Laichrost
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Laichrost für Salmler?

Hallo alle,

kann mir jemand sagen, woher ich einen Laichrost für Salmler bekommen könnte, bzw. was ich dafür hernehmen könnte? In vielen Büchern wird sowas beschrieben (perforierte Folie, gelöcherte Plastikplatte,usw) oder es schöne Zeichnungen drin, aber ich habe bisher nichts ähnliches gefunden.

Oder hat jemand gute Erfahrung in der Nachzucht von Salmlern mit anderer Einrichtung?

Ich fände es toll, wenn Aquarianer antworten, die selbst schon Erfolge mit Salmlernachzucht hatten!

Danke Robert


Hallo Robert,

einfache u erprobte Lösung zum Selberbasteln:

Biege u klebe dir einen ca. 1 cm hohen Rahmen aus einem PVC-Streifen, so dass das fertige Rechteck rund herum nur ca. 5 mm Abstand zu den Seitenscheiben des Ablaichbeckens hat. Auf diesen Rahmen klebst du einen von der Lochgröße her geeigneten Gardinenstoff, den du dann so zuschneidest, dass er an allen Seiten gut 5 mm übersteht. Fertig.

Wenn der Gardinenstoff rund herum dicht abschließt, kannst du auch vier Füße von wenigen cm Höhe einkleben, dann kannst du den Boden unter dem Laichrost bestens nach Eiern absuchen.

Läßt sich übrigens vor jedem Einsatz gut mit Heißwasser desinfizieren.

Beste Grüße
G e r h a r d


Hai Robert...

Nehme Schusser, wie der Bayer sagen wuerde. Fuer die noerdlicher Wohnenden, es sind Murmeln. Je nach Fisch- und Murmelgroesse in einer Schicht von 1 - Stueck.

Ein loechriger Gardinen-Store wie eine Haengematte eingehaengt geht auch. Oben die Altfische :-).

M.V.


Hallo Robert,

Recht gut zu verwenden ist ein aus Glasstaeben mittels Silikon zusammengeklebter Laichrost (auch leicht zu reinigen etc.). Habe damit jahrelang gute Erfahrung ... naeher beschrieben unter "Tips" auf meiner Homepage ...

Viel Erfolg, Anton


Alternativ-Laichgitter; war: An die Salmlerzüchter

Nochmals hi,

als ich mir vor einigen Jahren Gedanken zu einem Laichrost gemacht habe, habe in einem Supermarkt so (wie nennen sich die Teile) Einlegefächer für Eßbesteckk aus Kunstsoff für Schubläden entdeckt. Die bestanden aus einem Kunststoffgitter mit rechteckigen löchern von ca. 3mm. Die kann man ganz einfach auf die benötigte Beckengröße schneiden bzw. mehrere für ein größeres Becken benutzen und sie dann umgekehrt in das Becken legen. Die haben ihren Zweck sehr gut erfüllt. Ich habe damals Kaisertetra nachgezogen (was ja nun wirklich keine Kunst ist) und bei einem Pärchen Kongosalmler war der Boden eines 70 Liter Beckens total bedeckt. Unglaublich was so ein Weibchen an Eiern abgeben kann. Allerdings sind mir die Eier der Kongosalmler alle verpilzt. Aber egal der Laichrost hat seine Aufgabe bei beiden Arten astrein erledigt. Wie gesagt, es ist schon ein paar Jahre her, aber wer Interesse an einem einfach zu bauenden Laichrost hat, sollte mit offenen Augen durch die Küchenabteilungen der Supermärkte gehen! Ich sollte mir mal wieder Zeit nehmen und schauen, on es mit den Robertsi oder den Punktierten Kopfstehern nicht doch klappen könnte.

Gruß, Alex


Einen kleinen Nachteil des beschriebenen Laichrostes habe ich vergessen! Er schwimmt. Man muß ihn also beschweren. Kein großer Nachteil!

Gruß, Alex


Auch hi,

Klar kann man sowas auch nehmen. Es gibt auch Lochfolien aus beschichtetem Alu. Es muss nur passen, damit die Fische nicht an den Rändern oder über die Löcher an den Laich rankommen.

