Die Angaben auf diesen Seiten dienen ausschließlich als erste Anhaltspunkte, um bei Beratungsstellen und Tierärzten gesicherte Diagnosen und Behandlungsmethoden zu erfragen. Trotz größter Sorgfalt kann keine Verantwortung für die Richtigkeit von Diagnosen, Behandlungsvorschlägen und Tipps übernommen werden.
Symptome
Äußere Symptome
- Bauch extrem aufgeschwollen.
- Schuppen stehen ab.
- Glotzaugen.
- Haut löst sich ab.
- Entzündete (rote) Stellen am Körper.
- Blasse Stellen am Körper.
- Geschwüre.
- Pilzbefall.
- Bläschen an der Seitenlinie.
- Kiemen sind blass.
- After entzündet.
- After ist vorgestülpt.
Verhalten
- Atemnot.
- Fische schaukeln an der Wasseroberfläche.
- Fische schaukeln am Bodengrund.
- Fische fliehen nicht.
- Fische werden apathisch.
- Flossen werden geklemmt.
- Fische sind dunkel verfärbt.
Innere Symptome
- Bauchhöhle voll Flüssigkeit.
- Niere ist entzündet.
- Leber ist gelb bis hellbraun.
- Gallenblase ist angeschwollen.
- Galleninhalt dunkelgrün.
- Durchsichtige und glasige Darmwand.
Fotos
Ein Klick auf ein Foto zeigt das ganze Bild, soweit vorhanden.
Fotos: Christian Olsen
Apistogramma nijsseni mit aufgeblähtem Bauch.
Guppy Weibchen mit aufgeblähtem Bauch.
Fotos: Möchte ungenannt bleiben
Foto: Gerhard Fischer
Aphyosemion amieti, vermutlich mit Bauchwassersucht.
Fotos: Jörg / Shaky
Kakaduzwergbuntbarsch mit starker bakterieller Infektion. Die Flossen sind von Flossenfäule stark angegriffen. Die gleichzeitig abstehenden Schuppen und der etwas aufgetriebene Bauch deuten auf infektöse Bauchwassersucht hin.
Fotos: Oliver C. Thornton
An Bauchwassersucht gestorbener Goldfisch. Die typischen Symptome Glotzaugen, Schuppensträube und dicker Bauch sind gut zu erkennen. Zusätzlich hat der Fisch Flossenfäule. Gut erkennbar an der Schwanzflosse.
Platy mit Bauchwassersucht.
Fotos: Christian Drolshagen
Zwergfadenfisch Männchen mit Bauchwassersucht. Die Schuppen fangen an abzustehen.
Ursachen
Das augenfälligste Merkmal der Bauchwassersucht ist ein extrem aufgeschwoller Bauch. Obwohl ein geschwollener Bauch verschiedene Ursachen haben kann, sprechen Aquarianer in der Regel von Bauchwassersucht, sobald ein Fisch einen ungewöhnlich dicken Bauch hat.
Der Bauch eines Fisches kann z.B. anschwellen, wenn seine Osmoseregulation aufgrund von Schäden an Haut, Kiemen, Herz, Leber oder Nieren gestört ist. Eine gestörte Osmoseregulation kann dazu führen, dass sich Feuchtigkeit im Bauchraum ansammelt. Ebenso kann ein aufgeblähter Bauch durch Darmflagellaten, oder andere Krankheiten verursacht werden, bei denen Flüssigkeit in den Bauchraum tritt.
Vermutlich wird in der Aquaristik oft Bauchwassersucht vermutet und in der Regel erfolglos behandelt, obwohl Ursache der festgestellten Symptome nicht Bauchwassersucht, sondern andere Erkrankungen sind.
Die "eigentliche" Bauchwassersucht ist die sogenannte infektiöse Bauchwassersucht.
Ob die infektiöse Bauchwassersucht bei Aquarienfischen ausschließlich durch Bakterien verursacht wird, oder ob Viren (Thabdovirus carpio) beteiligt sind, ist nicht endgültig geklärt. Die auf jeden Fall beteiligten Bakterien der Gattungen Aeromonas und Pseudonomas sind praktisch in jedem Aquarium vorhanden, da sie monatelang im Wasser und Boden überleben und sich dort vermehren können. Das Immunsystem gesunder Fische verhindert, dass die Bakterien sich so stark vermehren können, dass eine akute Erkrankung ausbricht. Erst bei Schwächung der Fische ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage die Bakterien zu bekämpfen.
