Den pH-Wert mit Säuren senken
Wenn der pH-Wert mit Säuren gesenkt wird, werden in der Regel Salz- oder Phosphorsäure verwendet. Es gibt jedoch eine ganze Reihe anderer Säuren, die stärker sind. Dazu gehören Mineralsäuren wie Schwefel- und Salpetersäure, sowie verschiedene organische Säuren wie Essig- und Ascorbinsäure (Vitamin C). Sowohl die mineralischen als auch die organischen Säuren wirken über die Zerstörung der Karbonathärte. Da organische Säuren von Bakterien als Nahrungsquelle verwendet werden, können organische Säuren zu Bakterienblüten führen. Allerdings steigt die Karbonathärte und damit der pH-Wert nicht wieder an, wenn die organischen Säuren durch Bakterien abgebaut sind.
Die Karbonathärte steigt bei der Denitrifikation und bei der Aufnahme von Nährstoffen durch viele schnellwachsende Pflanzen. Die Pflanzen nehmen die Nährstoffionen auf und geben HC03- ab. Die Bakterien geben CO2 ab.
Säuren zerstören die Karbonathärte. Durch die Zerstörung der Karbonathärte sinkt der pH-Wert, wenn der Gehalt an Kohlendioxid im Wasser gleichbleibt. Um die Karbonathärte zu zerstören reicht es aus, wenn die verwendete Säure stärker ist als die Kohlensäure. Dazu reichen mittelstarke Säuren aus. Stärkere Säuren bringen also keinen Vorteil.
Da die Karbonathärte durch die Säure verringert wird, reicht das im Aquarium bei Fischatmung und Bakterienstoffwechsel entstehende CO2 oft aus, damit der pH-Wert zwischen 6,5 und 7 liegt. Allerdings kann der pH-Wert wieder stark ansteigen, wenn viele stark assimilierende Pflanzen vorhanden sind.
Nur erfahrene Aquarianer mit entsprechenden chemischen Kenntnissen sollten anorganische (mineralische) Säuren verwenden. Die Auswirkungen auf die Wasserverhältnisse sind schwierig zu kontrollieren. Bei unerfahrenen Anwendern entsteht leicht mehr Schaden als Nutzen. Es gibt Methoden zur Senkung der Karbonathärte und des pH-Werts, die wesentlich weniger risikoreich sind.
Säuren dürfen von Laien nur in verdünnter Konzentration eingesetzt werden. Die Aufbereitung des Wassers erfolgt außerhalb des Aquariums. Das aufbereitete Wasser wird am Besten an einer Stelle in das Aquarium geschüttet, an der gerade keine Fische schwimmen. Unverdünnte Säuren dürfen nur von Fachleuten verwendet werden. Es drohen Verätzungen usw.
Die Dosierung der Säuren kann nach der Formel 1° dKH = 0,36 mmol/l HCO3- berechnet werden. Benötigt wird die Konzentration der verwendeten Säure und die Karbonathärte. Um mol/l zu berechnen, müssen die Molekulargewichte der Verbindungen nachgeschlagen oder berechnet werden.
Beispiel 1 für Salzsäure
Von: "Peter Ritz" <RitzRamses/at-nospam/t-online.de>
Der PH-Wert ist relativ leicht zu senken.
Beispiel: Senken von 8 auf 7
Man nehme Salzsäure 33 %ig (gibt es in der Apotheke), 2,5 ccm auf 1000L Wasser. Bei Fischbesatz muss die Salzsäure mit dem Beckenwasser (am besten in einer kleinen Gießkanne) aufgelöst werden und am besten im Einlauf langsam zugemischt werden. Diesen Vorgang je nach pH-Wert wiederholen. Wer dem nicht traut kann auch mit kleineren Mengen arbeiten und den Vorgang mehrmals durchführen (ist sowieso besser, der pH-Wert sollte nicht zu schnell gesenkt werden), bis er zum gewünschten Ergebnis kommt.
ACHTUNG NICHT FÜR KINDER
Aber es funktioniert 100 % und meinen Fischen geht es bestens.
MfG
Peter Ritz
Beispiel 2 für Salzsäure
Mit vorverdünnter 3,6% iger Lösung wird in einem Eimer der pH-Wert auf 4 bis 5 gesenkt. Das so behandelte Wasser wird in das Aquarium geschüttet. Der pH-Wert sinkt im Aquarium nur etwas. Der pH-Wert im Aquarium wird kontrolliert, wenn nach mehreren Stunden das von der Salzsäure freigesetzte CO2 verschwunden ist. Ist der Wert zu niedrig, wird der Wert durch Zumischung von Leitungswasser erhöht. Ist der Wert noch zu hoch, wird in der Filterkammer eine kleine Menge Salzsäure zugegeben. Dabei muss der pH-Wert beobachtet werden.
Informationen zu einzelnen Säuren
Phosphorsäure
- Ist eine preiswerte Mineralsäure
- Erhöht den Phosphatwert
- Kann zu Algenplagen führen
- Phosphat reichert sich im Kies an.
Salpetersäure
- Erhöht den Nitratwert
- Kann zu Algenplagen führen
- Ist ein Oxidationsmittel
- Bildet durch die Oxidation giftige Gase (Nitrosegase)
- Ist unverdünnt so stark, dass fast alle Metalle aufgelöst werden
Schwefelsäure
- Da die enthaltenen Sulfate für Fische giftiger sein sollen als Chlorid, ist Salzsäure geeigneter.
Ascorbinsäure (Vitamin C)
- Ist preiswert in Apotheken erhältlich
- Ist eine organische Säure und kann zu Bakterienblüten führen
- Ist ein Reduktionsmittel und verbraucht deshalb Sauerstoff
Essigsäure
- Ist preiswerter als Ascorbinsäure
- Ist eine organische Säure und kann zu Bakterienblüten führen
Zitronensäure
- Ist eine organische Säure und kann zu Bakterienblüten führen
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