Kurz mal was ich an Infos über Kopfsteherzucht in meiner Literatur habe: Zuchtaquarien 80 Liter aufwärts mit möglichst großer Bodenfläche, Wasser bie 10° gGH, frei von organischen Zersetzungsprodukten,mit Lebendfutter und pflanzlicher Kost Laichreif füttern, Als Laichsubstrat Widertonmoos, Zuchttemp. 25°C, das Zuchtaquarium bei gedämpften Licht aufstellen oder abdunkeln, sind beim Laichgeschäft empfindlich gegen Störungen, laichen unter der Wasseroberfläche ab, schlüpfen nach 30 - 36 Stunden, Freischwimen nach 5 Tagen. Bei Roberti habe ich keine Inforamtionen, wahrscheinlich ähnlich wie ornatus oder rosaceus.

Viel Erfolg Joachim


Servus,

>Als Laichsubstrat Widertonmoos

Äh?! Was ist das?

> Bei Roberti habe ich keine Inforamtionen, wahrscheinlich
>ähnlich wie ornatus oder rosaceus.

Tja, ich glaube bei denen gibt es echt noch ein Problem! Also ich hab' bisher nur die Aussagen gefunden. Zucht nicht bekannt, Zucht noch nicht geglückt, an denen hab' ich mir die Zähne ausgebissen usw. Aber vielleicht hab' ich Glück (wenn ich mir mal die Zeit nehmen würde). Ich denke vielleicht ist es auch das Problem, daß die Tiere nicht wirklich bekannt sind und sie nicht immer angeboten werden und es daher vielleicht noch nicht soviele Leute mit der Zucht der Tiere versucht haben. Mal schauen.

Gruß, Alex


Hi,

also ich zitiere mal aus Pinter: Widertonmoos "Polytrichum commune" ist ein Moos, dessen sich gewerbliche Züchterein in großem Ausmass bedienen, ist keine Wasserpflanze, sondern wächst in feuchten Nadelwäldern auf kalkarmen Böden. Als Laichsubstrat schneidet man den oberen, 10 bis 15 cm langen,grünen Teil ab und säubert ihn unter fließendem Wasser. Da der untere Teil jeden Moosstengels schwerer ist als Wasser, kann man es ohne Beschwerung in das Zuchtaquarium setzen. So versieht man das Aquarium mit einem dichten Mooswirrwarr, das viele Fische sehr schätzen. Da das Moos aber im Wasser zerfällt, muß man es nach dem Schlüpfen der Jungfische entfernen.

Ich halte nicht viel von solchen Laichsubstraten. Mag keine Mini-Nacktschnecken, Springschwänze oder ähnliches verwesendes im Zuchtaqarium. Ich finde, dass das Javamoos den gleichen Zweck erfüllen könnte.

Gruß Joachim


Laichrost / Bede-Buch "Neonsalmer"

Hallole

Ich trau mich jetzt einfach ma zu fragen *g*

Hab d.r.t.a und die einschlägige Literatur (ja - auch Pinter) durchgewälzt nach nem Laichrost für Salmler. Hat jemand (ausser die 5mm Glasstäbe, Murmeln, Javamoos) für sich ne annehmbare Lösung gefunden die leicht(er) handzuhaben (Desinfektion, praktische Anwendung) und überall einfach zu beziehen ist ? (evtl. Bezugsquelle).

Anstoss war das neue Bede-Buch "Ihr Hobby - Neonsalmler" - ist gerade erst erschienen. Vielleicht hat das schon jemand gelesen ? Was haltet ihr davon (vielleicht ne Anmerkung zu dem erwähnten und hier des öfteren verpönten Torfextrakts ?). Auf den Bildern sehen diese Laichroste aus wie hier in der NG schon mal erwähnt mit den Einlagen für Geschirrschubladen.

Vielen Dank schon ma für die Antworten :-)
Tschau Rüdiger


Kommt ein Selbstbau auch in Frage? Ich nehme an, du setzt die Zuchttiere zum Ablaichen in ein separates und vermutlich kleineres Becken?

Ich verwende eine dünne, leicht biegbare Plastikplatte. Diese ist breiter als das Becken geschnitten, so dass sie sich mittig nach oben wölbt, wenn man sie einsetzt. Voher machst du mit einem Messer schmale Längsschnitte entsprechender Breite in die Platte. Ca. mit 25 % Länge der Platte und jeder Schnitt versetzt zum anderen. Somit leidet die Stabilität nicht so sehr. Seitlich, wo sie an den Scheiben anliegt, steckst du entweder an mehreren Stellen dünne Stäbe rein, damit auch hier ein Spalt entsteht, oder du schneidest Zacken aus der Kante.

