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Fadenfische atmen an der Luft.

Fadenfische gehören zu den Labyrinthfischen. Diese haben ein spezielles Organ, das Labyrinth, mit dem sie Sauerstoff aus der Luft aufnehmen können.

Deshalb stehen Fadenfische hin und wieder unter der Wasseroberfläche und atmen Luft.

Können verschiedene Fadenfischarten vergesellschaftet werden?

Die Vergesellschaftung von Fadenfischarten untereinander hängt von den gleichen Bedingungen ab, wie die Vergesellschaftung mit anderen Arten. Fadenfische können nicht beurteilen, ob ein anderer Fisch aus seiner Gattung kommt und auch ein Fadenfisch ist.

Weil die meisten Fadenfischarten zumindest in der Brutzeit ruppig werden, besteht bei der Vergesellschaftung untereinander ein hohes Risiko. Das gleiche Risiko besteht aber auch bei der Vergesellschaftung mit anderen aggressiven bzw. revierbildenden Fischarten.

Die Fäden von Fadenfischen wachsen nach.


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Trichogaster microlepis - Mondscheinfadenfisch

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 3.0
Urheber: Haplochromis

Die Fäden von Fadenfischen können unter den beengten Bedingungen im Handel, beim Transport oder auch im heimischen Aquarium abreißen oder abgebissen werden. Normalerweise wachsen die Fäden ohne Probleme wieder nach.

Die Fäden sind im Grunde modifizierte Flossen. Flossen und Fäden werden ohne größere Probleme für den Fisch nachgebildet, wenn der Flossenstumpf bzw. der Fadenansatz noch intakt ist. Wenn ein Faden nicht nachwächst, kann sich ein Fadenfisch immer noch orientieren.

Häufig wird behauptet, dass Fadenfische ohne Fäden nicht mehr lange leben können. In solchen Fällen sind die Fäden in der Regel aufgrund einer bakteriellen Infektion abgefault. Betroffene Fische sind kaum noch zu retten. Ursache ist aber nicht ein fehlender Faden, sondern die Infektion.

Wenn die Ursache für fehlende Fäden eine Erkrankung ist, müssen die Ursachen der Erkrankung beseitigt werden.

Die Geschlechtsunterschiede

Bei Fadenfischen sind in der Regel die Männchen bunter, größer und schlanker. Die Weibchen sind in der Bauchgegend etwas rundlicher.

Bei vielen Arten ist die Rückenflosse der Männchen stark verlängert und geht oft spitz zu. Bei den Weibchen ist die Flosse kürzer und etwas rundlicher.

Die genauen Unterschiede hängen von der jeweiligen Art ab.
Bei den westlichen Fadenfischen der Gattung Colisa sind die Geschlechter gut an der Färbung zu unterscheiden. Die Männchen sind wesentlich bunter.
Bei den östlichen Fadenfischen der Gattung Trichogaster sind die Geschlechter an der Form der Rückenflosse gut zu erkennen. Bei Männchen ist die Flosse spitz ausgezogen oder wie bei Trichogaster leeri verlängert und ausgefranst. Bei Weibchen ist die Flosse abgerundet.

Trotz Nestbau wird manchmal nicht abgelaicht.

Fadenfischmännchen sind praktisch immer laichbereit. Zum Ablaichen reicht nicht aus, dass das Männchen ein Schaumnest baut. Entscheidend ist aber, ob das Weibchen reif genug ist und genug Laichansatz hat.

Es kann vorkommen, dass ein Männchen wiederholt Nester baut, ohne dass abgelaicht wird. Das Männchen versucht dann das Weibchen durch Treiben in Laichstimmung zu bringen. Das Weibchen flüchtet aber ständig und versteckt sich möglichst gut. In solchen Situationen muss genau beobachtet werden, damit das Weibchen nicht tot gejagt wird.

Wenn das Weibchen nicht rechtzeitig in Laichstimmung kommt, fällt das Nest unter Umständen auseinander. Normalerweise baut das Männchen kurze Zeit später ein neues Nest. So können z. B. in 2 Wochen 3 Nester gebaut werden.

Fadenfische küssen sich … nicht.


