Ichthyo
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Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.

Symptome

Äußere Symptome

  • weiße Pünktchen auf den Flossen
  • weiße Pünktchen auf der Haut
  • Schleimhaut löst sich ab.

Verhalten

  • Fische scheuern sich.
  • Fische werden lethargisch.
  • Fische atmen heftig.
  • Fische verstecken sich.
  • Fische werden appetitlos.

Innere Symptome

Fotos

Ein Klick auf ein Foto zeigt das ganze Bild, soweit vorhanden.


Foto: Mario

Schmucksalmler mit starkem Befall durch Ichthyo. Die Flossen zeigen Anzeichen einer bakteriellen Infektion, vermutlich Flossenfäule.



Foto: Marion Philipp-Bogg

Wels mit starkem Befall durch Ichthyo



Fotos: Dirk Neidhardt

Schmetterlingsbuntbarsch mit Ichthyo



Foto: Jörg / Shaky

Yssichromis piceata Weibchen mit leichtem Befall durch Ichthyo



Fotos: David Philipp

Welse mit starkem Befall durch Ichthyo



Fotos: Hanky

Wels mit leichtem Befall durch Ichthyo



Fotos: Lars Slowak

Tetraodon pustulatus (Kugelfisch) mit Ichthyo und verpilztem Auge



Foto: Nils Grothaus

Rote Neon mit starkem Ichthyobefall



Foto: Puntius (Forum)

Rotstrichbarben mit Ichthyo



Foto: Jutta / juku

Kirschflecksalmler mit starkem Befall durch Ichthyo



Fotos: Mathias Jetzer

Neonsalmler und Platy mit leichtem Ichthyobefall



Foto: Anne Kroll

Schwertträger Weibchen mit Ichthyo.



Fotos: Dennis Roller

Neonsalmler und Kampffisch mit Ichthyo.



Foto: Emil Zaczek

Schmetterlingsbuntbarsche mit Ichthyo.

Ursachen

Die Weißpünktchenkrankeit wird durch den Hautparasit Ichthyophthirius multifiliis verursacht. Sie wird deshalb oft auch einfach Ichthyo genannt. Im deutschsprachigen Raum wird auch der Begriff Grießkörnchenkrankheit verwendet. Der Erreger durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien, die bei der Behandlung berücksichtigt werden müssen.

Zunächst nistet sich der Parasit, in diesem Stadium als Trophont oder Trophozoite bezeichnet, in der Haut des Fisches ein. Nur in diesem Stadium nimmt der Erreger Nahrung zu sich. Der Trophont hat keinen Mund, er sondert einen Stoff ab, der die benachbarten Fischzellen auflöst und absorbiert ihren Inhalt. Dieser Stoff bewirkt außerdem, dass sich die äußersten Hautzellen des Fisches verdicken. Dadurch bewirkt im Grunde die eigene Immunreaktion des Fisches, dass der Erreger durch Schleimabsonderung und Hautzellen des Fisches gegen Heilmittel von außen geschützt wird.

Der Trophont rotiert ständig innerhalb dieser Schutzhülle und vergrößert sich bis auf das 50fache seiner Anfangsgröße bis er schließlich als kleiner, zwischen 0,2 und 1 mm großer, weißer Punkt oder Knoten sichtbar wird. Unter einem Mikroskop erkennt man Kugeln, die sich schnell drehen und einen Saum von Flimmerhaaren haben. Im Innern erkennt man einen u-förmigen Kern, der in der dunklen Zellmasse liegt. Abhängig von der Temperatur ist er nach einigen Tagen oder Wochen erwachsen. Er wirft seine Wimpern ab und entwickelt eine verdickte, gelatineartige äußere Hülle. Er wandert in die Schleimschicht des Fisches und fällt schließlich vom Fisch ab.

