Tumore Und Lymphocystis
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Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Symptome

Äußere Symptome

  • Wucherungen an Flossen und Körperoberflächen
  • Schwellungen aufgrund innerer Tumore

Verhalten

  • Fische werden träge.
  • Fische sind geschwächt.

Innere Symptome

  • Wucherungen an inneren Organen

Fotos

Ein Klick auf ein Foto zeigt das ganze Bild, soweit vorhanden.


Fotos: Jutta Tittl

L 137 mit Tumoren (evtl. Lymphocystis). Die Fotos lassen nicht eindeutig erkennen, ob der Tumor aus vielen einzelnen Knötchen besteht.

Mit einem Wattestäbchen wurden die Tumore geöffnet. Danach wurde der Wels alleine in ein 54 Liter Aquarium gesetzt. Die Temperatur wurde auf 30° bis 31° C erhöht und ein Teelöffel Salz in das Wasser gegeben. Nach etwa 3 Wochen waren die Flossen verheilt und der Wels wieder in das große Becken zu seinen Artgenossen gesetzt. Bisher sind keine neuen Wucherungen aufgetreten.



Foto: Carsten Zoehrer

Schmetterlingsbuntbarsch mit Tumor (evtl. Lymphocystis) am Maul. Die Fotos lassen nicht eindeutig erkennen, ob der Tumor aus vielen einzelnen Knötchen besteht.



Foto: Gerd Harren

Labidochromis yellow mit Tumor im Maul



Fotos: Helmut Utzig

Hara hara mit Tumor an der Seitenflosse



Foto: Mathias Grewin

Regenbogenfisch mit Tumor an der Schwanzwurzel. Auch hier stellt sich aufgrund der klaren Blumenkohlform die Frage, ob es sich um Lymphocystis handelt. Die Fotos lassen nicht eindeutig erkennen, ob der Tumor aus vielen einzelnen Knötchen besteht.



Weitere Fotos
Fotos: Gabriela Grinnus

Cochliodon soniae mit Tumor an den Flossen. Auch hier stellt sich aufgrund der klaren Blumenkohlform die Frage, ob es sich um Lymphocystis handelt. Die Fotos lassen nicht eindeutig erkennen, ob der Tumor aus vielen einzelnen Knötchen besteht.



Fotos: Robert Christmann

Wels mit Tumor am Maul



Fotos: Eva Wenig

Skalar mit Tumor am Maul



Foto: Merlin

Evtl. ein Tumor oder Geschwür. Weitere Angaben zur Fischart, der genauen Position des Gebildes etc. liegen nicht vor.



Fotos: Joe

Kardinalbarbe, vermutlich mit einem Tumor am Maul. Nur ein Tier im Becken war betroffen.

Ursachen

Tumore entstehen oft auf der Haut oder an den Lippen der Fische. Es handelt sich dabei um Gewebewucherungen, die durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden können. Dazu gehören genetische Defekte bzw. erbliche Ursachen, Chemikalien und Viren. Erblich bedingt sind z. B. die bei einigen Zuchtlinien von Platies und Schwertträgern vorkommenden Melanome, die durch wuchernde, schwarze Pigmentzellen gebildet werden. Teilweise sind solche Wucherungen auch erwünscht, wie z. B. bei den Goldköpfchen genannten Goldfischen, oder den Flower Horn Chichliden. Häufig führen solche gewünschten Wucherungen zu Beeinträchtigungen der Fische, so dass sie nicht mehr normal schwimmen können. Die Grenze zu sogenannten Qualzuchten ist schnell überschritten.

Schildrüsengeschwulste sind an der Schilddrüse wachsende Tumore.

