Aufzucht
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Hinweise zur Aufzucht


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Schmetterlingsbuntbarsch Weibchen

Foto: Sophie Weirauch

Die Eier werden auf glatten Oberflächen, z. B. flachen Steinen, abgelegt. Manchmal graben die Eltern kleine Gruben, in die die Eier gelegt werden.

Am Anfang sind die Eier transparent-weiß. Später färben sie sich Orange.

Bei 26 bis 28° C schlüpfen die Jungen nach ca. 2 bis 3 Tagen. Die Jungen sind nach dem Schlupf winzig klein, so dass man sie kaum sehen kann. Nach weiteren 3 bis 4 Tagen schwimmen die Jungen frei. Vom Ablaichen bis zum Freischwimmen dauert es also 5 bis 7 Tage.
Nach dem Schlupf werden die Jungen von den Eltern umgebettet.

Die Chancen junge Schmetterlingsbuntbarsche in einem Gesellschaftsbecken großzuziehen sind sehr gering. Wenn kein Aufzuchtbecken zur Verfügung steht, kann versucht werden, das Gesellschaftsaquarium mit einer Trennscheibe zu unterteilen.
In der Regel gelingt die Zucht nur in einem ausreichend großen Artenbecken mit sehr guten Wasserwerten.
Auch dann ist es sehr schwierig die Jungen groß zu ziehen. Der Aufwand hängt davon ab, ob die Eltern die Brut pflegen, oder nicht.

Argumente, die Jungen nur von den Eltern großziehen zu lassen:

  • Die Jungen lernen die Brutpflege nicht, wenn sie ohne Eltern künstlich aufgezogen werden.
  • Aufgrund der häufigen künstlichen Aufzucht gibt es immer weniger gut pflegende Zuchtpaare.
  • Schmetterlingsbuntbarsche können natürlich aufgezogen werden, auch wenn das mehr Aufwand ist, als die künstliche Aufzucht.
  • Hobbyzüchter sollten auf eine künstliche Aufzucht verzichten, wenn die Fische von Natur aus Brutpflege betreiben.
  • Weil mindestens 90 % der Tiere im Handel von professionellen Züchtern stammen, hat die Hobbyzucht wenig Einfluss auf den Handel und es kommen nicht weniger Tiere in den Handel.
  • Eine verstärkte Einfuhr von Wildfängen zur Vermeidung degenerativer Erscheinungen ist nicht notwendig, wenn die Zucht verantwortungsbewusst betrieben wird.

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Schmetterlingsbuntbarsche

Foto: Sophie Weirauch

Argumente, die Jungen ohne Eltern groß zu ziehen:

  • In einem kleinen Aquarium mit evtl. noch dichtem Besatz verhalten sich die Tiere anders als in der Natur und fressen den Laich schneller.
  • Degenerative Erscheinungen sind zum größten Teil auf professionelle Züchter zurückzuführen, für die Kosten und Aufwand wichtiger sind als die regelmäßige Einkreuzung von Wildfängen.
  • Hobbyzüchter betreiben mehr Aufwand und verursachen keine degenerativen Erscheinungen, auch bei künstlicher Aufzucht ohne die Eltern.
  • Ideal wäre, nur Wildfänge zu halten, um Anfälligkeiten und Mangelerscheinungen zu verringern. Dann wären aber viel weniger Tiere im Handel.

Wie andere Zwergbuntbarsche müssen Schmetterlingsbuntbarsche das erfolgreiche Brüten erst lernen. Die ersten zwei oder drei Gelege werden oft von den Eltern gefressen. Wenn die Eltern die Eier immer wieder fressen obwohl die Wasserwerte für die Aufzucht geeignet sind, kann ein Nachtlicht sinnvoll sein. Das Licht erleichtert die Brutpflege der Eltern in der Nacht.

Normalerweise wechseln sich Schmetterlingsbuntbarsche in der Brutpflege ab. Das Männchen ist in der Regel der aktivere Partner bei der Pflege. Es kann auch vorkommen, dass sich eines der Elterntiere deutlich weniger an der Pflege beteiligt als das andere Tier.

Wenn das Wasser für die Entwicklung der Eier nicht geeignet ist, werden die Eier durch den osmotischen Druck geschädigt. Nach kurzer Zeit verpilzen die Eier dann und werden von den Eltern gefressen.

Schmetterlingsbuntbarsche in einem Aufzuchtbecken aufziehen

Geeignet für die Aufzucht sind kleine Aquarien ab 30 Liter Wasserinhalt. Kleinere Becken sind nur für entsprechend weniger Jungtiere geeignet. Das Aquarium wird mit Wasser aus dem Becken aufgefüllt, in dem die Schmetterlingsbuntbarsche laichen wollen oder schon gelaicht haben. Eine Alternative ist reines Osmosewasser oder destilliertes Wasser.