Der Tomont schwimmt zwei bis sechs Stunden frei im Wasser und heftet sich schließlich an Pflanzen, den Bodengrund, an Mulmteilchen und anderen Gegenständen fest. Es werden helle Stellen bevorzugt vor dunklen Stellen angeschwommen. In der kurzen Zeit des freien Schwimmens ist der Erreger empfindlich gegen Medikamente. Sobald er sich festgeheftet hat, bildet er um sich eine zystenartige Kapsel. Die nur von einer dünnen gallertartigen Schicht geschützten Zysten sterben ab, wenn sie austrocknen. Fangnetze und andere Gegenstände sollten deshalb vollständig getrocknet werden, nachdem sie in einem Aquarium benutzt wurden, in dem Ichthyo ausgebrochen ist.

Der Parasit kann sich in dieser Kapsel in bis zu 1024, nach anderen Quellen in bis zu 2000, möglicherweise sogar in bis zu 4000 Zellen, teilen. Diese Zellen werden Tomite genannt. Sie verlassen je nach Temperatur innerhalb von Stunden oder Tagen die Kapsel, werden länger, entwickeln schnell Wimpern, die schließlich den ganzen Erreger bedecken und gehen als sogenannte Theronte oder Schwärmer aktiv auf die Suche nach Fischen, die sie befallen können. Auch außerhalb der Kapsel können sich die Schwärmer möglicherweise noch weiter vermehren.

Die Schwärmer sind aufgrund vieler Wimpern gute Schwimmer. Sie nisten sich als Trophont in der Haut ein, indem sie sich mit Hilfe einer Drüse und mit drehenden Bewegungen durch die Epidermis (äußere Hautschichten) bohren und sich zwischen Epidermis und inneren Hautschichten einnisten. Von diesem Zeitpunkt an werden sie Trophont genannt und der Zyklus beginnt von vorne. Finden die Schwärmer keinen Fisch, sterben sie bei 24° bis 26° nach ca. 48 Stunden ab. Von der kurzen Phase als freischwimmende Tomonte abgesehen, sind nur die Schärmer gegen Medikamente empfindlich.

Stirbt ein befallener Fisch, verlassen innerhalb von ein bis vier Stunden alle Trophonte den Fisch, unabhängig von ihrer Größe und auch wenn sie noch nicht ausgewachsen sind. Sie kapseln sich ein und beginnen sich zu teilen.

Im Warmwasseraquarium dauert der komplette Lebenszyklus ca. 3 bis 7 Tage. Aus dem Lebensyzklus ergibt sich, dass Ichthyo aus verschiedenen Gründen im Aquarium ausbrechen kann. Erreger können mit neuen Fischen oder Pflanzen in das Aquarium gelangen, die Krankheit kann aber auch von einem früher erkrankten Fisch eine Zeit lang unbemerkt weitergegeben werden. Neu eingenistete Trophonte sind zu klein, um mit bloßem Auge erkannt zu werden. Zudem werden in frühen Stadien der Erkrankung häufig die Kiemen befallen, wo die Erreger unerkannt bleiben. Stark infizierte kleine Fische können deshalb schon zu geschwächt sein um sie zu retten, wenn die ersten sichtbaren Punkte erkannt werden.

In vielen Aquarien sind auf diese Weise ständig Ichthyo-Erreger vorhanden. Bei guten Haltungsbedingungen und gesunden Fischen verhindert das Immunsystem der Fische die übermäßige Vermehrung der Erreger. Bei schlechten Haltungsbedingungen oder anderen Stressfaktoren ist das Immunsystem geschwächt, die Erreger können sich massenhaft vermehren und Ichthyo bricht aus.

Fische, die einen Befall mit Ichthyo überstanden haben, bilden vermehrt Schleim. Dadurch können sich über mehrere Zyklen hinweg keine Throphonten in der Haut einnisten. Allerdings können sie die Kiemen befallen und dort unerkannt weiterleben. Hierdurch erklären sich die immer wieder berichteten Ausbrüche von Ichthyo in Aquarien, die vermeintlich frei von Ichthyo sind und in die keine neuen Tiere, Pflanzen oder Gegenstände eingebracht wurden. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass die Schwärmer, wie bei anderen Arten von Wimperntierchen dokumentiert, untereinander Genmaterial austauschen können und dadurch ihre Lebensdauer stark verlängert wird. Auch wenn es immer wieder behauptet wird existiert kein Dauerstadium, in dem die Parasiten unabhängig von Fischen dauerhaft und längerfristig überleben können.

