Der Zusammenhang zwischen Leitwert und Härte
Je mehr Salze im Wasser gelöst sind, desto stärker leitet das Wasser Strom in Abhängigkeit von der Temperatur. Wie gut Wasser den Strom leitet, wird mit dem Leitwertmessgerät festgestellt. Dabei kann nur gemessen werden, wie gut alle leitenden Mineralstoffe im Wasser zusammen leiten. Die Leitfähigkeit eines einzelnen Stoffes kann nicht festgestellt werden. Die Gesamthärte bestimmt also den Leitwert. Durch die Leitwertmessung kann somit festgestellt werden, ob der Salzgehalt des Wassers zunimmt. In Altwasserbecken kann z. B. ermittelt werden, ob und wie stark das Wasser mit der Zeit aufgesalzt wird. Über das Futter und das Nachfüllen von verdunstetem Wasser kommen immer neue Stoffe in das Aquarium, die nur durch Pflanzenschnitt wieder aus dem Aquarium entfernt werden. Spätestens nach starkem Anstieg des Leitwerts sollte Wasser gewechselt werden, um überschüssige Stoffe aus dem Aquarium zu entfernen.
Grundsätzlich hat Wasser mit einem geringeren Leitwert eine geringere Gesamthärte. Wasser mit höherem Leitwert ist entsprechend härter.
Es ist allerdings nicht möglich, mit einer genauen Formel aus dem Leitwert die Härte zu berechnen oder umgekehrt. Nach einer Faustformel erzeugt Wasser mit 1° dH mindestens eine Leitfähigkeit von 35 µS/cm oder mehr. Diese Regel gilt nur für Leitungs-, Grund- und Flusswasser. Die Faustformel gilt nicht für Alt-, Brack- und Seewasser. Für die Karbonathärte ist die Regel nicht anwendbar, weil die Karbonathärte ein Teil der Gesamthärte ist. Anwendbar ist die Regel z. B. bei weichem Wasser, für das Tropfentests zu grob messen.
Weil der Gehalt an Natrium, Chlorid und Sulfat in unterschiedlichen Leitungswassern sehr verschieden sein kann, kann der Leitwert stark nach oben getrieben werden. Es existieren z. B. Leitungswasser mit einer Gesamthärte von 17° und einem Leitwert von über 700 µS/cm. Andererseits existiert Leitungswasser mit einer Gesamthärte von 16,5° und einem Leitwert von 560 µS/cm.
Die Faustformel kann also auch bei Leitungswasser nur eingeschränkt genutzt werden. Sie ist aber hilfreich, um Verdünnungen eines bestimmten Leitungswassers mit Osmosewasser mit Hilfe des Leitwertmessgerätes zu überwachen, wenn das Verhältnis zwischen Leitwert und Gesamthärte dieses Leitungswassers bekannt ist. Auch Wasseranalysen können so grob durch Messen des Leitwerts auf ihre Richtigkeit überprüft werden.
Der Zusammenhang zwischen Leitwert und Salzgehalt
Nach einer anderen Faustformel erzeugt 1 Promille Salz eine Leitfähigkeit von ca. 1600 µS/cm.
Für genaue Messungen und Ableitungen müssen der Temperaturkoeffizient und die Nichtlinearität der Funktion beachtet werden.
Leitwertmessgeräte mit einem passenden Messbereich sind sehr gut geeignet, wenn Brackwasser erzeugt und kontrolliert werden soll.
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