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Trichogaster microlepis - Mondscheinfadenfisch

Quelle: Bild auf Wikimedia Commons
Lizenz: CC Attr. SA 2.5
Urheber: Phoebe Weston

Bei dem scheinbaren Küssen handelt es sich um sogenannte Maulkämpfe. Dabei stehen sich zwei Fadenfische gegenüber. Beide Tiere öffnen das Maul und schwimmen langsam gegen das Maul des anderen. Die Tiere schwimmen dann etwas auseinander. Anschließend beginnt der Vorgang von vorn.

Die Tiere testen so, wer stärker ist. Manchmal werden so auch Meinungsverschiedenheiten unter Paaren ausgetragen.

Das Verhalten ist manchmal auch bei harmonierenden Paaren zu beobachten. Männchen und Weibchen schwimmen nebeneinander ohne sich was zu tun. Dann stupst das Weibchen dem Männchen hinten an die Flosse, wie es bei der Balz üblich ist.
Das Männchen dreht sich nach dem 2. oder 3. Mal um und dann stehen sie sich Maul an Maul gegenüber. Dabei sind keine Aggressionen erkennbar.

Vielleicht lernen Weibchen mit der Zeit, dass so das Männchen beruhigt werden kann. Das Männchen baut so in einer fairen Auseinandersetzung seine Aggressionen ab, ohne dass das Weibchen durch das Aquarium gejagt wird, wie sonst üblich.

Diese Form der Auseinandersetzung bietet dem schwächeren Tier jederzeit die Möglichkeit ehrenvoll wegzuschwimmen, ohne verfolgt zu werden.

Wie Fadenfische kämpfen

Grundsätzlich unterscheiden kann man sogenannte Kommentkämpfe, mit denen dem Gegner imponiert wird und Kämpfen zur Laichrevier- und Brutverteidigung.

Beim Kommentkampf kommen unterschiedliche Kampfarten zur Anwendung:

  1. Drohen:
    1. In der T-Stellung baut sich ein Fadenfisch vor dem anderen Fadenfisch auf und spreizt die Flossen
    2. In der Parallelstellung bauen sich beide Fadenfische voreinander auf und zeigen wie groß und stark sie sind
  2. Schwanzschlagen: Dabei trifft ein Wasserschwall den Gegner und zeigt, wie stark der andere Fadenfisch ist
  3. Karussellschwimmen: Aus der Parallelstellung heraus umkreisen sich beide Tiere in der Parallelstellung. Beide versuchen, sich gegenseitig in die Schwanzflosse zu beißen, um so einen Fluchtreflex auszulösen. Wenn Fische mit einem Kescher an der Schwanzflosse angetippt werden, schwimmen sie ja auch los.
  4. Maulkampf: Damit wird dem Gegner gezeigt, wie kräftig man ist oder es wird versucht, den Gegner bei der Luftatmung zu behindern. Das kann mehrfach hintereinander geschehen.

Der Kampf kann jederzeit beendet werden, indem einer der beiden Gegner wegschwimmt.

Kommentkämpfe können als relativ fair angesehen werden. Es geht nicht darum, den Gegner zu verletzen. Wenn ein Tier Luft holen muss, wird es in der Phase vom Gegner nicht verfolgt. Der Gegner wartet, oder holt selbst ebenfalls Luft.

Normalerweise sind Kommentkämpfe territoriale Auseinandersetzungen. Auch andere Zierfischfamilien tragen ähnliche Kämpfe aus. In Konfliktsituationen können solche Kämpfe auch unter Laichpartnern auftreten. Z. B. wenn beide Partner jung oder beide nicht akut laichbereit sind. Kampf- und Laichverhalten überlagern sich dann phasenweise. Ein nicht laichbereites Weibchen wird am Nest nicht geduldet, sondern vertrieben.

Bei der Laichrevier- und Brutverteidigung geht es um die Fortpflanzung. Die Angriffe erfolgen unmittelbar und treffen direkt. Diese Angriffe können Verletzungen verursachen. Andere Fische, vor Allem Fische anderer und evtl. größerer Arten, z. B. Skalare, sollen vertrieben werden. Andere Arten verstehen das arttypische Drohverhalten der Fadenfische in der Regel nicht.

Zwergfadenfische erzeugen mit dem Labyrinth zusätzlich Drohgeräusche. Gleichzeitig schwimmen sie blitzschnell auf den größeren Feind zu. Sie beißen sich notfalls sogar an ihm fest.