Warum an Ichthyo erkrankte Fische sterben, ist noch nicht endgültig geklärt. Möglicherweise wird durch die Verdickung der äußersten Zellschichten die Sauerstoffzufuhr durch die Kiemen beeinträchtigt. Zusätzlich verformt sich die Oberfläche der Kiemen. Außerdem stört schon die große Zahl der Parasiten die Sauerstoffzufuhr. Möglicherweise lösen sich schließlich die äußeren Zellschichten der Kiemen ab. Durch die betroffenen Stellen verliert der Fisch ständig Elektrolyte, Nährstoffe und Flüssigkeiten. Es wird für den Fisch zunehmend schwieriger zu atmen und die Wasserkonzentration in seinem Körper zu regulieren. Zusätzlich können durch die befallenen Stellen an Kiemen und Haut Pilze und Bakterien eindringen.

Einmal von Ichthyo befallene Fische können zumindest bis zu einem gewissen Grad immun werden. Scheinbar entwickelt sich im Schleim der Fische ein Antikörper gegen Proteine in der äußeren Membran der Schwärmer. Der Antikörper bindet sich an die Oberfläche der Schwärmer und verhindert damit, dass sich die Schwärmer an den Fisch anheften. Die Schwärmer werden aber nicht getötet.

Ichtyo kann mit der seltener auftretenden Lymphocystis verwechselt werden. Ebenfalls möglich ist eine Verwechslung bei Befall mit bestimmten Sporozoenarten. Ist die Behandlung gegen Ichthyo erfolglos, sollten diese Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Details zur Entwicklungsdauer

Die Entwicklungszeit für einen kompletten Zyklus ist abhängig von der Temperatur. Je höher die Temperatur ist, desto schneller geht die Entwicklung vonstatten. Die Angaben auf Webseiten und in der Literatur sind leider nicht eindeutig, da die unterschiedlichen Zahlen- und Zeitangaben jeweils von den genauen Untersuchungsbedingungen abhängen. Weil die jeweiligen Bedingungen nicht im Detail bekannt sind, können die Angaben nur als Anhaltspunkte für den Ablauf der Krankheit gesehen und nicht direkt miteinander verglichen werden. So können die Schwärmer nach einigen Quellen in der Natur mehrere Wochen überleben. Ob diese Angaben auf tropische Fische im Aquarium übertragbar sind, ob es sich um verschiedene "Ichthyo-Arten" handelt, ob einmal von Maximalwerten und einmal von Durchschnittswerten ausgegangen wird, oder worin sonst die unterschiedlichen Angaben begründet sind, ist unklar. Evtl. erklären sich so aber Berichte über besonders langwierige Krankheitsverläufe.

Nach einigen Angaben wächst der Erreger bei 27° ca. 5 Tage in der Haut, nach anderen Angaben ohne Temperaturangabe 10 bis 20 Tage, und fällt anschließend ab. Innerhalb von ca. 20 Stunden bilden sich bis zu 1024 Schwärmer in der Kapsel. Nach anderen Angaben entwickeln sich bis zu 2000 oder sogar 4000 Schwärmer. Diese leben ca. 48 Stunden bei 24° bis 26°, ca. 55 Stunden bei 20° und können in dieser Zeit Fische befallen. Es gibt auch Angaben, nach denen die Schwärmer bis zu 4 Tage überleben. Bei solchen Angaben spielt möglicherweise der erwähnte Austausch von Genmaterial eine Rolle.

Nach anderen Angaben dauert der komplette Lebenzyklus bei 24° bis 26° 48 Stunden, bei 21° 3 bis 4 Tage. Bei 10° dauert der Zyklus mindestens 5 Wochen.

