Labyrinthfische
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Nicht alle Labyrinther müssen an die Wasseroberfläche.


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Betta splendens Männchen

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.0 Germany
Urheber: Marcel Burkhard

In vielen Informationen wird angegeben, dass Labyrinthfische zum Atmen oder zum Nestbau an die Wasseroberfläche müssen. Das stimmt für viele Arten. Es gibt aber fast ebenso viele Labyrintherarten, die gar nicht oder nur noch sehr selten zur Wasseroberfläche gehen müssen. Zum Teil leben diese Arten eher in den unteren Wasserschichten.

Dazu gehöhren alle Parosphromenus-Arten, die Parasphaerichthys-Arten, die kleinen roten Zwergbettaarten, viele kleinere Maulbrüter usw.

Arten die an die Wasseroberfläche müssen, leben in der Natur in eher stehenden Gewässern mit entsprechender Sauerstoffarmut, z.B. in Reisfeldern. Diese Arten sind eher Schaumnestbauer als Maulbrüter.

Allerdings sind Zwergprachtgouramis, Parosphromenus, wiederum Schaumnestbauer, obwohl gerade sie nur an die Wasseroberfläche gehen, wenn etwas nicht stimmt. Diese Schaumnester werden aber eher in Höhlen tief unter der Wasseroberfläche angelegt.

Trichsopsis vittata bleibt gerne an der Wasseroberfläche. Tr. schalleri bleibt auch eher an der Wasseroberfläche. Aber Tr. pumila. baut sein Nest sehr gerne unter Blätter tief unter Wasseroberfläche

Betta splendens, Betta imbellis und Betta smaragdina leben in eher stehenden Gewässern, wobei die Regenzeit da Abwechslung bringt. Sie müssen oft zur Wasseroberfläche, bauen aber auch ihre Schaumnester ausschließlich an der Wasseroberfläche.

Labyrinthfische brauchen viel Platz.

Labyrinthfische können besonders in der Balz- und Brutzeit aggressiv werden. Oft richtet sich die Aggressivität gegen andere Labyrinther.
Während der Laichvorbereitungen wird das jeweilige Weibchen heftig vom Männchen durch das Aquarium getrieben. Das Weibchen benötigt Platz zum Ausweichen und Versteckmöglichkeiten, um sich erholen zu können.

In zu kleinen Aquarien und ohne Versteckmöglichkeiten, werden Weibchen oft zu Tode gejagt. Häufig wird deshalb empfohlen, das Aquarium stark zu strukturieren und für Versteckmöglichkeiten zu sorgen. Vielen Aquarianern ist aber nicht klar, dass die Tiere fast unsichtbar werden müssen, gerade in kleinen Aquarien. Sobald ein treibendes Männchen das Weibchen sieht oder aufspürt, wird das Weibchen erneut gehetzt.

Die Aggressivität ist von Tier zu Tier stark unterschiedlich. Während z.B. ein Paar Mosaikfadenfische friedlich ist, kann ein anderes Paar andere Fische, vor Allem andere Labyrinther tot jagen.

Oft werden zumindest einige Arten der Labyrinthfische als friedlich beschrieben, z.B. Mosaikfadenfische und Zwergfadenfische. Das gilt in der Regel nur außerhalb der Brutzeit. In der Brutzeit werden auch diese Arten aggressiv.

In kleineren Aquarien werden Labyrinther paarweise gehalten. In großen Aquarien mit z.B. 550 Liter Wasserinhalt, werden kleine Gruppen gehalten, damit sich mögliche Aggressionen auf mehrere Tiere verteilen.

Labyrinther und CO2.

Es wird immer wieder behauptet, dass eine Düngung mit CO2 für Labyrinthfische gefährlich ist. Weil CO2 schwerer als Luft ist, kann sich CO2 demnach auf die Wasseroberfläche legen. Wenn das Aquarium keine Abdeckung hat, wird das CO2 nicht durch Luftströmungen von der Oberfläche entfernt. Labyrinthfische können dann nicht mehr an der Oberfläche atmen.

Allerdings halten zahlreiche Aquarianer Labyrinthfische problemlos trotz Düngung mit CO2. Bei ausreichender Lüftung und nicht zu starker CO2-Düngung sollten auf keinen Fall Probleme auftreten.

