Skalare brauchen ein hohes Becken. Die Beckenhöhe muss mindestens 50 Zentimeter betragen. Besser sind 60 bis 70 Zentimeter Höhe. Professionelle Züchter verwenden Würfel von 80 x 80 x 80 Zentimeter Größe. Die Mindestgröße beträgt 50 x 50 x 50 Zentimeter.
Im Becken muss ein Laichsubstrat vorhanden sein. Geeignet sind große Echinodorusblätter, aufrecht stehende PVC-Rohre usw.
Es gehört etwas Glück dazu, ein brutpflegendes Paar von Skalaren zu erhalten. Fast alle Skalare die im Handel sind werden aus Gründen der Profitabilität fast ausschließlich künstlich aufgezogen. D. h. nach dem Ablaichen der Fische werden die Eier entnommen. In einem separaten Becken unter Zuhilfenahme von pilzhemmenden Medikamenten oder Chemikalien werden die Larven zum Schlupf gebracht und ohne Elterntiere weiter aufgezogen. Diese jahrzehntelange Praxis hat zu degenerativen Erscheinungen im natürlichen Brutverhalten der Skalare geführt. Skalare brauchen meistens einige Brutversuche bevor die Aufzucht gelingt. Es werden alle 2 bis 3 Wochen Eier gelegt.
Weil Skalare oft nachgezogen werden, sollte man sich vor der Zucht erkundigen, ob die Nachzuchten auch von anderen Aquarianern abgenommen werden.
Die Eiablage
Dem Laichen geht ein ausgiebiges Paarungsritual voraus. Dieses wird auch während der Brutpflege durchgeführt. Männchen geben dabei manchmal ein deutlich hörbares Knacken von sich.
Das Weibchen, auch Rogner genannt, legt die Eier, den Rogen, meistens auf ein größeres, steil nach oben stehendes Blatt. Das Blatt wird vorher ausgiebig geputzt. Manchmal werden auch die Aquarienscheiben, die Heizung oder andere Gegenstände benutzt.
Das Männchen, auch Milchner genannt, befruchtet die Eier mit Sperma, der Milch. Die Befruchtung erfolgt wie bei den meisten Fischarten im Wasser. Während der Befruchtung kann man das Sperma aber nicht sehen.
Das Gelege, also der gelegte, befruchtete Laich, wird von beiden Eltern mit den Brustflossen befächert, um mehr Sauerstoff an das Gelege zu führen. Oft wird das Gelege nach ein paar Tagen auf ein anderes Blatt umquartiert.
Weil Skalare sich um ihren Nachwuchs kümmern, wird das Gelege auch Brut genannt. Wie andere Buntbarsche aus Südamerika betreiben Skalare also Brutpflege.
Die Eltern verteidigen das Gelege gegen Räuber. Damit die Eltern das Gelege auch nachts verteidigen, sollte eine schwache Beleuchtung vorhanden sein.
Warum die Eier weiß werden können.
Zur richtigen Entwicklung benötigen die Eier sehr weiches und sauberes Wasser. Die Karbonathärte sollte unter 4 liegen. Nachzuchten können teilweise bei Gesamthärten von 16° dGH noch erfolgreich brüten. Es sollten möglichst wenig Krankheitserreger im Wasser sein. Ein UV-Klärer kann dazu beitragen, die Erregerdichte zu reduzieren. Der Laichplatz sollte nicht zu nahe an einer Wasserbewegung, z. B. dem Filterausströmer, liegen.
Wenn keine geeigneten Bedingungen vorliegen, gerinnt das Eiweiß im Ei. Das Ei wird weiß. Häufig wird von Verpilzen gesprochen. Unter Umständen werden die Eier von den Erregern im Wasser befallen und verfaulen bzw. verpilzen tatsächlich.
In einem sauren Milieu können sich Bakterien und Pilze nicht so stark vermehren. Der pH-Wert sollte deshalb auf Werte zwischen 5,5 und 6,0 gesenkt werden.