Es existieren verschiedene Stämme von Ichthyo, die unterschiedlich ansteckend und unterschiedlich empfindlich gegen Medikamente sind. Mittlerweile wurden Ichtyhostämme gefunden, die auch Temperaturen über 32° überstehen, die viele Fischarten nicht mehr vertragen. Bei einem Stamm, oder einem Ichthyo sehr eng verwandten Erreger, verließen die Tomonten die Fische nicht mehr, sondern blieben unter der Epidermis und entwickelten und entließen dort die Schwärmer. In solchen Fällen erkennt man mehrere Zellen ähnlicher Größe sehr nahe beieinander unter einer dünnen Hautschicht. Hierdurch entstehen größere Verletzungen der Haut, die wachsartig aussehen.

Behandlungsvorschläge

Wird Ichthyo rechtzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit einfach und erfolgreich bekämpfen. Bei sorgfältiger Beobachtung der Fische kann Ichthyo meist aufgrund der markanten weißen Pünktchen frühzeitig und sicher diagnostiziert werden. Es ist deshalb wichtig möglichst die ersten kleinen Pünktchen zu erkennen. Auch heftiges Scheuern der Kiemen, besonders zusammen mit den anderen oben aufgelisteten Symptomen, lassen auf einen Befall mit Ichthyo schließen. Die Erreger können allerdings im Wesentlichen nur in ihrer Phase als Schwärmer erfolgreich bekämpft werden. Da sie sich in der Haut einnisten, werden sie durch eine dünne Hautschicht, die über sie wächst, vor Medikamenten im Wasser geschützt. Als Tomiten sind sie ebenfalls vor Medikamenten geschützt.

Wichtig ist, dass nicht nur die Fische behandelt werden, die weiße Pünktchen haben, sondern in allen Aquarien behandelt wird, in denen sich Schwärmer befinden können. Die Anzahl der offensichtlich erkrankten Fische spielt hierbei keine Rolle.
Nur wenn man ganz sicher ist, dass schon die allerersten Krankheitsfälle entdeckt wurden und die nicht befallenen Fische kräfig genug sind, Ichthyo nicht zu bekommen, kann in Erwägung gezogen werden, nur die befallenen Fische in einem Quarantänebecken zu behandeln.
Die Behandlung darf auf keinen Fall zu früh abgebrochen werden. Auch wenn keine Pünktchen mehr sichtbar sind, können immer noch Schwärmer im Wasser auf das nächste Opfer warten. Als Faustregel für die Behandlungsdauer gelten 7 Tage insgesamt, oder 3 bis 4 Tage nach Abfall der letzten Pünktchen. Es muss unbedingt so lange behandelt werden, bis der letzte Theront alle Schwärmer entlassen hat und bis der letzte Schwärmer abgetötet ist.

Während der Behandlung kann, abhängig vom Fischbesatz, eine Temperaturerhöhung sinnvoll sein, da hierdurch die Fische mehr Antikörper bilden und der Entwicklungszyklus der Parasiten beschleunigt wird. Die Teilungsgeschwindigkeit der Erreger steigt bei sonst gleichen Umweltbedingungen mit der Temperatur an. Die teilweise behauptete Verlangsamung der Teilung bei noch höheren Temperaturen ist zweifelhaft und konnte bisher nicht bestätigt werden.

Die Zeit, in der die Erreger am Fische sitzen und diesen schädigen, wird durch die beschleunigte Entwicklung verkürzt. Bei Temperaturen über etwa 30° C wird der Stoffwechsel der wärmemepfindlichen Erreger gestört und sie können sogar absterben. Die Details hängen aber stark vom jeweligen Erregerstamm ab, dessen Eigenheiten in der Regel nicht bekannt sind. So ersticken einige Stämme schon bei 27°, während andere Stämme sich erst bei 32° optimal vermehren.
Allerdings verringert sich auch die Zeit, in der Helmittel auf die Schwärmer einwirken können.

Eine Temperaturerhöhung alleine ist keine sichere Behandlungsmethode. Es gibt Ichtyhoerreger, die Temperaturen von mindestens 34° überleben. Es gibt also Erreger, deren Entwicklungszyklus in jeweils unterschiedlichen Temperaturbereichen schneller bzw. langsamer verläuft.

