Allgemeines über Pterophyllum altum
Pterophyllum altum stammen aus dem Orinoco. Sie unterscheiden sich von Pterophyllum scalare durch die steil ansteigende Kopf-Rückenlinie, die über der Schnauze sattelförmig eingebuchtet ist.
Pterophyllum altum sind sowohl als Wildfänge als auch als Nachzuchten im Handel. Normalerweise werden Altum-Wildfänge und Altum-Nachzuchten im Handel eindeutig deklariert, so dass man auswählen kann.
Im Vergleich zu Skalaren sind sie relativ ängstlich. Sie zeigen ein ausgesprochenes Schwarmverhalten und sind recht ruhig. Sie bilden aber auch Reviere.
Es sollte zumindest ein kleiner Schwarm von 5 Tieren gehalten werden. Eine gute Wasserqualität und regelmäßige Kontrollen der üblichen Wasserwerte sind notwendig. Hohe Nitrat- oder gar Nitrit-Werte mögen Altum überhaupt nicht.
In den 1950er und 60er Jahren waren Altum sehr in Mode wie heute der Diskus. Teilweise sind sie deshalb stark überzüchtet. Deshalb sollten nur Tiere gekauft werden, deren Herkunft bekannt ist.
Weil Altum aufgrund der Ansprüche an die Haltung früher als krankheitsanfällig galten, wurden sie mit Skalaren gekreuzt. Diese Tiere werden nicht ganz so groß wie reine Altum.
Unterschieden werden können die Tiere meistens nur an der Naseneinbuchtung beim Altum und der steilen Stirnpartie. Skalare sind viel runder.
Auch Wildfänge können einen stärkeren Blau- bzw. Türkisschimmer zeigen. Relativ häufig sind türkise Flächen auf der Stirn in Richtung Rückenflosse. Seltener sind Tiere mit orangen Tüpfeln auf der Stirn.
Neonsalmler sollten nicht zusammen mit Altum vergesellschaftet werden, weil sie von diesen gerne gefressen werden. Auch andere Salmler der entsprechenden Größe sind gefährdet, z. B. Rotkopfsalmler. 12 Zentimeter hohe Altum fressen problemlos 3 Zentimeter große andere Fische.
Altum fressen wie andere Skalare fast alles, was in ihr Maul passt. Einzeltiere können aber durchaus wählerisch sein.
Die Haltungsbedingungen für Altums
Das Wasser für Altums muss sehr weich und sehr sauer sein. Sowohl Wildfänge als auch F1 Nachzuchten von Altumskalaren sind nicht an die hohen Leitfähigkeiten unserer heimischen Gewässer angepasst. In einem Skalarbuch wird für Altums ein pH-Wert kleiner als 3,8 und ein extrem geringer Leitwert genannt. Es ist zwar auch ohne diese Werte möglich die Fische zum Laichen zu bringen, aber die Eier werden sich sicher nicht entwickeln.
Voraussetzung für die Haltung und für eine erfolgreiche Zucht ist deshalb eine Osmoseanlage.
F1 Nachzuchten von Pterophyllum altum sind als Jungfische evtl. an leicht härteres Wasser gewöhnt worden. Sie verkraften etwas härteres Wasser leichter als Wildfänge. Im Interesse der Fische sollte das Wasser trotzdem möglichst naturnah sein.
Wie die meisten Buntbarsche benötigen Altum und Skalare Unterstellmöglichkeiten, z. B. große Wurzeln, damit sie sich wohlfühlen.
Beispiel für geeignete Wasserwerte:
- pH 5,3 bis 6,4
- KH 0,2 bis 2
- GH ca 0,5 bis 6
- CO2 20 bis 28 mg/l
- Nitrat maximal 10 mg/l
- Nitrit 0
- Phosphat 0
- Ammonium 0
- O2 8,5 mg/l
- Temperatur 28° C
- Leitwert 18 µS/cm
Der pH-Wert kann in einem Durchflussaquarium nach Krause auf niedrigen Werten, z. B. 5,3 gehalten werden, indem z. B. fast ständig Osmosewasser mit einer KH von z. B. 0,2 zugeführt wird.
Die Feineinstellung wird durch eine pH-Regelung und CO2-Zufuhr gewährleistet.
Die Temperatur sollte zwischen 28 und 30° C liegen. Hohe Temperaturen verringern das Risiko einer Infektion mit Ichthyosporidium.
Ein Aquarium für Pterophyllum altum muss mindestens 50 Zentimeter hoch sein. Hat man einmal ausgewachsene Altum in einem großen Aquarium gesehen, kommt man nicht mehr auf die Idee, diese Tiere in kleinen und mittelgroßen Aquarien zu pflegen. Schon etwa 1 Jahr alte Altum können fast 30 Zentimeter hoch sein. 40 Zentimeter hohe Altums sind nicht ungewöhnlich. Damit die Tiere ausreichend Schwimmraum haben sind Aquarien mit mindestens 60 bis 70 Zentimeter Höhe, 100 bis 150 Zentimeter Breite und 40 Zentimeter Tiefe notwendig.