Lymphocystis

Durch Viren mit dem Namen Lymphocystivirus verursacht wird die sogenannte Lymphocystis, die auch Knötchenkrankheit genannt wird. Dabei werden die Zellen durch Viren zu übergroßem Wachstum angeregt.
Betroffen sind meist Flossen und Haut der Fische. Zunächst entstehen kleine, weiße oder durchsichtige Knötchen, die im Laufe von Wochen oder Monaten zu blumenkohlartigen Wucherungen heranwachsen. In frühen Stadien oder bei leichtem Befall sieht der Fischkörper wie mit Salz bestreut aus. Häufig werden zuerst die Flossen befallen. Dabei kann sowohl ein einzelner Knoten entstehen als auch viele kleine Knötchen, so dass sich die Haut rau anfühlt, wenn man mit der Hand darüber streicht. Sind die Kiemen befallen, kann das zu Atemschwierigkeiten führen, wenn das Sauerstoff aufnehmende Kiemengewebe zerstört wird. Die einzelnen Knoten sind zwischen 0,3 mm und mehr als 2 mm groß. Die Knoten können cremefarben, pink oder grau sein.

Nach 4 oder mehr Wochen, abhängig von der befallenen Fischart, der Temperatur und weiteren Faktoren, brechen die wuchernden Zellen auf oder fallen ab und entlassen neue Viren in das Wasser. Dort infizieren die neuen Viren Fische der gleichen oder verwandter Arten, indem sie in verletzte Haut- oder Gewebestellen eindringen. Gelangen Viren in die Blutbahn, können innere Organe befallen werden. Nach der Ansteckung mit Viren kann es zwischen einer Woche und mehr als einem Jahr dauern, bis sichtbare Schäden auftreten. Bei ca. 25° C werden nach etwa 10 Tagen neue Knötchen sichtbar. Die genauen Zeiträume hängen auch hier wieder von der befallenen Fischart, der Temperatur und anderen Faktoren ab. Es wird vermutet, dass die Viren jahrelang im Mulm überleben können, bevor sie neue Fische befallen.

Während nach einigen Quellen alle Fischarten von Lymphocystis befallen werden können, sind nach anderen Quellen Salmler, Welse und karpfenartige Fische (z. B. Barben) nicht betroffen. Besonders Cichliden und Guramis sind anfällig für Lymphocystis.

Befallene Fische sterben meistens nicht an Lymphocystis direkt, sondern aufgrund bakterieller Infektionen oder an Pilzinfektionen, die als Folge auftreten.

Bilder zu Lymphocystis im Web und in Büchern zeigen einerseits kleinere durchsichtige Bläschen (meist deutschsprachige Quellen), andererseits große Knoten (meist englischsprachige Quellen). Wenn solche größeren Knoten aus vielen kleinen Knoten zusammengesetzt sind, kann es sich um Lymphocystis handeln. Sonst sind es wahrscheinlich Tumore aufgrund anderer Ursachen.

Lymphocystis ist nicht zu verwechseln mit der Beulenkrankheit, die ebenfalls als Knötchenkrankheit bezeichnet wird.

Lymphocystis ähnlich sehen können Epitheliocystis und Ichthyo.

Behandlungsvorschläge

Eine Behandlung von Tumoren ist in der Regel nicht möglich. Bei größeren Tieren kann der Tierarzt Tumore, die nur oberflächlich wachsen, herausschneiden. So können von Lymphocystis befallene Flossen abgeschnitten werden, je nachdem wo die Tumore wachsen. Dies darf jedoch nur ein Tierarzt durchführen, ansonsten wird gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Häufig wachsen auch nach dem Abschneiden nach einiger Zeit neue Tumore nach.

Da Tumore nicht heilbar sind, sollten Tiere, die sich quälen, getötet werden. Dies gilt besonders, wenn der Tumor im Maulbereich wächst und die Fische zu verhungern drohen.

An Lymphocystis erkrankte Fische sollten isoliert werden. Sobald bakterielle Infektionen oder Pilzinfektionen auftreten, sollten diese behandelt werden.

Lymphocystis selbst ist nicht heilbar. Da die Knötchen im Laufe der Entwickung abfallen können und somit verschwinden, kann der Eindruck entstehen, dass die Krankheit geheilt wurde. Es sind aber in der Regel weiterhin Viren im Aquarium vorhanden.