Nun bringst du die Platte ins Becken ein und überprüfst, ob sich kein Schlit z unter der Biegung zu weit öffnet. Falls doch musst du mit einem Streifen Silikon o. ä. nachbessern. Funktioniert alles, hast du von der Seitenscheibe aus einen sehr guten Einblick zur Kontrolle auf Eier und Verschmutzung. Die Eier rollen an dem Bogen runter und fallen durch die Schlitze in den geschützten Bereich.

Früher hatte ich dafür dickere Laminierfolien verwendet. 2 x Din A 4 miteinander verklebt und dann das entsprechende Mass herausgeschnitten. Es gehen aber auch Registereinhefter etc. oder eben Plastikplatten aus dem Baumarkt.

Ciao, Peter


[Laichrost]

Ich benutze dafür ein Plastegeflecht, dass ich mir aus Restbeständen von Bauflies (so ein Gittergewebe,auf das dann der Putz kommt) zurechtgeschnitten habe (etwas größer als die Grundfläche des Zuchtaquariums, dadurch wölbt es sich in der Mitte etwas nach oben und die Fische kommen nicht dran). Das Material ist eine Kunstfaser und die Maschenweite beträgt etwa 0,5x0,5 cm (und das beste: es hat mich nix gekostet und war eine Sache von 2 Minuten)

Ich habe zur Zeit gerade wieder ein Päarchen Gelbe Phantomsalmler" zur Eiablage bewegen können. Das "Gitter" ist so eingebracht so stabil, dass ich auch ein paar Pflanzen draufstellen oder einen Laichmob anbringen kann.

Hat bis jetzt jedenfalls tadellos geklappt. Gereinigt wird mit heißem Wasser. Ob das Material irgendwelche Stoffe abgibt weiß ich nicht, aber bis jetzt sind alle Fische in dem Becken und dem Laichrost immer wohlauf gewesen.

Hoffe das hilft
Gruß Torsten


Hai....

Habe einen Laichrost aus Plexiglas selber gebohrt. Zu kaufen gibt es das nicht. Kannst aber auch eine beschichtete Metallfolie mit kleinen Löchern nehmen.

Gruß Joachim


Hallo nochmal,

vielen Dank für die Antworten. Werd ma wieder den nächsten Baumarkt durchforsten. Ist halt so das man ständig von Laichrosten liest - nähere Angaben sind nur selten mit dabei.

Grüße Rüdiger


Hallo Rüdiger,

ein Bekannter nutzt Plastikfußmatten als Laichrost. Und zwar solche, auf denen so'ne Art Kunstrasen von ca.1cm Länge steht.

Thorsten


Hallo Thorsten.

Lösen sich denn nicht die Weichmacher aus dem Kunststoff?

Ciao, Martin.


Hallo Rüdiger,

vorab, ich bin salmlerzuchtmäßig ebenfalls unerfahren. Das muss sich ändern, deswegen habe ich mir schon mal einen Laichrost gebaut. Dazu wurden die Freaks aus unserer Gegend abgefragt. Die nehmen so Putzträgermatten aus dem Baustoffhandel. Das ist eine Art Kunststoffgewebe mit etwa 4mm Maschenweite. Gibt es bei uns zumindest in grün und weiß. Kostet nicht viel. Das Zeugs habe ich auf einen gebastelten passenden Holzrahmen geklebt und diesen auf halber Höhe in das Aquarium geklemmt. Oben Fische, unten nichts. Die andere empfohlene Variante ist die Ufersimulation mit dem Maschengewebe. Von hinten unten im Aquarium noch vorne oben. Dadurch sind die Fische durch den Betrachter nicht genervt und die Schräge scheint die zu stimulieren .... sagt man.

Ich musste allerdings schnell feststellen, dass die Maschenweite für kleine Salmler ungünstig ist. Die fahren sich darin fest und dann geht freiwillig nichts mehr. Normale Salmler sollten damit zumindest technisch problemlos gehen. Wichtig ist nur, dass der Rost an den Ecken gut mit den Scheiben bzw. der Filtermatte abschließt. Die Fische versuchen sonst nach dem Einsetzen oder Wasserwechsel in ihrer Hektik zu flüchten und das gibt Schrammen.