Hinweise zur Zucht
Die Zucht gilt als sehr schwierig. Fische aus dem Amazonas-Gebiet leben in riesigen Wassermengen, in denen vereinzelt ein paar Fische auftauchen. Amazonas-Aquarien sind im Vergleich immer völlig überbesetzte Pfützen. Filter sollen das ausgleichen. Die Bakteriendichte in Aquarien ist aber erheblich höher als im Amazonas.
Züchter von Altums versuchen der Bakteriendichte im Amazonas so nahe wie möglich zu kommen. Oft wird deshalb von sterilem Wasser gesprochen.
Geschlechtsunterschiede
Außerhalb der Laichzeit gibt es keine äußerlich erkennbaren Geschlechtsunterschiede. Während der Laichzeit sind die Weibchen durch den Laichansatz meistens dicker.
Wie Wildfänge eingewöhnt werden können.
- In den ersten Wochen benötigen die Tiere Ruhe.
- Das Aquarium sollte dicht bepflanzt sein.
- Im hinteren Teil des Aquariums sind einige Rückzugsmöglichkeiten erforderlich.
- Frostfutter sollte von Anfang an gefressen werden.
- Beim Fressen sollten die Tiere genau beobachtet werden.
- Hin und wieder sollte Gemüse angeboten werden. Wasserlinsen und kleinere Gurkenstücke werden manchmal gefressen.
- Die Temperatur sollte ca. drei Monate lang auf 28 bis 29° gestellt werden. Später kann versucht werden, die Temperatur etwas zu senken.
- Ggf. sollten die Tiere zunächst in Wasser mit den Werten des Händlerwassers gesetzt werden und dann langsam an das gewünschte Weichwasser umgewöhnt werden.
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Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)
| Hoher Segelflosser |
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| Systematik |
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| Wissenschaftlicher Name |
| Pterophyllum altum |
| Pellegrin, 1903 |
Ausgewachsener Hoher Segelflosser
Der Hohe Segelflosser (Pterophyllum altum) ist ein Buntbarsch aus dem tropischen Südamerika. Er ist die größte der momentan drei validen Arten der Gattung der Skalare.
[Bearbeiten] Systematik
Dieser cichlasomine Buntbarsch, dessen Gattung der schwedische Ichthyologe Kullander in die Gattungsgruppe (Tribus) der Heroini stellt, wurde 1903 von dem französischen Zoologen Jacques Pellegrin als Pterophyllum altum aus dem Rio Atabapo in Venezuela wissenschaftlich zuerst beschrieben. Abgesehen von Verwechslungen mit dem nahe verwandten Pterophyllum scalare, gibt es keine Synonyme. Der Gattungsname ist eine Zusammensetzung aus pteron = Flosse, Flügel, Segel und phyllum = Blatt. Der adjektivistische Artname, altum, lateinisch ?hoch?, deutet auf die Gesamtkörperhöhe hin.
Flossenformel: Dorsale XI-XIII/27-31, Anale VI/28-32.
Zwischen dem Hohen Segelflosser und dem Artkomplex Pterophyllum scalare bestehen mehrere Übergangsformen. Paepke interpretierte das als sich allmählich ändernde Merkmalabstufungen einer Reihe zusammenhängender Populationen innerhalb des gesamten Verbreitungsgebiets (cline) und stellte den Hohen Segelflosser als Unterart zu Pterophyllum scalare. Seine eng an dem von Mayr geprägten Artbegriff orientierte Auffassung fand jedoch keine Anerkennung. Aktuelle Untersuchungen werden innerhalb überschaubarer Zeit zu einer Revision der Gattung und gleichzeitig zu Neubeschreibungen führen. Bis dahin ist der Hohe Segelflosser als valide Art anzusehen.
[Bearbeiten] Merkmale
Im Gegensatz zu seinen beiden Schwesterarten besitzt der Hohe Segelflosser deutlich kleinere und deshalb auch erheblich mehr Flankenschuppen (41 bis 48 statt höchstens 39 bei Pterophyllum scalare beziehungsweise 26 bis 30 bei Pterophyllum leopoldi). Er verfügt auch über mehr Flossenstrahlen als die beiden anderen Arten. Deutliche Unterscheidungsmerkmale zu Pterophyllum scalare (sensu lato) sind eine noch markantere sattelartige Einbuchtung der Stirnlinie und ausgeprägtere Vertikalstreifen, die sich deutlich in der Schwanzflosse fortsetzen. Die Art erscheint durch ihre Körperhöhe noch stärker abgeplattet. Hohe Segelflosser erreichen eine Gesamtlänge von etwa 20 Zentimeter und eine Körperhöhe bis annähernd 40 Zentimeter.