Als Filter sind z. B. kleine Innenfilter mit Patrone geeignet. Das Wasser kann von einem solchen Filter zusätzlich z. B. in einen Aquaclear Außenfilter laufen und von dort zurück in das Aufzuchtbecken. Der Außenfilter kann mit biologischem Filtermaterial gefüllt werden. Das führt zu einer sehr guten Filterwirkung bei relativ geringer Wasserverwirbelung. Trotzdem sorgt die Wasserbewegung für eine gute Sauerstoffzufuhr. Das Becken sollte mäßig durchlüftet sein. Der Filter muss rechtzeitig eingefahren werden oder es wird Filterschlamm aus einem eingelaufenen Filter in das Aufzuchtbecken gebracht.

Falls möglich können junge Antennenwelse oder Panzerwelse in das Aufzuchtbekcen gesetzt werden, um Futterreste usw. zu beseitigen.

Schmetterlingsbuntbarsche bei der Brutpflege

Schmetterlingsbuntbarsche bei der Brutpflege
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Foto: Markus Voetzsch

Einige Stunden nach dem Ablaichen werden die Eier zusammen mit dem Stein, dem Kies oder anderem Laichsubstrat in das Aufzuchtbecken gebracht. Bei Pflanzen wird ggf. ein Blatt oder ein Stängel abgeschnitten. Substrat und Eier werden im Ursprungsbecken unter Wasser in einen Behälter gelegt und im Aufzuchtbecken unter Wasser wieder aus dem Behälter genommen. Die Eier sollten nicht mit Luft in Berührung kommen.

Die Temperatur im Aufzuchtbecken kann auf 28° erhöht werden. Eine Temperatur von 25° reicht jedoch aus. Es wird zwar oft über hohe Temperaturen in Amazonas-Nebenflüssen geschrieben. Dabei bleibt unbeachtet, dass die Fische sich normalerweise in Bereichen vermehren, die von Bäumen beschattet sind. Spätestens 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche ist das Wasser kühler. Hohe Temperaturen von bis zu 38° C, die gelegentlich erwähnt werden, wird das Wasser in dem gebrütet wird, kaum erreichen.

Bis zum Schlüpfen der Jungen kann das Becken ganz abgedunkelt werden, damit die Eier nicht verpilzen. Ein leichtes Mittel gegen Verpilzung kann ebenfalls vorbeugend verwendet werden. Verpilzte Eier müssen regelmäßig aus dem Laich entfernt werden.

Sobald die Jungen frei schwimmen, ist das Wichtigste die Nahrung. Weil die Jungen kein Staubfutter fressen, verhungern die meisten Jungen.

Junge Schmetterlingsbuntbarsche sind sehr empfindlich und wachsen sehr langsam. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Geeignet ist Osmosewasser mit Karbonathärte 2 und Gesamthärte 2. Besser ist eine Karbonathärte kleiner als 0,5. Aquarienwasser ist zum Auffüllen beim Wasserwechsel besser geeignet als Frischwasser.

Ist Degeneration die Ursache für missglückte Bruten?


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Schmetterlingsbuntbarsch Weibchen

Foto: Sophie Weirauch

Bei Schmetterlingsbuntbarschen werden oft missglückte Bruten auf mangelndes Brutpflegeverhalten der Eltern zurückgeführt. Die Tiere sollen durch die künstliche Aufzucht bei professionellen Züchtern das Brutpflegeverhalten nicht erlernt haben, oder einfach degeneriert sein. Es gibt aber wesentlich mehr Faktoren die den Erfolg der Brut beeinflussen.

Schmetterlingsbuntbarsche stellen recht hohe Ansprüche, wenn erfolgreich Junge großgezogen werden sollen. Die Zucht ist deutlich schwieriger als z. B. die Zucht von Apistogramma-Arten, die in Höhlen brüten.

Häufig werden für die Fehler des Züchters einfach die Fische bzw. die professionellen Züchter verantwortlich gemacht. Mittlerweile machen sich viele Hobbyaquarianer schon keine Mühe mehr, weil Schmetterlingsbuntbarsche sowieso kaputtgezüchtet sind. Wenn sie erfolgreich brüten, wird das als normal angesehen, wenn sie nicht erfolgreich brüten, sind sie angeblich degeneriert.

Diese Einstellung ist viel zu einfach. Auch bei anderen Fischarten ist nicht jede Brut erfolgreich. Dort gilt Degeneration aber als letzte mögliche Begründung, wenn sonst alles versucht wurde. Bei Schmetterlingsbuntbarschen ist es oft die erste Begründung.

Fehleinschätzungen über Schmetterlingsbuntbarsche:

  • Schmetterlingsbuntbarsche werden oft als Anfängerfische verkauft. Sie sind aber überhaupt keine Anfängerfische.
  • Weil Schmetterlingsbuntbarsche sehr schöne Fische sind, werden sie gerne gekauft.
  • Schmetterlingsbuntbarsche laichen schnell und willig ab, zur Aufzucht werden aber fundierte Kenntnisse benötigt.