Unsere Salmlerleute aus der Region arbeiten schon mit sehr weichem Wasser bis hin zu absolut härtefreiem. Dem Vernehmen nach sollen sogar die Schnecken keine Häuser mehr haben, hehe. Damit züchten die aber so ziemlich alles mögliche und unmögliche. Ich für meinen Teil habe mir erstmal eine Tüte voller Hyph. bentosi besorgt, die sind ja offensichtlich einfacher. Schau'n mer mal. Mit den heftigeren will ich erstmal warten. Als Killi-und Wels"züchter" bin ich wahrscheinlich etwas zu grobschlächtig für die sensiblen Salmler. Da muss ich noch üben.

Gruß Olaf


Hallo nochmal,

>vorab, ich bin salmlerzuchtmäßig ebenfalls unerfahren. Das muss sich
>ändern,

Das hört sich doch gut an :-) Sind Salmler eigentlich seit den 70er nicht mehr "in" ?

>Ich musste allerdings schnell feststellen, dass die Maschenweite für
>kleine Salmler ungünstig ist. Die fahren sich darin fest und dann geht
>freiwillig nichts mehr. Normale Salmler sollten damit zumindest
>technisch problemlos gehen.

Was könnte man denn für Neon- / Glühlichtsalmler nehmen ? War heute schon auf der Pirsch - konnte leider (noch) nichts finden...

>Unsere Salmlerleute aus der Region arbeiten schon mit sehr weichem
>Wasser bis hin zu absolut härtefreiem. Dem Vernehmen nach sollen sogar
>die Schnecken keine Häuser mehr haben, hehe. Damit züchten die aber so
>ziemlich alles mögliche und unmögliche.

Das ultraweiche Wasser scheint unabdingbare Voraussetzung zu sein. UO und Leitwertmesser hab ich ja. Wenigstens das sollte das Problem nich sein. In dem Bede-Büchlein Neonsalmler steht auch noch was von der Zugabe von Toru-Min,Calciumsulfat und Magnesiumsulfat. Was ist davon zu halten ? Zumindest für diesen speziellen Zweck ?

>Ich für meinen Teil habe mir erstmal eine Tüte voller Hyph. bentosi
>besorgt, die sind ja offensichtlich einfacher.

Heut mittag stand ich vor so einem Becken mit diesen Kerlchen - was hat es mich gejuckt... Das dafür vorgesehene Becken (HM-Filter) muss aber noch 4 Wochen einlaufen :-( Ich hatte mich im Griff *g*

>Schau'n mer mal. Mit >den heftigeren will ich erstmal warten. Als Killi- und Wels"züchter"
>bin ich wahrscheinlich etwas zu grobschlächtig für die sensiblen
>Salmler. Da muss ich noch üben.

Meld Dich bitte mal wieder und berichte was die bentosis machen - ja ? Dankeschön mal wieder für die Infos :-)

Grüße *derimmerwissensdurstige* Rüdiger


>Sind Salmler eigentlich seit den 70er nicht mehr "in" ?

oh doch, die sind im Grunde schwer 'in'. Es sind in den letzten Jahren viele neue Arten eingeführt worden. So richtig herrliche weißweinfarbene Gesellen. Es war auch was brauchbares darunter, man denke an den 'Rotblauen Kolumbianer' oder das 'Kleine Tropenfeuer" Hphessobrycon amandae.

>Was könnte man denn für Neon- / Glühlichtsalmler nehmen ?

mit gut ausgewachsenen Tieren sollte es eventuell gehen.

>War heute schon auf der Pirsch - konnte leider (noch) nichts finden...

Ich sage nur Baustoff-Fachhandel, nicht Obi oder soetwas. Nein, so ein richtiger Fachhandel, wo auch der Fliesenleger hingeht oder der Maurer.

>Das ultraweiche Wasser scheint unabdingbare Voraussetzung zu sein.
>UO und Leitwertmesser hab ich ja. Wenigstens das sollte das Problem
>nich sein.

Naja, ultraweich ist relativ. Aber eine UO-Anlage sollte schon vorhanden sein.

