Hinweise zu pH-Tests
Tests für den pH-Wert gibt es für unterschiedliche Messbereiche. Gut ist z. B. der pH-Test von JBL für pH-Werte zwischen 6,0 und 7,6 und der Test für pH-Werte zwischen 7,4 und 9,0. Die Messergebnisse werden bei beiden Tests auf 0,2 Einheiten genau angeben. Vergleichsmessungen mit frisch kalibrierten pH-Messgeräten zeigten eine gute Übereinstimmung der gemessenen Werte.
Die Tests können evtl. besser abgelesen werden, wenn nur 1 bis 2 Tropfen Indikatorlösung verwendet werden.
Von Amano gibt es einen pH-Dauertest, bei dem die Farben im Bereich zwischen 5,5 und 8,5 in Schritten von 0,2 Einheiten farblich gut unterschieden werden können. Auch bei diesem Test zeigte ein Vergleichstest mit einem pH-Meter eine gute Übereinstimmung auf 0,1 Einheiten genau. Der Test ist in der Anschaffung teuer, aber evtl. eine Alternative, wenn die Anschaffung eines pH-Meters nicht in Frage kommt und nicht ständig mit Tropfentests hantiert werden soll. Der Preis relativiert sich, weil weniger häufig neue Tropfentests gekauft werden müssen.
Wie bei fast allen Tests, die die Messergebnisse mit Farbabstufungen angeben, wird auch bei pH-Tests immer wieder über die schlechte Ablesbarkeit der Farben geklagt. Die Farben im Messbehälter sind immer etwas anders als die Farben auf den gedruckten Vergleichstafeln.
Genau gemessen werden kann der pH-Wert nur mit elektronischen Messgeräten.
Beim Vergleich unterschiedlicher Messungen und Messergebnisse muss darauf geachtet werden, dass die Proben wirklich vergleichbar sind. Durch die Stoffwechselvorgänge im Aquarium, CO2-Düngung usw. kann der pH-Wert morgens und abends z. B. messbar unterschiedlich sein. Je nach Aquarium kann der pH-Wert an unterschiedlichen Stellen im Aquarium sogar unterschiedlich sein. Um Messergebnisse vergleichen zu können, sollte die zu messende Wasserprobe deshalb immer zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle des Aquariums genommen werden.
Bei einem Vergleich von Messergebnissen mit Tests verschiedener Hersteller ist zu beachten, dass bei einer Messgenauigkeit zwischen 0.5 und 1 der Tests, bei einem tatsächlichen pH-Wert von 7 der Test eines Herstellers einen Wert von 6, der eines anderen Herstellers einen Wert von 8 anzeigen kann. Bei scheinbar widersprüchlichen Messungen sind deshalb die genauen Bedingungen zu prüfen.
Bei der Messung des pH-Werts darf das Wasser nicht zu stark geschüttelt werden. Durch das Schütteln wird Kohlendioxid ausgetrieben und der pH-Wert verändert sich. Bei einem Test wurde ein Wert von 7,3 gemessen, statt tatsächlich vorhandener 6,8.
Wenn das Testwasser mit einer Spritze abgemessen wird, muss die Spritze zuerst gut im Aquarienwasser ausgespült werden. Die Spritze wird mehrfach unter Wasser aufgezogen und wieder geleert, so dass keine Luft in der Spritze ist. Beim Einfüllen in den Messbehälter wird die Spritze vorsichtig mit geringem Druck geleert. Die Spitze der Spritze wird möglichst unter den Wasserspiegel im Behälter gehalten.
Die Messprobe sollte vor der Messung nicht lange abstehen, weil auch dadurch der CO2-Gehalt und damit der pH-Wert verändert wird.
Messungen mit einem pH-Meter zeigten, dass bei vorsichtigem Füllen mit der Spritze der pH-Wert im Messbehälter nur um 0,03 (6,75 statt 6,72) Einheiten höher war als direkt im Aquarium. Beim Einfüllen mit kräftigem Druck oder nach längerem Abstehen stieg der pH-Wert auf bis zu 7,40.
Auch beim Umfüllen des Wassers von einem Messbehälter in einen anderen Behälter muss entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.
Wird eine Wasserprobe zum Aquarienhändler gebracht, damit dieser den pH-Wert misst, muss der verwendete Behälter oder Transportbeutel vollständig gefüllt und möglichst dicht verschlossen werden. Steht kein Luftpolster über dem Wasser, kann kein oder nur wenig Kohlendioxid aus dem Wasser entweichen oder aus der Luft in das Wasser gelangen.
Temperaturveränderungen sind weniger kritisch, weil sich der pH-Wert bei 10 Grad Temperaturänderung nur um 0,03 Einheiten verändert.
Die Stärke der genannten Effekte ist wiederum abhängig von der Pufferkapazität des Wassers. Bei sehr weichem, also wenig gepuffertem Wasser, kann sich der pH-Wert durch Gasaustausch zwischen Wasser und Luft sowie durch Temperaturveränderungen stärker als beschrieben ändern. Bei höheren Karbonathärten, also relativ großer Pufferkapazität, sind die Schwankungen minimal und können vernachlässigt werden.
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