Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.
Symptome
Äußere Symptome
- Fische verlieren ihre Farbe.
- Milchig weiße Stellen im Rückengewebe oder am Rumpf, bei Neons oft im roten Band
- Das Rückgrad verkrümmt sich.
- Fische magern ab.
- Flossenfäule tritt auf.
Verhalten
- Fische zeigen ungewöhnliches Schwimmverhalten.
- Fische schwimmen nachts unruhig hin und her.
- Fische sondern sich vom Schwarm ab.
Innere Symptome
- Im Mikroskop erkennt man Zysten, die die Sporen enthalten.
Fotos
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Fotos: Gerhard Fischer
Neonsalmler mit Neonkrankheit
Foto: Felix Wüst
Neonsalmler mit Neonkrankheit
Ursachen
Die Neonkrankeit wird durch Sporozoen der Art Pleistophora hyphessobryconis verursacht. Dieser Erreger gehört zu den Mikrosporidien. Dies sind einzellige Parasiten, die in den Zellen fast aller Tierarten vorkommen können. Fische sind besonders betroffen. Ihren Namen erhielt die Krankheit, weil sie besonders häufig Neonsalmler befällt. Neben den Neonsalmlern können auch andere Salmlerarten (z. B. Rotkopfsalmler, Glühlichtsalmler) und Barben (z. B. Zebrabärblinge) an Pleistophora erkranken. Der Rote Neon wird von der Krankheit nicht befallen.
Befallene Fische können die Neonkrankheit oft lange Zeit unerkannt in sich tragen, bevor äußere Symptome sichtbar werden.
Die Erreger verbreiten sich ohne Zwischenwirt. Durch das Fressen toter, erkrankter Fische oder von mit Sporen befallenem Futter nehmen die Fische die Sporen (Microsporidia) des Erregers auf. Sobald die Sporen den Darm des Fisches erreicht haben, löst sich die Schutzschicht auf und sie bilden amöbenartige Zellen. Diese wandern durch die Darmwand und gelangen mit dem Blut und der Lymphflüssigkeit schließlich in geeignete Muskelzellen. Sobald sie in die Muskelzellen eingedrungen sind, teilen sich die Zellen, geschützt vom Immunsystem des Fisches, mehrere Male. Sie bilden kugelförmige Zysten (Pansporoblasten), in denen tausende von neuen Sporen heranwachsen. Die Sporen sind jeweils 2 bis 20 Mikrometer im Durchmesser. Sie bestehen aus einem Kern und amöbenartigem Protoplasma.
Durch die Zysten und Sporen werden die Muskelfasern zerstört. Die abgestorbenen Muskelstränge werden weiß. Die Zysten reißen auf und die erwachsenen Sporen werden in das Wasser entlassen, sobald der Fisch stirbt und sich das Muskelgewebe auflöst. Die neue Sporengeneration wird wieder durch Fressen des toten Fisches oder nachdem sie sich an Futter angeheftet haben, von anderen Fischen aufgenommen.
Möglicherweise können sich Zysten in den Nieren bilden, so dass mit dem Urin lebender Fische Sporen ausgeschieden werden.
In der Regel kann der Übertragungsweg aber unterbrochen werden, wenn erkrankte und sterbende Fische aus dem Aquarium entfernt werden.
Da auch scheinbar gesunde Fische die Erreger in sich tragen können, muss durch beste Haltungsbedingungen ein Ausbruch der Krankheit verhindert werden. Der Erreger kann sogar die Eier befallen. So wurden voll entwickelte Panspüroblasten in Neons gefunden, die erst eine Woche alt waren. Wie lange die Sporen ohne neuen Wirt überleben können ist unklar. Nach einer Infektion muss aber eine lange Quarantäne für das befallene Aquarium eingehalten werden. Einge Aquarianer vernichten die Pflanzen aus einem befallenen Aquarium, kochen den Bodengrund aus und desinfizieren alle Einrichtungsgegenstände.
Die Neonkrankheit wird häufig mit der Weißmaulkrankeit (Columnaris) verwechselt, da sich bei beiden Krankeiten weiße Flecken bilden. Man spricht deshalb auch von der Echten Neonkrankheit (Neonkrankheit) und der Falschen Neonkrankheit (Weißmaulkrankheit).
Ebenfalls als Falsche Neonkrankheit bezeichnet wird eine bakterielle Infektion mit dem Bakterium Nocardia asteroides. Diese Bakterien befallen verschiedene Fischarten. Die Symptome entsprechen denen bei anderen bakteriellen Infektionen, also z. B. flächige Hauttrübungen, Glotzaugen, aufgetriebener Bauch und Abmagerung.
Behandlungsvorschläge
Eine sichere Behandlungsmöglichkeit gegen die Neonkrankheit ist derzeit nicht verfügbar. Möglicherweise hilft das Mittel Toltrazuril, das gegen Sporozoen bei Hühnern eingesetzt wird. Wirksame Heilmittel gegen die Neonkrankheit bei Zierfischen gibt es noch nicht, auch wenn dies immer wieder behauptet wird.
Befallene Fische müssen sofort isoliert werden. Mit leichten Infektionen können befallene Fische recht lange leben. In einigen Fällen bessert sich die Infektion sogar. Die betroffenen Tiere können die Parasiten aber weiter beherbergen. Häufig ziehen sich befalllene Fische dennoch bakterielle Sekundärinfektionen zu, an denen sie schließlich sterben. Eine Haltung bei optimalen Bedingungen verbessert die Lebenserwartung befallener Fische.
Fische mit starkem Befall sollten getötet werden. Es muss auf alle Fälle verhindert werden, dass andere Fische tote Tiere fressen oder totgeweihte Tiere anfressen.
Aquarien, in denen ein starker Befall mit der Neonkrankheit aufgetreten ist, sollten sorgfältig desinfiziert werden.
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Meine Erfahrungen mit dieser Krankheit
Vielen Dank für diese informative Lektüre. Bei mir ist seit 5 Tagen die Neonkrankheit im Becken, leider sind alle Neons bereits infiziert und von ca. 20 ca. 16 daran gestorben. Der Nebenbesatz (bestehend aus Platys und Welse) ist nicht betroffen. Nebenbei hat sich auch noch die Pünktchenkrankheit breit gemacht, die ich momentan behandel. Die Neons waren zu erst davon betroffen, dann fing das Massensterben durch die Neonkrankheit an. Auffällig ist wirklich der anfänglich weiße Fleck am Rücken auch der Bauch sieht weißlich bis gelblich aus. Innerhalb eines Tages verliert der Fisch seine Farbe, angefangen am Schwanz bis zum Kopf. Der Fisch kann nur noch den farblichen Teil des Körpers bewegen. Was letztendlich zum Tod führt ist dann Atemnot. Diese Krankheit ist sehr tückisch und leider nicht behandelbar.
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