Ton speichert Pflanzennährstoffe.
Ton hat ein großes Adsorptionsvermögen, d. h. er nimmt als Depot Nährstoffe auf. Da Ton ziemlich wasserundurchlässig ist, werden die Nährstoffe im Aquarium nicht sofort ausgewaschen. Viele Nährsalze sind gut wasserlöslich und würden sonst sofort wieder aus dem Boden herausgelöst. Ton dient dabei als Puffer und Zwischenspeicher, d. h. er muss vorher mit den Nährstoffen beladen werden. Das geschieht z. B. bei der Düngung des Aquarienwassers. Ton ist auch in einigen kommerziellen Bodengrundzusätzen enthalten. Für Fische ist Ton ungefährlich, auch wenn diese den Ton fressen. Ton ist nur ein Gemisch aus verschiedenen Mineralien.
Ton enthält Eisen und Spurenelemente, die nach und nach in das Wasser abgegeben werden und den Pflanzen zugute kommen. Die Pflanzen durchdringen mit ihren Wurzeln den Ton und schließen die im Ton gebundenen Nährstoffe auf. Aponogeton- und Echinodorus-Arten z. B. wachsen auf Tonuntergrund besser als auf anderen Böden.
Rötlicher Ton enthält mehr Eisen, grauer Ton mehr Magnesium. Ton kann als 0,5 bis 1 Zentimeter dicke Schicht unter den Bodengrund in das Aquarium gebracht werden. Besser ist eine gezielte Pflanzendüngung mit Tonkugeln. Die Kugeln werden direkt an die Wurzeln der Pflanzen in den Boden gedrückt.
Verwendet werden kann Ton aus Töpfereien oder Bastelton, z. B. von Pflanzen-Kölle. Es muss reiner Ton ohne Beimischungen verwendet werden. Weißer und nicht eingefärbter Ton ist in der Regel geeignet. Glasierter Ton sollte nicht verwendet werden, da Blei enthalten sein kann.
Tonkugeln selbst herstellen
Der Ton wird zu einem kleinen Fladen geformt und dann zu einer Kugel gerollt. Die Tonkugeln können 1 bis 2 Zentimeter groß sein. Da es verschiedene Tonsorten gibt, muss ggf. etwas experimentiert werden. In der Regel lässt man die Kugeln einfach ca. 2 Stunden in der Sonne trocknen oder legt sie bei 50 Grad einige Zeit in einen Backofen. Einige Tonarten zerfallen, wenn sie getrocknet in Wasser kommen. Dann kann es helfen die Tonkugeln direkt nach dem Rollen, wenn sie noch nicht ausgetrocknet sind, in das Aquarium zu geben. Die Kugeln sind dann weich, zerfallen aber nicht im Wasser.
Evtl. ist der Gehalt an Schamott im Ton für das unterschiedliche Verhalten verantwortlich. Ansonsten spielt der Gehalt an Schamott keine Rolle.
Im Boden bleiben die Tonkugeln in ihrer Form.
Der Ton kann mit zusätzlichen Nährstoffen angereichert werden, indem einige Körner Blaukorn oder andere Dünger in die Kugeln gedrückt werden.
Das Bindungsvermögen von Ton
Ton bindet an seiner Oberfläche Kationen und in geringerem Umfang Anionen. Diese werden dem Wasser entzogen und stehen den Pflanzen zur Verfügung.
Ton eignet sich nicht als Filtermaterial. Er ist wasserundurchlässig und bindet deshalb keine großen Mengen an Schadstoffen. Ein Tonklumpen im Filter oder in einer Wasserströmung führt zu einem feinen Nebel. Der Nebel setzt sich aber nicht so leicht ab wie Sand. Ton muss deshalb in oder unter der Bodenschicht verwendet werden. Die Wasserwerte werden durch Ton kaum verändert.
Argumente
Argumente gegen Ton
- Die Abgabe von Eisen und anderen Nährstoffen kann nicht reguliert werden.
- Ton nützt nur Pflanzen, die Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen.
- Tonkugeln zerfallen mit der Zeit.
- Ton färbt das Wasser stark, wenn Pflanzen umgesetzt werden.
- Stark im Boden wühlende Fische, z. B. einige Welsarten, wirbeln immer wieder Ton auf.
- Tonkugeln zerbrechen und die Stücke schwimmen im Aquarium herum.
Argumente für Ton
- Die Abgabe von Eisen und anderen Nährstoffen wird indirekt über die Menge an Tonkugeln reguliert.
- Ton bindet andere Stoffe.
- Einige Pflanzenarten, wie Sumpfpflanzen, wachsen mit Ton deutlich besser.
- Ton ist preiswert.
- Ton färbt das Wasser nur, wenn er als Schicht und nicht als Kugeln eingebracht wird.
- Eine evtl. Verfärbung verschwindet nach wenigen Stunden.
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