Blattfische, Monocirrhus polyacanthus, sehen wirklich aus wie ein verwelktes Blatt. Fotos geben das nur schlecht wider.
Blattfische schleichen sich an ihr Futter an, ohne dass eine Flossenbewegung erkennbar ist. Aus etwa 5 Zentimeter Entfernung saugen sie einen Guppy an. Das Fressen geht so schnell, dass Menschen die Maulbewegung kaum erkennen. Man merkt nur, dass auf einmal der Beutefisch weg ist. Das gewaltig ausgestülpte Maul lässt sich nur beim Gähnen beobachten.
In der Literatur steht meistens, dass sie am Tag ungefähr ihr eigenes Körpergewicht fressen. Erfahrungen zeigen, dass deutlich weniger Futter benötigt wird. Trotzdem fressen gut genährte Blattfische pro Tag einige Jungguppies, kleine Neon oder Ähnliches.
Es gibt jedoch Hinweise, dass Blattfische beim Füttern mit Aquarienfischen, speziell Guppies, Probleme bekommen, auch wenn alle anderen Werte stimmen. Bei ausschließlicher Fütterung mit einheimischen Fischen aus Teichen und Frostfutter, z. B. Stinte bleiben die Blattfische scheinbar gesund. Nach einem Bericht bekamen mit Guppies gefütterte Blattfische immer wieder Fräskopfwürmer. Die Behandlung war schwierig. Weil selbst lebende Mückenlarven nicht beachtet wurden, konnten die Larven nicht in Concurat getränkt werden. In das Wasser gegebenes Flubenol half nicht.
Andere Fische, die nicht in das Maul passen, werden ignoriert. Selbst Apistogramma-Weibchen die nicht gerade erst halbwüchsig sind, werden nicht beachtet. Blattfische sollten aber nicht mit allzu aggressiven anderen Fischen vergesellschaftet werden.
Am Besten werden Blattfische in einem Artenbecken gehalten. Dabei wird 1 Paar auf 100 Liter Wasser gehalten.
Der Blattfisch (Monocirrhus polyacanthus) ist ein Süßwasserfisch aus der Unterordnung der Echten Barsche. Er ähnelt in seiner Farbe und seiner Körperform abgestorbenen gelbbraunen Blättern. An der Unterkieferspitze steht ein nach vorn gerichteter, starrer Bartel (Blattstiel-Mimikry?). Blattfische können bis zu 10 cm groß werden.
[Bearbeiten]Verhalten
Der Blattfisch kommt in weiten Teilen des Amazonasgebietes in langsam fließenden Bächen sowie stehenden Gewässern vor. Er ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Fischen. Die Tiere lassen sich langsam mit der Strömung treiben und halten dabei den Kopf nach unten. Kommen sie an einem kleinen Fisch vorbei, öffnen sie blitzschnell ihr für ihre Größe riesiges Maul und saugen das Futtertier in ihren Schlund. Dabei erreicht die Maulröhre (Maxillarapparat, s. Fischmaul) 60 % der Kopf-Länge.
[Bearbeiten]Literatur
Rüdiger Riehl, Hans A. Baensch: Aquarien-Atlas. Mergus Verlag., Melle 1982, ISBN 3-88244-010-4.
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