Piranhas
Suche:  
Fische -> Sonstige -> Piranhas
Diese Seite kannst du selbst ändern. Einfach auf Bearbeiten klicken.

Datenblatt über Piranhas

Datenblatt: Serrasalmus nattereri
Deutscher Name:
Piranha
Herkunft:
Südamerika: Guayana
Größe:
25 cm
Aquarium
Länge:
  cm
Inhalt:
550 Liter
Beleuchtung:
Schattig
Einrichtung:
Pflanzen, Wurzeln, Rückzugsmöglichkeiten
Wasserwerte
Temperatur:
23 – 27 °C
ph-Wert:
5,5 – 7,2
KH:
 °dKH
GH:
4 – 20 °dGH
Verhalten
Anzahl:
8
Bereich:
Mitte
Vermehrung:
Eierleger
Futter:
Lebendfutter, Frostfutter
Verhalten:
Schreckhaft
Schwierigkeitsgrad
beissen eher aus Angst, als aus Aggressivität

Allgemeines über Piranhas

Piranhas, Pygocentrus nattereri, können nur in sehr großen Aquarien mit mindestens 700 bis 800 Liter Wasserinhalt gehalten werden. Sie halten sich bevorzugt in den unteren Beckenregionen auf. Piranhas sind Schwarmfische und sollten nicht als Einzelgänger gehalten werden. 7 bis 9 Tiere sollten mindestens gehalten werden. Der Schwarm muss zusammen gekauft werden. Neuzugänge werden von einem bestehenden Schwarm nicht aufgenommen.
7 bis 9 Jungtiere können eine Zeit lang in kleineren 150 Zentimeter langen Becken mit ca. 375 Liter Inhalt gehalten werden. Später werden sie sich auch in 500 Liter totbeißen.

Die Fische wachsen anfangs recht schnell. In drei Monaten können sie 8 Zentimeter wachsen. Mit 2 Jahren sind Rote Piranhas zwischen 12 und 18 Zentimeter groß. Nach 2 Jahren wachsen sie immer langsamer. Nach 3 Jahren sind sie über 20 Zentimeter groß und recht breit. So lange sie klein sind, sind sie noch recht lebhaft. Später stehen sie nur noch relativ unbeweglich im Becken.

Piranhas sind recht langlebig und können 20 bis 30 Jahre alt werden. Sie haben recht hohe Ansprüche an Futter und Wasser. Weichwasser ist auch bei Piranhas Pflicht. In hartem Wasser fühlen sich Piranhas nicht lange wohl.


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: .:Ajvol:.

Die Haltungsbedingungen für Piranhas

Die Beleuchtung sollte nicht zu hell sein. Es müssen Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Die Tiere halten sich gerne unter einer Decke aus Schwimmpflanzen oder einem größeren Stück Baumrinde auf.
Geeignet sind auch Riesenvallisnerien. Wenn genug Ausläufer vorhanden sind, stehen die Piranhas gerne zwischen den Blättern. Die Blätter werden nicht oder nur wenig gekürzt.

Der Filter muss groß und leistungsfähig sein, aber keine zu große Strömung erzeugen. Evtl. ist ein spezieller langsamer biologischer Zusatzfilter sinnvoll. Zum einem ist grobes Futter notwendig, von dem oft noch Fetzen übrig bleiben, z. B gefrorene Garnelen und Fische oder Fischfilet in maulgroßen Stücken. Diese Reste verschlechtern die Wasserqualität. Außerdem haben die Tiere einen großen Stoffwechsel. Regelmäßige Wasserwechsel sind deshalb erforderlich.
Zusätzlich muss beim Füttern darauf geachtet werden, dass das ganze Futter gefressen wird. Wenn sich größere Reste in Pflanzen oder Wurzeln verfangen, kann sich das Wasser schnell verschlechtern. Das kann zu einem pH-Sturz unter 4,5 führen, der die Tiere töten könnte.

Piranhas können ängstlich sein.


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Karelj

Größere Haustiere oder kleine Kinder sollten vom Aquarium ferngehalten werden. Piranhas sind sehr schreckhaft, wenn sie in kleineren Schwärmen gehalten werden. Sogar Lichtreflexionen sind Stress für Piranhas.