Durch eine Temperaturerhöhung erhöht sich auch der Stoffwechsel der Aquarienbewohner und die Temperatur darf nur dann so stark erhöht werden, wenn die Aquarienbewohner diese Temperaturen auch vertragen. Ungewohnt hohe Temperaturen belasten den Kreislauf der Fische.

Außerdem ist zu beachten, dass bei höheren Temperaturen der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt und deshalb ggf. Sauerstoff, z. B. durch Belüftung, zugeführt werden muss. Belüftung hilft allerdings nur, wenn das Wasser noch nicht mit Sauerstoff gesättigt ist. Sonst kann das Wasser keinen zusätzlichen Sauerstoff mehr aufnehmen.

Besonders wenn die Kiemen schon geschädigt sind, bekommen die Fische aufgrund der Temperaturerhöhung weniger Sauerstoff, obwohl sie eigentlich mehr Sauerstoff benötigen.

Weil sie einige Unsicherheiten mit sich bringt, muss eine Temperaturerhöhung also sorgfältig überlegt werden. Je nach Besatz kann eine Erhöhung bis etwa 30° erwogen werden. Über 30° erscheinen auf jeden Fall die Risiken größer als ein möglicher Nutzen. Im Zweifel sollte die Temperatur nicht verändert werden.

Im Zoohandel gibt es zahlreiche Heilmittel, die speziell gegen Ichthyo helfen und Malachitgrün enthalten. Diese Heilmittel sind entsprechend der jeweiligen Anleitungen einzusetzen.

Alternativ kann Ichthyo auch ohne Medikamente, nur mit Salzbädern gut bekämpft werden, wie auf der Seite von Renate Husmann beschrieben ist. Es gibt allerdings Berichte, nach denen die Salzbehandlung keine Erfolge gezeigt hat.

Ergänzend oder alternativ können die Schwärmer mit einem UV-Klärer durch Strahlung abgetötet oder durch einen Feinstfilter ausgefiltert werden. Dabei werden jedoch nur die Schwärmer erreicht, die zufällig in dem Wasser sind, das durch das jeweilige Gerät geleitet wird. Trotzdem kann der Keimdruck so weit verringert werden, dass das Immunsystem der Fische die restlichen Erreger selbst unschädlich machen kann oder eine zusätzliche andere Behandlung unterstützt wird.
Das Gleiche gilt bei der Behandlung mit Feinstfiltern, z. B. Diatomfiltern.
Diese beiden Verfahren können etwas optimiert werden, wenn in das Behandlungsbecken ein Kasten mit abgeschlossenen Seitenwänden eingehängt wird, dessen Boden aus einem Sieb besteht. Die zu behandelnden Fische werden in diesen Kasten gesetzt. Die von den Fischen abfallenden Trophonten fallen durch das Sieb und durch die dichten Seitenwände sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Schwärmer in den Kasten eindringen und die Fische neu befallen.
Natürlich kann diese Methode auch mit anderen Behandlungsverfahren kombiniert werden.

In der Regel kann die Krankheit auch aus einem Aquarium entfernt werden, wenn dieses bei 20° oder höher mindestens 7 Tage ohne jeglichen Fischbesatz bleibt. Dies macht sich die Behandlung mit der Umsetzmethode zu Nutze. Es werden mindestens 5 (besser 7) leere Aquarien oder geeignete Behälter mit einer Wassertemperatur von 25° C benötigt. Nach jeweils 24 Stunden werden alle Fische in ein neues, vorher nicht benutztes Aquarium gesetzt. Wenn die Fische danach wieder in ihr ursprüngliches Aquarium gesetzt werden, sind die Erreger in der Regel abgestorben. Wendet man die Umsetzmethode mehrfach hintereinander und insgesamt 23 Tage lang an, kann man davon ausgehen, dass keine Fische mehr krank sind.
Bei einer Variante der Umsetzmethode werden nur 2 Aquarien benötigt. Nach jeweils 12 Stunden werden die Fische in das jeweils freie Aquarium mit ca. 27° warmem Wasser umgesetzt. Das bisher genutzte Becken wird geleert, gereinigt und sorgfältig getrocknet. Erst kurz vor der erneuten Verwendung wird es mit parasitenfreiem Wasser befüllt. Diese Behandlung dauert mindestens 6 Tage.