Zweikampf zwischen Goldenem und Blauem Fadenfisch:

Küssende Guramis beim Kampf:

Guramis und Kampffisch beim Kampf:

Guramis beim Kampf:

Quelle: Vierke, "Labyrinthfische und verwandte Arten", E. Pfriem Verlag 1978, Kap. 5.x "Verhalten der Labyrinthfische",Unterkap. 5.6 "Kampfverhalten", Seite 35-37




Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Blaue Zuchtform des Zwergfadenfisches mit den deutlich erkennbaren, namensgebenden Flossenstrahlen

Der populäre Überbegriff Fadenfische bezeichnet kein wissenschaftliches Taxon, sondern eint süd- und südostasiatische Labyrinthfische, die neben der akzessorischen Atmung mit ihrem Labyrinthorgan über ein weiteres gemeinsames Merkmal verfügen: lang ausgezogene erste Bauchflossenstrahlen, mit denen sie in der Lage sind, Berührungs- und Geschmacksreize aufzunehmen. Diese Fähigkeiten unterstützen sie bei der räumlichen Orientierung, bei der Nahrungssuche und im Rahmen der innerartlichen Kommunikation. ?Fadenfische? (threadfishes) heißen auch die Polynemidae. Die Fadenfische sind zwar kein Taxon, bilden aber eine monophyletische Gruppe, die wahrscheinlich die Schwestergruppe der Macropodusinae (Betta, Macropodus, Malpulutta, Parosphromenus, Pseudosphromenus und Trichopsis) sind.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund neuer Erkenntnisse über die stammesgeschichtliche Entwicklung der Labyrinthfische wurden auch die Fadenfische im zoologischen System neu eingeordnet. Waren sie (nach Britz 1995) bisher Mitglieder der Unterfamilie Trichogasterinae (Fadenfischartige):

so stehen sie nun (nach Rueber et al. 2006) bei den Hechtkopfartigen (Unterfamilie Luciocephalinae):

Westliche und östliche Fadenfische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell werden Fadenfische aufgrund ihrer geografischen Verbreitung in zwei Gruppen getrennt:

Vier kleinere Arten, ?Westliche Fadenfische? aus Südasien (Indien und Burma):

Fünf größere Arten, ?Östliche Fadenfische? aus Südostasien, weit im indonesischen Raum verbreitet, deren ursprünglichen Vorkommen nicht mehr feststellbar sind, weil sie bereits vor ihrer wissenschaftlichen Entdeckung als menschliche Nahrungsquelle von Thailand bis auf die Inselwelt der Philippinen verbreitet wurden:

Fragen der Namenspriorität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einiger Zeit diskutieren vorwiegend Aquarienfischpfleger den Status der hier verwendeten wissenschaftlichen Gattungsnamen. Traditionell werden die ?Westlichen Fadenfische? in die Gattung Colisa, die ?Östlichen Fadenfische? in die Gattung Trichogaster gestellt. Alle Wissenschaftler, die sich intensiv mit der Taxonomie süd- und südostasiatischer Labyrinthfische befassen, teilen diese Auffassung nicht. Verbindlich ist die Zuordnung des ?Eschmeyer? (von Bill Eschmeyer, California Academy of Sciences, und Ron Fricke, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, geführter ?Catalog of Fishes?). In diesem wurden die kleinen westlichen Fadenfische in Trichogaster umbenannt und die größeren östlichen Fadenfische in Trichopodus.

Fortpflanzungsverhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Fadenfische vermehren sich nach einem weitestgehend identischen Grundmuster. Die Männchen bauen an der Wasseroberfläche oder unter Blättern von Schwimmpflanzen ein Schaumnest, das aus mit einem speichelartigen Sekret ummantelten Luftblasen besteht. Trichopodus-Arten verwenden oft zusätzlich andere Baustoffe, beispielsweise Pflanzenteile. Unter diesem Schaumnest, an dem ständig weiter gearbeitet wird, wirbt das Männchen, bis sich ein paarungsbereites Weibchen einfindet, mit dem es nach einem arttypischen ritualisierten Verhalten direkt unter dem Schaumnest laicht. Die relativ kleinen Eier sind leichter als Wasser (Schwimmeier) und steigen in das Schaumnest auf. Ist der Laichakt beendet, verlässt das Weibchen das Nestrevier. Die Brutpflege erfolgt ausschließlich durch das Männchen (Vaterfamilie). Bei einer Wassertemperatur von 24 bis 28 °C schlüpfen nach etwa 24 bis 30 Stunden sehr kleine Larven. Sie tragen einen relativ großen Dottersack mit einem Ölanteil, der sie durch seinen Auftrieb weiter unter dem Schaumnest hält. Aus dem Nestbereich gespülte Larven werden vom Männchen mit dem Maul aufgenommen und zurück in das Nest gespuckt. Zwischen dem dritten und fünften Lebenstag schwimmen die schnell wachsenden Jungfische frei und nehmen gleich selbständig Nahrung auf. Sie verlassen den unmittelbaren Nestbereich, worauf der Brutpflegetrieb des Männchens erlischt.

