Co 2 Düngung
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Pflanzen benötigen als Nährstoff CO2. Bei Licht nehmen die Pflanzen CO2 auf und geben Sauerstoff ab. Im Dunkeln nehmen auch Pflanzen Sauerstoff auf und geben CO2 ab, aber nur in geringeren Mengen.

CO2-Erzeugung in der Natur

In der Natur entsteht CO2 auf verschiedene Arten.

  • Atmung - Lebewesen atmen Sauerstoff ein und CO2 aus.
  • Gärung - Hefen verarbeiten Wasser und Zucker zu CO2 und Alkohol.
  • Verbrennung - bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material wie Pflanzen, Kohle, Torf usw. wird CO2 frei.

CO2 im Aquarium

Auch im Aquarium entsteht durch die Atmung der Fische ständig CO2. In aerob arbeitenden Filtern entsteht ebenfalls CO2. Die dort lebenden Bakterien verbrauchen Sauerstoff und erzeugen CO2. In Aquarien ist aber nicht immer sichergestellt, dass so viel CO2 erzeugt wird, wie die Pflanzen für ein gutes Wachstum benötigen. Wie viel CO2 zusätzlich zur Düngung der Aquarienpflanzen benötigt wird, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab:

  • Pflanzenarten
  • Beleuchtungsstärke
  • Fischbesatz

CO2-System nur bei konkretem Bedarf anschaffen

In Aquarien mit starkem Pflanzenwuchs kann eine zusätzliche CO2-Zufuhr sinnvoll sein. In einem fast unbepflanzten Malawibecken macht eine CO2-Zufuhr keinen Sinn. In schwach mit Fischen besetzten Aquarien, in denen schnellwüchsige Pflanzen wachsen, entsteht oft weniger CO2 als die Pflanzen benötigen.

Vor dem Kauf eines CO2-Systems sollte zunächst der CO2-Gehalt im Aquarienwasser gemessen werden. Es wurden schon häufiger teure CO2-Anlagen gekauft und dann festgestellt, dass auch schon vorher genug CO2 vorhanden war. Schlechter Pflanzenwuchs wird nicht immer durch zu wenig CO2 verursacht. In vielen Aquarien gibt es auch ohne CO2-Düngung prächtigen Pflanzenwuchs.

Erst wenn nach einem entsprechenden CO2-Test sicher ist, dass zu wenig CO2 im Wasser ist, sollte eine CO2-Anlage beschafft werden.

In schwach und normal beleuchteten Aquarien reichen 10 bis 20 mg/Liter CO2 aus. In sehr stark beleuchteten Aquarien mit entsprechend starkem Pflanzenwuchs kann evtl. ein Wert bis 30 mg/Liter sinnvoll sein. Mehr CO2 verarbeiten die meisten Pflanzen nicht, so dass zusätzliches CO2 verschwendet ist. Wichtiger als die absolute Höhe des CO2-Werts ist, dass immer CO2 zur Verfügung steht und dieses durch eine leichte Wasserbewegung an die Blattoberflächen transportiert wird und dann aufgenommen werden kann.
Ohne Wasserbewegung nehmen die Pflanzen bei guter Beleuchtung das CO2 schneller auf als es durch Diffusion wieder aus dem freien Wasser zur Blattoberfläche gelangen kann, weil die Diffusion ein sehr langsamer Prozess ist. Die Pflanzen können dann zu wenig CO2 bekommen obwohl im freien Wasser noch genug CO2 vorhanden ist.
Genau so wichtig ist, dass alle anderen Bedingungen, z. B. Licht und Nährstoffangebot dem CO2-Gehalt angepasst sind, der den Pflanzen zur Verfügung steht. Bei wenig Licht sind auch nur wenig CO2 und andere Nährstoffe notwendig. Bei viel Licht ist mehr CO2 und mehr Dünger notwendig.

Der CO2-Gehalt kann z. B. am Morgen 20 mg/Liter und am Abend 10 mg/Liter sein. Ideal ist es, wenn die CO2-Zufuhr 2 Stunden bevor das Licht angeht beginnt und 2 Stunden bevor das Licht ausgeht beendet wird. Wenn das Licht angeht, beginnt recht schnell die Photosynthesse der Pflanzen. Morgens steht den Pflanzen dann genug CO2 zur Verfügung, das im Laufe des Tages verbraucht wird. Auf diese Weise verändert sich auch der pH-Wert in Grenzen, die die Fische vertragen.

Am Besten wird der CO2-Wert mit einem Tropfentest überwacht. Die Berechnung des CO2-Werts aus pH-Wert und Karbonathärte ist nur korrekt, wenn die Karbonathärte auf 0,5° genau bestimmt und der pH-Wert elektronisch und mit gut kalibrierter Elektrode gemessen wird.