Piranhas zeigen ein typisches Salmlerverhalten und sind eher ängstlich. Weil sie scheuer sind als viele andere Fischarten, sollten sie eigentlich nicht in bewohnten Räumen gehalten werden. Ein kurzer Schatten im Zimmer reicht aus, um sie in Panik zu versetzen. Das Zimmer sollte also sehr ruhig sein. Am besten ist ein Kellerraum mit einem großen Aquarium und robusten Pflanzen.

Nur wenige Aquarianer sind in der Lage ihnen geeignete Bedingungen bzgl. Ruhe, Beckengröße und Futter zu bieten. Sehr schnell geht der Spaß an den Tieren verloren und die Tiere müssen darunter leiden. Noch schwieriger als bei anderen Fischarten findet man bei Nichtgefallen einen Abnehmer. Piranhas sollten also nur nach wirklich gründlicher Überlegung gehalten werden.


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Karelj

Möglicherweise sind Piranhas deshalb so ängstlich, weil sie in der Natur in viel größeren Schwärmen unterwegs sind und sich im Becken recht alleine fühlen. In der Natur besteht ein Schwarm oft aus bis zu 1000 Tieren. Wenn Stressfaktoren dazukommen, können sie wegen ihres Gebisses gefährlich werden. Sie können sich dann z. B. durch Futterneid gegenseitig umbringen. Man sollte nicht unbedingt mit der Hand in das Aquarium greifen, wenn ein Piranha gerade beißwütig ist. Die Zähne sind extrem scharf.
Zum Einfangen sollten nur Kescher mit Metallgaze verwendet werden. Andere Kescher halten bei größeren Tieren nur wenige Sekunden.

Auch wenn Piranhas aus den genannten Gründen zumindest anfangs scheu und ängstlich wirken, handelt es sich um gefährliche und angriffslustige Tiere.

Zur Dekoration dürfen keine Wurzeln oder Steine mit Ecken und Kanten verwendet werden. Wenn die Tiere in Panik geraten, verletzen sie sich sonst immer wieder.

Der Boden kann aus normalem Aquarienkies mit 3 bis 5 Millimeter Körnung bestehen.


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Karelj

Piranhas sollten im Artenbecken gehalten werden.

Sie können mit praktisch keinen anderen Beifischen gehalten werden. Diese werden mit der Zeit alle gefressen. Evtl. hat man die ersten 1 bis 2 Jahre Glück. Dann kommen sie in ein Alter, in dem sie revierbezogener werden und gewisse Launen zeigen. Mit 15 bis 18 Zentimeter Größe fangen sie an, den Bestand anderer Arten zu dezimieren. So wurde selbst ein 25 Zentimeter großer Wabenschilderwels zwar meistens in Ruhe gelassen, aber hin und wieder fehlte trotzdem ein Stück seiner Rückenflosse. Sie beißen bzw. fressen andere Arten auch, wenn sie gut gefüttert werden.
Fische zur Vergesellschaftung sollten mindestens 30 Zentimeter groß sein, damit sie nicht gefressen werden. Geeignet sind Harnischwelse entsprechender Größe. Scheibensalmler können gut mit Piranhas vergesellschaftet werden. Dann können aber keine Pflanzen gehalten werden. Außerdem sind Scheibensalmler strenge Vegetarier. Antennenwelse sind unter Umständen auch geeignet. Es bleibt aber immer ein Risiko und auf Dauer müssen Piranhas im Artenbecken gehalten werden.

Futter für Piranhas

Gefrorene, gemischte Meeresfrüchte sind abwechslungsreich und werden gerne gefressen.

Geeignetes Futter:

  • Fischfleisch
  • Shrimps
  • Tintenfischringe
  • Muscheln

Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Karelj


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Luc Viatour


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: Public domain
Urheber: Ltshears


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Grook Da Oger


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Tino Strauss


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Tino Strauss


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Doronenko


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha Kieferknochen

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Sarefo


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0 Belgium
Urheber: R.Wampers


Vergrößerung

Pygocentrus nattereri - Roter Piranha

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0 Belgium
Urheber: R.Wampers

Du suchst hier Hilfe? Dann entlaste die Helfer hier und mach mit!
Gesucht werden:

  • Fotos von Fischen, Pflanzen, Krankheiten, Technik usw. Bitte benutzt eure Digitalkameras und schickt Bilder an nheidbuechel/at-nospam/web.de.
    Das /at-nospam/ bitte durch @ ersetzen.
  • Mithelfer bei der Seitenpflege. Wirklich jede Leserin und jeder Leser kann helfen.