Auch Aquarien mit Abdeckung sind normalerweise nicht so dicht geschlossen, dass keine Luftströmungen vorhanden sind. Normalerweise wird auch in Aquarien mit Abdeckung das CO2 von der Wasseroberfläche verdrängt und es kann sich keine für Luft undurchlässige Schicht auf dem Wasser bilden.
Schon die Menge des erzeugten CO2 reicht für eine solche Schicht nicht aus. Zumal der wesentliche Anteil CO2 ja gerade im Wasser bleiben soll, damit die Pflanzen es verwerten können. Wenn gefährlich viel CO2 an die Wasseroberfläche gelangen würde, wäre die Düngung unsinnig.

Auch wenn die Düngung in der Nacht, wenn die Pflanzen kein CO2 verbrauchen, nicht abgeschaltet wird, entstehen keine gefährlichen Mengen auf der Wasseroberfläche. Angenommen, dass ca. 20 Blasen 1 Kubikzentimeter ergeben, dann entstehen bei 60 Blasen je Minute 2,5 Kubikzentimeter Kohlendioxid, die in das Aquarium kommen. Selbst wenn kein CO2 im Wasser gelöst wird und das gesamte CO2 an die Oberfläche kommt, entstehen pro Stunde 150 cm Kubikzentimeter. Bei 8 Stunden Dunkelheit entstehen 1200 Kubikzentimeter Gas bzw. 1,2 Liter. Bei einem kleinen Aquarium mit einer Grundfläche von 60x30 Zentimeter entsprechen 1,2 Liter einer Höhe von 6 Millimetern. Das Aquarium ist aber nicht luftdicht abgeschlossen und das Wasser nimmt einen Teil des CO2 auf. Die CO2-Menge ist also noch wesentlich niedriger, als bei dieser Beispielrechnung.

Nur einige Arten der Labyrinthfische sind auf eine ständige Atmung an der Oberfläche angewiesen. Eine Reihe von Arten atmet nur über das Labyrinth, wenn im Wasser zu wenig Sauerstoff ist.

Weil also eine ganze Reihe von Zufällen zusammen kommen müssen, sind mögliche Probleme aufgrund einer CO2-Schicht wohl nur theoretisch möglich, in der Praxis aber nicht zu erwarten.

Vereinzelte Berichte, nach denen Labyrinthfische wegen einer CO2-Schicht auf der Wasseroberfläche gestorben sind, sind sehr fragwürdig. Andere Ursachen sind möglich und wahrscheinlicher.

Probleme durch eine falsch und zu stark eingestellte CO2-Anlage können auftreten. Dann sind aber nicht speziell Labyrinthfische betroffen, sondern alle Fische im Aquarium sind gefährdet.

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Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Labyrinthfische
Systematik
Acanthomorpha
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Labyrinthici
Unterordnung: Labyrinthfische
Wissenschaftlicher Name
Anabantoidei
Cuvier & Valenciennes, 1831

Labyrinthfische (Anabantoidei), auch Kletterfische genannt, sind eine Unterordnung der Barschartigen, die zusätzlich zu den Kiemen noch das Labyrinthorgan besitzen, womit sie atmosphärischen Sauerstoff atmen können. Sie stammen aus Asien und Afrika. Wegen ihrer Farbenprächtigkeit sind einige Arten bei Aquarianern sehr beliebt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Eigenschaften und Verhalten

Aufgrund ihrer Fähigkeit atmosphärischen Sauerstoff aufnehmen zu können, überleben Labyrinthfische auch in sauerstoffarmem Wasser, wie warmen oder langsamfließenden bis stehenden Gewässern. Inwieweit solche Extrembedingungen auch in den natürlichen Lebensräumen vorkommen, ist von Art zu Art unterschiedlich. Manche Arten überdauern z. B. die Trockenzeit in entsprechenden Tümpeln, andere hingegen leben das ganze Jahr über in Flüssen.

Fast alle Arten der Labyrinthfische betreiben Brutpflege und nur die wenigsten sind Freilaicher. Die meisten und bekanntesten bauen zur Brutpflege Schaumnester, andere sind Maulbrüter. Damit einhergehend zeigen sie ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Territorialverhalten. Zur Fortpflanzung selbst ist es für Labyrinthfische typisch, dass das Männchen das Weibchen mehr oder weniger fest umschlingt.

