Benötigt eine Osmoseanlage kaltes oder warmes Leitungswasser?
Osmoseanlagen werden mit kaltem Leitungswasser betrieben. Warmes Wasser ist evtl. kalkhaltiger und teurer als kaltes Wasser. Mit warmem Wasser wird zwar etwas mehr Osmosewasser erzeugt, der Unterschied ist aber meistens nicht so groß, dass sich die Mehrkosten für warmes Wasser lohnen.
Warmes Wasser verbessert die Filterwirkung bzw. das Rückhaltevermögen einer Osmoseanlage nur geringfügig. Der Durchsatz der Anlage steigt merkbar, weil sich die Poren der Membranen sich mit zunehmender Temperatur weiten.
Bei einer kleinen HW25 kann das z. B. ca. 10 Liter pro Tag für jeweils 5° Temperaturerhöhung ausmachen.
Die Herstellung des Osmosewassers geht also schneller.
Warum eine Osmoseanlage nur einen Teil der unerwünschten Stoffe ausfiltert
Durch die Erweiterung der Poren bei höherer Wassertemperatur kommen nicht mehr Schadstoffe durch die Membran. Organische Moleküle, z. B. Pestizide, sind sehr viel größer als die Wasserionen. Die im Wasser enthaltenen Ionen, z. B. Na+, Cl-, Ca++, sind zwar viel kleiner als Wasser, aber sie sind von einer Hydrathülle aus mehreren Wassermolekülen umgeben. Die Hülle ist relativ fest an das Ion gebunden. Die Ionen mit der Hülle sind ebenfalls viel größer als ein einzelnes Wassermolekül und passen nicht durch die Membran. Weil die Verbindung mit der Hydrathülle energetisch ein günstiger Zustand ist, kann die Hülle nicht leicht abgestreift werden. Das gelingt nur durch Tricks in den Ionenkanälen von Zellmembranen.
Trotzdem werden nicht alle Stoffe vollständig aus dem Wasser gefiltert.
Die Hydrathülle ist nicht starr, sondern kann sich verformen. Sie ist deshalb nicht mit einer Kugel vergleichbar, die entweder durch ein Loch rutscht oder nicht. Die Hülle gleicht eher einem Schaumstoffball. Bis zu einer bestimmten Grenze kann ein Schaumstoffball durch ein kleineres Loch gepresst werden.
Das gelingt aber nur, wenn Energie zum Pressen aufgewendet wird.
Welche Stoffe durch die Membran rutschen, hängt also von verschiedenen Parametern ab, wie der Konzentration des Ions im Leitungswasser, z. B. gibt es bei sehr hohen Nitratwerten einen größeren Schlupf, dem Druck, der Temperatur usw.
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