Anmerkungen zu dieser Seite
(Fragen im Forum stellen)

Bitte eine Überschrift eingeben:

Bitte deine Anmerkungen eingeben:
Anmerkungen zur Verbesserung der Seite bleiben stehen, bis sie in die Seite eingearbeitet sind.
Reine Anfragen im Forum stellen.
Wegen der Übersichtlichkeit werden Fragen hier bei den Kommentaren sofort gelöscht.
Bitte deinen Namen eingeben:

Nach dem Abschicken folgt als Spamschutz eine leichte Passwortabfrage.
Eingegebenen Text zur Fehlervorbeugung sichern bzw. markieren und kopieren.




Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Dieser Artikel befasst sich mit den Gattungen der Piranha-Fische; weitere Bedeutungen siehe Piranha (Begriffsklärung)
Piranhas
Systematik
Kohorte: Ostarioclupeomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysi
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Sägesalmler (Serrasalmidae)
ohne Rang: Piranhas

Zu den Piranhas [pi?ranja] (portugiesisch, aus Tupí: "Zahn-Fisch") werden fünf Fischgattungen aus der Familie der Sägesalmler (Serrasalmidae) gezählt. Es handelt sich um zumeist räuberische Fische, die in den tropischen Süßgewässern Südamerikas vorkommen.

Piranhas sind zumeist hochrückige, seitlich stark abgeflachte Schwarmfische mit sehr scharfen Zähnen. Die Rückenflosse ist oft verhältnismäßig lang. Sie erreichen eine Größe von etwa 15 bis 40 Zentimetern.

Piranhas besitzen ein ausgeprägtes Schwarmverhalten. Bei Einzeltieren konnten Panikreaktionen und Stress nachgewiesen werden, während Piranhas in der Gruppe diese Phänomene auch bei der Nähe eines Feindes in einem geringeren Maße zeigen.

Die Lebenserwartung der Piranhas beträgt etwa 15 Jahre. Allerdings können im Aquarium gehaltene Piranhas sogar über 30 Jahre alt werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Systematik

Noch vor wenigen Jahren wurden alle Piranhas der Gattung Serrasalmus LaCépéde zugeordnet. Die heute existierenden fünf Piranha-Gattungen bilden innerhalb der Sägesalmler (Serrasalminae) zusammen eine monophyletische Klade, die allerdings erst jüngst erkannt wurde und noch keinen wissenschaftlichen Namen hat.[1]

[Bearbeiten] Gattungen und Arten

Die Verwandtschaftsbeziehungen der einzelnen Gattungen zueinander zeigt folgendes Kladogramm: [8]

 Piranhas 


 Pristobrycon


     

 Wimpelpiranha (Catoprion mento)


     

 Pygopristis




     

 Pygocentrus


 Serrasalmus 

 Klade B 1 (S. brandtii, S. maculatus, S. manueli, S. medinai)


     

 Klade B 2 (S. compressus, S. geryi, S. hastatus, S. hollandi, S. marginatus, S. rhombeus, S. sanchezi)


     

 Klade B 3 (S. eigenmanni, S. gouldingi, S. elongatus, S. spilopleura, S. serrulatus)






[Bearbeiten] Verbreitung

Verbreitung der drei Pygocentrus-Arten
Verbreitung der Serrasalmus-Arten

Das Verbreitungsgebiet der Piranhas erstreckt sich vom Orinoco im Norden Südamerikas bis in die subtropischen Bereiche des Rio Paraguay im Süden.

Von den derzeit rund 39 bekannten Arten sind 25 im Amazonasbecken beheimatet, 16 leben im Orinoco, 9 finden sich in den Flüssen Guyanas, 3 im Paraguay-Parana und lediglich 2 im Saõ Francisco. Einige Arten sind räumlich sehr weit verbreitet, wohingegen andere nur lokal vorkommen.