[Bearbeiten] Verbreitung
Der Holotypus wurde im Rio Atabapo in Venezuela gefangen. Das natürliche Vorkommen erstreckt sich nach heutiger Kenntnis über die Einzugsgebiete der Oberläufe von Orinoco und Rio Negro. Exemplare aus der Umgebung der Typuslokalität unterscheiden sich im Aussehen von Hohen Segelflossern aus dem östlichen Kolumbien. Aus dem Dreiländereck Brasilien/Peru/Kolumbien stammende Segelflosser, die in der Literatur als ?Peru-Altum?" bezeichnet werden, gehören einer anderen noch unbeschriebenen Art an.
[Bearbeiten] Ökologie
Die wenigen untersuchten Fundorte verfügen in der Regel über feinsandigen Grund und sind wegen der hohen Wassertemperaturen (dokumentiert: 27 bis 35 °C) überwiegend frei von echten Wasserpflanzen. Die in kleinen Gruppen angetroffenen Fische stehen über felsigen Bereichen oder verbergen sich zwischen Totholz oder der Ufervegetation. Flachwasser wird gemieden. Dass Hohe Segelflosser meist nahe der Wasseroberfläche angetroffen werden, hängt mit der Ernährungsweise zusammen. In dem nährstoffarmen (elektrische Leitfähigkeit < 25 µS/cm) und lebensfeindlichen Milieu (pH-Wert deutlich unter 5,5) seiner Lebensräume stellen anfliegende Insekten und an der Wasseroberfläche atmende Insektenlarven (Mückenlarven) einen Großteil seiner Beute dar. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Nahrung sind kleinere Fische.
Aus den kleinen Sozialverbänden bilden sich Paare mit fester Bindung, die kleine Fortpflanzungsreviere verteidigen und an senkrechtes Substrat offen ablaichen. Als Elternfamilie betreuen beide Geschlechtspartner ihre Brut, die Larven und heranwachsenden Jungfische sehr intensiv und lange. Der Nachwuchs ernährt sich teilweise vom Körperschleim und der Oberhaut seiner Eltern.
[Bearbeiten] Bedeutung für den Menschen
Hohe Segelflosser haben keine Bedeutung als Speisefische. Als Aquarienfische sind Hohe Segelflosser aber nicht nur sehr begehrt, sondern auch mit vielen fast schon mythischen Attributen verklärt. Das beginnt schon mit dem Datum des Erstimports für die Aquaristik, für das, beginnend mit 1911, mehrere Jahreszahlen angegeben werden. Sehr wahrscheinlich brachte der Aquarienfischhändler Heiko Bleher die ersten Hohen Segelflosser 1972 nach Europa. Nur wenigen Liebhabern gelingt seither die Zucht. Wie viele tropische Süßwasserfische aus sehr warmen, sauren und nährstoffarmen Gewässern sind Hohe Segelflosser ein interessantes Arbeitsfeld der Parasitologie.
Aufgrund ihrer hervorstechenden, für Fische außergewöhnlichen Gestalt, die sie nur mit Flossenblättern (Monodactylidae) und juvenilen Fledermausfischen (Ephippidae) teilen, sind Fotos und grafische Darstellungen von Segelflossern immer wieder Motive der Kunst und Werbung.
[Bearbeiten] Literatur
- Blanc, M. (1962): Catalogue des types de Poissons de la famille des Cichlidae en collection au Muséum national d'Histoire naturelle. Bulletin du Muséum National d'Histoire Naturelle (Série 2) v. 34 (no. 3): 202-227.
- Czapla, R. (1986): Umweltbedingte Erkrankungen bei Pterophyllum altum (PELLEGRIN, 1903). DCG-Informationen 17: 90-94.
- Paepke, H.-J. (2003): Segelflosser (2. Auflg.). Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft, Hohenwarsleben, ISBN 3-89432-845-2.
- Pellegrin, J. (1903): Description de Cichlidés nouveaux de la collection du Muséum. Bulletin du Muséum National d'Histoire Naturelle (Série 1) v. 9 (no. 3): 120-125.
- Reis, R. E., S. O. Kullander & C. J. Ferraris, Jr. (2003): Check list of the freshwater fishes of South and Central America. CLOFFSCA. 2003: i-xi + 1-729.
- Schindler, I. (2003): Variation der Körperhöhe von Pterophyllum scalare (Schultze in Lichtenstein, 1823) (Telesotei: Labroidei: Cichlidae). Zeitschrift für Fischkunde v. 6 (no. 1-2): 73-85.
- Stawikowski, R. & U. Werner (1998): Die Buntbarsche Amerikas, Bd. 1. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8001-7270-4.
[Bearbeiten] Weblinks
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