>In dem Bede-Büchlein Neonsalmler steht auch noch was von der Zugabe
>von Toru-Min, Calciumsulfat und Magnesiumsulfat.
>Was ist davon zu halten ? Zumindest für diesen speziellen Zweck ?

Unser "Oberweichmann" <http://www.weichwasserfische.de> muss das Wasser wieder etwas mit Spurenelementen versorgen. Insofern stimmt das offensichtlich schon.

>Ich hatte mich im Griff *g*

gut so :-)

Gruß Olaf


Hallo Rüdiger:

> Das ultraweiche Wasser scheint unabdingbare Voraussetzung zu sein.

Nicht für alle, aber für viele Arten.

> In dem Bede-Büchlein Neonsalmler steht auch noch was von der Zugabe
> von Toru-Min, Calciumsulfat und Magnesiumsulfat.
> Was ist davon zu halten ? Zumindest für diesen speziellen Zweck ?

Toru-Min ist ein Torfextrakt. Da es auch jede Menge Phosphat enthält (was aber in den Zucht-AQ nicht schlimm ist), würde ich das UOA-Wasser besser über Torf filtern (vor Einfüllen ins Zucht-AQ).Mit Ca- und Mg-Sulfat wird das UOA-Wasser (enthält nur noch ca. 95% der ursprünglichen Salze) bzw. VE-Wasser (enthält gar keine Salze mehr) wieder gezielt aufgehärtet, und zwar nur die GH.

Gruß Sieglinde


Hallo Ihr zwei...

Die meisten Salmler bis auf ganz wenige Arten kann man mit Wasser dGH 4°, dKH 1° und pH 6,0 züchten. Es gibt sogar viele Salmler die ohne weiteres in härterem Wasser gezüchtet werden können.

Vorsicht mit Torf oder ähnlichen Zusätzen. Es gibt Salmler deren Larven werden durch die Huminsäuren am Schlupfen gehindert. Ich würde nur dort Torf einsetzen, wo es einschlägige Literatur oder erfahrene Züchter empfehlen. Sehr saures Torfwasser kann unter Umständen auch die Bildung genügender Mengen an Plankton verhindern. Am besten ist natürliches Torfwasser.

Gruß Joachim


Hallo Joachim:

> Es gibt Salmler deren Larven werden
> durch die Huminsäuren am Schlupfen gehindert.

Interessant. Welche sind das? Hast da da nähere Informationen über die Mechanismen? DaßHuminsäuren einen starken Einfluß auf Schleimhäute und auch auf Eihüllen hat, ist klar. Aber die Wirkungen sind eigentlich positiv, indem die Tannine die meisten enzymatischen Aktivitäten hemmen und somit die Eier weniger angreifbar für Bakterien und Pilze machen (d.h. die äußere Proteinschicht kann nicht mehr von den Bakteien gefressen werden) und somit ein Verpilzen der Eier verhintert wird. Andererseits wird zum Sprengen der Eihülle von den Embryonen eine Enzym abgegeben, welches die Einhülle von innen her auflöst. Und die äußere Gallertschicht wird danach dann mechanisch gesprengt. Die Tannine können nur die äußere Proteinschicht komplexieren (da sie aufgrund ihrer hochmolekularen Struktur gar nicht ins Innere eindringen können). Jetzt müßte man näheres über die Struktur und chem. und mech.Eigenschaften dieses Tannin-Protein-Komplexes wissen. Muß wohl mal auf Literaursuche gehen oder einfach mal die Literaturliste in dem Artikel von G. Ott abarbeiten. *g*

> Ich würde nur dort Torf einsetzen,
> wo es einschlägige Literatur oder erfahrene Züchter empfehlen.

Da man ja manchmal nicht nur Arten züchten möchte, für die es bereits Zuchtberichte gibt, sollte man sich eigentlich auch an den Herkunftsbiotopen orientieren können. Bei Arten aus Schwarzwässern sollte das eigentlich keine Probleme bereiten.

> Sehr saures Torfwasser kann unter Umständen auch die Bildung genügender Mengen an
> Plankton verhindern.