Oft kommen mehrere Arten gleichzeitig im selben Gewässer vor, dabei ist es unerheblich, ob es sich um fließende oder stehende Gewässer handelt. Sieben unterschiedliche Piranha-Arten wurden etwa im Cano Maporal, einem kleinen Fluss in Venezuela, beobachtet.[1]

Piranhas als Aquarienfische werden manchmal in fremde Gewässer ausgesetzt, so wurden sie schon in der Hamburger Alster[9] wie auch im rheinländischen Fluss Erft, der durch warmes Grundwasser, das so genannte Sümpfungswasser aus dem Braunkohleabbau, gespeist wird, als "Exoten" gefangen.[10]

In den USA ist das Aussetzen von Piranhas gesetzlich verboten, da sich die Tiere in den warmen Gewässern Floridas oder Texas' etablieren könnten. 1977 hat man beobachtet, dass sich Piranhas der Art Serrasalmus humeralis in einigen Gewässern Floridas vermehren. Diese Art kann Wassertemperaturen bis minimal 11 °C tolerieren, daraufhin wurden diese Populationen nicht einheimischer Fische mit Rotenon vernichtet.[11]

[Bearbeiten] Lebensraum

Die meisten Piranha-Arten leben in den Weißwasserflüssen Südamerikas. Weißwasserflüsse sind sehr nährstoffreiche Fließgewässer, hell gefärbte Lehmwasserflüsse mit feinem suspendiertem Mineralanteil (Feinschluff und Ton), die Farbe reicht vom milchigem gelb-grau oder rötlich-bräunlich durch tropische Rotlehme und ausgeschwemmten Lateritböden. Die Masse des Wasserkörpers eines Weißwasser- oder Lehmwasserflusses ist dunkel oder völlig lichtlos. In den Randzonen ?Varzeas? setzen sich die Trübstoffe ab, so dass das Sonnenlicht mehrere Meter eindringen und das Wasser auf Temperaturen zwischen 26?30 °C aufheizen kann. Somit ist das Wachstum von Wasserpflanzen möglich, es entstehen tierische Nahrungsketten, an deren Spitze unter anderem die Piranhas als Raubfische stehen. Typische Weißwasserflüsse sind der Amazonas, Rio Solimões, Rio Paraguay und Rio Paraná, in denen auch die größte Verbreitung von Piranha-Arten zu verzeichnen ist.

In Schwarzwasserflüssen, die durch starkes Eintrüben von organischem Material und Huminstoffen charakterisiert sind, wie dem Rio Negro, kommen Piranhas meist nur in Mischwasserzonen vor, wo aus Nebenflüssen Weißwasser in den Hauptstrom fließt.

Nährstoffreiche Klarwasserflüsse wie der Rio Xingu oder Rio Tapajós, die aufgrund ihrer starken Durchdringung von Sonnenlicht sehr artenreich sind, haben meist nur in der Mischwasserzone mit Weißwasserflüssen größere Piranha-Populationen. Piranhas halten sich dort meist nur in den trüben Mündungsbereichen auf, wo sich Weißwasser mit Klarwasser mischt.

Piranhaschwärme finden sich vermehrt in langsam fließenden Flussbereichen, in toten Flussarmen oder stehenden Gewässern, die nur periodisch bei Hochwasser mit dem Hauptstrom verbunden sind.[12]

In gestauten Flussbereichen beobachtet man ein starkes Ansteigen der Piranhapopulation.

[Bearbeiten] Jagd

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Unterkiefer von
Pygocentrus nattereri
Roter Piranha

Sie jagen vor allem Fische und Krustentiere, greifen aber, besonders bei dichter Besiedelung, auch größere Wirbeltiere an, da sie aufgrund ihrer scharfen Zähne in der Lage sind, Fleischstücke aus der Beute herauszureißen. Der Piranha fixiert zuerst die Beute, schießt dann auf sie zu und beißt zu. Anschließend kommt die Rüttelbewegung (wie bei Haien), um das Fleischstück zu lösen. Zum Schluss entfernt er sich von der Beute und schluckt.

