Warum die Karbonathärte im Aquarium steigen kann
In einigen Aquarien ist die Karbonathärte höher als die Karbonathärte im Leitungswasser. Dabei handelt es sich in der Regel um einen normalen Vorgang, der keinen Grund zur Beunruhigung darstellt.
Ein biologisches Gleichgewicht kann nur entstehen, wenn in ein Aquarium nur vollentsalztes Wasser nachgefüllt wird, um verdunstetes Wasser nachzufüllen. Düngung, Beleuchtung und vor allem die Fütterung führen dem Aquarium immer neue Stoffe zu, die zu Konsequenzen bei der Wasserchemie führen und bestimmte Werte verändern können.
Faktoren, die die Karbonathärte erhöhen
- Denitrifikation
- CO2-Düngung
- Viele schnellwachsende Pflanzen
Faktoren, die die Karbonathärte verringern
- Starker Eintrag von Stickstoff
- Mineralisation
- Viele Schnecken
Durch starken Stickstoffeintrag entsteht Nitrat (NO3). NO3 verdrängt die Karbonathärte.
Bei der Mineralisation bzw. Nitrifikation durch Bakterien entsteht Nitrat. Durch Oxidation sinkt die Karbonathärte.
Bei der Denitrifikation bzw. Nitratatmung, wird Nitrat durch Bakterien unter Verbrauch von Sauerstoff in Nitrit und weiter in gasförmigen Stickstoff umgewandelt. Dabei wird Nitrat durch Karbonathärte verdrängt.
Eine Denitrifikation findet in Aquarien mit viel Mulm oder Filterschlamm statt. Auch in speziellen Nitratfiltern findet eine Denitrifikation statt.
Durch die Düngung mit CO2 gehen Kalkgestein und Schneckengehäuse in Lösung.
In Pflanzen findet die so genannte assimilatorische Nitratreduktion statt. Dabei wird Nitrat über Nitrit und Ammonium (NH3) zu Ammoniak (NH4) umgewandelt.
Schnellwachsende Pflanzen nehmen NO3 auf, wodurch letztendlich wieder die Karbonathärte steigt. Wie Ammonium (NH3) wird Nitrat von den Pflanzen als Nährstoff verbraucht. Viele Pflanzen können Nitrat in ihrem Pflanzensaft und in ihren Wurzeln speichern.
Im Aquarium ist es erwünscht, wenn der Nitratwert sinkt, weil mehr Nitrat verbraucht als erzeugt wird. Solange die Pflanzen wachsen, steht ihnen genug Ammonium und Nitrat als Nahrung zur Verfügung. Es muss dann kein Nitrat zugeführt werden, z. B. durch verstärkte Fütterung.
Ammonium reichert sich im Aquarium nur an, wenn der pH-Wert hoch und keine Mikroflora vorhanden ist.
Wenn in einem Aquarium genau so viel Nitrat entsteht, wie durch Pflanzen, Bakterien und Wasserwechsel verbraucht bzw. entfernt wird, steigt automatisch die Karbonathärte. Die Mineralisation von Futter setzt außer Nitrat vor allem Kalzium, Magnesium und Kalium frei. Zusätzlich kann Kalk durch Kohlendioxid gelöst werden.
Alle diese Effekte wirken in einem Aquarium gleichzeitig und beeinflussen die Karbonathärte. Abhängig von den jeweils vorliegenden Verhältnissen kann sich in der Summe eine Erhöhung der Karbonathärte ergeben. Verringert werden kann die Karbonathärte dann wieder durch Wasserwechsel mit weichem Wasser, durch Stutzen oder Entfernen der Pflanzen oder durch stärkere Fütterung.
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