Die häufig bei Bauchwassersucht beteiligten Bakterien Aeromonas hydrophila kommen bei vielen Aquarienfischen vor und besonders nachdem diese vorher durch eine Infektion mit Parasiten oder Mykobakterien geschwächt wurden.
Einmal befallene Fische scheiden große Mengen der Bakterien aus. Die Gefahr, dass andere Fische sich anstecken ist also sehr hoch. Aus diesem Grund müssen Fische, bei denen Verdacht auf Bauchwassersucht besteht sofort in einem Quarantänebecken isoliert werden.
Unmittelbare Ursache des angeschwollenen Bauchs bei der infektiösen Bauchwassersucht ist der Verfall eines oder mehrerer innerer Organe (Leber, Niere usw.) aufgrund der Infektion. Durch den Verfall wird Flüssigkeit in die Bauchhöhle abesondert und der Bauch bläht sich auf. Da sich durch das Aufblähen auch die Schuppen vom Körper abspreizen, spricht man auch von Schuppensträube.
Ist der Darm befallen, sondert der Fisch schleimigen Kot ab und der Fisch frisst nicht mehr. Später wird die Darmschleimhaut abgestossen und ausgeschieden. Weiße schleimige Stücke können am After hängen bleiben. Die Darmwand ist bei einer Sektion durchsichtig und sieht glasig aus.
Im Endstadium funktioniert die Niere nicht mehr richtig oder es treten Infektionen der Harnwege auf. Die Niere scheidet nicht mehr genug Wasser aus und das überschüssige Wasser sammelt sich in der Bauchhöhle, in den Schuppentaschen, im Augenhintergrund.
Ist die Niere geschädigt, werden auch durch ein Medikament abgetötete Bakterien nicht mehr aus dem Fischkörper entfernt und belasten den Fisch zusätzlich, ebenso wie das Medikament selbst.
Die infektiöse Bauchwassersucht kann nur mit Hilfe einer Bakterienkultur durch den Tierarzt sicher diagnostiziert werden. Allerdings können Fische deren Bauch bereits aufgebläht ist nur sehr selten erfolgreich behandelt werden, ganz gleich ob eine infektiöse Bauchwassersucht vorliegt, oder ob eine andere Ursache vorhanden ist. In den meisten Fällen ist die jeweilige Krankheit dann so weit fortgeschritten und der Fisch so stark geschwächt, dass eine erfolgreiche Behandlung nicht mehr möglich ist.
Wie bei fast allen Krankheiten der Zierfische, kommt auch hier der Vorsorge und der Herstellung optimaler Umweltbedingungen für die Fische die höchste Bedeutung zu. Wie alle bakteriellen Infektionen, kann auch die Bauchwassersucht durch gute Haltungsbedingungen zuverlässig verhindert werden.
Behandlungsvorschläge
Die infektiöse Bauchwassersucht kann in der Regel nur im Anfangsstadium geheilt werden. Auch deshalb muss unbedingt die tatsächliche Ursache der Erkrankung ermittelt werden. Nur bei schnellem und gezieltem Einsatz von Heilmitteln kann die Behandlung erfolgreich sein. Es sind im Handel einige Heilmittel erhältlich, die bei rechtzeitigem Einsatz helfen können. Ohne Beseitigung der Ursachen, d.h. in der Regel Verbesserung der Halltungsbedingungen, hilft aber keine Behandlung.
Die Behandlung kann durch eine Salzbehandlung mit 2 bis 5 Gramm je Liter Wasser unterstützt werden. Die genaue Salzdosis hängt davon ab, wie viel Salz die Fischart verträgt. Durch die Salzbehandlung wird die Osmoseregulation vor allem über die Haut unterstützt, so dass ein Teil der überschüssigen Flüssigkeit abgeben werden kann. Gleichzeitig wirkt ein Salzbad vitaliseriend auf die befallenen Fische.
Weitere Informationen
Heilmittel gegen Bauchwassersucht
Dicke Bäuche
Bakterielle Infektionen
Vorsorge
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