In ihrer Heimat übernehmen sie in gewissem Maße die Rolle der "Gesundheitspolizei". Somit erfüllen die Piranhas eine wichtige Funktion zugunsten des ökologischen Gleichgewichtes, weil durch das Vertilgen von Tierkadavern gefährliche Epidemien verhindert werden.

Dabei ist das Aggressionsverhalten der Tiere berüchtigt, es ist bei allen drei Arten sehr ausgeprägt, wobei Serrasalmus als am aggressivsten einzustufen ist.

Zu den natürlichen Feinden der Piranhas zählen Amazonasdelfine, Kaimane, Greifvögel, große Raubfische wie der Arapaima, Riesenotter oder, für ein verletztes Tier, eben auch ihre eigenen Artgenossen. Jedoch ist zu sagen, dass die in Abenteuerromanen und -filmen gezeigte Gefährlichkeit der Tiere maßlos übertrieben ist.

[Bearbeiten] Brutverhalten

Piranhas üben eine intensive Brutpflege aus. Im trüben Weißwasser etwa wird der Laich gern zwischen Wasserpflanzen, teils bis dicht unter der Wasseroberfläche an den Wurzeln der Wasserhyazinthen deponiert. Nach dem Ende des Laichvorgangs übernimmt meist das Männchen die Verteidigung und Versorgung des Geleges und der Larven. Die Brutpflege endet mit der Schwimmfähigkeit der Jungfische.

[Bearbeiten] Vorurteile und Legendenbildung

Piranha (Nahaufnahme)

Der Ursprung der vielfältigen und weitverbreiteten Vorurteile bezüglich der Piranhas ist bereits bei den ersten Forschern und Entdeckern zu suchen, die Südamerika bereist haben; Alexander von Humboldt, der Pygocentrus cariba 1821 zuerst beschrieb, fasste seine Charakterisierung folgendermaßen zusammen:

?Bei San Fernando auf dem Rio Apure. Am Morgen fingen unsere Indianer mit der Angel den Fisch, der hierzulande Caribe oder Caribito heißt. Er fällt die Menschen beim Baden und Schwimmen an und beißt ihnen oft ansehnliche Stücke Fleisch ab. Ist man anfangs auch nur unbedeutend verletzt, so kommt man doch nur schwer aus dem Wasser, ohne schwere Wunden davonzutragen. Gießt man ein paar Tropfen Blut ins Wasser, so kommen sie zu Tausenden herauf.?

? Alexander von Humboldt auf seiner Reise durch Venezuela[13]

Ähnlich äußerte sich etwa einhundert Jahre später der ehemalige US-amerikanische Präsident Theodore Roosevelt über die Piranhas in seinem 1914 veröffentlichten Bericht über seine Entdeckungsreise durch den Regenwald Brasiliens: ?Sie zerreißen und verschlingen bei lebendigem Leibe jeden verletzten Menschen und jedes verwundete Tier; denn Blut im Wasser bringt sie zur Raserei.[14]? Dr. Herbert R. Axelrod berichtet, dass der brasilianische Ichthyologe Miranda-Ribeiro dem amerikanischen Präsidenten bei seiner Reise durch den Mato Grosso 1913 ein besonderes Schauspiel bot. Im eigens nach ihm benannten Rio Theodore Roosevelt, einem Seitenfluss des Rio Aripuanã, welcher zum Flusssystem des Rio Madeira gehört, wurde ein Flussabschnitt mit Netzen abgedeckt und mit unzähligen von Fischern gefangenen Roten Piranhas besetzt. In diesen abgetrennten Gewässerabschnitt wurde eine verletzte Kuh hineingetrieben und von den tausenden, durch Klaustrophobie in Panik geratenen Piranhas angegriffen. Sie wurde erst in die Beine gebissen, fiel dann um und wurde schließlich von den Raubfischen skelettiert. Beeindruckt durch dieses blutige Schauspiel ließ er diese Piranhaart Serrasalmus roosevelti (jetzt Pygocentrus nattereri) benennen. Diese völlig verfälschte Darstellung des Raubverhaltens von Piranhas ging durch die US-Presse und trug maßgeblich zur Legendenbildung bei.[15]