Ja, aber gerade deswegen setzt man es ja ein (es muß nicht stark sauer sein, um das zu verhindern, das können die Huminstoffe auch im weniger sauren Mileu). Es verhindert nicht nur das Verpilzen der Eier, sondern hat auch antibakterielle Wirkung und somit auch eine Verringerung von Einzellern zur Folge. Die Eier (und Larven) vieler Fischarten sind ja recht anfällig nich nur gegenüber erhöhter Keimzahl, sondern auch gegenüber Infusorien. Das macht dann allerdings die Fütterung besonders winziger Larven in den ersten Tagen schwierig.:-)

> Am besten ist natürliches Torfwasser.

Hä, da wiedersprichst du dir jetzt aber. :-)
(daß der Inhalt vieler Fläschchen, wo "Torfextrakt", "Eichenextrakt" u.a. drauf steht, nur wenig mit Torf-oder Erlenzäpfchen-Wasser zu tun hat, ist doch inzwischen hinreichend bekannt?

Gruß Sieglinde


Hallo Sieglinde.....

Für die Nannostomus-Arten wird von Torfwasser abgeraten, weil sie auch zur Zucht gerne höhere pH-Werte vorziehen (über 6,5). Für die Phantomsalmler-Gruppe wurde auch schon mal in der Literatur von Torf abgeraten.Habe leider nicht den Artikel gefunden, in dem die Huminsäuren als Hinderungsgrund beim Schlupf genannt wird.

> Hast da da nähere Informationen über die Mechanismen?

Leider nein. In der allgemeinen Literatur wird ja meist nicht näher beschrieben. Wer weiß, vielleicht sind meine gelesenen Kenntnisse schon wieder in der Literatur revidiert worden.

> > Ich würde nur dort Torf einsetzen,
> > wo es einschlägige Literatur oder erfahrene Züchter empfehlen.
> Da man ja manchmal nicht nur Arten züchten möchte, für die es bereits
> Zuchtberichte gibt, sollte man sich eigentlich auch an den
> Herkunftsbiotopen orientieren können. Bei Arten aus Schwarzwässern
> sollte das eigentlich keine Probleme bereiten.

Das ist richtig. Bei den Schwarzwasserfischen kann man es mit Torfwasser probieren. Wie ich aber festgestellt habe,ist es bei den wenigsten Fischen unbedingt notwendig. Bei den Weißwasserfischen würde ich nur dann Torfwasser einsetzen, wenn alles andere versagt hat oder jemand schon Ergebnisse mit Torfwasser erzielt hat. Da ich meist sehr seltene (teure) Salmler zur Zucht ansetze, bin ich mit Torfwasser und sehr niedrigen pH-Werten äußerst vorsichtig.

> > Sehr saures Torfwasser kann unter Umständen auch die Bildung genügender Mengen
> > an Plankton verhindern.
> Ja, aber gerade deswegen setzt man es ja ein (es muß nicht stark sauer
> sein, um das zu verhindern, das können die Huminstoffe auch im weniger
> sauren Mileu). Es verhindert nicht nur das Verpilzen der Eier, sondern
> hat auch antibakterielle Wirkung und somit auch eine Verringerung von
> Einzellern zur Folge. Die Eier (und Larven) vieler Fischarten sind ja
> recht anfällig nich nur gegenüber erhöhter Keimzahl, sondern auch
> gegenüber Infusorien. Das macht dann allerdings die Fütterung besonders
> winziger Larven in den ersten Tagen schwierig. :-)

Stimmt auch. Die Sauberkeit kann ich aber auch durch ein separates Zuchtbecken und spezielles Zuchtwasser erreichen.Da die Fische in diesem Becken nicht gefüttert werden und nach 6 Tagen wieder rauskommen, entstehen keine großen bakteriellen Belastungen. Die gefahr besteht meiner Meinung nur einem eingerichten Aquarium mit Bodengrung, Pflanzen. Habe diese Erfahrung mit Copella nattereri gemacht. Da sind Eier und Larven sehr keimanfällig. Da die Fische brutpflegend und Haftlaicher sind, komme ich um Pflanzen nicht umhin. Habe also mit Torfwasser gearbeitet. Das Resultat war, dass die Larven verhungert sind, weil zuwenig Paramecien vorhanden waren. Dazu kommt noch, dass die Larven in Punkto Futteraufnahme sehr schwierig sind. Erstens sind sie sehr klein und zweitens nehmen sie das Futter in den ersten drei Wochen nur direkt von der Wasseroberfläche ab. Inzwischen habe ich auch Zuchterfolge mit Weißwasser hinbekommen.