Auch mit pflegerischen Maßnahmen kann das Wasser möglichst keimarm gehalten werden. Dazu gehören sparsame Fütterung, kein Düngen der Wasserpflanzen, regelmäßiges Absaugen von Mulm im Zuchtbecken und eine wöchentliche schonende Reinigung des Filters, bei der Grobschmutz entfernt wird und die Filterbakterien geschont werden. Der Sauerstoffgehalt sollte hoch sein, weil in einem mit Sauerstoff gesättigtem Milieu stark oxidative Verhältnisse herrschen und erfahrungsgemäß die Schlupfraten höher sind.
Nitrit sollte nicht nachweisbar sein. Hohe Nitratwerte, z. B. 25 mg/Liter deuten auf eine mittelstarke Belastung des Wassers hin. Es sollte dann mehr Wasser gewechselt werden. Wenn durch die Wasserwechsel allerdings die Wasserwerte, besonders der pH-Wert oder die Karbonathärte, plötzlich verändert werden, verpilzen die Eier auch mit Sicherheit.
Erfahrungsgemäß verpilzen die Eier bei einer Karbonathärte unter 2 weniger. Die Aufzucht kann aber auch bei KH 4 oder höher gelingen.
Warum Skalare ihre Brut auffressen.
Die Eltern sehen früher als Menschen, ob die Eier sich entwickeln können. Sie fressen nicht entwicklungsfähige, weiße Eier auf, bevor sich evtl. vorhandene Krankheitserreger auf die anderen Eier ausbreiten. Das Fressen ist ein Schutz. Skalare fressen ihre Brut nicht mutwillig auf. Deshalb versuchen sie am Anfang nur die weißen Eier herauszupicken. Wenn zu wenige Eier übrig sind, um einen vernünftigen Bestand groß zu ziehen, wird auch der Rest der Eier gefressen. So kann die darin enthaltene Energie, Eiweiß, Dotter usw., für einen neuen Laichversuch genutzt werden. Wenn sich die Eltern wohlfühlen, liegen in der Regel 14 bis 20 Tage später die nächsten Eier auf einem Pflanzenblatt.
Bei jungen Skalaren, die zum ersten Mal laichen, ist es normal, dass sie die Eier fressen. Junge Paare müssen die richtige Brutpflege erst erlernen. Mit jedem Laichversuch werden sie immer erfahrener, aber auch bissiger.
Die Eltern brauchen auch eine gewisse Ruhe im Becken. Wenn zu viele andere Tiere im Aquarium sind, sind sie nur noch mit der Verteidigung beschäftigt und kommen nicht richtig zur Pflege der Brut.
Wenn die Eier immer weiß und von den Eltern gefressen werden, sollte der Einsatz einer Osmoseanlage und eines UV-Klärers erwogen werden.
Allerdings sind heute oft Skalare im Handel, die einen Pflegefehler aufweisen. Weil sie selbst künstlich, d. h. nicht von den Eltern, aufgezogen wurden, haben sie die Brutpflege nicht gelernt. Sie fressen ihre Brut nach dem Schlupf, weil sie sie für Futter halten. Es kann helfen, wenn Beifische zu den Skalaren gesetzt werden, die die Skalare bei der Brutpflege vertreiben können.
Es kann aber auch sein, dass zwei Weibchen abgelaicht haben. Es kommt häufiger vor, dass eines von zwei Weibchen die Männerrolle übernimmt wenn nur Weibchen im Aquarium sind. Weil die Eier nicht befruchtet sind, werden sie aber schließlich doch gefressen. Sogar einzeln gehaltene Weibchen laichen ab und fressen die Eier sofort danach.
Literatur
Erfolg mit Skalaren, Siegfried Brall, Bede-Verlag, ISBN 3-927997-15-3
Skalare beim Laichen:
Brütende Skalare:
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lol factory 77.181.14.xx07.03.2007 21:29 Uhr [X] die seite ist nicht gut
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