Der Wissenschaftler Philip Street schreibt 1971 in seinem Werk Die Waffen der Tiere:

?Der Menschenhai und der Barracuda sind furchterregende Geschöpfe, aber an rasender Wildheit und Gefährlichkeit für den Menschen kommt nichts, was im Meer schwimmt, einem kleinen, in den Flüssen Südamerikas lebendem Fisch gleich. Das ist der Piranha. Er steht mit Recht im Ruf eines Menschenfressers, obgleich seine Länge selten 17,5 cm übersteigt und 25 cm bilden einen Rekord. Der Tod durch den Hai oder den Barracuda ist meist rasch und, verglichen mit dem Piranha, geradezu gnädig zu nennen. Jeder Mensch und jedes Tier, denen das Unglück widerfährt, an einer von diesem blutdürstigen Fisch heimgesuchten Stelle in den Fluss zu fallen, wird buchstäblich bei lebendigem Leibe aufgefressen, Hunderte erscheinen aus dem Nichts, und das Fleisch des Opfers wird in Zehntausenden kleiner Bisse abgefressen, bis nichts übrigbleibt als das nackte Skelett. Das grausige Werk ist kurz. Bei einer neueren Untersuchung wurde der Kadaver eines Schweines von 400 Pfund in einen Fluss herabgelassen, von dem man wußte, dass er von Piranhas wimmelte. Nach 10 Minuten waren nur noch die Knochen übrig. So klein er ist, besitzt der Piranha ein unglaublich scharfes Gebiß, mit dem er einen Finger samt Knochen auf einmal glatt durchbeißen kann. Gewöhnlich ist der Piranha ein geruhsamer Fisch, doch das Erscheinen des Opfers scheint ihn in eine Art von Raserei zu versetzen, und es ist nicht der Hunger allein, der ihn treibt. Lange nachdem sie sich sattgefressen haben, fahren sie mit ihren wütenden Angriffen fort, bis auch nicht das geringste bißchen Fleisch mehr übrig ist; die Abfälle häufen sich am Boden des Flusses, bis die Strömung sie wegschwemmt. Kein Lebewesen entgeht ihrer Aufmerksamkeit, auch keines der eigenen Gattung, und es ist unmöglich, mehr als einen von ihnen in einem Aquarium zu halten.[16]?

Jan H. Mol untersuchte 2006 in Suriname Unfälle zwischen Piranhas und Menschen. Untersucht wurden drei Regionen der Flüsse Suriname und Wayambo und es stellte sich heraus, dass die meisten Opfer Kinder waren, die beim Baden von größeren vereinzelten Exemplaren des Serrasalmus rhombeus in die Füße gebissen wurden. Angriffe mehrerer Fische auf Menschen kamen sehr selten vor. Beißattacken erfolgten nur vereinzelt, das Opfer wurde nicht weiter verfolgt.

Charakteristisch war, dass fast alle Angriffe zur Trockenzeit stattfanden und in von Essensresten, Fischabfällen und Blut verunreinigten Gewässerzonen.[17]

Die Berichterstattung der spanischen Konquistadoren über Piranhas erzählt von Beißangriffen während der Dschungelkämpfe mit Indiokriegern, einerseits durch das Blut der Gefallenen im Wasser und andererseits durch die rote Beinbekleidung der europäischen Eroberer. Einige Piranha-Arten reagieren aggressiv auf die Farbe Rot.

Schwärme von über 30 Piranhas können den Menschen potentiell unter bestimmten Umständen gefährlich werden, doch bislang wurde kein einziger Unfall mit tödlichem Ausgang dokumentiert.

Ein stark überstrapaziertes Bild ist das kranke Rind, das bei einer Flussüberquerung in der Orinoco- oder Amazonasregion stets den Piranhas geopfert werden muss, um die Raubfische vom Rest der Herde abzulenken. Die Vielzahl von Gewässern und die Armut der Rinderhirten weist diese Vorstellung als unsinnig nach.

Am 14. November 1976 verunglückte ein Reisebus und stürzte bei Itacoatiara in einen kleinen Nebenfluss des Amazonas. Die 39 Verunglückten, die man später barg, waren stark von Piranhas angefressen. Es ließ sich nicht mehr feststellen, ob sie beim Piranhaangriff noch lebten oder bereits tot waren.

