Die Funktionsweise von CO2-Dauertests
CO2-Dauertests messen eigentlich den pH-Wert und zeigen diesen an. Zwischen pH-Wert, CO2-Gehalt und Karbonathärte (KH) besteht eine feste Beziehung. Aus dem pH-Wert und der Karbonathärte ergibt sich der CO2-Gehalt. Bei niedriger Karbonathärte wird weniger CO2 benötigt, um den pH-Wert zu verringern. Bei hoher Karbonathärte wird mehr CO2 benötigt, um den pH-Wert zu verringern. Der pH-Wert puffert die Karbonathärte.
Wenn keine sonstigen Mineral- oder Huminsäuren im Wasser sind, hängt die Farbe des Tests ausschließlich vom CO2-Gehalt ab.
Solange keine Säuren in das Wasser gegeben werden, die Karbonathärte zerstören und dabei Kohlendioxid freisetzen, werden auch Farbänderungen ausschließlich durch einen veränderten CO2-Gehalt verursacht.
Die Farben blau, gelb und grün zeigen an, ob CO2 zugeführt werden sollte oder nicht. Blau zeigt an, dass zu wenig CO2 im Wasser ist, Gelb zeigt an, dass zu viel CO2 im Wasser ist. Bei Grün ist der CO2-Gehalt richtig.
Aus der Karbonathärte und dem angezeigten CO2-Gehalt kann grob der pH-Wert ermittelt werden.
Hersteller wie Dennerle legen dazu Farbscheiben bei, die für unterschiedliche Karbonathärten ausgewählt werden müssen. Im Prinzip arbeiten diese Scheiben ähnlich wie die bekannten Tabellen, nach denen aus der Karbonathärte und dem pH-Wert der CO2-Gehalt ermittelt wird.
In der Regel wird der Messbehälter unter Wasser im Aquarium mit Aquarienwasser gefüllt. Dazu kommt ein Indikator. Eine Luftblase trennt die Flüssigkeit im Messbehälter vom Wasser im Aquarium, stellt aber gleichzeitig den Kontakt her. Einige Teste enthalten noch eine Membran. Durch den CO2-Austausch über die Luftblase stellt sich im Messbehälter der selbe CO2-Gehalt wie im Aquarienwasser ein und damit auch der selbe pH-Wert, wenn die Karbonathärte in Messgefäß und Aquarienwasser gleich ist.
Wann muss die Messflüssigkeit erneuert werden?
Weil die Wasserwerte im Messbehälter immer mit den Wasserwerten im Aquarium übereinstimmen müssen, sollte die Flüssigkeit im Messbehälter bei jedem Wasserwechsel erneuert werden. Bei einem Wasserwechsel kann sich die Karbonathärte des Aquarienwassers ändern. Die Wasserwerte im Messbehälter und im Aquarium würden sich also unterscheiden. Aufgrund der festen Beziehung zwischen pH-Wert, CO2-Gehalt und Karbonathärte zeigt der Test dann einen anderen CO2-Gehalt an als im Aquarienwasser vorhanden ist.
Einige Aquarianer erneuern die Messflüssigkeit erst, wenn sie deutlich blasser geworden ist. Die Ergebnisse sind dann aber evtl. unzuverlässig. Wird die Messflüssigkeit schon vor dem nächsten Wasserwechsel blasser, sollte die Flüssigkeit sofort erneuert werden.
Nachteile von CO2-Dauertests
Bei den CO2-Dauertests der verschiedenen Hersteller treten immer wieder ähnliche Probleme auf.
- Änderungen beim CO2-Gehalt im Aquarium werden mit erheblicher Zeitverzögerung angezeigt. Fische können dann schon tot sein.
- Große Ungenauigkeit bis ca. 50 %, wenn vom Farbumschlag auf den genauen CO2-Gehalt geschlossen werden soll.
- Unerklärliche Farbumschläge, auch wenn kein Wasserwechsel durchgeführt wurde.
- Die Membran veralgt, selbst wenn wenige Algen im Aquarium sind.
- Die Membrane reißt.
- Die Farben sind schwierig ablesbar, weil z. B. die Umgebungsfarben täuschen können.
- Bei Karbonathärten unter 4 sind Dauertests unzuverlässig.
Die Farbumschläge kehren sich häufig nach einiger Zeit wieder von selbst um. Oft hilft es, wenn die Membran getauscht wird.
Bei einigen Tests kann die Membran reißen, wenn die Abdeckung des Messbehälters nach dem Verschließen gedreht wird.
Bei Karbonathärten unter 4 sind die Karbonathärten im Messbehälter und im Aquarium häufig nicht mehr gleich. Zudem folgen bei geringer Karbonathärte die Farbänderungen den Änderungen des pH-Werts nicht mehr.
Weißer Schleim an CO2-Dauertests
An CO2-Tests bildet sich manchmal weißer Schleim, wie auch am CO2-Austritt bei CO2-Anlagen, die nach dem Prinzip der Hefegärung arbeiten. Dieser Schleim besteht aus Bakterien, die sich von dem Alkohol ernähren, in dem der Indikator des Dauertests gelöst ist.
Frühere Vermutungen, dass es sich um ausgefallene Chelatoren handeln könnte, haben sich als falsch erwiesen.
Der Schleim ist harmlos und verschwindet nach einiger Zeit wieder.
Ist das Auslaufen von CO2-Dauertests gefährlich?
Bei der Testflüssigkeit handelt es sich um eine ca 0,1 %ig stark verdünnte Bromthymolblaulösung.
Bromthyhymolblau ist ein Indikator und etwa so giftig wie Lebensmittelfarben. Weil die Lösung beim Auslaufen noch einmal um viele Zehnerpotenzen verdünnt wird, besteht keinerlei Gefahr.
Alternativen
Falls der pH-Wert und die Karbonathärte bekannt sind, kann der CO2-Gehalt aus diesen beiden Werten errechnet werden. Die Berechnung ist aber nur dann sinnvoll, wenn pH-Wert und Karbonathärte genau gemessen werden können.
Einige Firmen bieten Soforttests für CO2 an, die zuverlässiger und genauer sind als CO2-Dauertests. CO2-Soforttests sind etwa ein Jahr haltbar. Nach dieser Zeit versagen die Tests immer mehr und zeigen zuviel CO2 an.
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