Bedeutung für den Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Östliche Fadenfische? sind für die menschliche Ernährung im südostasiatischen Raum von nicht unerheblicher Bedeutung. Auf Märkten stellen sie regelmäßig einen beachtlichen Anteil des Frischfischangebots dar. Aufgrund ihrer besonderen Atmung ist es möglich, sie sehr lange lebend anzubieten. Aus diesem Grund wurden sie auf dem gesamten südostasiatischen Festland und auf vielen Inseln dieses Raums eingebürgert.

Für Evolutionsbiologen und Verhaltensforscher sind Fadenfische, wie die Gesamtheit der Labyrinthfische überhaupt, ein aufschlussreiches Forschungsgebiet.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sind Fadenfische sehr verbreitete und populäre Aquarienfische. Aus drei Trichogaster-Arten (alle außer T. fasciata) und dem Gepunkteten Fadenfisch wurden mehrere Farbschläge gezüchtet, die zum Standardangebot des Aquarienfischhandels zählen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Britz, R. (2001): The genus Betta -- monophyly and intrarelationships, with remarks on the subfamilies Macropodinae and Luciocephalinae (Teleostei: Osphronemidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters v. 12 (no. 4): 305?318.
  • Britz, R. and M. Kottelat (2002): Parasphaerichthys lineatus, a new species of labyrinth fish from southern Myanmar (Teleostei: Osphronemidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters v. 13 (no. 3): 243?250
  • Britz, R. (1995): Zur phylogenetischen Systematik der Anabantoidei (Teleostei, Percomorpha) unter besonderer Berücksichtigung der Stellung des Genus Luciocephalus. Morphologische und ethologische Untersuchungen. Diss. Tübingen, 1?125.
  • Derijst, E. (1997): Nota over de geldigheid van de genusnamen: Trichogaster Bloch & Schneider, 1801; Trichopodus Lacepède, 1801; Polyacanthus Cuvier, 1829 en Colisa Cuvier, 1831 (Perciformes: Belontiidae); met commentaar over de publicatiedata van de werken van Bloch & Schneider en van Lacepède..... Aquarium Wereld v. 50 (no. 9): 217?236
  • Kokoscha, M. (1998): Labyrinthfische. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-7431-6.
  • Kottelat, M. (1989): Zoogeography of the fishes from Indochinese inland waters with an annotated check-list. Bulletin Zoölogisch Museum, Universiteit van Amsterdam v. 12 (no. 1): 1?55.
  • Roberts, T. R. (1989): The freshwater fishes of western Borneo (Kalimantan Barat, Indonesia). Memoirs of the California Academy of Sciences No. 14: i?xii + 1?210.
  • Rüber, L., R. Britz, H. H. Tan, P. K. Ng & R. Zardoya (2004): Evolution of mouthbrooding ans life-history correlates in the fighting fish genus Betta. Evolution 58(4): 799?813.
  • Rüber, L., R. Britz & R. Zardoya (2006): Molecular Phylogenetics and Evolutionary Diversification of Labyrinth Fishes (Perciformes: Anabantoidei). Systematic Biology, London, 55(3): 374?397.
  • Tan, H. H. and P. K. L. Ng (2005): The labyrinth fishes (Teleostei: Anabanatoidei, Channoidei) of Sumatra, Indonesia. The Raffles Bulletin of Zoology Suppl. no. 13: 115?138.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lukas Rüber, Ralf Britz, Rafael Zardoya: Molecular Phylogenetics and Evolutionary Diversification of Labyrinth Fishes (Perciformes: Anabantoidei). In: Syst. Biol. 55(3) 2006, S. 374?397. ISSN 1063-5157 doi:10.1080/10635150500541664
  2. Low, B.W., Tan, H.H. & Britz, R. (2014): Trichopodus poptae, a new anabantoid fish from Borneo (Teleostei: Osphronemidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters, 25 (1): 69?77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



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