquarium
- Nitrit ist für Fische giftig.
- Nitrit sollte möglichst nicht nachweisbar sein.
- Erhöhte Nitritwerte können auf belastetes Wasser hindeuten, z. B. durch zu starken Fischbesatz.
- Gute Nitrit-Tests müssen auch niedrige Nitritwerte kleiner als 0,3 mg/Liter anzeigen.
Nitrat
- Ist ein Abbauprodukt des Stoffwechsels im Aquarium
- Wird von Pflanzen als Nährstoff verwendet
- Sollte nicht zu niedrig und nicht zu hoch sein
- Häufig enthält schon das Leitungswasser viel Nitrat.
- Hohe Nitratwerte können zu Algenplagen führen.
Ammonium/Ammoniak
- Sind Abbauprodukte des Stoffwechsels im Aquarium und Vorstufen von Nitrit
- Abhängig vom pH-Wert ist mehr Ammonium oder Ammoniak vorhanden.
- Ammoniak ist sehr giftig für Fische.
- Viele Todesfälle trotz nicht nachweisbarem Nitrit sind vermutlich auf Ammoniakvergiftungen zurückzuführen.
- In Deutschland leider nicht Standard, aber sehr empfehlenswert für Anfänger
Tests bzw. Wasserwerte für Problemfälle
- Phosphat - bei starkem Algenwuchs
- Eisen - wenn die Pflanzen nicht richtig wachsen. Der Test muss auch chelatiertes Eisen messen.
- Kupfer - bei unerklärlichen Todesfällen, besonders bei Welsen und Garnelen
Tests bzw. Wasserwerte für erfahrene Aquarianer
- Leitwert - z. B. um Wasser für spezielle Nachzuchten herzustellen
- Redoxpotenzial - zur frühen Erkennung von Veränderungen. Der genaue Wert ist weniger wichtig als die Beobachtung von Veränderungen.
Tests entsorgen
Nitrat- und Phosphattests müssen als Sondermüll entsorgt werden.
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