Die Fische
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Die Zeit bis Fische in Dein Aquarium gesetzt werden können, kannst Du sehr gut nutzen. Geh oft in verschiedene Zoogeschäfte und schau Dir da die Fische ganz in Ruhe an. Nach einiger Zeit erkennst Du, in welchem Geschäft die Fische munter sind, wo die Fische ihre Flossen ganz eng an den Körper halten, weil sie sich nicht wohl fühlen, oder wo oft tote Fische zu sehen sind. Du hörst dann auch, ob der Verkäufer die Leute berät und alles gut erklärt, oder ob er nur so viele Fische verkaufen will, wie er kann. Kaufe Deine Fische nur da, wo die Fische gesund aussehen und die Verkäufer sich selbst mit Fischen auskennen.

Es gibt so viele Fische, dass ich unmöglich alle beschreiben kann. Es gibt auch keine guten oder schlechten Fische. Alle Fische haben ihre Vor- und Nachteile. Damit Du für Dich passende Fische aussuchen kannst, schreibe ich jetzt etwas über besonders beliebte Fische.

Guppies, Platies und Black Mollies


Platys (links Männchen; rechts Weibchen)
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Foto: Yvonne Gieseking

Diese Fische sind schön bunt und viele Leute finden sie schön. Sie bekommen auch im Aquarium oft Junge. Die Jungen kann man leicht großziehen.


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Guppybaby

Foto: Andrea Bernd

Die Jungen werden aber auch schnell zu einer Plage. Irgendwann sind so viele Jungfische in Deinem Aquarium, dass kein Platz mehr ist. Weil fast alle Leute diese Fische schon haben, findest Du auch niemanden, der Dir die Jungen dann abnimmt.


Guppys (links Männchen; rechts Weibchen)
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Foto: Yvonne Gieseking

Vor gar nicht langer Zeit wurde eine ganz neue Art von Guppies gefunden, die Endler Guppies.


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Endlers Guppy Männchen

Foto: Cordula Schmidt


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Endlers Guppy

Foto: Andrea Bernd

Neonfische

Die Neonfische sind auch schön bunt und beliebt. Damit sie sich so richtig wohlfühlen, brauchen sie sehr weiches Wasser. Unser Wasser ist fast immer zu hart für sie. In solchem Wasser werden sie leicht krank und leben nicht so lange, wie sie leben könnten. Wenn Du schon länger ein Aquarium hast und Dich gut auskennst, kannst Du Dir Geräte kaufen, mit denen man weiches Wasser selbst herstellen kann. Das kostet aber viel Geld. Es gibt zwei Arten, die beide Neons genannt werden. Die mit rot-weißem Bauch heißen richtig Neonsalmler, die mit ganz rotem Bauch heißen Roter Neon.

Minihaie

Minihaie sind so beliebt, weil sie wie kleine Haie aussehen. Wer hätte das gedacht. Sie werden für ein normales Aquarium aber viel zu groß. Du brauchst schon ein Schwimmbecken, wenn sie größer werden.

Feuerschwänze

Die sind mit ihrem schwarzen Körper und ihrer roten Flosse auch hübsch. Aber sie werden auch ziemlich groß und brauchen ein großes Aquarium. Wenn sie älter werden, streiten sie auch oft untereinander oder mit anderen Fischen.

Kampffische

Kampffisch Weibchen
Kampffisch Weibchen
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Foto: Diana
Kampffisch
Schleierschwanzkampffisch Weibchen.
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Foto: Caroline Eggert

Wie der Name schon sagt, kämpfen die gerne. Du darfst niemals zwei Männchen in ein Aquarium setzen. Die beißen sich sonst tot. Die Männchen jagen auch gerne die Weibchen. Das kann so schlimm werden, dass das Weibchen vor lauter Angst stirbt. Kampffische gibt es in vielen verschiedenen Farben und mit verschiedenen Flossenformen.

Kampffisch Männchen
Kampffisch Männchen
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Foto: Diana
Kampffisch
Schleierschwanzkampffisch Männchen.
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Foto: Caroline Eggert

Skalare

Skalare werden sehr groß und brauchen ein riesiges Aquarium. Wenn sie größer werden, streiten sie sich auch oft untereinander. Es kann auch vorkommen, dass sie kleine Fische wie die Neonfische fressen.

Algenfresser

Unter diesem Namen bekommt man im Zoogeschäft meistens Welse, die eigentlich Otocinclus heißen. Man nennt sie deshalb auch einfach Ottos. Die Ottos sind sehr empfindlich, wenn sie von einem Aquarium in ein anderes gesetzt werden. Oft sterben sie dann.