> > Am besten ist natürliches Torfwasser.
> Hä, da wiedersprichst du dir jetzt aber. :-)
> (daß der Inhalt vieler Fläschchen, wo "Torfextrakt", "Eichenextrakt"
> u.a. drauf steht, nur wenig mit Torf- oder Erlenzäpfchen-Wasser zu tun
> hat, ist doch inzwischen hinreichend bekannt?

  • lach* Ich weiß es klingt widersprüchlich. Ich meinte damit, dass ich diesen Extrakten aus der Flasche noch nie getraut habe. Meist sind sie nur gut zum Wassereinfärben. Ich mache auch Torfwasser in einem großen Kübel mit Granulat. Dabei erreiche ich aber pH-Werte um 4. Das ist für jede Zucht zu niedrig. Also muss ich das Wasser wieder mit anderem Wasser verändern. Als natürliches Torfwasser meine ich Quellwasser aus einem Torfgebiet. Das ist in der Zusammensetzung natürlicher als unser gemischtes Wasser und auch meist nicht so extrem sauer. Bei meinen ganzen Salmlerzuchten habe ich bis jetzt nur zweimal echtes Torfwasser verwenden müssen. Das war beim Paracheirodon innesi und beim Inpaichthys kerri. Ansonsten verwende ich nur Quellwasser (weiß) oder gemischtes Wasser (Leitungswasser und entionisiertes Wasser) zur Zucht.

Gruß Joachim


Hai Sieglinde...

Ich habe jetzt doch noch was gefunden. Ich zitiere: "Von Torfzusätzen im Zuchtaquarium ist besonders bei Megalamphodus sweglesi (Roter Phantomsalmler) abzuraten, da sich der braunrote Laich zwar entwickelt, die Jungfische aber die Eihüllen vermutlich durch deren Gerbung nicht sprengen können und schließlich absterben."Quelle: Enzyklopädie der Aquaristik und speziellen Ichthyologie STERBA 1978

Wie weit das den Tatsachen entspricht, entzieht sich meiner Kenntnis. Bei der Nachzucht von M. sweglesi habe ich jedenfalls wie bei fast allen Salmlern zur Zucht weiches Weißwasser verwendet.

Gruß Joachim


> Die nehmen so
> Putzträgermatten aus dem Baustoffhandel. Das ist eine Art
> Kunststoffgewebe mit etwa 4mm Maschenweite.

genau das meinte ich. Putzträgermatten. Freak bin ich keiner. Sehe meine Versuche zur Vermehrung (Zucht ist was anderes)eher als Bestätigung meines "Aquaristikkönnens" :-)

> auf einen gebastelten passenden Holzrahmen geklebt und diesen auf
> halber Höhe in das Aquarium geklemmt. Oben Fische, unten nichts.

das mit dem Holzrahmen habe ich mir gespart. Das Zeuchs ist nicht so weich. Das klemmt auch so ganz brauchbar (auch wenn es nicht so toll aussieht)

> Die andere empfohlene Variante ist die Ufersimulation mit dem
> Maschengewebe. Von hinten unten im Aquarium noch vorne oben.

Muss ich mal probieren. Dazu braucht's dann aber wahrscheinlich doch den Rahmen.

> Die Fische versuchen sonst nach dem Einsetzen oder Wasserwechsel in
> ihrer Hektik zu flüchten und das gibt Schrammen.

Das ist richtig. Wie gesagt, mit dem Gelben Phantomsalmler gibt es keine Probleme. Und wenn man auch ein paar Pflanzen (ich setze die in Körbchen, so kann ich die schnell und unproblematisch umräumen) einsetzt,beruhigen sich die Kleinen auch schnell wieder.

> Unsere Salmlerleute aus der Region arbeiten schon mit sehr weichem
> Wasser bis hin zu absolut härtefreiem.

Ich benutze fast reines Osmosewasser. Den pH-Wert senke ich mit Erlenzäpfchen. Klappt wunderbar. Was ich nach dem Ablaichen noch mache, ist das Aquarium bis zum Schlupf abzudunkeln. Das beugt angeblich dem Verpilzen etwas vor.

> Da muss ich noch üben.

