Bodengrunddünger
Als Bodengrunddünger werden vor allem Dünger genannt, die bei der Einrichtung eines Aquariums wie Sand oder Kies großflächig in das Becken gefüllt und mit Sand oder Kies bedeckt werden.
Andere Bodengrunddünger können auch dann in den Sand oder Kies eingebracht werden, wenn das Aquarium schon längere Zeit in Betrieb ist.
Argumente für Bodengrunddünger
- Gute Bodengrunddünger, z. B. DeponitMix von Dennerle, halten mehrere Jahre.
- Bodengrunddünger erzeugen schon bei der Aquarieneinrichtung eine naturähnliche Düngeschicht.
- Auf reinem Sand oder Kies wachsen in der Natur kaum Pflanzen.
- Bodengründdünger fördern den Pflanzenwuchs.
- Dünger und Nährstoffe im Bodengrund müssen von den Wurzeln der Pflanzen erschlossen werden und werden sonst nicht freigesetzt.
- Viele Pflanzen haben schon nach einer Woche genügend Wurzeln gebildet, um Bodengrunddünger aufzunehmen.
- Ein neues Aquarium benötigt anfangs viele schnellwachsende Pflanzen, die innerhalb einer Woche neue Wurzeln und Blätter bilden.
- Anwachsende Pflanzen benötigen viele Spurenelemente, die Bodengrunddünger zur Verfügung stellt.
- Pflanzen strecken ihre Wurzeln in das Nährstoffdepot und wachsen besser.
- Gute Bodengründdünger geben keine Nährstoffe in das freie Wasser ab, sondern stellen den Dünger nur den höheren Pflanzen zur Verfügung. Es entstehen keine Algenplagen.
- Bodengrunddünger wirken länger als Flüssigdünger.
- Mit einer Bodenheizung auf der Bodenscheibe des Aquariums werden die Nährstoffe an die Wurzeln transportiert.
- Bodenheizung, Bodengrunddünger und darauf geschichteter Kies wirken wie ein großer biologischer Filter.
Argumente gegen Bodengrunddünger
- Pflanzen wachsen auch ohne Bodengrunddünger gut.
- Auch in ungewaschenem Sand sind alle Mineralien, die das Anwachsen der Pflanzen unterstützen.
- Es ist unbekannt, wie viel Dünger bzw. Spurenelemente der Bodengrunddünger enthält.
- Der Dünger löst sich schnell aus dem Substrat heraus.
- Gerade zusammen mit einer Bodenheizung soll im Boden eine Strömung entstehen. Die Strömung spült auch den Dünger in das freie Wasser.
- Bodengrundzusätze aus organischem Material, z. B. humushaltige Schichten, können verfaulen.
- Bodengrundzusätze aus nicht organischem Material geben die Nährstoffe langsam frei und werden unwirksam.
- Neue Pflanzen mit gekürzten Wurzeln sind gar nicht in der Lage, den Dünger zu verwerten.
- Die Blätter neuer Pflanzen assimilieren nur schwach und binden wenig Dünger, weil die Wurzeln fehlen.
- Wenn die Pflanzen Wurzeln gebildet haben und den Dünger verwerten könnten, ist der Dünger schon unwirksam geworden oder aufgebraucht.
- Die Wirkung von Bodengrundzusätzen hält nur ca. 6 Monate an.
- Zu viel abgegebener Dünger aus dem Boden führt zu Algenplagen.
- Bodengrunddünger muss mühsam entfernt werden, wenn Probleme (faulen, Algenplagen usw.) auftreten.
- Gezielte Düngung der Pflanzen, auch über den Boden, ist wirksamer.
Fazit
Es gibt gute und schlechte Erfahrungen mit dem Einsatz von Bodengrunddüngern. Schlechte Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf Bodengrunddünger, die großflächig schon bei der Einrichtung des Aquariums in den Boden gebracht werden. Diese Mischungen können unkontrolliert Nährstoffe an das Aquarienwasser abgeben, die von den Pflanzen nicht verbraucht werden. Algenplagen sind die Folge.
In neu eingerichteten Becken geben diese Nährstoffböden von Anfang an Nährstoffe für Pflanzen ab. Oft sind neue Aquarien anfangs nur mit wenigen Pflanzen eingerichtet. Bei neu eingesetzten Pflanzen werden die Wurzeln eingekürzt. Viele Pflanzen werfen in der Anfangszeit Blätter ab, die bei der Zucht über Wasser gewachsen sind. Erst allmählich bilden sie neue Unterwasserblätter. Gerade in der Anfangszeit eines Aquariums steht einem hohen Angebot an Nährstoffen in der Regel ein nur geringer Verbrauch an Nährstoffen gegenüber. Die nicht genutzten Nährstoffe werden von den Algen verwertet, die sich dann häufig explosionsartig vermehren.
Ein anderer Nachteil vieler Bodengrunddünger ist, dass sie nach einiger Zeit verbraucht sind und keine Nährstoffe mehr abgeben. Häufig müssen solche Aquarien nach 1 bis 2 Jahren neu eingerichtet werden, um neuen Bodengrunddünger einzubringen.
Es besteht weitgehend Einigkeit, dass eine Reihe von Pflanzenarten besser wachsen, wenn sie über ihre Wurzeln Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen können. Es empfiehlt sich, solche Pflanzen gezielt mit Bodengrunddünger zu versorgen. Diese Art der Düngung ist sinnvoll, sobald die Pflanzen ausreichend Feinwurzeln gebildet haben. Geeignet dazu sind z. B. Tonkugeln, Düngetabletten usw., die auch in einem eingerichteten Aquarium in den Boden an die Pflanzenwurzeln gedrückt werden.
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