Bevor man sich an die Haltung und die Zucht von Schmetterlingsbuntbarsche wagt, sollten erste Erfahrungen mit leichter zu züchtenden Fischen gesammelt werden. Zu empfehlen sind z. B. Apistogramma borelli. Diese können schon in kleinen Becken ab 40 Liter gehalten und gezüchtet werden. Sie sind recht leicht zu halten und laichen meistens auch willig ab. An die Wasserwerte werden keine besonders hohen Ansprüche gestellt.

Was junge Schmetterlingsbuntbarsche fressen

In gut eingefahrenen Becken finden die Jungen als Nahrung Mikroorganismen, z. B. in den Algen auf Wurzeln, Steinen etc., in Javamoos usw.

Zur Anfütterung geeignet ist Protogen von der Firma Brustmann. Protogen-Granulat ist ein Konzentrat mit eingetrockneten Infusorien verschiedener Größe. In Verbindung mit Wasser und dem in Protogen enthaltenen Nährboden leben die Infusorien auf und entwickeln sich weiter.

Protogen kann direkt in die Nähe der Jungfische gegeben werden. Es kann auch als Vorkultur angesetzt werden. Nach etwa 6 Stunden entsteht eine weiße Brühe. Diese kann mit einer Pipette vorsichtig und langsam in den Jungfischschwarm getröpfelt werden.

Evtl. ist auch Liquifry geeignet.

In den ersten 2 Wochen können Infusorien und frisch geschlüpfte Artemia verfüttert werden. Manchmal benötigen die Jungen ein oder zwei Tage, bis sie die Artemia fressen. Auch wenn die Jungen etwas kleiner sind als die meisten Apistogramma-Arten, können sie frisch geschlüpfte Artemia normalerweise bewältigen. Sicherheitshalber können in den ersten Tagen Infusorien zugefüttert werden.

Damit die Jungen möglichst schnell wachsen, werden viele Artemia benötigt. Eine Ernährung nur mit Artemia ist einseitig, hat aber auch keine negativen Auswirkungen auf die spätere Entwicklung.

Es sollte täglich so oft wie möglich gefüttert werden, mindestens 4 Mal.

Nach 2 bis 3 Wochen können gefrorene Cyclops und Bosmiden zusätzlich gefüttert werden. Jetzt kann auch versuchsweise etwas Trockenfutter gegeben werden. Gute Erfahrungen gibt es mit Amtra Junior. Frostfutter kann mit Vitaminen angereichert werden.

Junge Schmetterlingsbuntbarsche wachsen sehr langsam. Nach ca. 7 Wochen sind sie erst etwa 1 Zentimeter groß. Auch wenn 5 Mal am Tag Artemia gefüttert werden und später zusätzlich Cyclops.

Wie lange führen die Eltern die Jungen?

Wenn die Jungen ungefähr zwei Wochen alt sind, ändert sich das Verhalten von Jungen und Eltern. Junge, die nicht im Schwarm sind, flüchten panisch, wenn die Elterntiere sie einfangen wollen. Das Einfangen sieht dann mehr aus, als würde das Elterntier jagen und das Junge als Beute ansehen.
Wenn das Junge wieder im Schwarm ist, hüten die Eltern es so wie vorher.

Weibchen beginnen wieder zu balzen, werden vom Männchen aber noch abgewehrt. Wenn das Weibchen die Bewachung des Jungtierschwarms übernimmt, reagieren die Jungen sehr nervös.
Damit deutet sich an, dass das Ende des Führens durch die Mama naht. Die genaue Dauer des Führens ist unterschiedlich.

Die Eltern vergreifen sich im Normalfall aber auch danach nicht an den Jungen und fressen sie nicht. Die Jungen verteilen sich im Becken. Sie verstecken sich und kommen später wieder raus, wenn sie etwas größer sind. Die Eltern verjagen die Jungen nur aus ihrem Revier.

Die Jungen können deshalb auch nach dem Führen eine Zeit lang im Becken bleiben und müssen nicht unbedingt heraus gefangen und dem Umsetzstress ausgesetzt werden.

Schmetterlingsbuntbarsche bei der Brutpflege:

Gelegen schlüpfende Larven und junge Schmetterlingsbuntbarsche:

Du suchst hier Hilfe? Dann entlaste die Helfer hier und mach mit!
Gesucht werden:

  • Fotos von Fischen, Pflanzen, Krankheiten, Technik usw. Bitte benutzt eure Digitalkameras und schickt Bilder an nheidbuechel/at-nospam/web.de.
    Das /at-nospam/ bitte durch @ ersetzen.
  • Mithelfer bei der Seitenpflege. Wirklich jede Leserin und jeder Leser kann helfen.

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