Als Glaswelse werden Tiere aus unterschiedlichen Fischarten und Fischfamilien bezeichnet.
Der Indische Glaswels, Kryptopterus bicirrhis, gehört zur Familie der Echten Welse, den Siluridae. Ebenfalls als Indischer Glaswels bezeichnet wird Kleine Glaswels, Kryptopterus minor. Beide Arten lassen sich kaum auseinander halten und werden deshalb oft verwechselt.
Der Afrikanische Glaswels, Physailia pellucida, gehört zur Familie der Glaswelse, den Schilbeidae. Physailia pellucida stammen aus dem Oberen Nil. Sie werden bis 10 Zentimeter groß. Sie sind friedliche Schwarmfische für große, dicht bepflanzte und etwas dunkel stehende Aquarien.
Ebenfalls zu den Schilbeidae gehören Eutropiellus debawi und Parailia longifilis, die beide aus dem Kongo stammen. Eutropiellus debawi werden bis 8 Zentimeter groß. Parailia longifilis werden bis 10 Zentimeter groß. Sie sind dämmerungsaktiv. Tagsüber zeigen sie eine Art Totstellreflex.
Zu den Schilbeidae gehören noch einige weitere Arten aus dem Kongo.
Eutropiellus buffei stammen aus Afrika. Im Gegensatz zu den durchsichtigen Indischen Glaswelsen, haben Eutropiellus buffei schwarze Längsstreifen.
Eutropiellus buffei sind elegante Schwimmer. Sie fressen viel. Eine halbe FD-Tablette wird schon mal am Stück geschluckt.
Die Beleuchtung sollte gedämpft sein. Am Tag brauchen sie unbedingt Deckung und dunkle Ecken. Nur wenn es Futter gibt, kommen sie aus der Deckung. Oft kommen sie sogar nur abends heraus, wenn die Beckenbeleuchtung komplett aus ist. Dann rasen sie synchron mit affenartigem Tempo im Becken rum und suchen Futter oder Jungfische zum Fressen.
Tagsüber stehen sie mit wedelnder Schwanzflosse unter einer Pflanze oder noch besserer Deckung und warten auf dunklere Zeiten.
Die Tiere mögen weicheres Wasser, z.B. ca. Karbonathärte 4 und Gesamthärte 9 GH.
Für Gesellschaftsbecken sind sie weniger gut geeignet. Ein Gesellschaftsbecken sollte stark abgedunkelt werden und kann daher nicht gut bepflanzt werden.
Indische Glaswelse, Kryptopterus bicirrhis, stammen aus aus Hinterindien und von den Großen Sundainseln. Sie werden bis 10 Zentimeter, nach anderen Angaben 12 bis 15 Zentimeter, groß. Das Becken sollte mindestens 200 Liter groß sein.
Das Aquarium sollte gut bepflanzt sein und mit Wurzeln dekoriert werden. Tagsüber haben Indische Glaswelse in der Regel ihre festen Unterstände. Erst bei Fütterung schießen sie daraus hervor.
Indische Glaswelse sollten in einem kleinen Schwarm gehalten werden. Einzeltiere kümmern. Sie sollten nicht mit sehr lebhaften Arten zusammen gehalten werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass zu wenig Futter bekommen. Die Tiere können schlecht sehen und riechen. Sie warten oft in der Strömung auf Futter und bemerken das Futter erst, wenn sie z.B. die Flocken mit den Barteln berühren können. Dadurch kommen sie meistens zu kurz, wenn zum Beispiel Helleries oder Skalare im Becken sind.
Gegen hartes Wasser sind Indische Glaswelse nicht empfindlich.
Es sind sechs Zentimeter bis 1,80 Meter lange Fische, die ihren Namen von der hellen, oft fast durchscheinenden, weißlichen bis silbrigen Körperfarbe haben. Ihr Körper ist schlank, langgestreckt und seitlich zusammengedrückt. Der Kopf ist flach, mit drei bis vier Paar Barteln am Maul. Die Afterflosse ist sehr lang, hat 24 bis 90 Flossenstrahlen und ist nicht mit der gegabelten Schwanzflosse zusammengewachsen. Die Rückenflosse ist kurz, hat einen Hartstrahl und fehlt bei den Gattungen Ailia und Parailia. Auch die Bauchflossen fehlen bei einigen Arten.
[Bearbeiten]Lebensweise
Glaswelse sind tagaktive Schwarmfische, die nicht wie die Mehrzahl der Welse am Gewässergrund, sondern meist lebhaft schwimmend im offenen Wasser leben. Einige Arten verharren auch meist still, nur leicht mit der Schwanzflosse schlagend zwischen Wasserpflanzen. Glaswelse ernähren sich von kleineren Fischen, Krebstieren und Insekten. Sie sind eierlegend.
[Bearbeiten]Gattungen und Arten
Afrikanische Gattungen (34 Arten):
Irvineia Trewavas, 1943
Irvineia orientalis Trewavas, 1964
Irvineia voltae Trewavas, 1943
Parailia Boulenger, 1899
Parailia congica Boulenger, 1899
Parailia occidentalis (Pellegrin, 1901)
Parailia pellucida (Boulenger, 1901)
Parailia somalensis (Vinciguerra, 1897)
Parailia spiniserrata Svensson, 1933
Pareutropius Regan, 1920
Pareutropius buffei (Gras, 1961)
Pareutropius debauwi (Boulenger, 1900)
Pareutropius longifilis (Steindachner, 1914)
Pareutropius mandevillei Poll, 1959
Schilbe Oken, 1817
Schilbe mystus
Schilbe angolensis (De Vos, 1984)
Schilbe banguelensis (Boulenger, 1911)
Schilbe bocagii (Guimarães], 1884)
Schilbe brevianalis (Pellegrin, 1929)
Schilbe congensis (Leach, 1818)
Schilbe djeremi (Thys van den Audenaerde & De Vos, 1982)
Der Name ?Indischer Glaswels? wurde von seiner südasiatischen Herkunft und seiner Durchsichtigkeit (seine Gräten sind sichtbar) abgeleitet.
[Bearbeiten]Erscheinungsbild
Die Tiere werden 10 bis 15 Zentimeter groß, besitzen zwei Tastbarteln am Maul, eine schlanke Körperform und stehen tagsüber meistens ruhig in der Strömung. Die zarte aber dennoch räuberische Art nimmt im Aquarium hauptsächlich Lebend- und Frostfutter an, lebt im Schwarm von mindestens zehn Tieren und ist im Aquarium nur Erfahrenen zu empfehlen.
Der nahezu zerbrechlich wirkende Glaswels ist tatsächlich näher mit dem bis zu drei Meter langen europäischen Wels (Silurus glanis) verwandt, da dieser auch aus der Familie der Echten Welse stammt. Demgegenüber gehört der Afrikanische Glaswels (Parailia congica) zur Familie der Glaswelse (Schilbeidae).
[Bearbeiten]Literatur
Mauro Mariani: Fische im Aquarium. Kaiser Verlag., Klagenfurt 2005. ISBN 3-7043-2190-7.
Ulrich Schliewen: Aquarienfische von A bis Z. Gräfe & Unzer Verlag., München 2004. ISBN 3-7742-5694-2.
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