In einer Siedlung der ?Ribeirinhos? (auf Hausbooten lebende Fischer) soll es zu einem tödlichen Unfall gekommen sein, als ein Kleinkind ins Wasser fiel, während seine Mutter in der Nähe Fische ausnahm und durch das dabei entstehende Blut und Fischschuppen die Piranhas in einen Fressrausch versetzte. Besonders gegen Ende der Trockenzeit im September und Oktober werden die Piranhas lokal gefürchtet.[18]

Tatsächlich kommt es zu Verletzungen mit Piranhas zumeist nicht im, sondern eher außerhalb des Wassers, wenn etwa versucht wird, einen gefangenen Piranha unsachgemäß vom Angelhaken zu lösen.

[Bearbeiten] Besonderheiten

Piranhas im Zoo

Eine besondere Eigenschaft der Piranhas ist ihre extrem schnelle Wundheilung. Diese ist für die Piranhas besonders vorteilhaft, da sie sich oft gegenseitig verletzen, wenn sie über Beute herfallen. Auch angebissene Schwanz- und Rückenflossen wachsen innerhalb kurzer Zeit wieder vollständig nach.

Um einer Verschleppung in einheimische Gewässer vorzubeugen, ist die Haltung des Piranhas in den Vereinigten Staaten verboten. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten wird der Piranha in Südamerika sehr verehrt (siehe unten) und liebevoll Carabito oder Caribe genannt, was so viel wie Kannibale bedeutet.

[Bearbeiten] Diverses

  • Die Gefährlichkeit der Piranhas für den Menschen ist sehr umstritten und keineswegs erwiesen. Die einheimischen Indianer Südamerikas baden bedenkenlos in Gewässern, in denen auch Piranhas vorkommen.
  • Bei verschiedenen südamerikanischen Ureinwohnern ist der Piranha ein beliebter Speisefisch.
  • Ein Brauch einiger einheimischer Indianerstämme besteht darin, nur die Skelette der Toten zu begraben. Dazu werden die Verstorbenen für kurze Zeit an einem Seil ins Wasser gehängt, um als Aasfutter für die Piranhas zu dienen.
  • Vereinzelt sind schon Menschen angegriffen worden, wobei es meist bei kleineren Bisswunden geblieben ist, was mit der Jagdtaktik von Piranhas zu tun hat.
  • Piranhas sind sehr resistent gegenüber Krankheiten, so dass sie problemlos kranke Tiere vertilgen können, was ihre wichtige Rolle im Ökosystem ihres Habitats unterstreicht.