Allerdings ist das ständige Fangen der Fische für die Fische starker Stress. Es ist deshalb zweifelhaft, ob diese Methode für die Fische schonender ist als die Behandlung mit Salz oder einem Heilmittel aus dem Aquarienhandel.

Gleiches gilt auch für Wärmebehandlung. Bei dieser Methode wird die Temperatur im Aquarium 10 Tage lang auf 30° C gehalten. Hierdurch wird das Immunsystem der Fische gestärkt und der Entwicklungszyklus der Erreger beschleunigt. Die Zeit in der die Erreger die Fische schädigen wird verringert. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Fische auch solche hohe Temperaturen vertragen und dass kein Sauerstoffmangel auftritt.

Bei einer weiteren Methode werden alle Fische aus dem Ursprungsaquarium gefangen und in einem Quarantänebecken mit einer der vorgestellten Methoden behandelt. Während dieser Zeit sterben die Erreger im Ursprungsbecken ab, da der Entwicklungszyklus unterbrochen ist, weil keine Fische vorhanden sind, die befallen werden können. Mit dieser Methode wird verhindert, dass die Pflanzen und Filterbakterien im ursprünglichen Aquarium durch Salz, Medikamente oder andere Maßnahmen geschädigt werden.

Eine sozusagen biologische Bekämpfung von Ichthyo ist durch das Einsetzen von Blauen Fadenfischen möglich. Blaue Fadenfische fressen die weißen Pünkchten ab. Allerdings muss man sich vorher überlegen, ob Blaue Fadenfische zum restlichen Besatz passen und ob man dauerhaft an den Blauen Fadenfischen Gefallen findet. Es muss auch bedacht werden, ob die befallenen Fische durch das Abfressen zu stark gestresst werden. Der Einsatz von Blauen Fadenfischen ausschließlich zur Ichthyobekämpfung mit anschließender Vernachlässigung oder sogar Tötung der Fadenfische ist nicht aktzeptabel.

Es gibt Hinweise, dass bei Fütterung von malachitgrünhaltigem Futter auch die am Fisch haftenden Trophonten abgetötet werden können. Allerdings wird solches Futter nicht von allen Fischen gefressen. Da Fische auch unterschiedlich viel fressen und besonders kranke Fische nur wenig oder gar nicht fressen, kann die tatsächlich verabreichte Dosis kaum bestimmt werden. Malachitgrünhaltiges Futter ist im Handel nicht überall zu finden und von der eigenen Herstellung, z. B. durch in Malachitgrün getränktes Flockenfutter, ist aus Gründen der unklaren Dosierung abzuraten.

Es stehen also eine ganze Reihe unterschiedlicher Behandlungsmethoden zur Verfügung. Diese haben alle unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die unterschiedlichen Methoden können untereinander sinnvoll kombiniert werden. Eine einmal angefangene Behandlung muss konsequent durchgeführt und beendet werden.
Die am Fisch sichtbaren Erreger werden bei praktisch allen Behandlungsmethoden nicht abgetötet. Es können sogar nach Beginn der Behandlung weitere Erreger sichtbar werden. Deshalb werden gerade Behandlungen gegen Ichthyo oft zu früh abgebrochen.
Ein ständiger Wechsel zwischen Behandlungsmethoden führt häufig zu besonders schweren Krankheitsverläufen. Erst wenn eine Methode trotz korrekter und konsequenter Durchführung offensichtlich versagt, sollte eine andere Methode erwogen werden.
Die zur Zeit beste Lösung für eine möglichst schonende Methode bei gleichzeitg sicherem Behandlungserfolg ist nach unseren Erfahrungen derzeit die Behandlung mit dem Heilmittel JBL Punktol.