Tu das. :-)

Viel Spaß Torsten


>Das Zeuchs ist nicht so weich. Das klemmt auch so ganz brauchbar (auch wenn es nicht so toll
>aussieht)

Dann sprechen wir möglicherweise von unterschiedlichen Gewebematten. Meine sind zwar aus einem harschen Material, aber dennoch gewebeartig. Da sind Befestigungshilfen notwendig. >Muss ich mal probieren. Dazu braucht's dann aber wahrscheinlich doch den Rahmen.

ja, die Viecher finden sonst eine Lücke nach unten und dann macht das keinen Sinn.

>Wie gesagt, mit dem Gelben Phantomsalmler gibt es keine Probleme.

Die sind ja auch größer. Die blöden amandae's passten genau bis zur Hälfte rein. Ich habe dann zwei Matten leicht versetzt übereinandern geklebt. Dann war Ruhe.

>Den pH-Wert senke ich mit Erlenzäpfchen. Klappt wunderbar.

Die pH-Wirksamkeit der Erlenzäpchen ist eher sekundär. Die Hauptwirkung liegt eher in der Keimtötung per Tanin.

>Was ich nach dem Ablaichen noch mache, ist das Aquarium bis zum
>Schlupf abzudunkeln. Das beugt angeblich dem Verpilzen etwas vor.

soll so sein, ja. Gilt aber für viele Arten m.W. nicht. Bei den Killies sagt man landläufig ja auch, dass die Eier trocken liegen müssen. Ist aber für nur wenige Arten zwingend erforderlich.

>Tu das. :-)

Sie balzen :-)
4 Männchen und 1 Weibchen. Egal, eine gelungene Aufzucht und das Problem ist geebnet.

Gruß Olaf


Hallo Olaf

>Das Zeugs habe ich auf einen
>gebastelten passenden Holzrahmen geklebt und diesen auf halber Höhe in
>das Aquarium geklemmt.

Welchen Kleber und welches Holz ? Hast Du das Holz noch irgendwie behandelt / gestrichen ? Klarlack evtl. ?

Gruß
Rüdiger *derswiederganzgenauwissenwill* ;-)


Hallo Rüdiger,

normale rohe Kiefernholzleisten, die ich so noch im Keller hatte. Sie wurden genagelt und die Matte mit normalem Heißkleber aufgeleimt. Geht problemlos und hat offensichtlich keine Auswirkungen.

Gruß Olaf


Laichrost für Salmer

Hallo zusammen,

Beim letzten DRTA treffen wollte jemand die Bezugsadresse von so einem Laichrost habe. Nach meinem Umzug habe ich die Adresse wiedergefunden. Die folgende Firma soll so ein Laichrost anbieten. Es ist ein blaues Gitter, das wohl auch bei den Imkern eingesetzt wird.

Fa. Honig Schweier, Höchstätt, Bahnhofstr. 10, Tel. 09074-95850

Gruß Martin


Diskussionen in d.r.t.a.

Bitte fass diese Diskussion zusammen, zumindest einen Teil davon. Wenn du mitmachst, machen auch andere mit. Davon profitierst du wieder. Schreib einfach die Argumente übersichtlich auf, die du gerade gelesen hast. Lass Unwichtiges, Ballast und schmückendes Beiwerk weg. Stell Pro und Kontra dar, damit die Meinungsvielfalt erhalten bleibt. Lass die Diskussion einfach davor oder dahinter stehen. Wenn alles zusammen gefasst ist, kann die Diskussion auch gelöscht werden. Du kannst natürlich auch dein eigenes Wissen aufschreiben. Weitere Hinweise und Beispiele stehen bei den Hinweisen zur Mitarbeit.

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Anmerkungen zu dieser Seite
(Fragen im Forum stellen)

01.09.2008 - 12:58

Udo?

LAICHROST

Hallo Ihr da draußen!

Habe bei mir sehr gute Erfahrungen mit Putzgitter gemacht. Gibt es in jedem Baumarkt, ist billig und kann mit der Schere auf so ziemlich jedes Maß gebracht werden.winking smiley

Viel Erfolg!

Tschüß, Udo

Bitte eine Überschrift eingeben:

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s.K. 91.96.244.xxx03.09.2007 20:37 Uhr [X]
anton wie heißt denn diene homepage ?
suse
NH 84.176.54.xxx04.09.2007 18:14 Uhr [X]
Hallo,

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