Wie UV-Klärer grundsätzlich wirken
Ein UV-Klärer wirkt gegen Bakterien, Viren, andere Krankheitserreger, Pilze und Algen. Weil die UV-Strahlung nicht zwischen einzelnen Bakterienarten unterscheiden kann, werden alle Bakterien zerstört, die gegen UV-Strahlung empfindlich sind. Dazu gehören auch die Bakterien, die Schadstoffe abbauen. Normalerweise sind aber genug dieser Bakterien im Filter, im Bodengrund, auf Pflanzenoberflächen usw sesshaft. Diese Bakterien werden von der Strahlung nicht erreicht.
Selbst wenn sich einige dieser Bakterien im freien Wasser befinden und so durch die Strahlung deaktiviert werden, vermehren sich die restlichen Bakterien schnell genug, so dass die Gesamtpopulation konstant bleibt. Zu viele dieser Bakterien im freien Wasser würden auch zu einer
Wasserblüte führen und evtl. sogar die Fische schädigen.
Im Aquarium konkurrieren aufsitzende Bakterien und frei schwimmende Bakterien um Nährstoffe. Je größer die besiedelbare Oberfläche bei optimaler Strömung ist, umso geringer ist die Keimzahl im freien Wasser. Die Mikrobiologie findet dann hauptsächlich im Filter oder auf der Pflanze statt. Trotzdem werden Fischlaich, Fischlarven und Fische von Bakterien besiedelt.
UV-Klärer beeinflussen die Konkurrenz zwischen aufsitzenden und freischwimmenden Bakterien zugunsten der aufsitzenden Bakterien. Gleichzeitig unterstützen sie die Mineralisation der gelösten organischen Stoffe. Es stellt sich immer ein Gleichgewicht ein, das auch von der Belastung des Beckens abhängt.
UV-Klärer machen das Aquarienwasser nicht keimfrei. Die Anzahl der Keime wird höchstens in natürlichen Grenzen gehalten.
Die Schwärmer eines einzigen Ichtyophtirius-Erregers können z. B. ein komplettes 1000 Liter Aquarium verseuchen. In der Natur werden sie über die gewaltige Wassermasse in der dritten Potenz zur Entfernung vom Wirt verteilt. Die Gefahr, dass sie einen neuen Wirt finden, ist also relativ gering.
Weil nicht ständig das gesamte Aquarienwasser bestrahlt wird, sondern immer nur der kleine Teil, der gerade im UV-Klärer ist, können UV-Klärer nicht verhindern, dass ein Teil der Schwärmer im Aquarium bleibt. Trotz UV-Klärer ist die Keimzahl im Aquarium vermutlich immer noch etwas mehr als doppelt so hoch wie in der Natur.
UV-Klärer wirken somit vorbeugend, indem die Anzahl an Keimen etwa auf das natürliche Maß verringert wird und die Ansteckungsgefahr für die Fische verringert wird.
In der Einfahrphase sollte man sicherheitshalber auf UV-Strahlung verzichten. Es sollten in dieser Phase aber auch keine Fische im Aquarium sein, so dass keine Krankheitserreger bekämpft werden müssen. Auch wenn Filterbakterien in das Wasser gegeben werden, sollte kein UV-Klärer verwendet werden. Die Bakterien müssen erst in ausreichender Zahl sesshaft werden.
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