Wie mit einem Ionenaustauscher umgegangen wird
Vollentsalzeranlagen bestehen aus 2 Säulen, die mit Harz gefüllt sind.
Anschluss eines Vollentsalzers
- Wasserhahn
- Drosselventil, z. B. ein einfaches Eckventil mit Schlauchanschluss am Waschbecken
- Eingang Kationentauscher
- Eingang Anionentauscher
Wenn am Wasserhahn ein Durchlauf von ca. 30 Liter pro Stunde eingestellt werden kann, kann die Anlage auch direkt an die Wasserleitung angeschlossen werden. Wenn das Wasser lange durchlaufen muss, ergibt sich besonders reines Wasser. Der Durchlauf wird mit der Zeit geringer, bis wieder regeneriert wird.
Je nach Anlage werden für 100 Liter Wasser etwa 1,5 Stunden benötigt. Bei kleinen Anlagen werden ca. 60 Liter Wasser pro Stunde aufbereitet. Mit sogenannten Mischbetten können z. B. 200 bis 250 Liter Wasser pro Stunde aufbereitet werden. Das ist etwa die 20-fache Geschwindigkeit einer mittelgroßen Osmoseanlage. Bei Bedarf kann beim Zapfen gewartet werden, bis der Eimer oder Kanister voll ist.
Ein Mischbett besteht aus einer homogenen Mischung von Körnern aus Kationen- und Anionentauscherharzen. Die Harze müssen sauber voneinander getrennt werden, damit jedes Harz getrennt regeneriert werden kann. Die Qualität der Trennung entscheidet über die Qualität des erzeugten, vollentsalzten Wassers. Dazu wird eine Trennanlage benötigt, die mithilfe der unterschiedlichen Dichten die beiden Harzarten voneinander trennt. Das ist nur in professionellen Regenerieranlagen möglich. Mischbetten werden deshalb nicht selbst regeneriert. Die Harze werden an eine Regenerierstation zurückgegeben und gegen frische Harze getauscht.
Eine Säule ist ein Kationentauscher. Die andere Säule ist ein Anionentauscher. Im Kationentauscher ist meistens ein Indikatorharz, das sich von braun nach rot färbt, wenn es verbraucht ist. Das Harz wird mit verdünnter Salzsäure regeneriert. Der Anionentauscher enthält meistens beigefarbenes Harz, das mit Natronlauge regeneriert wird.
Die Regenerierlösungen müssen langsam durch die Säulen laufen. Aus einem Kanister, der über dem Vollentsalzer aufgehängt ist, läuft die Säure bzw. die Lauge langsam durch die jeweilige Säule. Anschließend werden die Regenerierlösungen durch Spülen aus den Säulen entfernt. Wenn mit den Chemikalien vorsichtig umgegangen wird, ist das Regenerieren ungefährlich. Das Regenerieren wird am Besten in einer Duschwanne durchgeführt, damit Säure- oder Laugenspritzer mit dem Duschstrahl schnell entfernt werden können. Der Zeitaufwand beträgt ca. 45 Minuten. Die Dichtungen der verwendeten Kanister oder Behälter müssen regelmäßig geprüft werden. Durch die Natronlauge werden die Dichtungen undicht und Säure bzw. Lauge könnte unkontrolliert auslaufen. Teflondichtungen, z. B. Teflonband, oder Viton, sollte stabil sein. Auf http://www.wst-winkel.de/vertrieb_bestaendigkeitsliste.htm kann geeignetes Material gefunden werden.
Einige Zoohändler bieten einen Regenerierservice an. Es sollte dann darauf geachtet werden, dass die Anlagen nach der Regeneration wieder die vollständige Kapazität haben.
Die Leistung der Anlagen wird in Härtelitern angegeben. Das ist die Menge Wasser multipliziert mit dem Härtegrad, die von einem Vollentsalzer aufbereitet werden kann, bis der Vollentsalzer regeneriert werden muss.
4500 Härteliter bedeutet z. B., dass die Anlage 450 Liter mit 10° dGH entsalzen kann, oder 225 Liter mit 20° dGH.
Die in den Säulen verwendeten Harze sind relativ teuer. Sie verbrauchen sich bei pfleglichem Gebrauch jedoch nicht, sondern erschöpfen sich nur. Wenn die Harze sorgfältig regeneriert werden, kann die volle Kapazität wiederhergestellt werden. Die Chemikalien, die für die Regenerierung benötigt werden, sind relativ preiswert.
Weil die Harze keine schädlichen Stoffe an das Wasser abgeben, kann das Wasser aus den Säulen sofort verwendet werden, ohne dass vorher Wasser ablaufen muss.
Das vollentsalzte Wasser darf aber nicht sofort in das Aquarium geleitet werden. Es ist sehr salzarm und enthält sehr viel Kohlendioxid. Je höher der Anteil der Karbonathärte an der Gesamthärte des Ausgangswassers ist, desto mehr Kohlensäure enthält das vollentsalzte Wasser. Damit sich die Wasserwerte im Aquarium nicht sprunghaft verändern, muss das Wasser deshalb vor der Verwendung im Aquarium an das Aquarienwasser angepasst werden.
Vollentsalztes Wasser ist noch wesentlich salzärmer als Osmosewasser. Das Wasser muss deshalb unbedingt aufgesalzt oder mit Leitungswasser verschnitten werden, wenn die Werte des Leitungswassers das zulassen.
Auch danach kann vollentsalztes Wasser noch viel Kohlendioxid enthalten und entsprechend sauer sein.
Es wird daher immer eine bestimmte Menge vollentsalztes Wasser erzeugt. Durch Aufsalzen oder Verschneiden mit Leitungswasser wird die gewünschte Wasserhärte eingestellt. Über Nacht lässt man die Mischung in einem Behälter abstehen und belüftet bei Bedarf mit einem Sprudelstein, der das überschüssige CO2 austreibt.
Es ist nicht möglich, die Durchflussgeschwindigkeit beim Entsalzen so zu erhöhen, dass die gewünschte Härte übrigbleibt. Die Harze, vor allem das Anionenharz wird dadurch unbrauchbar und können auch nicht mehr regeneriert werden.
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