[Bearbeiten] Literatur

  • Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. 2. Auflage, Urania, Leipzig / Jena / Berlin 1990, ISBN 3-332-00109-4.
  • Wolfgang Staeck: Piranhas in Natur und Aquarium - Dichtung und Wahrheit. In: Aquaristik Aktuelle Süßwasserpraxis. Nr. 3, Dähne, Ettlingen 2007, S. 66, ISSN 1863-1282.
  • Kai Arendt: Zwei flossenfressende Piranhas aus dem südlichen Südamerika. In: Aquaristik Fachmagazin. Nr. 191, Oktober/November, Tetra, Berlin-Velten 2006, ISSN 1437-4854.
  • Hans Gonella: Faszination Piranha. Bede bei Ulmer, Stuttgart 2010 (Erstausgabe Ruhmannsfelden 1995, ISBN 3-927997-76-5), ISBN 978-3-8001-6754-8.
  • Wolfgang Schulte: Piranhas. Wissenswertes über Ökologie, Verhalten, Pflege und Zucht, In: Lehrmeister-Bücherei 3., überarbeitete Auflage, Landbuch Hannover 1995, ISBN 3-7842-1114-3.
  • U. Saint-Paul, J. Zuanon, M. Correa, M. Garcia, N. Fabre: Fish Communities in Central Amazonian White- and Blackwater Floodplains. In: Environmental Biology of Fishes. 57, 2000, S. 235?250
  • I. Sazima, F. Machado: Underwater Observations of Piranhas in Western Brazil. In: Environmental Biology of Fishes. 28, 1990, S. 17?31
  • W. Fink: Revision of the Piranha Genus Pygocentrus (Teleostei, Characiformes). In: Copeia. 3, 1993, S. 665?686
  • M. Uetanabaro, T. Wang, A. Abe: Breeding Behaviour of the Red-Bellied Piranha Pygocentrus nattereri, in Nature. In: Environmental Biology of Fishes. 38, 1993, S. 369-371
  • B. Putz: Pygocentrus nattereri. Animal Diversity Web (Zugriff am 21. September 2007)
  • Vidal Haddad jr., Ivan Sazima: Piranha Attacks on Humans in Southeast Brazil. Epidemiology, Natural History, and Clinical Treatment, with Description of a Bite Outbreak. In: Wilderness and Environmental Medicine. 14, Nr. 4, 2003, S. 249?254
  • M. Bates: Südamerika. Flora und Fauna. Time Life International, 1976
  • J. I. Cabrera: La Piranha. E pez más voraz también sirve de alimento de hombre. Geo Mundo, Caracas 1979
  • R. M. Fox: Attack Preferences of the Red-bellied Piranha. o. J.
  • F. Mago-Leccia: Los peces de agua dulce de Venezuela. Caracas 1978
  • G. S. Meyers: The Piranha-Book. Tropical Fish Hobbyist Magazine, New Jersey, 1972
  • M. Stuppi: Piranha - ein Mörderfisch? In: DATZ 1979

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ?  B. Freeman, L. G. Nico, M. Osentoski, H. L. Jelks, T. M. Collins: Molecular systematics of Serrasalmidae. Deciphering the identities of piranha species and unraveling their evolutionary histories.. In: Zootaxa. Nr. 1484, Magnolia Press, 28. Mai 2007, ISSN 1175-5334, S. 1?37 (Onlineversion des Artikels, abgerufen am 10. Juni 2007).
  2. Wimpelpiranha auf Fishbase.org (englisch)
  3. Pristobrycon auf Fishbase.org (englisch)
  4. Pygocentrus auf Fishbase.org (englisch)
  5. Pygopristis denticulata auf Fishbase.org (englisch)
  6. Serrasalmus auf Fishbase.org (englisch)
  7. http://www.angelfire.com/biz/piranha038/spilopleura.html
  8. N. Hubert, F. Duponchelle, J. Nunez, C. Garcia-Davila, D. Paugy & J.-F. Renno: Phylogeography of the piranha genera Serrasalmus and Pygocentrus: implications for the diversification of the Neotropical ichthyofauna. Molecular Ecology (2007) 16, 2115?2136 doi:10.1111/j.1365-294X.2007.03267.x
  9. http://www.gflk.de/schute2002/fm_2/take_18.htm Piranhas in der Alster
  10. Erftverband, Bergheim
  11. http://plants.ifas.ufl.edu/mcfish5c.html
  12. Wolfgang Schulte: Piranhas, Wissenswertes über Verhalten, Pflege und Zucht. 1982
  13. Alexander von Humboldt: Südamerikanische Reise. Ullstein, 1976, ISBN 3-7934-1230-X
  14. Theodore Roosevelt: Through the Brazilian Wilderness. 1914, Indypublish.com, ISBN 1-4142-9978-8
  15. Theodore Roosevelt: Through the Brazilian Wilderness. New York 1914, zitiert nach Herbert R. Axelrod: Breeding Aquarium Fishes. Book 4. TFH, Neptune City/NJ 1976, S. 79-87
  16. Philip Street: Die Waffen der Tiere. 1971
  17. Attacks on humans by the piranha Serrasalmus rhombeus in Suriname. Center for Agricultural Research in Suriname (CELOS) and Department of Biology, University of Suriname, Suriname
  18. http://www.tvthrong.co.uk/river-monsters/river-monsters-premiere


Text und Bilder der Zusatzinformation stammen aus dem Artikel Piranhas der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.




Seite wurde zuletzt am 30.09.2011 11:56 Uhr geändert
Hochladen | Bearbeiten | Ältere Fassungen | Wiki Hilfe | Druck
PmWiki version pmwiki-2.2.36