Die meisten Labyrinthfische sind carnivore Friedfische, d.h. sie ernähren sich von Zooplankton wie Insekten, Insektenlarven oder Kleinkrebsen. Daneben gibt es Allesfresser (Riesenguramis und Küssender Gurami) und Raubfische (Hechtköpfe und manche Buschfische).

[Bearbeiten] Faunengeschichte

Von Labyrinthfischen sind nur wenige Fossilfunde bekannt. Sie belegen aber das Vorkommen von Vertretern dieser Familie bereits im Pleistozän (Fundort Java) sowie im Frühtertiär (Sumatra).

Labyrinthfische haben mit einem Verbreitungsgebiet in Afrika und einem zweiten in Südostasien ein sehr disjunktes Verbreitungsgebiet. Dies lässt darauf schließen, dass diese Art mindestens seit dem frühen Erdmittelalter und damit bereits vor dem Zerfall der Landverbindung existierte. Die in Südostasien vorkommenden Labyrinthfische zeichnen sich durch eine reichere Formenvielfalt als die afrikanischen aus. Daraus lässt sich jedoch nicht unbedingt schließen, dass das heutige asiatische Verbreitungsgebiet von Afrika aus besiedelt wurde.

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Bedeutung

Einige Arten der Fadenfische sowie der Siamesische Kampffisch gehören als Süßwasserzierfische zum Standardangebot von Zoohandlungen. Diese Arten werden im großen Maßstab ? auch in Südostasien ? gezüchtet. Von ihnen existieren inzwischen auch zahlreiche Zuchtformen.

Als Speisefische hingegen werden in Südostasien vor allem die großen Arten wie die Riesenguramis und der Küssende Gurami, aber auch mittelgroße Arten wie Vertreter der Gattungen Trichogaster und Anabas geschätzt und gehalten.

[Bearbeiten] Systematik

Leopard-Buschfisch (Ctenopoma acutirostre)

Die Labyrinthfische teilen sich in drei Familien auf, wobei nur die Familie Osphronemidae in Unterfamilien, derer vier, aufgeteilt werden. Die Gattungen mit den meisten Arten sind die Kampffische (Betta) und Prachtguramis (Parosphromenus). Von beiden Gattungen existieren zahlreiche Arten, die nur endemisch auf z. B. einer oder wenigen Insel des Indonesischen Archipels vorkommen. Die zuletzt bekannt gewordenen Arten wurden erst in den letzten Jahren entdeckt und sind zum Teil noch unbeschrieben.

Als nächste Verwandte innerhalb der Barschartigen werden die Schlangenkopffische, Nander- und Blaubarsche angesehen.

[Bearbeiten] Familien

[Bearbeiten] Phylogenie

Das folgende Diagramm zeigt die verwandtschaftlichen Beziehungen der drei Familien und der Unterfamilien der Osphronemidae zueinander. Von den vier Unterfamilien der Osphronemidae fehlen die nicht monophyletischen Luciocephalinae, die in zwei Kladen zerfallen, die Fadenfische und eine Gruppe, deren Eier eine spiralige Struktur auf der Oberfläche besitzen, das wahrscheinlich als Leitsystem für die Spermien dient.[1]


 Labyrinthfische (Anabantoidei)

 Kletterfische und Buschfische (Anabantidae)


     

 Küssende Guramis (Helostomidae)


 Osphronemidae 


 Belontiinae


     

 Riesenguramis (Osphroneminae)



     

 Spiralei-Klade (Ctenops, Luciocephalus, Parasphaerichthys, Sphaerichthys)


     

 Fadenfische (Colisa, Trichogaster)


     