Piranhas

Von den Piranhas hast Du bestimmt schon gehört. Auch wenn sie in Wirklichkeit nicht so gefährlich sind, wie immer gesagt wird, sind sie nicht gut für ein Aquarium geeignet.
Sie müssen im Schwarm gehalten werden, brauchen sehr viel Platz und sind eigentlich scheu und ängstlich. Sie fühlen sich dann schnell angegriffen und können beißen. Wenn sie sich nicht wohl fühlen, können sie sich auch untereinander beißen. Sie benötigen viel und großes Futter wie Garnelen und andere Fische. Weil sie viel Dreck machen, braucht man einen sehr großen Filter.

Piranhas können nur Aquarianer mit viel Erfahrung und sehr großen Aquarien pflegen.

Jetzt weißt Du schon viele Dinge, auf die Du achten musst, wenn Du Fische kaufen möchtest. Ganz schön schwierig die geeigneten Fische zu bekommen, was? Aber keine Angst, es gibt auch Fische die für Anfänger gut geeignet sind.

Panzerwelse


Panzerwels der Art Corydoras aenaeus
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Foto: Yvonne Gieseking

Es gibt ganz viele verschiedene Arten von Panzerwelsen. Manche bleiben klein und haben zwei schwarze Flecken auf ihrem hellen Körper. Deshalb heißen die auch Pandawelse.


Panzerwels der Art Corydoras panda
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Foto: Norbert Heidbüchel

Andere werden größer und haben schwarze Streifen oder Punkte.
Hier ist noch eine andere schöne Art:


Panzerwels der Art Corydoras sodalis
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Foto: Yvonne Gieseking

Vergleiche die Bilder mal genau. Du erkennst dann, dass Panzerwelse ganz unterschiedlich gefärbt sind, aber alle ungefähr die gleiche Form haben.

Alle Panzerwelse suchen gerne auf dem Boden nach Futter. Weil sie dabei auch gerne mit der Schnauze im Boden buddeln, haben sie Sand als Boden besonders gerne. Man sieht dann, wie sie den Sand ins Maul nehmen und durch ihre Kiemen wieder herauslassen. Panzerwelse sind friedlich und leben gerne in kleinen Grüppchen zusammen. Du solltest mindestens 5 Panzerwelse zusammen im Aquarium haben, damit sie so richtig munter sind. Viele Arten werden ungefähr 5 oder 6 cm lang.

Keilfleckbärblinge

Keilfleckbarbe
Keilfleckbarbe
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Foto: Marc-Kevin

Keilfleckbärblinge schwimmen gerne in der Mitte vom Aquarium zusammen herum. Manchmal schwimmen alle zusammen in einem kleinen Schwarm, manchmal schwimmt jeder alleine für sich herum. Wenn sie sich wohl fühlen, sehen sie mit ihrem schwarzen Fleck auf dem rötlichen Körper sehr gut aus. Auch von den Keilfleckbärblingen solltest Du möglichst 5 oder mehr haben. Keilfleckbärblinge werden ungefähr 4 cm lang.


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Laichende Keilfleckbarben

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0
Urheber: Stefan Maurer

Zebrabärblinge

Die Zebrabärblinge haben schöne dunkelblaue Querstreifen.


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Zebrabärbling

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Azul

Sie schwimmen den ganzen Tag wie wild durch das Aquarium. Dabei jagen sie oft ganz eng zusammen direkt unter der Oberfläche hin und her. Oft sieht es aus, als ob sie fangen spielen würden. Es gibt auch eine Art, die keine Streifen hat, sondern kleine Punkte und deshalb Leopardbärblinge heißt.


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Leopardbärbling mit Schleierflossen

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.5
Urheber: Darkfalz

Weniger als 5 Zebrabärblinge oder Leopardbärblinge solltest Du nicht pflegen, dann wird es ihnen langweilig. Zebrabärblinge können 5 cm lang werden.

Was ich Dir für Dein Aquarium empfehle

Panzerwelse, Keilfleckbarben und Zebrabärblinge sind nette, hübsche Fische. Sie vertragen sich untereinander und mit anderen Fischarten. Sie sind munter und werden nicht so leicht krank. Ich würde an Deiner Stelle diese Fische ins Aquarium setzen.

Wie viele Fische von jeder Art Du in das Aquarium setzen kannst, hängt natürlich davon ab, wie groß Dein Aquarium ist. Die Fische pinkeln und scheißen auch. Je mehr Fische und je größer die Fische, desto mehr Dreck machen sie. Zuviel Dreck lässt die Fische krank werden und sterben. Für jeden Zentimeter (cm), den die Fische lang werden, brauchst Du ein Liter oder besser zwei Liter Wasser.

Ein Beispiel:
Du hast 5 junge Fische. Wenn die Fische später ausgewachsen sind, sind 3 Fische 5 cm und 2 Fische 10 cm lang. Du rechnest also: 3 * 5 cm = 15 cm und 2 * 10 cm= 20 cm. Macht zusammen 35 cm. Dein Aquarium muss also mindestens 35 Liter Wasser haben, besser noch 70 Liter. Noch mehr Wasser schadet natürlich nicht.