Wie praktisch bei allen Krankheiten, die durch externe Parasiten verursacht werden, können als Folge bakterielle Infektionen auftreten. In diesen Fällen muss evtl. eine kombinierte Behandlung gegen Parasiten und Bakterien durchgeführt werden.

Weitere Informationen

Berichte
Heilmittel
Renate Husmann (externer Link)

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(Fragen im Forum stellen)

28.07.2008 - 15:14

?

Gibt´s auch Beweise?

Ist ja viel zusammengetragen worden, aber gibt es auch Belege, Möser belegt auch nichts und Husmann spekuliert auch nur.

Also Internet-Spekulationen belegt mit Internet-Spekulationen.

Wo sind den die Quellen-Belege für die genannten Angaben für Lebenszyklus, Temperatur etc.?

28.07.2008 - 17:18

NH

Diese und auch andere Webseiten sind keine wissenschaftlichen Arbeiten, die durch Quellen belegt sein müssen oder sollten.

Bei Bedarf kannst du bei der deutsch- und englischsprachigen Literatur zum Thema, auf Seiten von Universitäten und Verbänden etc. fündig werden.

23.12.2009 - 22:33

sonja?

Hallo, ich hatte auch das Problem das mir ständig Fische gestorben sind und habe nach einer Antwort gesucht, welche leider optisch trotz verschärftem Betrachten erstmal nicht zu finden war. Erst nach ca 2-3 Wochen anhaltendem Fischsterben ließen sich die Pünktchen bei meinen Fischen endlich sehen und ich erkannte das sie Ichthyo hatten. Scheint also relativ normal zu sein das man es am Anfach gar nicht sieht. Mir wurde dann im Geschäft dazu geraten die Fische immer 3 Tage mit Punktol zu Behandeln und während dieser 3 Tage das Licht auszulassen, dann wieder 3 Tage das Licht anzumachen und nicht zu behandeln und wieder 3 Tage ohne Licht behandeln usw. bis die Punkte weg sind, während dieser Zeit solle ich die Temperatur auf 30 Grad hochdrehen. Jetzt nach ca. 2 Woche sind alle Punkte verschwunden. Mir wurde gesagt das warscheinlich meine Fächergarnelen die Behandlung nicht überlieben, das war übrigens völlig unproblematisch, denen geht es super. Ich bin zwar noch recht neu auf dem Gebiet, aber ich glaube nicht das diese Krankheit ohne Behandlung wieder verschwindet oder das es sinnvoll ist einzelne Fische rauszunehmen, denn selbst wenn man die Punkte noch nicht sieht, sind warscheinlich die anderen Fische auch schon angesteckt. Grüße

13.06.2014 - 14:34

Matthias?

Salzbehandlung, gute Erfahrungen

Hallo,

ich habe erfolgreich die Salzbehandlung in Kombination mit einer Temperaturerhöhung angewandt. Das Aquarium ist noch relativ neu. Ich habe zwei braune Antennenwelse drin und habe ca. 2 Wochen später einen Kampffisch und 12 Amanogarnelen eingesetzt. Kurz darauf kam Ichthyo zum Ausbruch. Ich habe dann die Temperatur schrittweise von 26°C auf 31°C erhöht und dann (ebenfalls schrittweise) 10 g jodfreies Kochsalz in meinem 126 l - Brutto Becken aufgelöst (bzw. vorher in einem Glas aufgelöst und dann reingeschüttet).

Schon nach kurzer Zeit verschwanden die Pünktchen fast vollständig und die Fische verhalten sich wieder normal. Jetzt führe ich die Behandlung noch etwas weiter um keinen Rückfall zu riskieren und werde dann wieder die Temperatur senken und den Salzgehalt nach und nach senken.

Die Fische scheinen wieder vollkommen gesund und seit ein paar Tagen sind keine neuen Pünktchen aufgetaucht. Daher denke ich, ich kann die Therapie als Erfolg verzeichnen.