 Macropodusinae







[Bearbeiten] Literatur

  • Michael Kokoschka: Labyrinthfische. Ulmer Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-7431-6.
  • Horst Linke: Labyrinthfische - Farbe im Aquarium. Tetra Verlag, Münster 1998, ISBN 3-89745-120-4.
  • Helmut Pinter: Labyrinthfische, Hechtköpfe und Schlangenkopffische. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-7093-0.
  • Lukas Rüber, Ralf Britz, Rafael Zardoya: Molecular Phylogenetics and Evolutionary Diversification of Labyrinth Fishes (Perciformes: Anabantoidei). In: Syst. Biol. 55(3) 2006, S. 374-397. ISSN 1063-5157 doi:10.1080/10635150500541664
  • Jörg Vierke: Labyrinthfische und verwandte Arten. Pfriem Verlag, Wuppertal-Elberfeld 1978, ISBN 3-921677-08-4.
  • Jörg Vierke: Labyrinthfische. Kosmos Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08248-2.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lukas Rüber, Ralf Britz, Rafael Zardoya: Molecular Phylogenetics and Evolutionary Diversification of Labyrinth Fishes (Perciformes: Anabantoidei). In: Syst. Biol. 55(3) 2006, S. 374-397. ISSN 1063-5157 doi:10.1080/10635150500541664

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Labyrinthfische ? Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Text und Bilder der Zusatzinformation stammen aus dem Artikel Labyrinthfische der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.







Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Das Labyrinthorgan, kurz Labyrinth der Labyrinthfische (Ananbantoidei), einer Unterordnung der Barschartigen (Perciformes), dient der Luftatmung dieser meist kleinen, in stagnierenden und eutrophierten Gewässern lebenden Fische. Die Tümpel der Kletterfische und Buschfische (Anabantidae) sind mitunter sogar von Austrocknung bedroht, so dass diese Fische dann imstande sein müssen, über Land zu kriechen, um noch Gewässer zu erreichen. Bei Welsen (Clariidae) gibt es ähnliche Suprabranchialorgane zur Atmung, die ebenfalls Überlandkriechen ermöglichen zum Aufsuchen von noch vorhandenen Tümpeln.

Dieses Labyrinth liegt (paarig) im Schädel knapp hinter dem Ohr-Labyrinth (siehe Innenohr), das allen Wirbeltieren zukommt. Die Kiemenhöhle ist dorsorostral erweitert zur Aufnahme einer ?geknüllten? Knochenplatte, die vom Epibranchiale II (der Knochenstütze des oberen Astes des zweiten Kiemenbogens) ausgeht. Die Knochenplatte ist (wie die Höhle selbst) mit respiratorischer (blutgefäßreicher) Schleimhaut überzogen. Infolge der festen Stütze kann sie nicht wie die Kiemenblättchen kollabieren. Die Blutversorgung entspricht der des 2. Kiemenbogens. Der Suprabranchialraum dient der Aufnahme einer Luftblase von der Wasseroberfläche mit dem Maul - die ?verbrauchte? Blase wird (meist) zugleich über die Kiemen(deckel)spalte abgegeben. Obwohl das Volumen der Blasen an das der Schwimmblase heranreichen kann, haben die Anabantoiden alle auch eine enge, langgestreckte Schwimmblase und dazu ein gut entwickeltes, schweres Skelett. Das Labyrinth ist verschieden gut entwickelt, fehlt aber fast völlig nur bei Sandelia. Es wird erst im Laufe der Jungfisch-Entwicklung funktionell.

Manche Labyrinthfische (z. B. Paradiesfische) ersticken auch in ?sauberem? Wasser ohne die Möglichkeit dieser Luftatmung. Anfangs dachte man, die Schleimhautvergrößerung diene dem Riechen (Ähnlichkeit mit den Conchae unserer Nase) - der Riesengurami erhielt deshalb den wissenschaftlichen Namen Osphromenus (?Riecher?). Lacépède (1801) verschrieb sich aber, so dass der gültige Name nun Osphronemus lautet. Der Zufall will es, dass auch dieser Name Sinn hat, sogar mehr als der ursprüngliche: Osphronemus könnte ?[Fisch mit] Riechfäden, -strahlen? bedeuten - und in der Tat hat sich (viel später) herausgestellt, dass die langen Bauchflossenstrahlen dem Erschmecken von Nahrung am Boden dienen. Der Gesichtsnerv (Nervus facialis), der beim Menschen hauptsächlich die Zunge innerviert, entsendet nämlich bei Fischen auch Zweige zur Haut (bes. von Flossen).

[Bearbeiten] Literatur

  • Westheide, W.; Rieger, R. (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2004 ISBN 3-8274-0307-3


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