Es besteht nur die Möglichkeit soweit vorzubeugen, dass Verletzungen möglichst gar nicht entstehen und Stressfaktoren vermieden werden, die das Immunsystem schwächen.

Nach einem Bericht kann eine Behandlung mit Ektozon die Symptome verringern. Entsprechende Erfahrungen wären sehr interessant.

Weitere Informationen

Bericht über die Behandlung des Cochliodon soniae von Gabriela Grinnus
Lymphocystis Disease of Fishes von Dr. Adrian Lawler

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Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Ergasilus sieboldi
Systematik
Klasse: Maxillopoda
Unterklasse: Ruderfußkrebse (Copepoda)
Ordnung: Cyclopoida
Familie: Ergasilidae
Gattung: Ergasilus
Art: Ergasilus sieboldi
Wissenschaftlicher Name
Ergasilus sieboldi
Nordmann 1832

Der Ergasilus sieboldi, auch als Kiemenkrebs bekannt, ist ein parasitischer Ruderfußkrebs, der bei Fischen vorkommt.

Der Vorderteil (Cephalothorax) weist deutliche blaue Flecken auf. Die Weibchen der Gattung sind rund 2 mm lang und befallen hauptsächlich das Kiemengewebe von Süsswasserfischen wie Schleie, Hecht, Flussbarsch, Forelle und Karpfen, wobei der Befall bei den letzten beiden Arten seltener ist. Beim Abheben der Kiemendeckel sind die Parasiten mit bloßem Auge zu erkennen.

Meist verläuft der Parasitenbefall eher unauffällig für die Fische, nur bei sehr stark befallenen Exemplaren kommt es zu erheblichen Abmagerungen, auch Messerrücken genannt. Ergasilus sieboldi gilt als Überträger des heteroxenen Virus der Lymphocystis die zu hohen Mortalitätsraten führt. Interessant ist, dass in Studien zum Lymphozystisvirus ein unmittelbarer Zusammenhang mit der saisonalen Dynamik von Ergasilus sieboldi beobachtet werden konnte. Dies gibt Grund zur Annahme, dass der Copepode als Wirt für das Virus dient und die Verbreitung innerhalb einer Population fördert (CUSACK u. CONE 1986).

Die Weibchen verankern sich mit ihrem zweiten Antennenpaar fest im Kiemengewebe ihrer Opfer und ernähren sich so von deren Blut und dem Kiemengewebe. Die Männchen sterben kurz nach der Begattung ab. Aus den Eiern der befruchteten Weibchen entwickelt sich im laufenden Sommer die zweite Generation von Parasiten auf den befallenen Fischen, wobei die zweite Generation stets zahlreicher als die erste ist. Ergasilus sieboldi wandert auf den Kiemen des Wirtes umher, nachdem er das Kiemengewebe zerstört hat, auf der Suche nach einer neuen Stelle zum Anheften und durchläuft in seinem Leben ähnlich wie den Karpfenläusen (Argulus foliaceus) zahlreiche Entwicklungsstadien, von denen lediglich das letzte Stadium der weiblichen Kiemenkrebse parasitisch auf den Kiemen der Fische lebt.

Je nach Stärke des Befalls können bis zu 14.000 Kiemenkrebse an einem Fisch von jeweils zwei Generationen gezählt werden. Ergasilus sieboldi ist ein ernstzunehmender Parasit, da er durch seine schmarotzende Lebensweise für Sekundärinfektionen, z. B. Schimmelpilzen wie Ichthyosporidium hoferi, Saprolegnia oder bakterielle Infektionen durch Aeromonas hydrophila, an seinem Wirt verantwortlich ist.

[Bearbeiten] Literatur

  • Alexander von Nordmann: Mikrographische Beiträge zur Naturgeschichte der Wirbellosen Thiere. G. Reimer, Berlin 1832

[Bearbeiten] Weblinks



Text und Bilder der Zusatzinformation stammen aus dem Artikel Ergasilus_sieboldi der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.




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