Konstanter CO2-Wert unnötig

Es wird nicht angestrebt, immer einen konstanten CO2-Gehalt im Wasser zu haben. Manuell ist das sowieso praktisch unmöglich. Mit einem pH-Regler und Magnetventil wäre es zwar möglich, würde jedoch zu ständigen Schwankungen des pH-Werts führen.
Wenn das Magnetventil abschaltet ist, sinkt der CO2-Gehalt recht schnell. Bei offenem Magnetventil muss viel CO2 nachgeliefert werden, weil auch die Verluste bei geschlossenem Ventil ausgeglichen werden müssen. Entsprechend stark schwankt der pH-Wert. Das Magnetventil muss ständig schalten.

Schädlichkeit für Fische

Ab welcher Höhe der CO2-Wert für Fische schädlich ist, ist nicht genau bekannt. Man kann davon ausgehen, dass Werte bis 15 mg/Liter unschädlich sind. Darüber hinaus hängt die Schädlichkeit von der Fischart, dem Sauerstoffgehalt im Wasser und anderen Bedingungen ab. Amerikanische Zwergbuntbarsche und Regenbogenfische gelten z. B. als empfindlich gegen höhere CO2-Werte. Der optimale CO2-Gehalt im Aquarium kann deshalb nicht pauschal angegeben werden.

CO2-Zufuhr abschalten

Ein Ausfall oder das Abschalten der CO2-Zufuhr hat direkt keine negativen Auswirkungen auf die Fische, wenn dabei der pH-Wert nicht zu schnell zu stark steigt. Das wäre aber nur bei extrem hoher CO2-Zufuhr der Fall.

Bei starker Beleuchtung und starkem Pflanzenwuchs kann es zur so genannten biogenen Entkalkung kommen, wenn nicht mehr genug CO2 zur Verfügung steht. Die Pflanzen decken dann ihren Bedarf an Kohlenstoff aus Hydrogenkarbonat im Wasser. Dadurch steigt der pH-Wert.

Bei starker Beleuchtung sind dann pH-Werte über 10 möglich. Bei so hohen pH-Werten wandelt sich Ammonium in für Fische sehr giftiges Ammoniak um und die Filterbakterien stellen ihre Arbeit ein. Schon bei geringeren pH-Werten um 9 können die Pflanzen absterben. Die dabei entstehenden organischen Abfälle führen zu noch mehr Ammoniak. Das Abschalten der CO2-Zufuhr könnte so sogar zum Tod von Fischen führen.

Damit die Pflanzen gesund bleiben, muss bei stark beleuchteten Aquarien mit der CO2-Zufuhr auch die Beleuchtung reduziert werden. Zu viel Licht würde sonst zu Mangelerscheinungen wegen fehlendem CO2 führen.
Die so verringerte Assimilation der Pflanzen führt dazu, dass die Pflanzen weniger Schadstoffe abbauen, z. B. Nitrat verbrauchen. Deshalb muss evtl. der Fischbesatz reduziert oder muss mehr Wasser gewechselt werden um Schadstoffe zu entfernen.

Änderung der Wasserwerte durch CO2-Zufuhr

Die CO2-Zufuhr verändert vor allem den pH-Wert. Die Gesamthärte GH bleibt unverändert.
Das zugeführte CO2 löst sich weitgehend im Wasser. Nur ein kleiner Teil reagiert mit Wasser zu Kohlensäure. Die Kohlensäure zerfällt zu einem festen Prozentsatz in Wasserstoffionen und Hydrogenkarbonaten. Durch die Hydrogenkarbonate steigt das Säurebindungsvermögen SBV geringfügig an. Das SBV entspricht der in der Aquaristik gemessenen Karbonathärte KH.

Die Karbonathärte erhöht sich rechnerisch leicht. Der Effekt kann in der Praxis aber vernachlässigt werden.
Wenn der CO2-Gehalt bei einem Wasser mit Karbonathärte 7 und 20 mg/Liter CO2 auf 40 mg/Liter CO2 verdoppelt wird, reagieren 0,0044 mg/Liter CO2 zu HCO3-. Die Karbonathärte erhöht sich damit um 0,00028° dH.
Erst bei pH-Werten unter 5 ändert sich die Karbonathärte messbar.

GH und KH ändern sich praktisch gar nicht, weil die Ca/Mg-Ionen an der Reaktion nicht direkt beteiligt sind. Auswirkungen ergeben sich nur indirekt über den pH-Wert.
Wenn ausgefällter Kalk im Aquarium ist, z. B. Kalkstein, reagiert das CO2 direkt mit dem festen CaCO3 zu Ca++ und HCO3-. In diesem Fall steigt sowohl die GH als auch das SBV.

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