Jetzt hast Du erst mal genug zu tun, um zu überlegen welche Fische Du haben möchtest und wie viele davon in Dein Becken passen. Wenn Du ein Aquarium hast, das 60 cm lang, 30 cm tief und 30 cm hoch ist, dann passen ungefähr 50 Liter Wasser rein. Setzen wir mal Fische rein, zum Beispiel:
5 Panzerwelse: 5 * 5 cm = 25 cm und
5 Zebrabärblinge: 5 * 5 cm = 25 cm

Das Aquarium ist also mit den 10 Fischen schon voll. Mehr setze auf keinen Fall in Dein Aquarium. Du handelst Dir nur Krankheiten und unglückliche Fische ein. Durch zu viele Fische wird das Wasser schmutzig, die Fische werden krank und sterben schließlich.

Neue Fische in Dein Aquarium setzen

Wenn Dein Aquarium sechs Wochen ohne Fische funktioniert hat, kannst Du die ersten Fische einsetzen. Kaufe zuerst einmal nur Fische von einer Sorte. Der Zoohändler packt die Fische mit Wasser aus seinem Aquarium in eine Tüte.

Wenn Du zu Hause ankommst, legst Du die Tüte erst einmal einfach in Dein Aquarium. Mach am Besten die Beleuchtung aus, damit die Fische sich nicht ganz so vor dem neuen Aquarium fürchten. Nach einer Stunde ist dann die Temperatur in der Tüte und im Aquarium ungefähr gleich. Jetzt kannst Du die Tüte öffnen. Pass aber auf, dass die neuen Fische nicht heraus schwimmen können. Fülle jetzt mit einem sauberen Glas etwas Wasser aus dem Aquarium in die Tüte. Nimm höchstens ein Viertel von dem Wasser, das in ein normales Trinkglas passt. Die Fische müssen erst an das Wasser in Deinem Aquarium gewöhnt werden. Das muss möglichst vorsichtig und langsam passieren. Warte eine Viertelstunde und fülle wieder soviel Wasser wie vorhin vom Aquarium in die Tüte. So geht es jetzt weiter, bis Du doppelt soviel Wasser in der Tüte hast, als am Anfang. Immer abwechselnd warten und füllen. Das dauert etwas, aber Du hast sechs Wochen Geduld gehabt, die Geduld hast Du jetzt auch noch.

Wenn Du das Wasser in der Tüte verdoppelt hast, dann schüttest Du das Wasser mit den Fischen ganz vorsichtig in eine Schüssel oder einen Eimer. Sei vorsichtig, dass kein Fisch ohne Wasser in der Tüte zurückbleibt. Jetzt fängst Du die Fische einzeln und vorsichtig mit dem Fangnetz ein und bringst sie in Dein Aquarium. Am Anfang sind die Fische verschreckt und blass. Aber nach ein paar Stündchen sollten sie munter herumschwimmen.

Es gibt Empfehlungen, nach denen das Eingewöhnen schneller geht und die manchmal auf den Tüten für die Fische aufgedruckt sind. Es gibt aber auch Empfehlungen, die Fische noch langsamer an das neue Aquarium zu gewöhnen. Die hier beschriebene Methode hat sich für viele Fischarten bewährt und hilft den Fischen, sich langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen, ohne zu viel Stress zu haben.

Für Eltern
Anfänger in der Aquaristik legen sich oft eine bunte Mischung der Fische mit den knalligsten Farben und den auffälligsten Formen zu. Kinder sind dafür natürlich besonders anfällig. Probleme

sind vorprogrammiert. Beraten Sie sich zusammen mit Ihrem Kind und achten Sie auf eine passende Auswahl. Viel schlimmer als die Enttäuschung einen Wunschfisch nicht zu bekommen, ist die Enttäuschung, wenn die Fische nach kurzer Zeit an Stress sterben.

Die häufigsten Probleme bei Anfängern sind eine zu kurze Einfahrzeit, zu starker Besatz, ungeeignete Wasserwerte und nicht zueinander passende Fische.

Leider werden viele Anfänger in den Zoogeschäften falsch beraten und zum Beispiel Minihaie für Becken mit 60 cm Länge empfohlen, obwohl die Minihaie 30 cm und größer werden.

Newsgroups, Webforen und die E-Mail-Posteingänge von Betreibern aquaristischer Websites quellen über von entsprechenden Hilferufen von Anfängern.

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Anmerkungen zu dieser Seite
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21.10.2010 - 17:47

Lisa?

Hilfreich!!

Die tipps sind sehr hilfreich dankeschön!!!!

30.01.2012 - 20:50

schöne Seiete!

Habe eben auf der Suche nach passenden Nachbarn in meinem Becken diese schöne Seite hier gefunden. Danke! Eure Site ist wirklich sehr nett gestaltet, sehr verständlich ausgedrückt und auch für den AQ-Nachwuchs eine tolle Lektüre. Ich werde Euch weiterempfehlen.

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