Auch entgegen anderslautender Berichte aus dem Internet vertragen meine Welse die deutlich erhöhte Temperatur und den Salzgehalt gut. Auch die Pflanzen (Cryptocorynen und Anubias) vertragen Temperatur und Salzgehalt gut. Nur das Hornkraut leidet etwas, wird es aber vermutlich trotzdem überstehen. Und dem KaFi geht es bei dieser hohen Temperatur überhaupt erst richtig gut. ;-)

Viele Grüße, Matthias

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Informationen aus der Wikipedia (Mit externen Links)

Ichthyophthiriose, auch Weißpünktchenkrankheit, Weißpunktkrankheit, Pünktchenkrankheit oder Grießkörnchenkrankheit, ist eine weit verbreitete Parasitose bei Süßwasserfischen. Die Ichthyophthiriose zählt zu den wichtigsten Krankheitsbildern in der Süßwasseraquaristik und der Teichwirtschaft.

Erreger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befallener Buntbarsch

Auslöser der Ichthyophthiriose ist das Wimpertierchen Ichthyophthirius multifiliis. Dieser weltweit vorkommende Ektoparasit erreicht in seiner vegetativen Form eine Größe bis zu 1 mm. Hervorstechende Merkmale sind ein hufeisenförmiger Großkern und ein runder Kleinkern.

Der Parasit lebt in der Epidermis beziehungsweise im Epithel der Kiemen seines Wirtes in nach außen abgeschlossenen Höhlungen. Ist er zur Fortpflanzungsfähigkeit herangereift, durchbricht er die Haut und verlässt den Wirt, wodurch dieser erhebliche Hautverletzungen erleidet. Im Wasser sinkt Ichthyophthirius multifiliis zu Boden, setzt sich dort fest und beginnt mit der Bildung von Zysten. In diesen finden wiederholte Teilungen in bis zu 1000 so genannte Schwärmer (Tomiten) von 50 bis 70 Mikrometer Größe statt. Die Schwärmer sind wieder für Fische invasionsfähig, müssen aber innerhalb von 70 Stunden einen Wirt finden. Die Dauer des Vermehrungsprozesses ist temperaturabhängig, bei vier Grad Celsius dauert er etwa sechs Tage, bei 25 bis 28 Grad Celsius nur zehn bis zwölf Stunden. Besonders in tropischen Aquarien kann es deshalb zu einer explosionsartigen Vermehrung mit entsprechenden Befallsraten kommen.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befallene Fische haben bis stecknadelkopfgroße, weiße Knötchen am ganzen Körper, den Flossen und den Kiemen. In schweren Fällen können sich die Knötchen zu grauen Flächen vereinen. Die betroffenen Fische zeigen häufig Atemnot, ?Flossenklemmen? und heftige Scheuerbewegungen. In der Folge wird der Fisch zunehmend apathisch und magert ab.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Wachstumsphase in der Haut des Wirtes ist der Parasit nicht direkt zu bekämpfen. Die Behandlung richtet sich also gegen die frei schwimmenden Schwärmer. In Aquarien kann unterstützend die Wassertemperatur leicht erhöht werden, um die geschützte Entwicklungsphase als Zyste zu verkürzen.[1] Als Medikament für Zierfische eignet sich Malachitgrün, Nutzfische können mit Formalin und Kaliumpermanganat behandelt werden.[2] Im Aquaristikhandel gibt es Mittel zur einmaligen Behandlung von verschiedenen Herstellern.[3] Fische, die eine Ichthyophthiriose überleben, entwickeln eine stabile Immunität.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. faunamor gegen Ichthyophthirius ("Weißpünktchenkrankheit") auf aquarium-munster.com, abgerufen am 26. Dezember 2014
  2. Tetra Medica ContraIck bei tetra.de, abgerufen am 26. Dezember 2014
  3. Gebrauchsinformation bei jbl.de, abgerufen am 26. Dezember 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf W. Hoffmann: Fischkrankheiten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005, ISBN 3-8252-8241-4
  • Rüdiger Riel, Hans A. Baensch: Aquarienatlas Band 1. MERGUS Verlag, Melle 2002, ISBN 3-88244-065-1
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